Geschichtliches

Der Ursprung Jesu Christi laut Bibel

Paulus hat die Geschichte des Messias' in der Synagoge in Antiochien dargestellt und in Apg 13 ab Vers 16 steht es geschrieben. Die Versnummern sind hier entfernt und als Übersetzung die NGÜ (Neue Genfer Übersetzung) gewählt, damit man den Bericht flüssig lesen kann.

Ihr Israeliten und ihr anderen, die ihr an den Gott Israels glaubt, hört mich an! Der Gott unseres israelitischen Volkes hat unsere Väter erwählt. Er ließ unsere Vorfahren zu einem großen Volk werden, als sie in der Fremde waren, in Ägypten, und bewies dann seine Macht, indem er sie von dort wegführte. Mit großer Geduld ertrug er sie während der ganzen Zeit, die sie in der Wüste zubrachten, etwa vierzig Jahre lang. Danach unterwarf er die Einwohner Kanaans – nicht weniger als sieben Völker – und gab ihr Land unseren Vorfahren zum Besitz.  Das geschah etwa vierhundertfünfzig Jahre nach der Übersiedlung unserer Vorfahren nach Ägypten. In der nun folgenden Zeit gab Gott ihnen Richter; der letzte Richter war der Prophet Samuel. Dann forderten sie von Gott einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin. Doch nachdem Saul vierzig Jahre regiert hatte, verstieß ihn Gott und erhob David auf den Thron. Ihm stellte er folgendes Zeugnis aus: ›In David, dem Sohn Isais, habe ich einen Mann gefunden, wie ich ihn mir wünsche; er wird alle meine Pläne ausführen.‹

Einen von Davids Nachkommen hat Gott nun dem israelitischen Volk als Retter gesandt, wie er es zugesagt hatte, und das ist Jesus. Vorbereitet wurde sein Kommen von Johannes, der ganz Israel dazu aufrief, umzukehren und sich taufen zu lassen. Als Johannes am Ende seines Wirkens stand, sagte er zu den Leuten: ›Für wen haltet ihr mich? Ich bin nicht der, auf den ihr wartet. Aber der, der nach mir kommt, der ist es, und ich bin nicht einmal würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen.‹

Liebe Geschwister, ihr Nachkommen Abrahams und auch ihr anderen hier, die ihr an den Gott Israels glaubt – uns allen hat Gott diese rettende Botschaft gesandt. Die Einwohner von Jerusalem und ihre führenden Männer erkannten nämlich nicht, wer dieser Jesus ist. Sie verstanden auch die Voraussagen der Propheten nicht, deren Schriften doch Sabbat für Sabbat in der Synagoge vorgelesen werden. So kam es, dass sie ihm den Prozess machten, und gerade auf diese Weise haben sie die prophetischen Ankündigungen erfüllt! Obwohl sie nichts an ihm fanden, was den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus, ihn hinrichten zu lassen.

Durch das, was sie taten, ging alles in Erfüllung, was in der Schrift über sein Leiden und Sterben vorausgesagt war. Zuletzt nahmen sie ihn vom Kreuz herunter und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt, und als der Auferstandene hat er sich über viele Tage hin denen gezeigt, die ihn auf seinem Weg von Galiläa nach Jerusalem begleitet hatten und die heute als seine Zeugen vor dem israelitischen Volk stehen.

Und nun sind Barnabas und ich hier, um euch diese gute Nachricht zu überbringen: Was Gott unseren Vorfahren zugesagt hatte, das hat er jetzt eingelöst, sodass es uns, den Nachkommen, zugute kommt. Er hat seine Zusage erfüllt, indem er Jesus erweckte. Damit ist eingetreten, was im zweiten Psalm steht, wo Gott sagt: ›Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt.‹ Dass er ihn von den Toten auferweckt und damit für immer der Verwesung entrissen hat, hat er mit folgenden Worten angekündigt: ›Ich werde euch die heiligen und unvergänglichen Gaben schenken, die ich David versprochen habe.‹ Deshalb heißt es auch an einer anderen Stelle: ›Du wirst deinen heiligen Diener nicht der Verwesung preisgeben.‹ Wie war es denn bei David, von dem diese Aussage stammt? Nachdem er den Menschen seiner Zeit so gedient hatte, wie Gott es wollte, starb er und wurde bei seinen Vorfahren begraben, und sein Körper verweste. Der jedoch, den Gott auferweckt hat, verweste nicht. Ihr sollt daher wissen, Geschwister, dass es durch Jesus Vergebung der Sünden gibt; das ist die Botschaft, die Gott euch verkünden lässt. Wozu das Gesetz des Mose nie imstande war, das hat Jesus möglich gemacht: Jeder, der an ihn glaubt, wird von aller Schuld freigesprochen.

Jetzt liegt es also an euch zu verhindern, dass das Unheil über euch hereinbricht, von dem im Zwölfprophetenbuch zu lesen ist. Dort sagt Gott: Seht her, ihr, die ihr meine Weisungen missachtet, staunt, erschreckt und geht zugrunde! Denn schon bald werde ich etwas ganz Außergewöhnliches tun; wenn euch jemand davon berichten würde, würdet ihr ihm nicht glauben.‹

 

Ehre sei Gott in der HöheZeitachse

Hier sind einige markante Zeitpunkte aufgeschrieben, sowohl von der biblischen Offenbarung als auch von den Etappen in der Entwicklung der unbiblischen Lehre von der Dreieinigkeit Gottes. Das meiste davon ist ein Auszug aus dem Buch von Joel Hemphill: "Ehre sei Gott in der Höhe", erhältlich bei Tamakai-Books für 20,00 €

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1491 v. Chr.
GOTT spricht zu Mose aus dem brennenden Busch und sagt: „Ich bin JHWH (meist mit HERR wiedergegeben) ... das ist mein Name ewiglich und meine Benennung für und für.“ (2. Mo 3, 15) 

1451 v. Chr. 
Mose sagt in seiner abschließenden Rede zum Volk Israel: „Höre Israel, der HERR (JHWH) ist unser Gott, der HERR (JHWH) allein.“ (5. Mo 6, 4) 

553 v. Chr. 
Der Prophet Daniel sieht in einer Vision Griechenland als einen gewalttätigen „Ziegenbock“, der mit „Wut“ zerstört. (Dan 8, 5-8; 21) 

500 v. Chr. 
Der griechische Philosoph Heraklit kommt zu der Vorstellung, dass die Welt von einem „feuergleichen Logos“ regiert wird, von einer göttlichen Macht, die ähnlich der menschlichen Vernunft ist und die Ordnungen und Muster in der Natur hervorbringt. 

430 v. Chr. 
Sokrates beginnt seine sorgfältige Suche nach dem „Logos“ in der menschlichen Vernunft mit intensiven Dialogen, die als sokratische Methode bekannt geworden ist. 

424 v. Chr. 
Der griechische Philosoph Platon wird in Athen als Sohn aristokratischer Eltern geboren; er wird der engagierteste und bekannteste Schüler von Sokrates werden. 

399 v. Chr. 
Sokrates wird von 500 Geschworenen verschiedener Verbrechen (einschließlich der Verführung der Jugend Athens) schuldig gesprochen und im Gefängnis hingerichtet. Verbittert über die Hinrichtung seines Lehrers verlässt Platon Athen und reist nach Nordafrika und Ägypten. 

386 v. Chr. 
Platon gründet eine Schule in Athen, die „Akademie“ genannt wird und der „Anbetung des Geistes“ gewidmet ist, in der er die Lehren von dem Logos und von der Dreieinigkeit Gottes zu lehren beginnt. (Der Historiker Edward Gibbon: The Decline and Fall of the Roman Empire; Band 2; S. 301) (Deutsche Ausgabe: Gibbons Geschichte des Verfalles und Unterganges des römischen Weltreiches) 

300 v. Chr. 
Zenon gründet die erste stoische Schule in Athen. Die Stoiker glauben an den Logos als die „göttliche Vernunft“ und den alles durchdringenden „Atem des Feuers“, eine Vorstellung, die sie von Heraklit, Sokrates und Platon übernommen haben. Diese Idee haben sie in den nächsten Jahrhunderten sehr stark in den Vordergrund gestellt. 

20 v. Chr. 
Philon von Alexandria (Philo Judaeus) wird in Alexandria in Ägypten geboren. Er sollte der profilierteste Schriftsteller des vorchristlichen Judentums werden. Noch bevor Jesus seinen Dienst in Galiläa aufgenommen hat, wird er als Anhänger Platons seine Vorstellung von dem Logos vorantreiben (er gebraucht die Begriffe „logos“ oder „göttlicher logos“ circa 1400-mal in seinen Schriften). 

4 v. Chr. 
Jesus Christus wird in Bethlehem von der Jungfrau Maria geboren 

30 n. Chr.
Jesus Christus redet wiederholt von dem alleinigen Gott, von dem allein wahren Gott, von ihm, seinem Vater, der der Schöpfer aller Dinge ist. Er bezeichnet ihn auch als seinen Gott, den er anbetet und zu dem er auffahren werde.
Jesus Christus bezeichnet niemals sich selbst als Gott, sondern macht seine völlige Abhängigkeit von seinem Gott und Vater unmissverständlich klar.

31 n. Chr. 
Im Frühjahr dieses Jahres wird Jesus Christus außerhalb der Stadtmauern Jerusalems gekreuzigt; aber drei Tage später ist er wieder auferweckt worden; siegreich über Tod, Hölle und Grab hat GOTT in ihm „die Sünde im Fleisch verdammt“ (Röm 8, 3). 

53 n. Chr. 
Der Apostel Paulus spricht in Athen auf dem Areopag in einer Predigt von dem „unbekannten GOTT“, der einen Tag festgesetzt hat, „an dem ER den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann [Jesus], den ER dazu bestimmt hat“ (Apg 17, 31). 

60 n. Chr. 
Der Apostel Paulus warnt die Ältesten der Gemeinde in Ephesus in Griechenland, dass nach seinem Tod „räuberische Wölfe“ kommen werden, die in die Gemeinden eindringen und sie verwüsten werden (Apg 20, 29). 

64 n. Chr. 
Der Apostel Paulus schreibt einen Brief an die Christen in Kolossä und ermahnt sie, sich vor der (griechischen) Philosophie in Acht zu nehmen (Kol 2, 8). 

96 n. Chr. 
Johannes, der letzte überlebende Apostel stirbt, vermutlich in Ephesus in Griechenland. 

110 n. Chr. 
Der „Kirchenvater“ Justin der Märtyrer wird in Flavia Neapolis, Israel, geboren. Er wird später lehren, dass Jesus „Gott“ ist, auch wenn er an „zweiter Stelle“ nach dem „wahren GOTT selbst“ kommt. Er wird auch lehren, dass die Griechen Heraklit und Sokrates schon Christen gewesen sind, „denn Christus war und ist der Logos, der in allen Menschen wohnt.“ 

150 n. Chr. 
Der „Kirchenvater“ Clemens von Alexandria wird in Athen geboren. Er wird aufwachsen und Platon und die griechische Philosophie lieben, deren Lehren er mit der von ihm gewählten christlichen Religion vermischen wird. Er wird lehren, dass der Leib Christi nur eine „scheinbare Wirklichkeit“ gehabt hat und dass Jesus „weder Schmerz, noch Leid, noch Gefühle gekannt hat.“ Er wird von „der Dreieinigkeit, wie sie in Platons Timaios wiedergespiegelt ist“, sprechen. 

160 n. Chr. 
Der „Kirchenvater“ Tertullian wird in Karthago geboren und wird als Erwachsener Anwalt in Rom sein. Er wird über 900 neue Worte erfinden, einschließlich des Wortes „trinitas“ (Dreieinigkeit), um damit seinen Glauben zu erklären, dass Gott eine „substantia“ (Substanz) ist, die sich in drei verschiedenen und eigenständigen „personae“ (Personen) offenbart. Indem er auf griechische Quellen zurückgreift, wird er Vorstellungen, wie den „göttlichen Logos“ und die Trinität lehren und in den Vordergrund stellen. 

185 n. Chr. 
Der „Kirchenvater“ Origenes wird in Alexandria in Ägypten geboren. Durch den Einfluss der griechischen Philosophie und durch seine eigenen „Spekulationen“ über GOTT und die christliche Lehre wird er später die Präexistenz aller Seelen, die mögliche Rückkehr aller Geister (einschließlich des Teufels) zum Schöpfer, die Vergottung des Menschen und das Fegefeuer lehren. Aber seine Lehre, die das Verständnis der zukünftigen Christen am meisten verwirren wird, ist die „ewige Zeugung“ des Sohnes GOTTES, Jesus.

312 n. Chr. 
Der General Konstantin wird Kaiser des römischen Reiches. Trotz der Behauptung, in diesem Jahr zum Christentum übergetreten zu sein, wird er nicht aufhören, heidnische Funktionen auszuüben, Münzen mit heidnischen Bildern prägen zu lassen und den Bau heidnischer Tempel zu fördern. Erst auf seinem Sterbebett im Jahr 335 n. Chr. wird er sich taufen lassen. 

318 n. Chr. 
In Alexandria in Ägypten bricht ein Meinungsstreit über die Person Jesu Christi und seine Beziehung zu GOTT, dem Vater, aus. Dieser „arianische Streit“ zwischen den sich widersprechenden christlichen Fraktionen führt zu Gewalttätigkeiten auf den Straßen. 

325 n. Chr. 
Da dieser arianische Streit den Frieden innerhalb des Römischen Reiches gefährdet, beruft Kaiser Konstantin über 300 Bischöfe zu einem Konzil in seinem Palast in Nicäa (in der heutigen Türkei) ein. Dieses nicäische Konzil wird unter dem Druck Konstantins ein Glaubensbekenntnis formulieren, in dem behauptet wird, dass Jesus Christus „aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ ist. 

375 n. Chr. 
Drei christliche platonistische Theologen aus der Provinz Kappadokien, Basilius von Cäsarea, sein Bruder Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz führen die „spekulativen und platonischen Tendenzen von Clemens und Origenes“ fort und kommen zu der Vorstellung, dass GOTT eine Wesenheit (ousia) ist, die aus drei Personen (hypostasis) zusammengesetzt ist, aus dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist, die wesensgleich und gleichewig sind: Die Dreieinigkeit. 

379 n. Chr. 
Der römische General Theodosius wird Kaiser von Rom. Als neu zum Christentum Bekehrter ist er dazu bestimmt, den immer noch schwelenden arianischen Streit zu beendigen. 

380 n. Chr. 
Theodosius erklärt das Christentum zur offiziellen und einzigen Religion des Römischen Reiches und erlässt eine Verfügung, dass alle Bürger des Römischen Reiches das nicänische Glaubensbekenntnis bekennen müssen oder ansonsten harte Strafen zu erleiden haben. 

381 n. Chr. 
Kaiser Theodosius beruft das „Konzil von Konstantinopel“, auch „das zweite ökumenische Konzil“ genannt, in die Stadt ein, nach der es benannt worden ist. Die Sicht der drei Kappadokier setzt sich bei dieser Versammlung von 186 Bischöfen durch, die die „Person“ und die „Gottheit“ des heiligen Geistes mit folgenden Worten bekennen: „Wir glauben an den heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird.“ Damit hat die Christenheit eine „primitive“ Lehre von der Dreieinigkeit erhalten, die aber viel Arbeit hinterlassen hatte, die noch getan werden musste. 

386 n. Chr. 
Der (heilige) Augustinus, der im Jahr 354 in Nordafrika geboren worden ist, ist in Mailand durch den Einfluss des Bischofs Ambrosius und „bestimmter Bücher“ Platons und anderer griechischer Philosophen zum Christentum übergetreten. Er glaubt, dass diese Bücher ihm geholfen haben, die Dreieinigkeit Gottes zu verstehen und dass Christus GOTT „gleich“ und „gleich ewig“ ist. Seine Schriften über die Dreieinigkeit werden die Christenheit in den nächsten 1600 Jahren stark beeinflussen. 

394 n. Chr. 
Kaiser Theodosius beginnt mit der Bestrafung der Heiden, die es ablehnen, das katholische Christentum zu übernehmen. Ein Aufstand in Thessalonich hat den Tod eines seiner Beamten zur Folge, was ihn veranlasst, aus Rache 7000 Bürger ermorden zu lassen, die er zu einer Unterhaltungsveranstaltung in die städtische Arena eingeladen hat. 

449 n. Chr. 
Auf Drängen Papst Leos beruft Kaiser Theodosius II. das „zweite Konzil von Ephesus“ ein, bei dem entschieden werden soll, ob es in Jesus zwei verschiedene Naturen oder nur eine vergöttlichte menschliche Natur gegeben hat. Die 135 Bischöfe werden festlegen, dass GOTT als Christus geboren wurde, gelitten hat und gestorben ist und dass Jesus der „gekreuzigte GOTT“ gewesen ist. Da dieses Konzil vielen vorangegangenen Konzilen widersprochen hat, wird es auch als „Räuberkonzil“ oder „Gangstersynode“ bekannt werden. 

451 n. Chr. 
Das Konzil von Chalcedon (Griechenland) oder das „vierte ökumenische Konzil“ wird zusammengerufen, um weiterhin die andauernden Streitereien zu beenden. Diese Versammlung von 600 Bischöfen annulliert die Erklärungen des „Räuberkonzils“, bestätigt Maria als „Mutter GOTTES“ und übernimmt Papst Leos Sicht, dass Christus zwei Naturen besessen hat, - eine menschliche und eine göttliche - und erweitert so Nicäa und Konstantinopel. 

525 n. Chr. 
Der römische Staatsmann und Philosoph Boethius wird im Westen bekannt. Sehr bewandert in der Philosophie Platons und Aristoteles wird er vier Abhandlungen über die Lehre von der Dreieinigkeit und die Person Jesu Christi schreiben und für die Christenheit einer der bekanntesten Ausleger der augustinischen Tradition des trinitarischen Denkens werden. 

1033 n. Chr. 
Anselm von Canterbury wird geboren. Er wird versuchen, die Irrlehren über die Dreieinigkeit zu korrigieren und vernünftiges Licht über das Mysterium/Geheimnis leuchten zu lassen. Der platonistischen Tradition Augustinus folgend, wird seine Sicht von der Dreieinigkeit die folgenden Kirchenkonzile sehr stark beeinflussen. 

1150 n. Chr. 
Richard von Sankt Viktor setzt die Arbeit der Definition der Dreieinigkeit fort und bietet einen neuen Weg des Denkens bezüglich der Einheit von „trinitarischen Personen“ an. 

1215 n. Chr. 
Das „vierte Laterankonzil“ wird einberufen, um sich mit den andauernden Missverständnissen in Bezug auf Details der Lehre von der Dreieinigkeit zu beschäftigen. 

1225 n. Chr. 
Der (heilige) Thomas von Aquin wird in Italien geboren. Er wird Dominikanermönch werden und unter dem Einfluss Platons, Aristoteles`, Augustinus` und anderen (Christen und Heiden) einen großen trinitarischen Beitrag leisten. Für seine Arbeit in Bezug auf die Einheit und Mehrheit des dreieinigen Wesens Gottes wird er später von den Päpsten zum „Doctor Angelicus“ ernannt werden. 

1438 n. Chr. 
Das „Konzil von Florenz“ ist einberufen worden. Es wird sich über einen Zeitraum von sieben Jahre versammeln, um Details der Lehre von der Dreieinigkeit zu diskutieren. 

1517 n. Chr. 
Der junge katholische Mönch Martin Luther nagelt seine „Fünfundneunzig Thesen“ an die Tür der Kirche in Wittenberg und beginnt die protestantische Reformation. Allerdings werden er und andere bekannte Reformatoren, wie Ulrich Zwingli und Johannes Calvin, an der Lehre von der Dreieinigkeit festhalten, ohne sie „ernsthaft zu überprüfen“. 

1553 n. Chr. 
Der Spanier Michael Servetus wird auf Veranlassung Johannes Calvins und anderer protestantischer Pastoren wegen des Vorwurfs Anti-Nicäaner zu sein und wegen seiner unorthodoxen Ansichten in Bezug auf die Trinität auf dem Scheiterhaufen in Genf verbrannt. 

2006 n. Chr. 
Papst Benedikt XVI. hält am 12. September in der Universität von Regensburg eine Rede, in der er die „Enthellenisierung des Christentums, die im Vorrücken ist“ lautstark verdammt. Er lobt die in der Vergangenheit geschehene Verknüpfung des „griechischen Geistes und des christlichen Geistes“, die, wie er sagt, zu einer „gegenseitigen Bereicherung“ geführt hat. Wiederholt gebraucht er mit großem Wohlgefallen die Begriffe Platonismus, Platoniker und Platonisten und zitiert den griechischen Philosophen Sokrates, den er mehrmals anerkennend erwähnt. 

(Hinweis: Die Zeitangaben sind nur ungefähr. Die angegebenen biblischen Ereignisse sind in der Mehrzahl auf der Arbeit von James Ussher gegründet, eine Autorität in Sachen biblischer Zeitrechnung aus dem 17. Jahrhundert.) 

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Quelle: Ehre sei GOTT in der Höhe, Joel W. Hemphill

 

Von den Aposteln bis Nicäa

In der Zeit nach den Aposteln bis zum Konzil von Nizäa ereigneten sich Dinge, welche für die Entwicklung der Trinitätslehre von großer Bedeutung waren. Darüber hat Aleksandar Vuksanovic aus Basel (www.monotheismus.ch) gründlich recherchiert und eine umfangreiche Ausarbeitung geschrieben. Diese steht hier mit freundlicher Genehmigung zum Download zur Verfügung.

Ausführliches Dokument(PDF, 54 Seiten)

 

Über dieses Thema hat er auf der GOTT-ist-EINER-Konferenz 2013 auch einen Vortrag gehalten, der ebenfalls hier abgerufen werden kann

Was geschah nach den Aposteln bis zum Konzil von Nicäa?
Aleksandar Vuksanovic,  mp3,  32 MB,  1h 10 min

 

 

 

Die historischen Wurzeln der Dreieinigkeit

Quelle: www.weltmanager.de/Trinitaet.html

Es ist keineswegs so, wie viele Christen meinen, dass das Dogma der Dreieinigkeit unter Christen unumstritten ist oder jemals war. Ganz im Gegenteil: Unter den zahlreichen Glaubensstreitigkeiten, die die christliche Welt der ersten Jahrhunderte in Bewegung hielten, war eine der wichtigsten der Kampf um die Frage nach dem Wesen Christi und seinem Verhältnis zu Gott dem Vater. Je mehr die Botschaft von Jesus im Römischen Reich Fuß fasste, umso mehr wurde sie mit dem Götzenglauben der Römer konfrontiert (s. 1. Kor. 8:6). Für einen Römer war die Dreiheit Jupiter (als Göttervater), Juno (als dessen Gemahlin) und Minerva (als deren Tochter) wichtig, sie galten als die Haupt- und Schutzgottheiten des römischen Staates. Auch die heidnische, neuplatonische Philosophie dachte sich das Göttliche trinitarisch. Zwar war die Botschaft von einem Gott des neuen Christentums klar – aber wer war dann Jesus, der Sohn Gottes? Ein zweiter Gott, gleich Seinem Vater? Arius, ein gelehrter Presbyter von Alexandrien (256-336 n.Chr.), widersprach dem und lehrte die bis dahin traditionelle Position der Kirche, dass der Gottessohn dem Gottvater untergeordnet (subordiniert) sei und als Mittler zwischen Gott und den Menschen stehe. Mit dieser Kernaussage stand Arius, wie wir gesehen haben, auf der Grundlage der Bibel - zusammen mit allen anderen Kirchenvätern der damaligen Zeit. Justin der Martyrer (133 - ca.163), hielt damals Jesus nicht etwa für "wesensgleich", sondern erkannte ihm nur die "zweite Stelle nach dem unwandelbaren und ewigen Gott, dem Weltschöpfer" zu. Irenäus (ca. 130-200) sagte zu Joh. 14:28 (Der Vater ist größer als ich): "...dass wir von ihm (Christus) lernen, dass der Vater der Allerhöchste ist. ‚Der Vater ist nämlich größer als ich‘. Deswegen also hat unser Herr gelehrt, dass auch hinsichtlich seiner Erkenntnis der Vater allen überlegen ist.“ Zu Eph. 4:6 (ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen) schreibt er: „So ergibt sich ein Gott Vater, der über alles und durch alles und in allem ist. Über allen nämlich ist der Vater, und er selbst ist das Haupt Christi“ (Gegen die Häresien, Buch V, Kapitel 18. 2). Origenes (185-254), ein führender Kirchentheologe, lehrte in gleicher Weise. Tertullian (160-230) ordnete den "Geist" dem "Sohn" genauso unter, wie er diesen dem "Vater" unterordnete
Klemens von Alexandria (ca. 150-215) legte Joh. 17, 3 (Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.) so aus: „Man muss ... die größte und wichtigste der zum ewigen Leben führenden Lehren der Seele einprägen, die in der Erkenntnis besteht, dass der ewige Gott der Geber ewiger Güter und der erste und höchste und der eine und gute Gott ist. Daher ermahnt der Herr den, der nach dem wahren Leben strebt, zuerst den kennen zu lernen, den niemand erkennt als der Sohn und wem es der Sohn offenbart‘ (Matth. 11:27), sodann als zweites nach Gott die Größe des Heilandes ... zu erfassen“.

Novatian (ca. 200-258) sagte zu Joh. 10:30 (Ich und der Vater sind eins.):„Er sagt ferner ‚eins‘, und die Häretiker sollen bedenken, dass er nicht ‚einer‘ sagt. Als Neutrum bezeichnet ‚eins‘ nämlich die Harmonie in einer Gemeinschaft und nicht die Einzigartigkeit der Person ... die Aussage ‚eins‘ jedoch sollte auf den Einklang untereinander und die Übereinstimmung im Denken und die Verbundenheit in der Liebe gehen. Deshalb bilden wirklich Vater und Sohn eine Einheit durch ihre Einmütigkeit und Liebe“ (De Trinitate - Über den dreifaltigen Gott, Kapitel 27).

Dem Urchristentum waren trinitarische Vorstellungen also völlig fremd. Woher sollten sie diese auch kennen? Jesus selbst lehrte keine Trinität, auch Paulus machte völlig gegenteilige Aussagen. Die ersten Christen kannten nur einen Gott, den Vater, dem Sein Sohn untergeordnet war; der Heilige Geist war der Geist Gottes und nicht von ihm zu trennen und somit keine eigene "Person". Die Idee einer christlichen Version bekannter heidnischer trinitarischer Konzepte kam erst später auf:

Der einflussreiche Athanasius (298-373), als Nachfolger des abgesetzten Arius selbst Bischof von Alexandria, vertrat als einer der ersten energisch die Auffassung, dass der Gottessohn genau so groß sein müsse wie der Vater. Daneben gab es aber auch noch Philosophien, die stärker die Einheit betonten und die drei „Personen“ als verschiedene Sichten auf das Gleiche (Modalismus) betrachtet werden sollten, wie die Päpste Vikor I., Zephyrin und Kallist behaupteten. Die Streitereien uferten auch in der Bevölkerung aus und bedrohten die Ruhe im Reich und damit auch die Macht des Kaisers Konstantin. So berief er 325 in Nizäa ein Konzil ein, um die Einheit der Staatskirche mit einem einheitlichem Dogma (später Nizänisches Glaubensbekenntnis genannt) wieder zu erzwingen. Es sollte strittige Fragen über die Göttlichkeit Christi klären und führte das nichtbiblische Wort homousios ein (griechisch: „von der gleichen Substanz - der Begriff entstammte wie andere der katholischen Dogmatik der Lehre der damaligen Gnostiker), das besagte, Christus sei wesensgleich mit Gott. Damit entschied sich das Konzil gegen die Auffassung von der Wesensähnlichkeit Christi mit Gott (homoiousian: „von ähnlicher Substanz”, ebenfalls ein nichtbiblischer, aber der etwas zutreffendere Begriff). Christus war auf einmal "wahrer Gott von wahren Gott" - im Widerspruch zum Neuen Testament und zum Glauben der gesamten Urchristenheit. Damit wurde der Arianismus verworfen und Arius selbst mit zwei Bischöfen verbannt. Auf den Besitz seiner Schriften stand Todesstrafe. Arius wurde schließlich 336 in Konstantinopel vergiftet, nachdem er zuvor rehabilitiert worden war. Der theologische Streit zwischen Katholiken und Arianern tobte noch viele Jahrzehnte lang in beiden Hälften des römischen Reiches - wobei die Katholiken schließlich die Oberhand behielten. Die Arianer wurden verketzert, vertrieben, enteignet und umgebracht. In der östlichen Kirche neigten aber dennoch nach wie vor viele dem Arianismuns zu. Athanasius führte weiter einen wechselvollen Kampf, wurde selbst mehrere Male verbannt und zurückgerufen.

Der kaiserlich diktierte Athaniasmus hatte also keinen Rückhalt im Volk und Klerus mehr, es setzte sich langsam wieder der biblische Arianismus durch und galt um 359 als offizielle Glaubenslehre. Der politisch starke und anthanasisch getaufte römischen Kaiser Theodosius I. (347-395) erzwang jedoch ein neues Konzil in Konstantinopel 381, um das alte Bekenntnis wieder aufleben zu lassen - ergänzt um eine Erklärung zum Heiligen Geist, später bekannt als Nizänokonstantinopolitanum. Der "Heilige Geist" ging fortan nach Vorgabe der Staatskirche aus dem Vater "hervor" (nach der westlichen Kirche zusätzlich auch noch vom Sohn, sog. "Filioque"-Streit) und musste neben dem Vater und Seinem Sohn verherrlicht und angebetet werden, was auch keine biblische Grundlage hat. Die politischen Auswirkungen waren aber beachtlich (worauf es wohl auch ankam), denn mit diesem 2. Ökumenischen Konzil (dem 1. Konzil in Konstantinopel im "Codex Justinianus alias Corpus irius civilis") wurde die Einheit des Glaubens wiederhergestellt und damit die staatsstabilisierende orthodoxe katholische Staatskirche errichtet. Dieser Codex war reichsrechtlich sanktioniert, was bedeutete, dass man bei Widerspruch seine bürgerliche Existenz aufs Spiel setzte.

50 Jahre später wurde in Ephesus (431) Maria zudem als "Muttergottes" (Theotokos, Gottesgebärerin) dogmatisiert. Auch dieses Konzil hat wieder ein Kaiser geleitet: Theodosius II., der gegen den Patriarchen von Konstantinopel, Nestorius, Verbündete suchte, um ihn dann als "ruchlosen" Ketzer verurteilen und vertreiben zu können. Sein Verbrechen: Er hatte vor dem Kult einer "Gottesmutter" gewarnt; Maria könne nur als "Christusgebärerin" (Christotokos) bezeichnet werden. Ein Verbündeter von Theodosius II. ist Kyrill, der Bischof von Alexandria. Er intrigiert geschickt und lässt abstimmen, bevor die Sympathisanten von Nestorius angereist sind. Großzügige Schmiergelder und Geschenke helfen, seine Meinung als Beschluss abzusichern (GEO 01/11). Sachlich hatte Nestorius freilich recht. Denn nach der Bibel ist Jesus nicht Gott, daher hat Maria auch keinen Gott geboren. Die Bezeichnung "Mutter Gottes" suggeriert darüber hinaus, dass Maria größer wäre als Gott oder dass Gott ihr Kind war. Der Kirche jedoch ist ein Geniestreich gelungen: Auch mit einer weiblichen Gottheit kann die Staatskirche nun dienen.
Denn die Ursprünge des Mutterkults sind uralt - und babylonisch: Deren Hauptgöttin Ischtar wurde als "Mutter des Himmels, Königin, Allmächtige" verehrt, schrieb ihrem Sohn ebenfalls göttliche Eigenschaften zu und wurde so als "Muttergottes" verehrt. Der Mutterkult geht von hier in die ganze Welt, nur leicht abgewandelt und mit anderen Namen versehen (Ägypten: Isis und Horus; Phönizien: Astarot und Baal; Griechenland: Aphrodite und Eros; Rom: Venus und Amor). In Ephesus hieß die verehrte Muttergottes "Artemis" (In Apg. 19:34 schreit die Menge: „Groß ist die Artemis der Epheser! Groß ist die Artemis der Epheser!"). Ausgerechnet in diesem Ephesus wurde nun den Menschen mit Segen des Klerus ermöglicht, den heidnischen Gottesmutterkult mit Maria weiter zu betreiben - bis heute.
An Maria-Wallfahrtsorten ist von Christus selten die Rede und selbst Gott scheint in der Volksfrömmigkeit schon unter Maria zu stehen. Der neue Katechismus der katholischen Kirche erklärt mit einem Zitat vom 2. Vatikanischen Konzil: "Schon seit ältester Zeit wird die selige Jungfrau unter dem Titel der ´Gottesgebärerin` verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen." Damit wird die Basis der biblischen Lehre klar verlassen, denn Maria wird in Gottes Wort nie angebetet oder besonders verehrt und es gibt nicht einen Fall, dass sie jemandem auf wunderbare Weise geholfen hätte, und auch keine Verheißung, dass sie das könnte oder täte, schon gar nicht nach ihrem Tod. In der Bibel wird Schutz und Hilfe allein bei Gott bzw. Christus gesucht, verheißen und gefunden. Papst Benedikt XVI. bezeichnet Maria sogar als "Mittlerin und Dolmetscherin, die den Menschen, die Evangelien sowie die Heilsgeschichte näher bringen und verständlicher machen kann". Somit nimmt Maria nach katholischer (Irr-)Lehre also die Stellung Christi ein, der aber nach biblischer Aussage alleiniger Mittler ist (1.Tim. 2:5) - obwohl diese naheliegende Folgerung von offizieller Seite abgewiesen wird. In der Praxis ist es aber so, da entsprechend des Dreieinigkeitsdogmas Jesus zu Gott geworden ist, dass die vakante Stelle des Mittlers nun von Maria besetzt wird. Auch der Begriff "Mittlerin" wird nie in der Bibel für Maria verwendet. 1997 wollten fast fünf Millionen Katholiken aus 157 Ländern, darunter 500 Bischöfe und 42 Kardinäle sogar noch weiter gehen: Diese haben eine Forderung aufgestellt, mit der selbst der sonst so marienfromme Papst Johannes Paul II. Probleme hatte und die dann auch von einer von ihm einberufenen Kommission abgelehnt wurde. Ihnen genügen die vier bisherigen Mariendogmen nicht, die schon allesamt mit der Bibel nichts mehr zu tun hatten. Sie wollen die Jahrhunderte alte geduldete Frömmigkeitspraxis in offizielle Formen gegossen sehen und die vergottete Maria neben Jesus nun auch offiziell noch als „Miterlöserin“ anbeten dürfen. Damit würde sie auf einer Stufe mit dem eigentlichen (und biblisch alleinigen) Erlöser Christus stehen: Aus der ohnehin schon unbiblischen Dreifaltigkeit, der Trinität von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist, würde sogar eine Vierfaltigkeit mit Maria, der Mutter des Gottessohns. Maria würde in der katholischen Lehre von der Mittlerin zur eigenständigen Gottheit aufsteigen, die ältesten Ursprünge der weiblichen Gottheit (Mutter Erde) zögen über die Hintertür der Marienfrömmigkeit in den katholischen Himmel ein (Focus 52/1997). Richtig ist allerdings, und da hat Benedikt XVI. zweifelsfrei Recht, dass es großen Bedarf gibt, den Menschen die Heisgeschichte und die Lehre der Bibel näher zu bringen, denn die katholische Kirche hat hierin kläglich versagt. Besonders kritisch ist zu sehen, dass sie biblische Inhalte mit biblisch klingendem Vokabular bis zur Unkenntlichkeit verdreht hat. Maria kann hier aber nicht helfen, denn sie ist seit Hunderten von Jahren tot.

Mit dem Konzil von Chalcedon 449 wurde zudem die christologische Schlüsselaussage von Augustinus (durch Papst Leo I. dort zitiert) ins Dogmengebäude eingebracht, dass "zwei Naturen in der Person Christi" seien: eine göttliche und eine menschliche. Auch diese danach oft wiederkehrende Behauptung der Schizophrenie Christi findet sich freilich nirgendwo in der Bibel. Mit diesem unbiblischen Dogma wurde aber fortan mühsam versucht, die "Vergottung" Jesu mit der Bibel in Übereinstimmung zu bringen. Der Trick war, dass die zahlreichen Stellen, die deutlich von einer Unterordnung Jesu unter Seinem Vater sprechen, nun lediglich die menschliche "Natur" Jesu betreffen sollen. Ein Dogma wird also praktischerweise durch ein anderes, ebenfalls unbiblisches Dogma gestützt. Inspiriert wurde diese bibelfremden Idee der Doppelnatur wohl durch den ähnlichen Dualismus des Manichäismus-Kultes, dessen Anhänger Augustinus neun Jahre lang war.

Damit waren aber nur die Voraussetzungen geschaffen für das eigentliche Dogma der Dreieinigkeit (3 Personen, 1 Gott), das erst im 6. Jahrhundert erfunden wurde, bekannt geworden als Athanasianisches Glaubensbekenntnis. Das fälschlich Athanasius zugeschriebene Glaubensbekenntnis war mit großer Sicherheit auch das Werk des Augustinus, dem einflußreichsten Menschen der Kirchengeschichte. Die unverholene Drohung mit ewigem Feuer andersdenkenden Bibelauslegern gegenüber, und die Aussage, dass allein die vollständige Übernahme des Bekenntnisses "selig" mache, verdeutlicht die mittlerweile etablierte Machtposition der katholisch-römischen Staatskirche.

Die drei zum Dogma führenden relevanten "Bekenntnisse" haben sich immer weiter von der Bibel entfernt: Während sich viele Ausleger am Nizäum noch an einzelne unbiblische Begriffe gestört (z.B. Wesensgleichheit) hatten, war im Nizänokonstantinopolitanum nun schon eine gesamte Passage unbiblisch (der Heilige Geist soll "Herr" sein und sei genau so zu verehren wie Vater und Sohn). Übertroffen wurde das noch im Athanasium, das alles in einen in sich unbiblischen Rahmen presste: Es war auf einmal von dem unklaren und unbiblischen Begriff "Person" die Rede. Was unterschied "Person" noch vom Begriff "Gott"? Das Trinitätsdogma behauptete doch bei Licht betrachtet, dass drei gleichrangige Götter (verschleiernd als "Personen" bezeichnet) paradoxerweise ein Gott sein sollen. Augustinus irritierte das keineswegs; er meinte gar, Klarheit wäre ein schlechtes Zeichen: "Obwohl Gott sich offenbart, bleibt er doch ein unaussprechliches Geheimnis: ‘Verstündest du ihn, es wäre nicht Gott’." So wurde langsam das Urchristentum aufgelöst und den heidnischen Religionen angenähert. Wir wissen heute, dass das staatlich geförderte „Christentum“ das Heidentum nicht zerstörte, sondern es in sich aufnahm. Warum sollte eine Staatskirche auch das Interesse haben, die Menschen mit den völlig neuen Inhalten der Bibel abzuschrecken, die so anders waren als die Kulte, die ihnen bisher geläufig waren? Wallfahrten und Pilgerreisen, die damals aufkamen, entsprachen daher herkömmlichen Kulten. Die Lichterprozession zu Mariä Lichtmess geht auf einen römischen Sühneumzug, das "Amburbale", zurück. Der aufblühende Heiligen- oder Märtyrerkult hat seine Wurzeln im heidnischen Heroen- und Totenkult. Auch im neuen „Christentum“ tauchte als bewährtes Drohmittel die schon bekannte heidnische "Hölle" auf. Zu allen Zeiten hatten also Gläubige gegen enorme heidnische Einflüsse anzukämpfen, die durch Staatsreligionen verbreitet wurden. Paulus schreibt so zu den Korinthern "So ist jedoch für uns nur Einer Gott, der Vater, aus dem das All ist (und wir sind zu Ihm hingewandt), und nur Einer Herr, Jesus Christus, durch den das All geworden ist (und wir sind es durch Ihn). Aber nicht in allen ist diese Erkenntnis. Denn einige, die bis jetzt an Götzen [=Göttern] gewöhnt waren..." (1. Kor. 8:6). Der junge Timotheus hat von Paulus die Anweisung bekommen: "Verharre in Ephesus, damit du gewisse Leute anweist, nichts anderes zu lehren, noch auf Sagen ... acht zu geben, die vielmehr Streitfragen verursachen" (1. Tim. 1:4) "Die unheiligen Sagen aber verbitte dir!" (1. Tim. 4:7). "Denn es wird eine Frist kommen, wenn Menschen die gesunde Lehre nicht mehr ertragen werden, sondern sich selbst nach eigenen Begierden Lehrer anhäufen, weil ihr Gehör gekitzelt wird; und zwar werden sie das Gehör von der Wahrheit abwenden und sich den Sagen zukehren" (2. Tim. 4:4). Die römischen Christen begrüßten es auch im Fall des Gottesbildes natürlich, wenn schon Bekanntes im neuen christlichen Glauben zum Vorschein kam, umso weniger hatten sie von ihrem heidnischen Glauben aufzugeben. Je mehr "Römer" dazu kamen, desto weniger hatten die Urchristen zu sagen. Auch im Gott der babylonischen Religion waren drei Personen und um die Doktrin der Dreieinigkeit darzustellen, gebrauchten sie das gleichseitige Dreieck, das bekanntermaßen in der römischen Kirche bis heute gebraucht wird. Die Ägypter nutzen ebenfalls das Dreieck für ihre "göttliche Trinität". In Japan verehren die Buddhisten ihren großen Gott Buddha mit drei Köpfen. Im Hinduismus wird die Trinität ("Trimurti") aus den Göttern Brahma (dem Schöpfer), Vishnu (dem Bewahrer) und Shiva (dem Zerstörer) angebetet. Die Vorstellung der Dreieinigkeit war und ist also tief in vielen alten Kulturen verwurzelt. Die Gründer der römischen, "christlichen" Staatsreligion übernahmen auch diese Vorstellung der heidnischen Hauptreligionen und transformierten sie in das Dogmensystem der "christlichen" Kirche, wobei sie die völlig abweichenden Aussagen der Bibel und damit ihre Sonderstellung völlig ignorierten. Lange auf das Volk eingepredigte Kirchendogmen werden zudem selten korrigiert, weil dadurch die eigene Autorität Schaden nehmen würde. Somit erlangen auch bibelferne Lehrsätze der Religionsgemeinschaften im Laufe der Zeit den gleichen oder gar höheren Status als die Bibel selbst. Der biblische Grundgedanke des über allen stehenden Gottvaters (Monotheismus im eigentlichen Sinn) ist aber nach Augustinus nicht untergegangen.
Bei den Germanen spielte dabei der Gote Wulfilas (313-383) eine wichtige Rolle. Mitte des dritten Jahrhunderts wurden seine Vorfahren mütterlicherseits von Goten aus Kappadokien in Kleinasien entführt und auf den Balkan gebracht. Kappadokien war eine Hochburg der Origenisten; dort war z.B. bis 268 der Origenes-Schüler Firmian Bischof. Wulfilas traf während eines Aufenthaltes in Konstantinopel (337) mit Bischof Eusebios von Nikomedien (heute Izmit) zusammen, der sich auf dem Konzil von Nizäa nach anfänglichem Zögern gegen das neue Dogma Konstantins ausgesprochen hatte. Eusebios war Origenes-Anhänger. Wulfilas begründete zunächst die Schriftsprache der Goten und übersetzte dann die gesamte Bibel ins Gotische. Wulfilas, der "Gotenbischof", wurde 383 in Konstantinopel - wie vor ihm Arius - höchstwahrscheinlich vergiftet, als er sich gerade einem Glaubensgespräch mit katholischen Theologen stellen wollte. Doch die Impulse, die er seinen Zeitgenossen gegeben hatte, waren nicht mehr aufzuhalten: Von den Goten aus übernahmen die meisten anderen Germanenstämme - Vandalen, Sueben, Alamannen, Thüringer, Bajuwaren, Langobarden, ansatzweise wohl auch Teile der Franken und Sachsen - das origenistisch geprägte christliche Glaubensverständnis des Wulfilas, ohne Trinität und Höllenlehre.
Zu Beginn des sechsten Jahrhunderts beherrschten arianische Germanenstämme weite Teile Europas. Die Gegenkräfte hatten sich zu diesem Zeitpunkt jedoch längst formiert. Zum einen stachelte der katholische Klerus den byzantinischen Kaiser Justinian (482-565) dazu auf, die arianische "Irrlehre" in einer Art "heiligem Krieg" auszurotten. Seine Truppen vernichteten zuerst (534) das nordafrikanische Vandalenreich, kurz darauf, in einem verheerenden Krieg (535-555), das Reich der Ostgoten in Italien. Während dieses Krieges ließ Justinian die Lehre des Origenes verdammen (543/553). Von Vandalen und Ostgoten verliert sich seitdem jede Spur in der Geschichte; sie waren als Völker ausgelöscht.

Der andere tödliche Angriff kam von Germanen selbst: Die Franken waren der erste Stamm, dessen König Chlodwig um 495 katholisch wurde. Interessant ist dabei die Herkunft dieses Stammes. Bei seiner "Bekehrung" soll seine katholische Frau Chlotilde, eine Burgunderprinzessin, eine starke Rolle gespielt haben. Chlodwig hatte jedoch auch genügend politische Gründe für die Konversion: Chlodwig sicherte sich so bei seiner Eroberung Galliens den Beistand des galloromanischen Klerus. Dieser wieder schützte dadurch seine riesigen Reichtümer vor dem Zugriff der Arianer und unteren Volksschichten.

Die katholischen Merowinger und später Karolinger unterwarfen nacheinander die noch verbliebenen Germanenstämme: Alamannen, Thüringer, Bajuwaren, Langobarden und Sachsen, zum Teil in blutigen Gemetzeln. Arianische Kirchen wurden enteignet, ihre Bischöfe und Anführer vertrieben oder umgebracht. Die ihrer südfranzösischen Besitzungen beraubten und auf Spanien zurückgedrängten Westgoten wurden durch Intrigen im Königshaus an der Führungsspitze ebenfalls katholisiert - und wenig später von den Mauren überrannt.

Aufgrund der rigiden Durchsetzung des Dogmas durch Staat und Kirche wagten es erst wieder lange Zeit später nur Einzelne, ihre Zweifel an dieser Lehre öffentlich zu machen. Ein bekannter Gegner war Michael (Miguel) Servet (Servetus, Serveto), Arzt und Theologe. In Straßburg erschien 1531 sein erstes gegen die Trinität gerichtetes Werk „De trinitatis erroribus“, das freilich von katholischen und protestantischen Theologen abgelehnt wurde. Jesus, so schreibt er, sei zunächst einmal ein Mensch, der freilich an der Substanz des Vater-Gottes teilhatte. Statt - wie im Dogma formuliert - "ewiger Sohn Gottes", soll es nach Servet heißen: "Sohn des ewigen Gottes". Denn seiner Auffassung ist Jesus nicht von Anfang an ewig wie Gott, sondern wurde es erst als Erscheinungsform der göttlichen Substanz. Er tauchte, um der Inquisition zu entgehen, in Frankreich unter und studierte ab 1536 in Paris Medizin. Gleichzeitig hielt er Vorlesungen über Geographie, Astronomie und Astrologie. Später lebte er als Arzt in Vienne am Ufer der Rhone, sein Interesse an theologischen Problemen hielt an. 1553 publizierte er sein opus magnum, die „Christianismi Restitutio“ (Wiederherstellung des Christentums), in dem er u.a. auch die Abschaffung der Kindertaufe forderte. Seine Vision ist die Wiederherstellung des Christentums nach dem Vorbild der urchristlichen Glaubensgemeinschaft. Die Ursünde der Kirche sieht er im ersten Dogma, in der Dreifaltigkeitslehre, durch welche die Gläubigen verpflichtet wurden, "einen dreiköpfigen Zerberus" anzubeten, was völlig unbiblisch sei. Wegen dieser erneuten Angriffe auf die Trinität in diesem Werk wurde Servet aufgrund von Informationen des Genfer Reformators Johannes Calvin (1509 - 1564) durch die katholische Inquisition in Vienne verhaftet. Er entkam und das Urteil der Verbrennung konnte nur an dem Bild des „Ketzers“ vollstreckt werden. Auf seiner geplanten Flucht nach Italien passierte er Genf, wo ihn Calvin am 13. August einkerkern ließ. Dies war wohl vor allem ein politischer Akt, denn Calvins Theokratie war nicht mehr so unangefochten - Calvin hatte einst selbst Bedenken gegen das Konzil von Nicäa und das Trinitätsdogma gehabt, wovon er später aber nichts mehr wissen will. Er will eine ketzerreine Weste haben. Die Anklagepunkte lauteten also: Leugnen der Trinität und der Gottheit Christi sowie Pantheismus. Theologen von vier Schweizer Städten sprachen sich für die Todesstrafe aus, die am 27. Oktober 1553 in Genf durch den Feuertod vollzogen wurde. „Er wurde auf den Scheiterhaufen gehoben, mit einer Kette an den Pfahl gebunden und auf sein Haupt als Leidenskrone ein mit Schwefel bestreuter Laubkranz gedrückt“; unter seinen Arm wird sein Buch geklemmt. Da der Henker halb grünes Holz genommen hatte, dauerte der Todeskampf länger als eine halbe Stunde. Im Oktober 1903, dreihundertfünfzig Jahre nach dieser Hinrichtung, wurde an dem Genfer Verbrennungsort als Zeichen später Reue ein Sühnedenkmal errichtet. Seit seinem Tod auf dem Scheiterhaufen verfolgte allerortens die Inquisition die Antitrinitarier, vor allem in Italien.

Die Verfolgten wichen in den Osten aus, so der Arzt Blandrata (gest. ca. 1585) nach Siebenbürgen, der frühere Kapuziner-Prediger Bernando Ochino nach Böhmen (gest. 1565). Am einflußreichsten war aber der von Antitrinitariern nach Polen gerufene Fausto Sozzini (gest. 1605). Er nahm bewußt die Chancen einer eigenständigen Kirchengründung wahr, die auf unitarischem Glaubensbekenntnis beruhte. Sozzini verfasste auch ihren Katechismus, weswegen die polnischen Antitrinitarier Sozianier genannt wurden. Aufgrund des Codex Theodosianus (von 381!) wurden sie aber reichsgesetzlich verfolgt und flohen in die Ostseegebiete, vor allem aber in die Niederlande und nach England.

Die Ablehnung des Dreifaltigkeitsdogmas war in Italien besonders stark bei den Befürwortern der Erwachsenentaufe, die sich „Täufer“ nannten. Diese „Antitrinitarier“ traten vor allem um 1550 in Venetien organisiert auf. Auch deutsche Täufer wie Sebastian Franck (1499-1542) waren großteils überzeugte Antitrinitarier.

In Siebenbürgen (Rümanien) wurde der junge Fürst Johann Sigismund von seinem antitrinitarischen Leibarzt Giorgio Biandrata angeregt, Franz David (1510–1579) zu seinem Hofprediger zu ernennen. Dieser hatte in Wittenberg studiert, kam als überzeugter Lutheraner nach Siebenbürgen und schloss sich 1559 dem Calvinismus an. 1566 ging er noch weiter und stellte in theologischen Streitgesprächen unter Leitung des Fürsten das Trinitätsdogma in Frage. Es gelang ihm, den Fürsten selbst und einen Teil des Adels von seinen Anschauungen zu überzeugen.
Die Anhänger Franz Davids organisierten sich nun in einer eigenen Kirche, schon 1568 war die Bezeichnung „Unitarier“ gebräuchlich, seit 1600 amtlich und seit 1638 als Selbstbezeichnung. Sie ist eine Umkehrung des Begriffs „Antitrinitarier“ ins Positive und charakterisiert den Glauben der damaligen Unitarier an einen einzigen, ungeteilten, aber personifizierten Gott.
Die neue Kirche wuchs rasch, Cluj (Klausenburg) wurde zu ihrem Zentrum. Fürst Johann Sigismund, erster und einziger unitarischer Regent, starb schon 1571. Sein Nachfolger war ein Katholik, der den konfessionellen Status Quo 1572 durch einen Landtagsbeschluss festschreiben ließ. Religiöse Neuerungen waren in Zukunft unter Strafe gestellt, der Franz David 1579 zum Opfer fiel. In der Folgezeit blieb der 1571 erreichte Rechtsstatus der unitarischen Kirche Siebenbürgens zwar erhalten, tatsächlich war sie jedoch vielfältigen Schikanen ausgesetzt. Erst 1781 erließ Kaiser Joseph II. ein Toleranzedikt. Volle Gleichberechtigung erhielten die siebenbürgischen Unitarier jedoch erst 1848. Seit 1820 standen sie im Kontakt mit den englischen und seit 1831 mit den amerikanischen Unitariern.

Von besonderer Bedeutung ist auch die Entwicklung der englischen Unitarier. Die erste unitarische Gemeinde in London wurde 1774 von Theophilus Lindsey gegründet. Während der Herrschaft von König James I. verbreitete sich der Einfluss des Sozinianismus in England aus, und John Biddle gründete in London eine Gesellschaft der Unitarier. Das Toleranzgesetz von 1689 nahm die Unitarier von der Religionsfreiheit aus und erst 1844 wurden die Anhänger des Unitarismus durch den Dissenter’s Chapel Act gesetzlich gleichgestellt.

In den USA bekannte sich 1785 die kongregationalistische Gemeinde der King’s Chapel in Boston zum Unitarismus. 120 Kongregationskirchen bekannten sich in der Folge zu unitarischen Glaubenslehren (zu der auch die Ablehnung der Erbsündenirrlehre des Augustinus gehört). Die Verfassung der USA, mit ihrer Trennung von Staat und Kirche, wurde auch von einer Reihe von Unitariern (die US-Präsidenten Thomas Jefferson und John Adams waren Unitarier) maßgeblich mitgeprägt.

Auch andere unabhängige Geister, wie die beiden Gelehrten und Wissenschaftler Giordano Bruno (1548-1600) und Sir Isaak Newton (1643-1727) zweifelten an der Richtigkeit der kirchlichen Dreieinigkeits-Lehre. Über Giordano Bruno wird berichtet: "Für den 24-jährigen Giordano Bruno war 1572 das Jahr der Priesterweihe. Bereits Jahre zuvor waren ihm allerdings ernste Zweifel an vielen unverrückbaren Fakten und Dogmen der Kirche gekommen. So war ihm in Neapel der Prozess gemacht worden, da ihm vorgeworfen wurde, diverse Heiligenbilder zu verachten. Giordano Bruno hatte einige religiöse Bilder und Figuren fortgegeben, woraus man seine Geringschätzung dafür ableitete. Tatsächlich hielt er weder von der Marienverehrung noch von Heiligenbildern viel. Auch bereitete ihm die Dreieinigkeit Gottes - Gott Vater, Sohn und der Heilige Geist, die "Trinität" also - seit seiner Jugend unüberwindliche logische Probleme, weshalb er dieses wesentliche Element der christlichen Lehre niemals akzeptieren konnte" (Star Observer, Heft 4/98, Seite 50). Die Folgen derartig selbständigen Denkens ließen nicht lange auf sich warten: Bruno wurde am 7. Februar 1600 auf dem Scheiterhaufen nach siebenjähriger Gefangenschaft verbrannt, nachdem er in die Fänge der Inquisition der katholischen Kirche geraten war.

Der Astronom Carl Sagan schreibt über Sir Isaak Newton: "Außerdem war er bereits früh zu dem Schluss gelangt, der konventionelle christliche Glaube an die Dreieinigkeit sei eine Missdeutung der Heiligen Schrift. ... Er war eher ein jüdischer Monotheist aus der Schule des Maimonides. Zu diesem Schluss war er nicht aufgrund so genannter vernünftiger oder skeptischer Erwägungen gelangt, sondern lediglich durch die Lektüre alter Autoritäten. Er war überzeugt, dass die offenbarten Schriften für die durch spätere Fälschungen entstandenen trinitarischen Doktrinen keinen Anhaltspunkt boten. Aber das war ein Geheimnis, das zu hüten er sich verzweifelt mühte" ("Unser Kosmos" v. Carl Sagan, Bechtermünz-Verlag, Seite 79).

Der Adventismus verwarf das trinitarische Dogma in seinen Anfängen noch als unbiblisch (Brockhaus Konversationslexikon 1892), während die heutigen Vertreter es sich unter dem Anpassungsdruck der Ökumene haben aufzwingen lassen.

Der bekannte evangelische Theologe Karl Barth sah die biblische Basis zu schwach an, um aus der Philosophie der Trinität ein Dogma machen zu können. Er schrieb in "Die Lehre vom Wort Gottes": Es fehlt in der Bibel die ausdrückliche Feststellung, das der Vater, der Sohn und der Heilige Geist gleichen Wesens sind.

Karl-Heinz Ohlig (katholischer Theologieprofessor), schreibt: "Der biblische mono(!)-theistische Glaube erscheint im Lichte der Trinitätslehre mindestens widersprüchlich oder gar in Frage gestellt: Gott und zwei gottähnliche Wesen? Ein verkappter Tritheismus, Dreigötterglaube!? Die christlich-theologischen Deutungen von "Trinität" erscheinen eigentlich immer sehr kompliziert und unverständlich. Sogar ein Karl Barth verliert sich in eine Verlegenheitsformel: Er entwickelt den Begriff "Seinsweisen" (statt "Personen") des einen Gottes. Also auch das Bild des Wassers in drei Formen hilft wenig und bietet einem (oft christlich-theologisch so gewollten) mysterienhaftem Geheimnischarakter der Trinitätslehre freien Raum."

Selbst in der New Chatholic Encyclopedia wird zugegeben: "Die Lehre von der heiligen Dreifaltigkeit wird im AT nicht gelehrt"

Der Jesuit Edmund Fortman schreibt in "The Tribune": Das Alte Testament ... erhält weder die klare Formulierung noch die zwingende Folgerung, dass es einen dreieinigen Gott gibt, der Vater, Sohn und Heilige Geist ist ... Nichts deutet darauf hin, dass irgendeiner der Bibelschreiber eine Dreiheit in Gott auch nur vermutet hätte. Wer im ... (AT) Andeutungen oder Hinweise oder ‚verschleierte Anzeichen bezüglich einer Dreipersönlichkeit sieht, geht über die Worte und die Absicht der Bibelschreiber hinaus. Die Verfasser des Neuen Testaments.. .sagen uns nichts von einer formalen oder formulierten Trinitätslehre, von einer klaren Lehre, dass in einem Gott drei gleich große göttliche Personen sind. Wir finden nirgendwo eine Trinitätslehre von drei voneinander verschiedenen Personen göttlichen Lebens und Wirkens in einer Gottheit.“


In der New Encyclopedia Britannica wird bemerkt: „Weder das Wort Trinität noch die Lehre als solche ist im Neuen Testament zu finden.‘

Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament: „Eine ausgebildete Lehre von der Dreieinigkeit kennt das NT noch nicht.“

E. Washburn Hopkins, Professor an der Yale-Universität schreibt: „Jesus Christus und Paulus wussten offenbar nichts von der Trinitätslehre, jedenfalls erwähnen sie sie nie“ (Origin and Evolution of Religion).

Der Historiker Arthur Weigall schreibt: „Jesus Christus erwähnte nie ein solches Phänomen, und das Wort ‚Dreieinigkeit‘ kommt im ganzen Neuen Testament nirgendwo vor. Die Lehre wurde erst dreihundert Jahre nach dem Tode unseres Herrn in die Kirche aufgenommen“ (The Paganism in our Christianity).
Die Katholische Kirche erklärte: „Unsere Gegner äußern manchmal, dass keine Glaubenslehre dogmatisch gehalten werden solle, welche in der heiligen Schrift nicht deutlich gelehrt wird. Die protestantischen Kirchen haben aber dennoch selbst solche Lehren angenommen, wie die Trinität, für die es keine genaue Autorität in den Evangelien gibt“ (Life Magazin, 30. Oktober 1950).
"Kompendium der Kirchengeschichte" von Karl Heussi: "Das Taufbekenntnis, seine älteste Gestalt war ein Christusbekenntnis, seine spätere Form triadisch (S. 39). Das Neue Testament kennt keine eigentlich trinitarischen Aussagen. Das Trinitätsdogma bildete sich seit etwa 200“ (18. Auflage, S. 69).

NAI (Nachrichten aus Israel, Zeitschrift): „Es gibt Gelehrte, die in "Taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matth. 28, 19) einen späteren Zusatz sehen. Die Anerkennung dieses Verses als späteren trinitarischen Zusatz lässt den Sachverhalt, dass es sich um einen authentischen Vers handelt als absolut unmöglich erscheinen. In der Apostelgeschichte finden wir nur die Taufe auf den Namen Jesu (z.B. Apg. 38, ebenso in Römer 6, 3)“ (Zitat aus dem Artikel "Im Namen des Sohnes", 10/2002).

Herder - Bibel 1965: „Einführungen und Anmerkungen zu Matth. 28, 16-20: „Die trinitarische Taufformel hat sich in der frühen Kirche aus der einfachen Formel "auf den Namen Jesu" entwickelt.“

Peter Gerlitz schreibt in "Hintergrund der Lehre vom dreifaltigen Wesen Gottes" zum religionsgeschichtlicher Vergleich mit der christlichen Trinitätslehre:
Die Geschichte der Trinität ist in ihren Anfängen zunächst Christologie. Daher ist auch der trinitarische Gottesbegriff als solcher im Urchristentum nicht nachweisbar. Außer dem - gegen Ende des 4. Jahrhunderts bei spanischen und afrikanischen Kirchenvätern auftauchenden Comma Johanneum (1. Joh. 5:7) - galt jahrhundertelang der Taufbefehl Matth. 28:19 als ältestes trinitarisches Zeugnis. Aber schon die Aufklärung hat gegen seine Echtheit Bedenken erhoben. Vollends hat F. Cony-Beare nachgewiesen, dass Eusebius in den vor dem Nicänischen Konzil verfassten Schriften nie den vollen Wortlaut des Taufbefehls zitiert, sondern immer nur „Auf den Namen Jesu“. Möglicherweise findet sich diese Textform auch bei Justin, Dial.c. Tryphone 39 und 53 2); desgleichen vermutet Cony-Beare, dass auch Origenes den trinitarischen Taufbefehl nicht kannte‘ (Doktorarbeit, 1963).

B. M. Metzger schreibt in dem 1966 erschienenen Buch "Der Text des neuen Testaments/Einführung in die neutestamentliche Textkritik III, Die vorkritische Periode" zum Fälschungsversuch "Comma Johanneum". Das Comma Johanneum ist ein Textvariante von 1.Joh 5:7, die die Trinitätslehre stützen sollte. Statt "Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen, der Geist, das Wasser und das Blut" (wie es heute üblicherweise in den Übersetzungen zu finden ist), fand sich angeblich in einigen Handschriften die Version "Der Vater, das Wort und der Heilige Geist; und die drei sind eins und drei sind die auf Erden Zeugnis geben". Metzer schrieb dazu, dass Erasmus in seiner Bibelausgabe für diese Version keine Anhaltspunkte fand und sie deshalb nicht verwendete, aber dafür von Trinitarieren, wie Stunica, Kritik einstecken musste. Erasmus erwiderte, dass er keine Handschrift gefunden hätte, die diese Worte enthielt, obwohl er in der Zwischenzeit verschiedene andere überprüft hätte außer denen, auf die er sich verlassen hatte, als er zum ersten Male seinen Text besorgte. In einem unbedachten Augenblick versprach Erasmus aber, es in späteren Auflagen in seinen Text einzufügen, wenn man auch nur eine einzige griechische Handschrift fände, die diese Stelle enthielte. Schließlich fand man eine solche Handschrift oder fertigte sie auf Bestellung an. Wie es jetzt scheint, wurde die griechische Handschrift wahrscheinlich in Oxford um 1520 von einem Franziskanerbruder namens Froy (oder Roy) geschrieben, der die umstrittenen Worte aus der Vulgata entnahm. Erasmus stand zu seinem Versprechen und fügte die Stelle in seiner dritten Auflage ein (1522); in einer umfangreichen Fußnote äußert er jedoch seinen Verdacht, die Handschrift wäre eigens dazu hergestellt worden, ihn zu widerlegen.
Unter den Tausenden von griechischen Handschriften, die seit der Zeit des Erasmus überprüft wurden, gibt es nur drei weitere, die diese unechte Stelle enthalten. Es sind dies die Minuskel 88 (Gregory), eine Handschrift aus dem 12. Jahrhundert, in der das Comma Johanneum in einer Schrift des 17. Jahrhunderts am Rande eingetragen ist; weiter w 110 (Tischendorf), eine handschriftliche Kopie des Textes der complutensischen Polyglotte; ferner die Minuskel 629, die aus dem 15. Jahrhundert datiert. Das älteste bekannte Zitat des Comma steht in einem Traktat aus dem 4. Jahrhundert (Liberapologeticus) Ko 4), das entweder Priscillian oder seinem Schüler, dem spanischen Bischof lnstantius, zuzuschreiben ist. Das Comma war ursprünglich wahrscheinlich Bestandteil einer allegorischen Auslegung der »drei Zeugen« im Text und mag als Randbemerkung in einer lateinischen Handschrift des 1. Johannesbriefes gestanden haben, von wo es noch im 5. Jahrhundert in die altlateinische Bibel kam. Die Stelle erscheint erst etwa 800 n. Chr. in Handschriften der Vulgata. Im Blick auf seine Einfügung in den Text der Clementina von 1592 erließ das Heilige Offizium in Rom, der höchste kirchliche Gerichtshof, im Jahre 1897 einen verbindlichen Erlass, der von Papst Leo XIII gebilligt und bestätigt wurde, dass es gefährlich sei zu behaupten, dieser Vers sei kein authentischer Teil des 1. Johannesbriefes. 1927 hat allerdings das Heilige Offizium erklärt, dass sein Dekret nicht darauf abziele, katholische Forscher daran zu hindern, die Materie eingehend zu untersuchen oder eine Meinung zu vertreten, die der Authentizität der Stelle entgegen steht - vorausgesetzt, dass sie sich bereit erklären, sich dem Urteil der Kirche anzuschließen.
Viele moderne katholische Exegeten sind zu der Ansicht gelangt, dass das Comma nicht zum griechischen Neuen Testament gehört. So bieten beispielsweise die vier zweisprachigen Ausgaben von Bover, Merk, Nolli, und Vogels die Worte als Bestandteil des vom Konzil zu Trient gebilligten Textes der Vulgata, lassen sie aber im gegenüberliegenden griechischen Text aus“ (entnommen aus: PINWAND 1/2004 — leicht gekürzt).

Eine Text-Überprüfung von Schlachters Bibelübersetzung aus dem Jahr 1905 (bis 1922 in mindestens sechzehn Auflagen erschienen) bezüglich des „Comma Johanneum" hat ergeben, dass darin der unechte Text in 1. Joh. 5:7f nicht zu finden ist. Umso erstaunlicher ist es, dass der fragwürdige Text in der Neuauflage der revidierten Schlachter-Bibel im Jahr 2000 plötzlich auftaucht. Zumindest gibt man im Anhang in der neuen revidierten Fassung Version 2000 auf S. 1354 zu: „1. Johannes 5, 7-8 (das so genannte «Comma Johanneum«):
"(7) Denn drei sind es die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins, (8) und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein. Die fettgedruckten Worte fehlen im Mehrheitstext.“
Man hat leider vergessen, hinzuzufügen, dass das „Comma Johanneum“ auch in Schlachters eigener Übersetzung nicht enthalten war. Franz Eugen Schlachter würde sich sicher - wie einst Dr. Martin Luther - dagegen verwahren, dass spätere Generationen unechte Texte in seine Übersetzung einfügen.

Um die „Echtheit des Comma Johanneum“ zu „bestätigen" hat man scheinbar schon damals im gleichen Kapitel im Vers 20 durch entsprechende „Übersetzung" einen zusätzlichen „Paralleltext" geschaffen. Mit einiger Bibelkenntnis kann man mit mehreren Bibeltexten, besonders aber durch Jesu eigene Bestätigung, jedoch erkennen, wer der "wahrhaftige Gott" ist (Joh. 7:28-30a; Joh. 17:3; 1.Tim. 6:15f), nämlich der Vater. Am Ende seines göttlich inspirierten Briefes (1. Joh.5:21) hat Johannes im Auftrag Gottes vor den Abgöttern gewarnt.

John Robinson, ein anglikanischer Bischof, schreibt: „In der Praxis der kirchlichen Predigt und Lehre herrscht eine supranaturalistische Auffassung von Jesus vor, die nicht neutestamentlich ist. Dort heißt es, dass Jesus wirklicher Gott war, und dass deshalb die beiden Begriffe Gott und Christus austauschbar sind. Doch das ist nicht biblisch. Im Neuen Testament heißt es, dass Jesus das Wort Gottes war, dass Gott in Christus war und dass Jesus der Sohn Gottes ist.
"Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus erkennen“ (Joh. 17:3)
Johannes 1:1 wird meist übersetzt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ Bei dem Versteil „Gott war das Wort“ fehlt jedoch im griechischen Urtext vor dem Wort für „Gott“ der bestimmte Artikel (Gott - bzw. „dem“ Gott).
In dem vorangehenden Versteil „das Wort war bei (dem) Gott“ hingegen steht vor dem Wort „Gott“ der bestimmte Artikel. Darum können die beiden Wörter wohl kaum die gleiche Bedeutung haben.“

In der "Geschichte der religiösen Ideen" von Mircea Eliade (Herder/Freiburg 1978) berichtet die Autorin, dass in den heidnischen Religionen Götter-Dreiheiten oder ein Göttertrio bzw. eine Trias verehrt und angebetet wurden. „Nennen wir auch die vielleicht ältesten Dreiheiten, die sumerischen, akkadischen, kanaanäischen, phönizischen, ägyptischen, skandinavischen und germanischen.
Die Sumerer hatten eine Dreiheit von Astralgottheiten, bestehend aus Nanna-Sin (Mond), Utru (Sonne) und Inanna, der Göttin des Sterns Venus und der Liebe. Diese Astraldreiheit war der Dreiheit der Hochgötter untergeordnet, bestehend aus Ann, Enlil und Enki (an = Himmel). Ann muss der Gottkönig gewesen sein. Aktiver sind Enlil, der Gott der Luft (auch der „Große Berg“ genannt) und Enki (,‚Herr der Erde“). In der Vielzahl ihrer Götter hatten die Phönizier auch eine familiäre Dreiheit, bestehend aus Baal (der Herr), dem Gott des Gewitters und Donners, seiner Frau Astarte und ihrem Sohn Adonis, welcher stirbt und wieder geboren wird. Die ägyptische Dreiheit bestand aus dem Gott Ptah, dem Schöpfer der Welt, der Göttin Sehemet in Gestalt einer Löwin und deren Sohn Nefertum. Später wurde bei den Ägyptern in Heliopolis eine neue Dreiheit entstehen - Harahte, die Morgensonne, Re, die Mittagssonne, und Atum, die untergehende Sonne. In der skandinavischen Mythologie dominierten das Oberhaupt der Gottheiten Odin, dann der Sieger Thor und der Beschützer der Fruchtbarkeit Freyr. Die alten Germanen hatten zwei Göttergruppen; Tyr, Odin und Thor sowie Njördhr, Freyr und Freyja. Unter den höheren römischen Göttern sind drei die höchsten: Jupiter, Mars und Quirinus. Unter der etruskischen Herrschaft wird sie durch die Trias Jupiter, Juno und Minerva ersetzt. 496 v. Chr. wurde einer neuen Trias ein Tempel errichtet: Ceres, Liber und Libera. Aber sehr bald schon wurde die Trias Ceres, Liber und Libera von dem Trio Demeter, Dionysos (Bacchus) und Persephone (Proserpina) assimiliert“ (Auszug).

Die Grundlage und Bedingung für alle Kirchen, die Mitglieder oder Gastmitglied in der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) oder Ökumene sind oder werden möchten, ist die Übernahme des Dreieinigkeitdogmas. Dazu die ACK in der „Erklärung zur 1600-Jahr-Feier des Glaubensbekenntnisses von Nizäa-Konstantinopel (1981):
"Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen .. . und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, ... Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott... Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht...". Dieses Bekenntnis zum dreieinigen Gott ist das einzige ökumenische Glaubensbekenntnis, das die östliche und westliche, die römisch-katholische und die reformatorische Christenheit durch alle Trennungen hindurch verbindet. Diese gemeinsam bezeugte Wahrheit des Evangeliums zeigt, dass die Trennung unserer Kirche nicht bis in die Wurzel gegangen ist. Die Gemeinsamkeit im Bekenntnis zum dreieinigen Gott ist unaufgebbare Bedingung für die Einheit der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche (ACK-Faltblatt 1995).

Warum lassen wir uns aber immer noch das Gottesbild vom Theologiebetrieb vorschreiben?
Zusammen mit der Höllenlehre hat die Dreieinigkeitslehre eine verhängnisvolle Wirkung in der sogenannten Christenheit entfaltet. Während die Höllenlehre aus dem barmherzigen und allmächtigen Gott der Bibel einen ohnmächtigen und hartherzigen Rächer macht, verbirgt die Trinitätslehre den einen Gott hinter einem wirren Dogmennebel. Eine persönliche Beziehung zu dem liebenden, gnädigen Gott wird somit wesentlich erschwert. Sie sind zumindest die gravierensten Irrwege der "Theologie"-geschichte und mögen einige der Ursachen sein für die schon lange zu beobachtende Kirchenflucht - gerade von Menschen, die wirklich Gott suchen und ihn in den Kirchen verständlicherweise oft nicht finden können.
Es bleibt nur, sich vom Theologiebetrieb zu befreien und wieder die Bibel zum Maßstab zu nehmen.

A.F.Germer

Plotin und die Trinität

Geschrieben von: Aleksandar Vuksanović

Plotin (204 - 270) ist der Begründer des Neoplatonismus und der letzte große Philosoph der Antike.

Welche Rolle spielte Plotin bei der Bildung des Trinitätsdogmas?

Leben

Plotin besaß das Bürgerrecht Roms und er gehörte der Oberschicht an. Mit 28 Jahren wandte sich Plotin der Philosophie zu. Er besuchte die Vorlesungen der berühmtesten Lehrer in Alexandria, der damals bedeutendsten Bildungsstätte der Welt. Unzufrieden mit den Lehren, fand er zu Ammonius und blieb volle elf Jahre bei ihm [1]. Ammonius war Platoniker, was den weiteren Werdegang Plotins bestimmen würde [2]. Im Jahre 243 verließ Plotin Alexandria und schloss sich dem Perserfeldzug an, um die Philosophie der Perser und Inder kennenzulernen [3]. Später eröffnete Plotin eine Philosophenschule in Rom [4]. Nach zehnjähriger Lehrtätigkeit begann er mit der Abfassung seiner Schriften im Jahre 253 [5]. Plotin lebte in sehr unruhigen Zeiten. Von den 16 Kaisern, die zu Plotins Lebzeiten regierten, wurden 14 ermordet. Plotin hatte in Rom zahlreiche Hörer. Es bestand ein großes Interesse an griechischer Philosophie. Sein gesellschaftliches Ansehen war so groß, daß er während der 26 Jahre in Rom sogar als Schlichter in politischen Streitigkeiten angerufen wurde [6]. Plotins letzte Worte vor seinem Tod waren, er wolle versuchen, das Göttliche in uns hinaufzunehmen zum Göttlichen im All [7]. In Delphi wurde ein Orakel des Apollon über Plotin eingeholt [8]. Das Orakel stellte den göttlichen Plotin in einer Reihe mit Platon und Phytagoras [9]. Die vom Leib befreite Seele ist nun kein Mensch mehr, sondern ein seliger Geist, ein Daimon [10].

Werke

Bis zum Alter von 49 Jahren lehrte Plotin nur mündlich. Danach schrieb er bis zu seinem Tod im Alter von 66 Jahren sehr viel. Seine Werke wurden von Porphyrios geordnet und herausgegeben. Dank der professionellen Sorgfalt sind alle Schriften Plotins erhalten, was für die Überlieferungssituation der Antike sehr selten ist. Im Jahre 301 gab Porphyrios diese thematisch geordneten Schriften unten dem Titel Enneaden heraus. Der Arzt und Schüler Plotins Eustochios hatte eine eigene Ausgabe der Schriften. Längere Zitate finden sich in der Praeparatio evangelica des Kirchenvaters Eusebios von Cäsarea [11]. Eine der interessantesten Werke im Zusammenhang mit der Thematik dieser Webseite dürfte die Schrift sein mit dem Titel: Über die drei ursprünglichen Hypostasen (Enneaden V 1).

Philosophisches System

Plotin unterscheidet die übergeordnete, rein geistige Welt und eine untergeordnete, sinnlich wahrnehmbare Welt. Der übergeordnete Teil der Gesamtwirklichkeit gliedert sich in drei Bereiche: das Eine, den Geist (nous / nus) und das Seelische (Weltseele / andere Seelen). Die sinnlich wahrnehmbare Welt ist das Ergebnis einer Einwirkung aus der geistigen Welt auf die formlose Urmaterie, in der dadurch die Gestalten der verschiedenen Sinnesobjekte in Erscheinung treten.

Alles Seiende ist durch das Eine seiend, sowohl das, was ursprünglich seiend ist, als auch das, was irgendwie zu dem Seienden gezählt wird. Denn was sollte es auch sein, wenn es nicht Eins wäre? Da ja jenes, des Einen beraubt, nicht ist was es genannt wird. (Enneaden VI 9,1-4) [12]

Das Eine ist weder seiend noch nichtseiend, sondern überseiend. Das Eine als Erstes ist nie isoliert oder abstrakt in sich selbst zu denken, sondern immer in Relation zu und mit dem anderen. Beierwaltes sieht in dem christlichen Begriff der Trinität einen Spezial- und Extremfall. Das Verhältnis von Einheit und Dreiheit, die nicht als Zahlenbegriffe zu denken sind, ist das philosophische Fundament des theologischen Gedankens. Ein wichtiger Unterschied zur platonischen Tradition ist die Intensivierung des Einheitsgedankens. Das Denken des Einen ist das zentrale Motiv neuplatonischen Philosophierens. [13]

In der Hierarchie folgt auf das Eine der Geist. Der Geist geht aus dem Einen hervor, ohne daß das Eine davon betroffen wäre und sich verändern würde. Das Nous ist das Abbild des Einen. Es entsteht, weil das Eine, auf der Suche nach sich selbst, schauend ist. Das Erkennende und das Erkannte sind eins. Bei Gott, den sich Plotin, wie Plato analog zur Sonne vorstellten, ist der Lichtspender und das erleuchtete dasselbe. Dieses Reich der Ideen, welches nicht sinnlich ist, hat für Plotin etwas Göttliches [14].

Als drittes folgt die Seele. So wie die einheitliche Fülle des Seins das Bild des Absoluten ist, so ist die Seele das Bild des Geistes. Auch dieser Bereich ist nicht sinnlich wahrnehmbar. Das Seelische bildet den untersten Bereich der rein geistigen Welt. Das Ziel des Menschen ist nun jenes Licht der Seele zu schauen, welches des Menschen mit Gott vereint. Dazu muß der Mensch aus seinem Leibe heraustreten. Sie führt über alles Denken und Bewusstsein hinaus zu einem Zustand des bewusstlosen, ekstatischen Eins-Seins mit Gott. Solche mystischen Erlebnisse hatte Plotin:

Oft wenn ich aus dem Schlummer des Leibes zu mir selbst erwache und aus der Außenwelt heraustretend bei mir selber Einkehr halte, schaue ich eine wundersame Schönheit: ich glaube dann am festesten an meine Zugehörigkeit zu einer bessern und höheren Welt, wirke kräftig in mir das herrlichste Leben und bin mit der Gottheit eins geworden, ich bin dadurch, daß ich in sie hineinversetzt worden, zu jener Lebensenergie gelangt und habe mich über alles andere Intelligible emporgeschwungen; steige ich dann nach diesem Verweilen in der Gottheit zur Verstandesthätigkeit aus der Vernunftanschauung herab, so frage ich mich, wie es zuging, daß ich jetzt herabsteige und daß überhaupt einmal meine Seele in den Körper eingetreten ist, obwohl sie doch das war als was sie sich trotz ihres Aufenthaltes im Körper, an und für sich betrachtet, offenbarte. (Enneaden V,8,1) [15] (Meine Hervorhebung)

Plotin teilt die Auffassung Platons, daß das Ziel des menschlichen Lebens darin besteht, sich Gott anzugleichen (homoíōsis theō). Der Mensch soll zunehmend Geist werden, durch intellektuelle und moralische Vervollkommnung. Da der Geist als Inbegriff der Ideen und der Seinsfülle Gott ist, bedeutet eine solche Geistwerdung zugleich ein Göttlichwerden [16]. Boethius betont, daß durch Erreichen der Glückseligkeit, der Mensch zu Gott werden kann. Wahres Glück besteht im Eintreten in dieses höchste Gut. Wer es erfasst, wird selbst zu Gott, Gott durch Teilhabe (Substanz Gottes): Omnis igitur beatus Deus. [17]

Hans Joachim Störig schreibt über Plotins Gottesbild folgendes:

... denn er ist in sich vollendet und ruhend. das heißt, die Welt kann nicht durch einen Willensakt Gottes geschaffen werden. Wie aber dann? Das höchste Wesen strömt gleichsam über und seine Überfülle schafft das andere (Enn V,2,1). Wie die Sonne (so glaubt man) Wärme ausstrahlt, ohne dadurch von ihrer Substanz etwas zu verlieren, so strahlt das höchste Wesen, als einen Abglanz oder Schatten seiner selbst gleichsam, alles Bestehende aus. Diese Ausstrahlung (Emanation) geschieht stufenweise. Es gibt eine Rangordnung der verschiedenen Seins-sphären je nach ihrer Nähe zu Gott. Die erste Ausstrahlung - aber nicht in zeitlicher Folge, sondern nur dem Range nach, alles ist ein zeitloser Prozess - ist der Geist. Der göttliche Geist ist also - wie bei Philon - nicht Gott selbst. Dieser steht noch jenseits von ihm. Der Geist ist der Inbegriff aller im Sinne Platons verstandenen Ideen. Die nächste Ausstrahlung ist die Weltseele, die Welt des Physischen. Zwischen dieser und der Welt der Materie, die als unvollkommenste, von Gott am weitesten entfernteste Erscheinungsform des Göttlichen, ja als das schlechthin Finstere und Böse hingestellt wird, stehen als weitere Zwischenglieder die Einzelseelen. Das Verhältnis der individuellen Seelen zur Weltseele beschreibt Plotin in einer Weise, die sehr an die indische Brahman-Atman-Lehre erinnert. [18]

Plotin war fest davon überzeugt, daß die Gestirne gottähnliche Wesen verkörpern und unendlich viel höher stehen, als der Mensch (Enneaden II,9,5). In seinem Weltbild kam auch eine Art Reinkarnation vor. Verlässt eine sündige Seele den Körper, so muß sie in einen anderen Körper eingehen. Wenn man in diesem Leben z.B. seine Mutter umgebracht hat, ist man im nächsten Leben eine Frau, die von ihrem Sohne ermordet wird (Enneaden III,2,13). Die Seele ist weder Materie noch Form eines materiellen Körpers, sondern Wesen. Die Seele ist zudem unsterblich, weil die Ideen ewig sind.

Der GOTT der Bibel

Der Kirchenvater Tertullian schreibt:

Was hat also Athen mit Jerusalem zu schaffen, was die Akademie mit der Kirche, was die Häretiker mit den Christen?

(Die Prozesseinreden gegen die Häretiker, Kap. 7).

Paulus schreibt:

Wo ist der Weise? wo der Schriftgelehrte? wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; weil ja sowohl Juden Zeichen fordern, als auch Griechen Weisheit suchen; wir aber predigen Christum als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis, und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als Griechen, Christum, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen. Denn sehet eure Berufung, Brüder, daß es nicht viele Weise nach dem Fleische, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind; sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, auf daß er die Weisen zu Schanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, auf daß er das Starke zu Schanden mache; (1Kor 1,20-27 Elb)

Der GOTT der Bibel ist

• ein allmächtiger Schöpfergott

• ist eine Person mit einem Namen und heißt JHWH

• schuf das Universum und die Schöpfung durch seinen Willen

• ist ein gnädiger, erlösender und persönlicher GOTT

• ein sich offenbarender GOTT

• der alleinige Schöpfer und alles andere gehört zu seiner Schöpfung

• einzigartig und nichts kommt ihm gleich.

Schlussfolgerung

Mit dem Aufstieg der römischen Kaiser Konstantin und Theodosius wurde unter Vorlage der Trinität Plotins (Eins, Geist, Seele) eine kirchliche Trinität geschaffen. Der Vergleich mit der christlichen Trinität drängt sich formlich auf. Es ist nur ein kleiner Schritt mit wenigen Anpassungen. Plotins Schriften waren dem Klerus der damaligen Zeit bekannt. Sie waren überwiegend Platoniker. Es ist nicht erstaunlich, daß sich Orthodoxe, wie Arianer aus der Werkzeugkiste Plotins bedienten um ihre Sicht über Gott darzulegen. Daher ist auch die Antwort einfach, wer von beiden Parteien in der Hochburg der Philosophie Alexandria recht hatte: Keine der beiden Parteien! Dieses ganze Theater über Substanz oder Nicht-Substanz ist eigentlich ein Nebenschauplatz der Philosophen mit christlichem Anstrich. Mit dem Monotheismus des Alten und Neuen Testamentes hat das nichts zu tun. Nicht wenige Christen sehen es als göttliche Fügung, daß die Athanasier den Streit gewonnen haben. Ein kurzer Blick auf die Taten Konstantins und Theodosius würde vielleicht zu einer etwas weniger naiven Haltung führen.

Es ist kein Zufall, daß wir Begriffe wie Substanz oder Hypostase bei Plotin finden. Er hat diese Begriffe in sein System einfließen lassen. Es ist eine interessante Tatsache, daß ca. 25 Jahre vor dem ersten ökumenischen Konzil in Nicäa die Enneaden Plotins von Porphyrios herausgegeben wurden. Für Plotin existiert kein persönlicher oder handelnder Gott. Alles ist eins und wir Menschen können eins sein mit Gott. Spätestens hier sollte der christliche Leser hellhörig werden. Der Versucher bot Adam und Eva Göttlichkeit an (1Mo 3,5). Sie griffen nach der Herrlichkeit Gottes und wollten diese rauben, im Gegensatz zu Jesus (Phil 2,6). Der Rest der Geschichte ist bekannt. Im System Plotins passiert etwas Ähnliches. Durch Tugendhaftigkeit kann der Mensch zu Gott werden. In diesem System braucht es keinen Messias. Der Mensch wird durch eigene Kraft, Gottes teilhaftig. Sein Gottesbild hat markante pantheistische Züge.

Für Pythagoras, Platon und Plotin hat die zweite Person, der Geist (nous), etwas göttliches. Während die Erste Person eher ruhend ist (stoisch), wird der zweiten Person Aktivität zuerkannt. Der Intellekt (nous) bei Plotin ist der Erzeuger des Universums, wie der Demirurg bei Platon im Timaios. [19] Dies führte dazu, den Jesus der Bibel mit dem Logos der Philosophie als Schöpfer des Universums gleichzusetzen. Weil das Reich der Ideen ewig ist, finden wir hier auch den Ursprung der realen Präexistenz des Messias. Die traditionellen Kirchen haben den Mittler Jesus in die Trinität übertragen. Aus dem menschlichen und sündlosen Messias ist das zweite Drittel der Dreifaltigkeit geworden. Im Glaubensbekenntnis von Nicäa steht, daß Jesus Licht von Licht ist. In den Enneaden Plotins finden wir die gleiche Formulierung (Enn V,8,4). Die Seele oder Weltseele bildet die dritte Person. Der Kirchenvater Origenes (185-254) war ein Zeitgenosse Plotins und hatte den gleichen philosophischen Lehrer. Origenes stimmt mit Plotin über die Reihenfolge der Drei überein.

Der britische Philosoph und Nobelpreisträger in Literatur Bertrand Russel schreibt über die Trinität Plotins:

Die Metaphysik geht von einer Heiligen Dreifaltigkeit aus, dem Einen, dem Geist und der Seele. Diese drei sind nicht gleichwertig wie die Gestalten der christlichen Dreifaltigkeit; das Eine steht am höchsten, dann kommt der Geist und zuletzt die Seele. [20]

Beierwaltes fragt, was wäre die christliche Trinitätslehre ohne die ihr zugrunde liegende philosophische Reflexion? [21] Die Antwort gibt der ehemalige Cambridge Profeßor William Ralph Inge. Es sein völlig unmöglich den Platonismus aus dem Christentum herauszulösen, ohne es in Stücke zu zerreißen. [22] Der Patristiker Prof. Kraft gibt offen zu, daß die Trinitätslehre eine ausschließliche Leistung des griechischen Geistes ist, speziell der platonischen Philosophie. Weiter schreibt er: den Versuch die Trinitätslehre zu entfernen würde das Christentum im innersten Kern seines Wesens zerstören. [23] Der Kirchenhistoriker Ernst Benz bestätigt den hohen Anteil des griechischen Geistes an der Entwicklung des Dogmas und legt sogar großen Wert darauf, diese besondere Leistung des hellenistischen Geistes hervorzuheben. Die Göttlichkeit Jesu hat sich vor allem in der alexandrinischen Theologie durchgesetzt. [24]

Plotins theologisches System ist zweifellos beeindruckend. Die Übereinstimmung der plotinischen und kirchlichen Trinitätslehre ist kein Zufall. Die Wegbereiter dieser Lehre sind Philosophen, die den unzulänglichen Erklärungsversuchen der damaligen Kirchenväter als Pate standen. Doch die christliche Theologie sollte sich über ein so zentrales biblisches Thema im Klaren sein, ob der Geist Athens mehr hilft oder schadet den GOTT der Bibel zu beschreiben. Würde die Entfernung der Trinitätslehre das Christentum zerstören oder kämen wir dem Urchristentum einen wesentlichen Schritt näher? Besonders die Vertreter aus der Hochburg der Philosophie Alexandria haben sich hier verdient gemacht. Ohne die tatkräftige Unterstützung Platons, Philos, Plotins und Porphyrios und vieler anderer Philosophen gäbe es gar keine kirchliche Trinitätslehre. Das Christentum hat durch seinen Ausschließlichkeitsanspruch und der Hilfe verschiedener Mächtiger in der Welt das Heidentum besiegt. Doch das Heidentum hat das Christentum infiziert. An einem Gegenmittel scheint das traditionelle Christentum nicht interessiert zu sein.

[1] Porphyrios: Vita Plotini 3,7

[2] Porphyrios: Vita Plotini 3,14

[3] Porphyrios: Vita Plotini 3,16

[4] Porphyrios: Vita Plotini 3,32

[5] Porphyrios: Vita Plotini 4,10

[6] Porphyrios: Vita Plotini 9,20

[7] Porphyrios: Vita Plotini 2,26

[8] Porphyrios: Vita Plotini 22

[9] Porphyrios: Vita Plotini 22,54

[10] Porphyrios: Vita Plotini 22,23

[11] http://www.preteristarchive.com/ChurchHistory/0312_eusebius_proof.html

[12] H.-F. Müller: Plotin: Die Enneaden. Band 2,436

[13] W. Beierwaltes: Denken des Einen. Studien zur Neoplatonischen Philosophie und ihrer Wirkungsgeschichte 9-11

[14] B. Russel: Philosophie des Abendlandes 306-307

[15] H.-F. Müller: Plotin: Die Enneaden. Band 2,202

[16] J. Halfwassen: Plotin und der Neoplatonismus 19

[17] Boethius: Trost der Philosopie 87,100,152

[18] H.-J. Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie 229

[19] A. Kenny: Geschichte der abendländischen Philosophie, Band 1 Antike 325

[20] B. Russel: Philosophie des Abendlandes 306

[21] W. Beierwaltes: Platonismus im Christentum 9

[22] W.-R. Inge: The Philosophy of Plotinus, Volume I,14

[23] H. Kraft: Die Kirchenväter XIV

[24] E. Benz: Geist und Leben der Ostkirche 38,53

Wie wurde die Trinitätslehre zum "Grundpfeiler christlichen Glaubens"?

(Geschrieben von Wolfgang Schneider, www.bibelcenter.de)

Wenn man mit Christen und andern die Trinitätslehre erörtert und biblische Argumente ausgetauscht wurden und eigentlich vom Standpunkt der Logik und Vernunft klar geworden ist, dass es sich bei der Trinitätslehre nicht um eine in der Schrift offenbarte Wahrheit handelt, wird zumeist von Vertretern dieses trinitarischen Dogmas vorgebracht, dass diese Lehre immerhin über viele Jahrhunderte ein, ja sogar "der Grundpfeiler der christlichen Lehre und des christlichen Glaubens" gewesen ist. Es wird argumentiert, dass sich doch all die vielen Millionen Christen, die an die Trinitätslehre geglaubt haben, nicht alle geirrt haben können. Es wird argumentiert, dass die Trinitätslehre in den frühen Jahrhunderten n.Chr. aus der Notwendigkeit erstand, Irrlehren bzgl. der Person Jesu Christi zu begegnen und diese zu korrigieren. Ist dem aber wirklich so? Oder handelt es sich hierbei lediglich um eine weitere Behauptung der Trinitarier, um eigentlich berechtigte Kritik und Fakten einfach beiseite zu schieben? Wie und wann entstand eigentlich die Trinitätslehre?

In diesem kurzen historischen überblick will ich einige der aus der Kirchengeschichte bekannten Fakten darlegen, die den Leser anregen sollen, sich seine eigenen Gedanken zu machen und für sich selbst letztlich zu entscheiden, wem und was er bzw sie glauben will.

Wie wurde die Trinitätslehre eigentlich zum bestimmenden Glaubensdogma des überwiegenden Teils der Christenheit? Trinitarische Theologen gestehen ja selbst ein, dass diese Lehre selbst nicht in der Bibel zu finden ist. Diese Lehre wurde also nicht auf der Schrift aufgebaut, sondern scheint eine Mixtur von christlichen, heidnischen und philosophischen Elementen zu sein. Trotz dieser seit je allgemein bekannten Tatsache wurde dieses Dogma quasi zum Grundpfeiler der christlichen Lehre und des christlichen Glaubens. Wie konnte so etwas geschehen?

In den frühen Jahrhunderten n.Chr. (2./3. Jhdt) entwickelten sich eine Menge unterschiedlichster Ideen und Lehren bzgl. des Wesens Gottes und Seines Sohnes, die sich allerdings zumeist weit von dem Zeugnis der Schrift entfernt hatten. Zu Beginn des 4. Jhdts hatten sich zwei wesentliche Ideen und Konzepte herauskristallisiert, deren Hauptvertreter zu jener Zeit Arius und Athanasius waren. Biblisch betrachtet geben beide Positionen nicht die in der Bibel offenbarte Wahrheit akkurat wieder.

Die Streitfragen konzentrierten sich auf die Identität Jesu und wie Gott durch Seinen Sohn unsere Erlösung erreichen konnte. Sowohl Arius wie auch Athanasius erkannten korrekt, dass Jesus Christus einzigartig ist und beide erkannten ebenfalls richtig, dass kein Mensch wie sie selbst das Erlöserwerk hätte vollenden können, weil ein solcher Mensch nicht ohne Sünde ist und somit nicht als Sündopfer zur Erlösung in Frage kam. Nun berichtete aber die Bibel, dass der Mensch Christus Jesus unser Mittler ist. Wie konnte das augenscheinliche Problem bzgl. der Person Jesus gelöst werden?

Arius glaubte daran, dass Jesus ein Mensch war. Das Problem bzgl. der notwendigen Vollkommenheit Jesu versuchte er dadurch zu lösen, dass er Jesus als das erste aller geschaffenen Lebewesen betrachtete, ihn somit bereits vor seiner Geburt existieren ließ, allerdings immer in einer Gott untergeordneten Position. Gemäß diesem Verständnis war Jesus der vollkommene Erlöser, separat und unterschieden von dem wahren Gott, und Jesus war weder "völlig Gott noch völlig Mensch". Arius erkannte auch an, dass falls Jesus (wie die Bibel es lehrt) aus dem Vater empfangen bzw geboren war, der Vater vor Jesus existiert haben muß und über Jesus stand.

Athanasius versuchte das Problem der Erlösung durch einen vollkommenen Jesus zu lösen, indem er Jesus zur "2. Person eines dreieinigen Gottes" machte. In dieser Vorstellung war Gott "Fleisch geworden" und war somit das vollkommene Opfer. Die von Athansius vorgeschlagene Lösung hat zwei Probleme: Sie findet sich nirgends in der Bibel, und sie widerspricht vielen klaren Aussagen der Schrift. Sie ergibt zwar einen "vollkommenen Erlöser", aber erreicht dies durch reine Fantasie.

Die wahre Lösung dieses Problems hat Gott in Seinem Wort offenbart. Gott ist dabei nicht Fleisch geworden und wurde nicht zu einem Menschen, sondern Er hatte einen Sohn ! Die Berichte über die Empfängnis und Geburt Jesu lehren, dass Gott der "physische" Vater Jesu war und Maria die "physische" Mutter. Diese einzigartige Eltern-Kombination ermöglichte es, dass Jesus mit der gleichen Vollkommenheit ausgestattet war, wie sie auch Adam ursprünglich hatte, und dennoch von der gleichen Rasse Adams war und somit das notwendige Sündopfer sein konnte ... was übrigens weder ein Engel noch Gott selbst jemals hätte sein können !

Leider wurde diese biblische Wahrheit nicht berücksichtigt, als die Kontroversen um unterschiedliche Vorstellungen und Lehren bzgl. der Person Jesus Gegenstand der Diskussionen waren und die Entscheidungen getroffen wurden, durch welche schließlich die Trinitätslehre zum Grundpfeiler christlichen Glaubens bestimmt wurde.

Zu Beginn des 4. Jhdts n.Chr. gab es in Alexandrien eine große Kontroverse zwischen Arius und Athanasius und deren oben kurzu beschriebenen Lehren, und die Streitereien schlugen Wellen, welche bis an den Kaiserhof reichten und Kaiser Konstantin veranlaßten, einzugreifen. Er sah in dieser Kontroverse die Einheit seines Reiches gefährdet, welche er endlich 324 n.Chr. erreicht hatte, als das gesamte Römische Reich unter einem Kaiser vereint war, nachdem Konstantin seinen Hauptrivalen Licinius besiegt hatte.

Wir müssen beachten, dass sich zu jener Zeit das Christentum in weiten Teilen des Reiches verbreitet hatte, und dass Konstantin nach seinem Sieg in 312 n.Chr. das Christentum quasi zur Staatsreligion Roms erhoben hatte. Auch spielte eine einheitliche Religion eine große Rolle im Hinblick auf eine staatliche bzw politische Einheit ... eine Sache, die uns heute in den westlichen Ländern mit ihren pluralistischen Gesellschaften nicht mehr bewußt ist, die aber vielerorts und auch in unseren Ländern noch bis in die jüngste Vergangenheit ein wichtiges Element darstellte. Durch Konstantins Erlasse war für die christliche Kirche die teilweise gewaltige und grausame Verfolgung durch die römischen Kaiser nun vorbei, gleichzeitig aber hatte die Kirche nun ihre Freiheit verloren, Gott so anzubeten, wie sie es anhand der biblischen Schriften verstand. Der römische Kaiser hatte nun "das letzte Wort".

Und genau dieser Einfluß des Kaisers wurde zum erstenmal deutlich in der Kontroverse zwischen Arius und Athanasius. Konstantin hatte keinerlei theologisches oder religiös orientiertes Interesse, sondern ihm war als Politiker, der über die Leichen seiner Widersacher an die Macht gekommen war, daran gelegen, Frieden und Stabilität in seinem Reich zu erhalten, wozu für ihn eine "einigende Religion" notwendig war. Unterschiedliche Religionen, oder unterschiedliche Fraktionen innerhalb einer Religion, wurden verfolgt und zwar nicht nur als Häresie oder theologische Irrlehre sondern als Hochverrat gegen den Staat! Dem Kaiser lag nicht an Wahrheit der Lehre, sondern an Einigkeit der Religion, und im Laufe der Geschichte hat es sogenannte "Einheit" in der Lehre oder im Glauben immer nur dann gegeben, wenn weltliche Herrscher eine Lehre über eine andere erhoben und diese ihren Untertanen als verbindlich vorschrieben.

Besorgt um die politischen Auswirkungen der Kontroverse zwischen Arius und Athanasius berief Konstantin ein Konzil aller christlichen Bischöfe nach Nicäa, wo man sich im Mai 325 n.Chr. traf. Konstantin selbst führte den Vorsitz, war aber zu jenem Zeitpunkt nicht einmal getauft. Konstantin bevorzugte schließlich den von den Unterstützern des Athanasius vorgetragenen Kompromiss und angesichts seiner politischen Macht wurde das Bekenntnis von Nicäa den Bischöfen unterzeichnet, wobei lediglich Arius und 2 Bischöfe ihre Unterschrift verweigerten und sogleich verbannt wurden. Der Ausgang des Konzils von Nicäa zeigte auf, dass das Christentum nach ca. 300 Jahren Verfolgung durch das Römische Reich nunmehr quasi unter der Kontrolle eben dieses Reiches stand.

Das ursprünglich bei diesem Konzil in Nicäa verabschiedete Glaubensbekenntnis ist eigentlich nicht einmal ein "trinitarisches" Bekenntnis, denn es betont lediglich die "Gleichheit" von Gott und Jesus mit einer nur kleinen Erwähnung des Heiligen Geistes. Die ausformulierte Lehre der Dreieinigkeit bzw Dreifaltigkeit (Trinitätslehre) wurde eigentlich erst beim Konzil von Chalcedon 451 n.Chr. etabliert, und selbst danach gab es noch einige änderungen durch spätere Konzilien.

Bemerkenswert ist nun, dass der Beschluß des Konzils von Nicäa keineswegs sofort Ruhe und Frieden im Reich brachte, wie Konstantin wohl erhofft und erwartet hatte. Obwohl alle bis auf 2 Bischöfe das Glaubensbekenntnis unterzeichnet hatten, gab es teilweise grossen Aufruhr unter den Gemeinden nach deren Rückkehr. In einigen historischen Quellen werden die nachfolgenden Jahre als äusserst tragisch für die Christenheit bezeichnet, da nun Christen sich gegenseitig bekämpften und umbrachten wegen dieser in Nicäa "festgeschriebenen" Lehre. Die Trinitätslehre hatte eben ihre Grundlage nicht in biblischer Wahrheit sondern kaiserlichem Einfluß. Zudem ergriffen die auf Konstantin folgenden Kaiser teilweise die Seite des Arius, wie etwa des Sohn Konstantins, und sein Neffe Julian schlug sich auf die Seite des Heidentums, als er 355 n.Chr. Kaiser wurde. Nach Meinung einiger Autoren kamen in den ersten Jahrzehnten nach dem Konzil von Nicäa mehr Christen im Streit und bei der Etablierung der Trinitätslehre um als bei den Verfolgungen durch die römischen Kaiser in den 3 Jahrhunderten zuvor.

Der Streit um die Trinitätslehre wurde nicht auf das Zeugnis der biblischen Schriften zurück geführt, sondern anhand philosophischer Modelle geführt, bei denen das Wesen, die Substanz, die Essenz und die Person(en) der dreieinigen Gottheit im Mittelpunkt spekulativer Diskussionen stand, und dass obwohl allen bekannt war, dass keine der benutzten Begriffe überhaupt in der Bibel zur Beschreibung Gottes benutzt werden. Die Kirche hatte die Bibel als ihr einziges Maß für Glauben und Leben verlassen, weil sie sich einem Dogma verschrieb, das es in der Bibel gar nicht gibt!

Die Kontroversen wurden schließlich beseitigt, als Theodosius I im Jahre 379 n.Chr. alleiniger Kaiser wurde. Er ergriff die Seite der Trinitarier und berief im Jahre 381 n.Chr. ein Konzil nach Konstantinopel ein, um seine Position bestätigen zu lassen. Die orthodoxe christliche Lehre ist seither gleich geblieben. Der Triumph der Trinitätslehre hatte nichts mit dem Gewicht biblischer Wahrheit zu tun, sondern beruhte auf der Macht eines kaiserlichen Edikts. Im römischen Reich wurde dann per Erlass bzw Gesetz (vgl. Gesetzbuch Justinians 534 n.Chr.) diese trinitarische Form des Christentums (manchmal auch als "nicänisches Christentum" bezeichnet) als allein gültige und erlaubte Form bestätigt, wodurch alle anderen christlichen Glaubensformen illegal wurden und ihre Anhänger Tod, Gefängnis, Beschlagnahme ihres Besitzes und den Ausschluß von öffentlichen ämtern als Konsequenz zu tragen hatten.

Beim Studium der Schriften über die Zeit vom 2.-5.Jhdt und die Geschehnisse in der christlichen Kirche wird deutlich, dass es viel Diskussion darüber gab, wer und was Jesus Christus war. War er ein Mensch? War er Gott? War er eine Kombination von beiden? Die Argumente von allen Seiten enthielten teilweise Begriffe, die in der Bibel überhaupt nicht zu finden sind und eigentlich das Ergebnis menschlicher Fantasie darstellen. Die Trinitarier gewannen schließlich die letzte Runde des Gefechts, als Theodosius im Jahre 379 n.Chr. an die Macht kam und schließlich der Trinitätslehre die Autorität römischen Gesetzes gab, so dass alle, die nicht an die Trinität glaubten, per römischem Gesetz gezwungen waren, sich entweder von ihrem Glauben loszusagen oder aber die Konsequenzen und Strafe zu tragen.

Man kann leicht erkennen, dass die Trinitätslehre ihre Position als "Grundpfeiler des christlichen Glaubens" keineswegs aufgrund biblischer Wahrheit erhielt, sondern vielmehr aufgrund politischer Macht. Wir sollten aber darauf achten, dass wir nicht "Dominanz" mit "Wahrheit" gleichsetzen, denn dass die Trinitätslehre seit gut 1600 Jahren die christliche Kirche dominiert, bedeutet nicht, dass sie auch der in der Bibel offenbarten Wahrheit entspricht. Es ist in der Tat so, dass gerade durch diese Lehre die Wahrheit von der Gnade Gottes und die großartigen Wahrheiten unserer Erlösung in Christus untergraben wurden und für viele Christen ihre wahre Bedeutung verloren haben.

Die in Nicäa und bei nachfolgenden Konzilien etablierten Dogmen bzgl. der Natur und des Wesens Jesu Christi als sowohl Gott wie Mensch warf lediglich weitere Fragen auf, die aber nie von Trinitariern wirklich beantwortet werden ... weil sie nicht beantwortet werden können! Als letzte Antwort muss jeweils die Geschichte von dem großen für uns eigentlich unbegreiflichen "Geheimnis" herhalten ...

Christen brauchen aber bzgl. Gott und dem Herrn Jesus Christus nicht unwissend bleiben. Die Schrift vermittelt uns klare und deutliche Antworten. Allerdings werden diese für einen Trinitarier erst dann erkennbar, wenn er sich von der festgeschriebenen Vorstellung eines "trinitarischen Gottes" löst und diese im Lichte der Bibel prüft. Die frühen Christen glaubten an den uns in der Bibel offenbarten Gott, dieser Gott ist lediglich EINER (und nicht zwei oder drei oder mehr). Dieser Gott ist der Vater des Menschen Christus Jesus, welchen wir als unseren Herrn bekannt haben, und welcher als der eingeborene Sohn Gottes das vollkommene Sündopfer für unsere Sünden sein konnte und durch die Hingabe seines Lebens unsere Erlösung bewirkte.

Quelle: http://www.bibelcenter.de/bibel/trinitaet/hist_entwicklung.php

 

Dreifaltigkeit - Wikipedia

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(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Trinität)

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(Heilige) Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität (lat. trinitas ‚Dreizahl‘, grch. τριάς ‚Trias‘, τριάδα ‚Triade‘, ‚Dreiheit‘) bezeichnet in der christlichen Theologie die Wesens-Einheit von Gott Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiligem Geist. Sie werden als drei aus Gott entsprungene Personen oder Hypostasen der Trinität, nicht aber als drei Substanzen oder drei Götter aufgefasst. Motive aus biblischer Überlieferung, früher Gebets- und Redeweise und theologischer Begriffsbildung führen zum kirchlichen Trinitätsdogma. Ab dem 4. Jahrhundert, zur Zeit der Völkerwanderung, wird eine formelle Trinitätslehre ausgebildet. Der Mensch Jesus von Nazareth, von dem schon im Neuen Testament Göttliches ausgesagt wird (z.B. Joh 20,28: „Mein Herr und mein Gott“), wird wie der Heilige Geist als „wesenseins“ mit Gott, dem Vater, verstanden und verehrt. Mit unterschiedlichen Akzenten wird eine Dreieinigkeit heute von fast allen christlichen Glaubensgemeinschaften vertreten.

Inhaltsverzeichnis

Biblische Motive

Das Alte und Neue Testament enthalten nach christlicher Interpretation eine Trinitätslehre, entfalten sie aber nicht. Allerdings begegnen die für die spätere Entwicklung von Gebetsformen, Liturgie, systematischer Theologie und Dogmengeschichte maßgeblichen Formulierungen und Vorstellungen. Für die Rezeptionsgeschichte bedeutsam sind neben Formeln, die direkt auf die Trinität bezogen wurden, auch Aussagen zur Göttlichkeit von Sohn und Geist, die aber nicht direkt in der Bibel erwähnt sind .

Göttliche Dreiheit

Alttestamentliche Motive

Die neutestamentliche Rede vom heiligen Geist hat Vorläufer in Formulierungen des Alten Testaments, beispielsweise Gen 2,7 EU; Jes 32,15–20 EU; Ez 11,19 EU oder 36,26 f. EU[1] und der zeitgenössischen Theologie, in der es auch gewisse Parallelen für Vorstellungen gibt, die sich im Neuen Testament mit Jesus Christus verbinden.[2] Darüber hinausgehende Bezugnahmen sind spätere Reinterpretationen. So beziehen sich etwa frühe christliche Theologen allgemein auf Stellen, wo vom Engel, Wort (davar), Geist (ruah) oder der Weisheit (hokhmah) oder Gegenwart (shekhinah) Gottes die Rede ist,[3] sowie auf Stellen, wo Gott von sich im Plural spricht (Gen 1,26 EU, Gen 11,7 EU) sowie insbesondere das dreifache „Heilig!“ der Seraphim in Jes 6,3 EU, das in der Liturgie im Trishagion aufgenommen wurde.[4] Immer wieder wurde auch der Auftritt dreier Männer in Gen 18,1–3 EU auf die Trinität bezogen.

Neutestamentliche Motive

Man hat die Spezifikation eines bereits im AT manifesten „Immanenzwillens“ Gottes sowie eine Rede in „unvertauschbaren“ Namen von Geist, Sohn und Vater diagnostiziert.[5]

Die frühesten wirkungsgeschichtlich einschlägigen Formulierungen prägt jedenfalls Paulus. Er verwendet in 2 Kor 13,13 EU vermutlich einen Segensgruß der frühen christlichen Liturgie: „Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei bei euch!“ In 1 Kor 12,3–6 EU werden Gnadengaben „in gezielter Steigerung“[6] auf Geist, Herr und Gott zurückgeführt. Auch Eph 1,3–14 EU ordnet Vater, Sohn und Geist neben- und aufeinander hin.[7]

Besonders wirkungsgeschichtlich einflussreich, wenn auch nicht zum „Prototyp der christlichen Taufe“,[8] wird die Taufformel in Mt 28,19 EU. „Auf den Namen“ (εἰς τὸ ὄνομα, wörtl. „im Namen“) bezeichnet dabei eine Übereignung.[9] Als „Pendant“ dazu hat man die Erzählung der Taufe Christi im Jordan durch Johannes den Täufer gesehen, weil dort [10] durch Herabschweben des Geistes und Himmelsstimme des Vaters ebenfalls Vater, Sohn und Geist vereinigt sind.[11] Vermutlich ist diese Taufformel die Erweiterung[12] einer Taufe „auf den Namen Christi“.[13] Auch der frühe „Katechismus mit Anweisungen über die liturgischen Vollzüge“, die u.a. auf bereits 60–65 n. Chr. datierte Didache,[14] kennt bereits eine solche erweiterte Taufformel: „Tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.[15]

Göttlichkeit Jesu Christi

Bereits die ältesten Texte des Neuen Testaments erscheinen von der Vorstellung geprägt, dass Jesus nicht nur mit göttlicher Vollmacht wirkt, sondern Gott selbst in ihm und durch ihn sein Schaffen, Richten, Erlösen und Sichoffenbaren vollzieht.[16] Zu den christologisch implikationsreichsten Texten zählt etwa der Hymnus in Kol 1,15 EUff., der u.a., wie Joh 1 EU eine Präexistenz und ein Geschaffensein des Kosmos in Christus aussagt. Die Relation zwischen Christus als Sohn und Gott-Vater ist für unterschiedliche ntl. Autoren wichtig. Eine besondere Vertrautheit wird in der Abba-Anrede und dem „Erkennen“ des Vaters durch den Sohn betont;[17] vor allem das Johannes-Evangelium spricht von einer Relation der Einheit und wechselseitigen Immanenz zwischen Vater und Sohn in der Liebe.[18]

Göttlichkeit des Heiligen Geists

Der Geist ist nach Matthäus und Lukas[19] bereits bei der Empfängnis Jesu wirksam. Der irdische Jesus dann ist nach den Evangelisten Träger („voll“) des Heiligen Geistes,[20] nach insb. Paulus der Auferstandene dann dessen Mittler;[21] nach Johannes offenbart der Geist die Einheit zwischen Vater und Sohn.[22]

Entwicklung der Trinitätstheologie

Frühe trinitarische Formeln

Der biblischen Rede von Vater, Sohn und Geist lassen sich nur Weichenstellungen für die späteren Rezeptionen bei der Ausarbeitung einer Trinitätslehre entnehmen. Prägend wird besonders die rituelle Praxis und Gebetspraxis der frühen Christen.

Die frühesten deutlich dreiheitlich strukturierten Formeln begegnen als Taufformeln[23] und in Taufbekenntnissen, die mit drei Fragen und Antworten die Übereignung an Vater, Sohn und Geist vorbereiten und dann vollziehen.[24]

Auch in der Eucharistiefeier finden sich trinitarische Formeln: Durch den Sohn wird dem Vater gedankt, dann um Herabsendung des Geistes gebeten.[25] Die Schlussdoxologie verherrlicht den Vater durch den Sohn und mit dem Geist (oder: mit dem Sohn durch den Geist).[26]

Auch die regula fidei bei Irenäus, die u.a. in der Taufkatechese Verwendung fand, ist trinitarisch strukturiert.[27]

Theologische Entwicklung im 2. und 3. Jahrhundert

Die christliche Theologie war in den ersten Jahrhunderten nicht eindeutig definiert. Es gab jedoch schon früh Abgrenzungen zu extremen Varianten der Christologie, wie dem Adoptianismus (Jesus wurde bei der Taufe von Gott adoptiert) oder Doketismus (Jesus war rein göttlich und erschien nur als Mensch). Unter diversen Versuchen befanden sich einige – wie Adoptionismus und modalistischer Monarchianismus (der Vater und der Sohn sind „nur“ verschiedene Erscheinungsformen des einen Gottes) –, die von den führenden Kirchenvätern einmütig als Häresie verurteilt wurden.

Justin

Justin der Märtyrer verwendet zahlreiche trinitarische Formeln.[28]

Irenäus

Irenäus von Lyon entwickelt – unter anderen auf dem Prolog des Johannesevangeliums (1,1–18 ELB) aufbauend – eine Logos-Theologie. Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird mit dem präexistenten Logos als wesentlichem Akteur der Schöpfung und der Offenbarung Gottes gleichgesetzt. Auch eine eigenständige Pneumatologie arbeitet Irenäus aus.[29] Der Heilige Geist ist Gottes Weisheit. Geist und Sohn gehen nicht durch eine Emanation hervor, welche sie auf eine andere ontologische Stufe zum Vater stellen würde, sondern durch „geistige Emanation“.[30]

Tatian

Tatian versucht einen eigenständigen Sonderweg, wobei der Geist auch als Diener von Christus, dem Logos, auftritt und einem weltjenseitig-unwandelbaren Gott nachgeordnet wird.[31]

Athenagoras

Das griechische Wort trias für Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, das in den Ostkirchen bis heute das übliche Wort für die christliche Dreifaltigkeit ist, wird erstmals erwähnt in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts bei dem ApologetenAthenagoras von Athen:

„Sie [die Christen] kennen Gott und seinen Logos, wissen, was die Einheit des Sohns mit dem Vater ist, was die Gemeinschaft des Sohnes mit dem Vater ist, was der Geist ist, was die Einheit dieser Trias, der Geist, der Sohn, und der Vater, ist, und was ihre Unterscheidung in der Einheit ist.“

Tertullian

In die Westkirche wurde, wenige Jahrzehnte nachdem Athenagoras von „trias“ gesprochen hatte, das entsprechende lateinische Wort trinitas von Tertullian eingeführt. Es ist eine eigens hierfür geschaffene Neubildung aus tres – drei und unitas – Einheit. Von Haus aus Jurist, erklärte er die Wesenheit Gottes in der Sprache des römischen Rechtswesens. Er führt den Begriff personae (Plural von persona – Partei im rechtlichen Sinn) für Vater, Sohn und Heiligen Geist ein. Für die Gesamtheit von Vater, Sohn und Heiligen Geist verwendete er den Begriff substantia, das den rechtlichen Status in der Gemeinschaft bezeichnet. Nach seiner Darstellung ist Gott in der substantia einer, aber in der monarchia – der Herrschaft des einen Gottes – wirken drei personae, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Einer anderen Version zufolge entlehnte Tertullian die Metapher „persona“ dem Theater von Karthago, wo die Schauspieler Masken (personae) vor ihr Gesicht hielten, je nach Rolle, die ihnen zukam.

Theologische Entwicklung im 4. bis 7. Jahrhundert

Christologie – Konzil von Nicäa (325)

Die Gegensätze zum Trinitätsdogma in der frühen Kirche können unter den Strömungen des Monarchianismus, des Subordinatianismus und des Tritheismus zusammengefasst werden. Am einflussreichsten wurde der Arianismus, eine Spielart des Subordinatianismus, der drei verschiedene Personen in Gott annimmt, aber der zweiten und dritten Person die Wesensgleichheit mit dem Vater und damit die wahre Gottheit abspricht und folglich Jesus in eine Zwischenposition zwischen göttlich und menschlich setzt. Diese Lehre wurde vom ersten Konzil von Nicäa (325) als Irrlehre zurückgewiesen. Die erhoffte Einigung blieb aus. Nach dem Konzil von Nizäa folgte ein jahrzehntelanger theologisch und politisch motivierter Streit zwischen Nizänern und Arianern. Die arianische Partei gewann in den Jahren nach Nizäa besonders bei der höheren Geistlichkeit und den hellenistisch Gebildeten bei Hof und im Kaiserhaus viele Anhänger, so dass 360 die Mehrheit der Bischöfe freiwillig oder gezwungen arianisch stimmten (siehe unter Arianischer Streit). Es traten verschiedene arianische Synoden zusammen, die zwischen 340 und 360 vierzehn verschiedene nichttrinitarische Bekenntnisse beschlossen.

Pneumatologie – Nicäno-Konstantinopolitanum (381)

Neben der christologischen Frage, die beim Konzil von Nicäa im Vordergrund gestanden hatte, kam Mitte des Jahrhunderts die nach der Stellung des Heiligen Geistes hinzu. Ist der Geist Gottes eine Person der göttlichen Trinität, eine unpersönliche Kraft Gottes, eine andere Bezeichnung für Jesus Christus oder ein Geschöpf?

Die Makedonianer (nach einem ihrer Führer, dem arianischen Patriarchen Makedonios I. von Konstantinopel) oder Pneumatomachen (Geistbekämpfer) vertraten die Ansicht, der Heilige Geist sei ebenso ein Geschöpf wie der Sohn.

Ab 360 wurde die Frage von den Anhängern von Nizäa aufgenommen. Athanasius schrieb seine Vier Briefe an Serapion. 362 formulierte das Konzil von Alexandria eine Lehre über den Heiligen Geist. Kurz darauf kam von Gregor von Nyssa eine Predigt über den Heiligen Geist, wenige Jahre später von seinem Bruder Basilius die Abhandlung Über den Heiligen Geist; sein Freund Gregor von Nazianz hielt 380 die fünfte Theologische Rede über den Heiligen Geist als Gott. Fast gleichzeitig schrieb Didymus der Blinde eine Abhandlung über den Heiligen Geist. Die griechische Theologie des vierten Jahrhunderts verwendet dabei statt Person das griechische Wort Hypostase (Wirklichkeit, Wesen, Natur), das auch heute in der Theologie oft vorgezogen wird, da der moderne Begriff Person oft fälschlicherweise mit dem antiken Begriff persona gleichgesetzt wird.

Hilarius von Poitiers schrieb auf Lateinisch über die Trinität und Ambrosius von Mailand veröffentlichte 381 seine Abhandlung De Spiritu Sancto.

381 wurde das erste Konzil von Konstantinopel einberufen, um den arianischen Streit beizulegen. Dort wurde das mit dem nicänischen Glaubensbekenntnis verwandte Nicäno-Konstantinopolitanum beschlossen, das insbesondere den Teil bezüglich Heiligem Geist erweiterte und damit die Trinität mehr betonte als alle früheren Bekenntnisse.

[…]
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
[…]
Die Dreifaltigkeit in einer französischen Bibel des 15. Jh.

Das Nicäno-Konstantinopolitanum formulierte die trinitarische Lehre, die bis heute sowohl von den westlichen als auch von allen orthodoxen Kirchen anerkannt wird und in allen christologischen Auseinandersetzungen der nächsten Jahrhunderte übernommen wurde.

Konzil von Chalzedon

Im Konzil von Chalzedon wurden die mit der Trinitätslehre zusammenhängenden christologischen Fragen präzisiert.

Augustinus

Während sowohl die östliche als auch die westliche Tradition der Kirche die Trinität seit dem Konzil von Konstantinopel als festen Bestandteil ihrer Lehre sehen, gibt es doch Nuancen: In der östlichen Tradition, basierend auf der Theologie von Athanasius und den Kappadokiern, wird etwas mehr Wert auf die drei Hypostasen gelegt, die westliche Tradition betont, basierend auf der von Augustinus von Hippo einige Jahrzehnte später in drei Bänden ausgeführten Interpretation der Trinität, eher die Einheit.

Augustinus von Hippo argumentiert, dass es nur durch die Trinität möglich sei, dass Liebe ein ewiger Wesenszug Gottes sein kann. Liebe braucht immer ein Gegenüber: ein nichttrinitarischer Gott könnte also erst lieben, nachdem er ein Gegenüber erschaffen hat, das er lieben kann. Der dreieinige Gott habe jedoch von Ewigkeit her das Gegenüber der Liebe in sich selbst, wie Jesus es in Joh 17,24 ELB beschreibt.

Filioque-Streit

Unterschiedliche Auffassungen über die Relationen zwischen Vater, Sohn und Geist führten schließlich zum Filioque-Streit, der eine der Ursachen für das Morgenländische Schisma war und bis heute nicht beigelegt ist.

Athanasisches Glaubensbekenntnis

Im 6. Jahrhundert entstand dann im Westen das nach Athanasius von Alexandria bezeichnete, aber nicht von ihm verfasste Athanasische Glaubensbekenntnis. Die Theologie dieses Glaubensbekenntnisses basiert stark auf der Theologie der westlichen Kirchenväter Ambrosius († 397) und Augustinus († 430) und wurde von Bonaventura von Bagnoregio († 1274) sowie Nikolaus Cusanus († 1464) weiterentwickelt.

Dies ist aber der katholische Glaube:
Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit,
ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit.
Eine andere nämlich ist die Person des Vaters,
eine andere die des Sohnes,
eine andere die des Heiligen Geistes.
Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur
eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät.
[…]
Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.

Heute sehen die meisten Kirchenhistoriker das Nizänokonstantinopolitanum von 381 als das erste und wesentliche verbindliche Bekenntnis zur Trinität an. Das etwa zweihundert Jahre jüngere und nur im Westen verbreitete Athanasische Glaubensbekenntnis hat auch in der westlichen Kirche nie den theologischen oder liturgischen Stellenwert des Nizänokonstantinopolitanum gehabt.

Synode von Toledo (675)

Die katholische Kirche formulierte die Trinitätslehre in der 11. Synode von Toledo 675 als Dogma, bestätigt sie im 4. Laterankonzil 1215 und stellte sie auch danach nie in Frage.

Rezeptionsgeschichte

Exegetische Akzente der Kirchenväter[32]

Zur Christologie

Athanasius meint, dass der Erlöser Jesus Christus selbst Gott sein müsse, da nach Kol 1,19-20 ELB Gott die Welt mit sich versöhnen wird.

Athanasius, Gregor von Nazianz und Ambrosius von Mailand verweisen im 4. Jahrhundert auf Stellen, in denen Jesus in ihrer Sicht als einziger dem Schöpfer gleichgesetzt wird, zum Beispiel Joh 1,1–18 ELB oder Phil 2,5–7 ELB und auf das Wort kyrios (Herr), das in der griechischen Septuaginta für das hebräische JHWH (wie auch für Adonai, „Herr“) verwendet wird, und im Neuen Testament sowohl für Gott und als auch für Jesus, wobei kyrios (Jesus) im Neuen Testament häufig im gleichen Kontext steht wie kyrios (JHWH) im Alten Testament (vgl. Jes 45,23–24 ELB und Phil 2,10 ELB, Joel 3,5 ELB und Röm 10,13 ELB, Jes 8,13 ELB und 1 Petr 3,15 ELB).

Weitere Bibelstellen sind: „Ehe Abraham wurde, bin ich.“ (Joh 8,58 ELB) mit einem von den Zuhörern verstandenen Bezug auf das „Ich bin“ von 2 Mos 3,14 ELB, und „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30 ELB), was von den Zuhörern in Joh 10,33 ELB so verstanden wurde, dass Jesus sich selbst zu Gott machte, worauf sie ihn wegen Gotteslästerung zu steinigen suchten. Thomas nennt ihn in Joh 20,28 ELB „Mein Herr und mein Gott“, und in 1 Joh 5,20 ELB wird er der „wahrhaftige Gott“ genannt. Hebr 13,8 ELB schreibt Jesus die göttliche Eigenschaft Unwandelbarkeit zu: „Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit“.

Oft als Gegenbeleg verwendet wird Mt 27,46 ELB „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“, ein wörtliches Zitat des Anfangs von Ps 22 ELB. Augustinus sieht die Unterordnung von Jesus unter den Vater als freiwillige Unterordnung (Phil 2,6–8 ELB), nicht als qualitativen Unterschied. Daraus folgend kann er Aufträge, die Jesus vom Vater erhält und ausführt, als einen Hinweis auf eine unterschiedliche Funktion, nicht einen unterschiedlichen Rang verstehen.

Arius[33] deutete – wie auch viele Kirchenväter – die Weisheit als alttestamentlichen Ausdruck Jesu Christi. Als biblisches Argument gegen die Gottgleichheit Christi bezog er sich vor allem auf die Aussage der „Weisheit“ im Buch der Sprichwörter, die von sich sagt, sie sei von Gott noch „vor den Werken der Urzeit“ geschaffen worden (Spr 8,22 ELB).

Zur Pneumatologie

Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz und Athanasius führen Bibelstellen an, wo der Geist als Person handelt und mit anderen Personen in Beziehung tritt. Besonders deutlich sehen sie das z. B. in Joh 16,13–14 ELB, wo sich ein männliches Pronomen auf das im Griechischen neutrale Wort πνεῦμα pneuma (Geist) bezieht. In Röm 8,26 ELB tritt der Geist für uns ein, in Apg 8,39 ELB wirkt er Wunder, in Joh 16,8 ELB deckt er Sünde, Gerechtigkeit und Gericht auf. Er kann belogen werden (Apg 5,3 ELB), betrübt werden (Eph 4,30 ELB), gelästert werden Mt 12,31 ELB. Die Apostel verwenden ihn in Apg 15,28 ELB zusammen mit sich selbst als Subjekt des Satzes („Der Heilige Geist und wir haben entschieden …“). Basilius führt Beispiele von Typologien und Personifizierungen von Abstrakta in der Bibel auf, unterscheidet sie aber klar von der Beschreibung des Heiligen Geists im Neuen Testament.

Mittelalter

Nachdem die Entwicklung des Dogmas selbst abgeschlossen war, wurde es in der Scholastikspekulativ durchdacht und systematisch eingeordnet.

Thomas von Aquin sah in der zweiten und dritten Person Gottes die ewige Selbsterkenntnis und Selbstbejahung der ersten Person, d. h. Gott Vaters. Weil bei Gott Erkenntnis bzw. Wille und (sein) Wesen mit seinem Sein zusammenfallen, ist seine vollkommene Selbsterkenntnis und Selbstliebe von seiner Natur, also göttlich.

Johannes Duns Scotus stellte heraus, dass durch Vernunft nur die Existenz Gottes erkannt werden kann, als eindeutiger (univoker) Kern von Begriffen, der nichts Inhaltliches über sein Wesen aussagen kann. Glaubenswahrheiten wie die Trinität setzen Offenbarung voraus und gehören in den Bereich der Theologie. Sie können nur im Nachhinein durch Analogien verstanden werden.

Meister Eckhart entwickelte eine konsequent Negative Theologie. Die Gotteserkenntnis wird zu einem momenthaften Geschehen, zu einem bloßen „Fünklein“, in dem Erkennender und Erkanntes im Heiligen Geist immer wieder zu Eins verschmelzen. Die Trinität als fortlaufende Gottesgeburt ist ein dynamisches Geschehen von Erkennen oder Gebären und Vergehen an der Grenze der Welt. Die Erlösungslehre Eckharts stellt die Menschwerdung Gottes in den Mittelpunkt, die ein Werk der Trinität ist. Die menschliche Natur Christi ist keine andere als die jedes anderen Menschen: „Wir alle haben die menschliche Natur mit Christus gemeinsam und zwar in gleicher Weise und gleichem Sinne (univoce)“. Der einzelne Mensch als Teilhaber an der allgemeinen Menschennatur kann auf Grund der hypostatischen Union mit Gott eins sein wie Christus. „Der Mensch kann Gott werden, weil Gott Mensch geworden ist und dadurch die menschliche Natur vergöttlichte.“

Gegenwart

Soziale Trinitätslehre

In der Theologie des 20. Jahrhunderts wurden solche trinitätstheologischen Ansätze besonders wichtig, welche von drei als gleichursprünglich gedachten göttlichen Personen ausgehen und die Beziehung, das Zu-, Für- und Ineinander der drei betonen, das die Einheit Gottes konstituiere. Sie berufen sich dazu auf altkirchliche Vorbilder wie die Trinitätslehre Tertullians, den ostkirchlichen Gedanken der Perichorese und auf das Diktum des Athanasius, auch der Vater sei nur Vater, weil er einen Sohn habe, mit dem er sich gegen die Subordination des Sohnes wendet.

Soziale Trinitätslehren werden sowohl von protestantischen Theologen wie Jürgen Moltmann und Wolfhart Pannenberg, aber auch von römisch-katholischen wie Gisbert Greshake und dem BefreiungstheologenLeonardo Boff vertreten. Zentral für diese Ansätze ist dabei, dass sie die innertrinitarische Gemeinschaft als der Gottheit ursprünglich und als Modell für Gesellschaft und Kirche verstehen. Besonders Leonardo Boff versteht die dreifaltige Gemeinschaft in Gott als Kritik und Inspiration der menschlichen Gesellschaft und begründet die befreiungstheologische Option für die Armen trinitätstheologisch.[34]

Feministische Theologie

Manche Vertreter einer feministischen Theologie kritisieren an der Trinität zuweilen, dass es sich dabei nur um männliche Personen handle. Dem halten andere Theologen entgegen, dass Gott weder männlich noch weiblich ist, dass der Heilige Geist in den Ursprachen noch nicht einmal grammatisch männlich ist, sondern im Hebräischen weiblich und im Griechischen neutral, und dass entsprechende Personnamen nicht in einseitiger Weise auf das männliche oder aber (wie in der feministischen Theologie) auf das weibliche Geschlecht bezogen werden dürfen. Der menschgewordene Sohn Gottes Jesus Christus ist als Mensch freilich männlichen Geschlechts, was jedoch nicht als einseitige Bevorzugung dieses Geschlechts durch Gott zu deuten ist – als wahrer Mensch konnte er eben nur eines von den beiden Geschlechtern haben.

Katholische Theologie

Die Motivation für die Entstehung der Trinitätslehre sieht Joseph Ratzinger nicht in einer Spekulation über Gott, in einem Versuch des philosophischen Denkens, sich zurechtzulegen, wie der Ursprung allen Seins beschaffen sei, sondern sie habe sich aus dem Mühen um eine Verarbeitung geschichtlicher Erfahrung ergeben.[35] Zentral ist somit die Interpretation biblischer Texte. Die von den Kirchenvätern begründete Auslegungstradition wird von allen drei großen christlichen Traditionen anerkannt. Die historische Differenz der biblischen Sprache zu einer daran zu messenden, von einem philosophischen Vorverständnis geprägten Interpretation war den Kirchenvätern bewusst und ist heute weitgehend anerkannt. So urteilte die New Catholic Encyclopedia 1967: „Exegeten und Bibeltheologen, darunter auch immer mehr Katholiken, erkennen an, dass man von einer Trinitätslehre im Neuen Testament nicht ohne wesentliche Einschränkungen sprechen sollte.“[36] Zwar wird in der 2. Auflage von 2003 wiederholt, von den Kirchenvätern als Vorahnungen interpretierte alttestamentliche Stellen könnten nicht als explizite Offenbarungen der Trinität verstanden werden. Jedoch würden 1 Kor 12,4–6 ELB, 2 Kor 13,13 ELB und Mt 28,19 ELB den Glauben der apostolischen Kirche „an eine Lehre von drei Personen in einem Gott“[37] bezeugen, auch ohne die später eingeführte Terminologie zu verwenden.

Karl Rahner

Karl Rahner fasste Gott als selbstmitteilend auf. Er begründete den Glauben an Gott als dreieinen in der Christologie, nicht umgekehrt; dieser kann nur von der Heilsgeschichte (Ökonomie) her verstanden werden: „Die ‚ökonomische‘ Trinität ist die ‚immanente‘ Trinität und umgekehrt.“[38] Dies bedeutete für Rahner weder einen Reduktionismus noch die Möglichkeit, Gottes inneres Wesen aus seinem Handeln abzuleiten. Er wollte klarstellen, dass im historischen Jesus Gott selbst so in der Welt gegenwärtig ist wie in seiner inneren göttlichen Realität; die immanente Trinität ist auf neue Art in der Ökonomie gegenwärtig und nicht hinter ihr.

Protestantismus

Dietrich Bonhoeffer
Himmelfahrt und Dreifaltigkeit, 1752–1761. Altargemälde von Anton Raphael Mengs in der Kathedrale Sanctissimae Trinitatis, Dresden.

In seiner gesamten Theologie betonte Dietrich Bonhoeffer den Aspekt christlicher Diesseitigkeit, begründete sie durch die Menschwerdung Gottes und das Kreuz Christi und radikalisierte diesen Ansatz in der Frage nach einem religionslosen Christentum jenseits klassischer Metaphysik. Das „Vorletzte“ ist „Hülle des Letzten“, nur durch die Welt kommt der gläubige Mensch zu Gott. An Karl Barth kritisiert er einen „Offenbarungspositivismus“, der keine „Stufen der Erkenntnis und Stufen der Bedeutsamkeit“ kenne, „wo es dann heißt: ‚friß, Vogel, oder stirb‘; ob es nun Jungfrauengeburt, Trinität oder was immer ist, jedes ist ein gleichbedeutsames und -notwendiges Stück des Ganzen, das eben als Ganzes geschluckt werden muß oder gar nicht.“[39] Dagegen will Bonhoeffer eine Arkandisziplin wiederherstellen, die letzte Dinge nicht mit profanen Tatsachen gleichsetzt, sondern ihr Geheimnis wahrt, das sich nur in der Praxis des Glaubens an die Person Jesu erschließt. Dessen Wesen ist „Für-andere-da-sein“, und an diese zentrale Einsicht ist die Idee der innergöttlichen Liebe gebunden. Im „Teilnehmen an diesem Sein Jesu“ kann Transzendenz im Hier und Jetzt erfahren werden: „Nicht die unendlichen, unerreichbaren Aufgaben, sondern der jeweils gegebene erreichbare Nächste ist das Transzendente.“[40]

Karl Barth

Von Bonhoeffer übernahm Karl Barth in seiner Kirchlichen Dogmatik den Gedanken einer analogia relationalis zwischen der innertrinitarischen Bezogenheit Gottes, seiner Bezogenheit als der eine Gott zum Menschen und der geschlechterspezifischen Relation von Frau und Mann. Ähnlich wie Rahner fasste Barth Gott als Ereignis der Offenbarung auf, dessen Struktur trinitarisch ist: Gott ist Subjekt (Vater), Inhalt (Sohn) und Geschehen (Geist) von Offenbarung. Somit wird der immanente (unsichtbare) Aspekt auf den ökonomischen (sichtbaren) rückbezogen, was auch als Neo-Modalismus eingeordnet wird.[41]

Demokratischer Säkularismus

Der christlichen Tradition der göttlichen Trinität entspringe das Motto der Französischen Revolution "Freiheit (Sohn), Gleichheit (Vater) und Brüderlichkeit (Heiliger Geist)", erklären Vertreter der Rechtsphilosophie.[42] Dieses politische Credo bildet die Grundlage der westlichen Demokratien. Auch die Präambel der Europäischen Grundrechtecharta greift diese Dreifaltigkeit im Verein mit der monistischen Idee der Menschenwürde auf.

Symbolische und bildliche Darstellungen

Analogien

Mit einem Kleeblatt soll der Heilige Patrick den Iren die Dreifaltigkeit erklärt haben

Analogien zur Trinität, die vor allem von Kirchenvätern verwendet wurden, meist mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie nur ganz unvollkommene Bilder, bzw. im Grundsatz falsch seien:

  • Tertullian gebrauchte für die Trinität die Bilder eines Baums: Wurzeln, Stamm und Zweige und das Wasser, das von der Quelle zum Bach und dann zum Fluss fließt.
  • Gregor Thaumatourgos und Augustinus von Hippo verglichen die Trinität mit der dreifachen Stufung der Natur des Menschen in Körper, Seele und Geist.
  • Basilius von Caesarea verglich das Konzept der Trinität mit dem Regenbogen: Sonne, Sonnenlicht und Farben.
  • Ebenfalls bei den Kirchenvätern findet sich das Bild von drei dicht aneinandergestellten Kerzen oder Fackeln, die mit einer einzigen Flamme brennen.
  • Aus neuerer Zeit gibt es die Analogie von Clive Staples Lewis, der die Trinität mit einem Würfel in seinen drei Dimensionen verglich.
  • Der Theologe David Clemens verglich die Trinität mit dem mathematischen Konzept von 1 x 1 x 1 = 1.
  • Andere Bilder sind die Sonne, ihr Licht und ihre Kraft oder die drei Aggregatzustände des Wassers: als kühlendes Eis, als erfrischendes Wasser, als wärmender Dampf.
  • Eine weitere Vorstellungsmöglichkeit ist die Gottheit in drei Personen, die daher Liebe, Gemeinschaft und Kommunikation inhärent als unverzichtbaren Teil ihres Wesens hat.
  • Der Heilige Patrick soll der Legende nach die Iren mit einem Kleeblatt über die Dreieinigkeit Gottes aufgeklärt haben: Klee besteht aus drei Blättern, diese bilden zusammen ein und dieselbe Pflanze.[43]

Symbole

Mikael Toppelius: Trinitarisches Symbol in der Kirche von Kempele, Finnland

Das bekannteste Zeichen der Dreieinigkeit ist das Dreieck. Es war schon ein Symbol der Manichäer. Dennoch bleibt es; nur wird versucht, seine neue christliche Bedeutung durch das Einfügen des Auges Gottes zu verstärken; das Auge ist bei vielen Völkern allerdings ein Symbol des Sonnengottes. Bekannt sind außerdem Kombinationen aus Christusmonogramm, Alpha und Omega und dem Kreuz mit dem Dreieck.[44]

Ein weiteres Symbol für die Dreifaltigkeit ist das Dreihasenbild, eine Darstellung von drei Hasen, die gemeinsam an drei Ohren hängen.

Geometrische Darstellung
Dreieinigkeit/Dreifaltigkeit. Blau: Dreifaltigkeit, türkis: Dreieinigkeit, grün: Monotheismus.

Die in der Grafik erkennbare geometrische Anordnung von drei sich überschneidenden Kreisen findet sich häufig als sog. Maßwerk (also schmückende ornamentale Formen) in der gotischen und neugotischen Baukunst. Beide im Folgenden erklärten Formen des Maßwerkes findet man in vielfach ausgeschmückter und auch unterschiedlich gedrehter Ausrichtung.

Das blau dargestellte Dreiblatt soll den einem Blattgewächs nachempfundenen Begriff der dreigliedrigen Ausfaltung der Aspekte Gottes darstellen: die Dreifaltigkeit. Das nach unten zeigende Blatt symbolisiert nach vereinzelten Quellen beispielsweise Jesus als „Ausfaltung“ aus dem Wesen Gottes, somit als „Ausdruck Gottes“ auf Erden. Diese Idee findet sich auch ausführlicher diskutiert bei Cusanus. Besonders relevant erscheint diese Darstellung und Deutung insbesondere im Hinblick auf die kontroverse Diskussion der Wesenheit Jesu im Rahmen des ersten Konzils von Nicäa.

Im türkisen Dreipass mit Kreisen dagegen, deren Berührungspunkte mit dem gemeinsamen Umkreis ein gleichseitiges Dreieck bilden, sollen die sich gegenseitig umfassenden Aspekte des Gottesbegriffes der Dreieinigkeit dargestellt sein.

Im heutigen Sprachgebrauch wird zwischen Dreieinigkeit (Dreipass) und Dreifaltigkeit (Dreiblatt) meist nicht unterschieden, obwohl es die oben angegebenen theologischen Diskussionen um den Unterschied der beiden Begriffe gibt.

Vereinfacht kann man sagen: „Dreifaltigkeit“ betont mehr die Unterscheidbarkeit der Trinität (nach innen), „Dreieinigkeit“ mehr die Einheit der Trinität (nach außen). Damit erscheinen beide Begriffe generell vereinbar, wenn auch im Detail deutlich unterscheidbar.

Farbzuordnungen

Die Flagge Äthiopiens hat ebenfalls eine dem religiösen Bereich zugeschriebene Deutung die Farben beziehen sich auf die christliche Dreifaltigkeit. Danach steht Grün für den Heiligen Geist, Gelb für Gott Vater, Rot für den Sohn. Gleichzeitig versinnbildlichen die Farben die christlichen Tugenden Hoffnung (Grün), Nächstenliebe (Gelb) und Glaube (Rot).

Bildliche Darstellungen

Renaissance-Gemälde von Jeronimo Cosida: äußerer Text: Der Vater ist nicht der Sohn, der Sohn ist nicht der Hl. Geist, der Hl. Geist ist nicht der Vater; innerer Text: Der Vater ist Gott; der Sohn ist Gott; der Hl. Geist ist Gott (lat.)
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Die älteste bildliche Darstellung beruht auf dem typologisch gedeuteten Besuch der drei Männer bei Abraham in Mamre (Gen 18,1–16 EU). Dabei werden drei gleich aussehende, junge Männer nebeneinander dargestellt. Das früheste erhaltene Beispiel findet sich in der Katakombe an der Via Latina und stammt aus dem 4. Jahrhundert. Spätere Darstellungen stellen die drei Männer an einem Tisch sitzend dar und fügen ihnen Merkmale der Engeldarstellung bei. Als Höhepunkt dieses Bildtyps kann die Ikone von Andrei Rubljow aus dem 15. Jahrhundert gesehen werden.

Eine andere figürliche Darstellung ist die Darstellung der Taufe Jesu. Dabei werden der Vater durch eine Hand und der Heilige Geist durch eine Taube dargestellt.

Im Mittelalter wird die Darstellung der gemeinsam thronenden Gestalten des greisen Vaters und des jugendlichen Sohnes üblich. Der Heilige Geist wird wieder als Taube dargestellt.

Mit der aufkommenden Passionsmystik entwickelt sich der Bildtyp des Gnadenstuhls. Der thronende Vater hält das Kreuz mit dem gekreuzigten Sohn während der Heilige Geist wieder als Taube dargestellt wird. Die frühesten erhaltenen Beispiele sind Gebets-Illustrationen in Messbüchern, das älteste davon im Missale von Cambrai aus den 12. Jahrhundert. In einer Weiterentwicklung des Bildtyps hält der Vater den vom Kreuz abgenommenen toten Sohn in den Armen.

Außer der Passion wird auch die Geburt Jesu für die Darstellung der Trinität genutzt. Der greise Vater und der Heilige Geist als Taube freuen sich über den als Säugling gezeigten Sohn. Beispiel hierfür ist die Darstellung der Geburt Christi in der Kirche von Laverna aus dem 15. Jahrhundert.

In der Volkskunst entwickeln sich auch Darstellungen der Trinität als eine Figur mit drei Köpfen oder mit einem dreigesichtigen Kopf (tricephalus). Diese Darstellung werden von der kirchlichen Autorität als mit dem Glauben unvereinbar abgelehnt, so z.B. durch das Verbot der Darstellung des Tricephalus durch Papst Urban VIII. 1628.

Eine spezielle Variante ist die Darstellung des heiligen Geistes als femininem Jüngling, wie etwa an einem Deckenfresko der St. Jakobuskirche von Urschalling bei Prien am Chiemsee aus dem 14. Jh.[45] oder in der Wallfahrtskirche Weihenlinden im 18. Jh., basierend auf Visionsberichten von Maria Crescentia Höss aus Kaufbeuren. Eine derartige Darstellung wurde allerdings dann von Benedikt XIV. mit dem Dekret Sollicitudine Nostrae von 1745 verboten.[46]

Dreifaltigkeitsfest

Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit (Sanctissimæ Trinitatis) wird in der Westkirche zu Trinitatis, dem Sonntag nach Pfingsten, gefeiert. In der Ostkirche gilt das Pfingstfest selbst als Fest der Dreifaltigkeit. Die Sonntage vom Dreifaltigkeitsfest bis zum Ende des Kirchenjahrs – die längste Zeitspanne im Kirchenjahr – werden als in der evangelischen Kirche als Sonntage nach Trinitatis bezeichnet.

Verbreitung

Der größte Teil der sich auf die christliche Bibel beziehenden Religionsgemeinschaften folgt dem trinitarischen Dogma. Sowohl die westlichen (römisch-katholische und evangelische) als auch die östlichen (östlich-orthodoxe und orientalisch-orthodoxe) Kirchen haben seit dem Ende des 4. Jahrhunderts durchgehend die Trinitätslehre vertreten.

In der Gegenwart ist die Trinität in der Verfassung des ökumenischen Rats der Kirchen aufgeführt und wird damit von allen ihm angeschlossenen (orthodoxen, anglikanischen, größeren evangelischen) Kirchen anerkannt und ebenso von der römisch-katholischen Kirche. Ebenso gehört das Bekenntnis der Trinität zu den Glaubensgrundlagen der evangelikalen Bewegung.

Für nichttrinitarische christliche Bewegungen, siehe Nichttrinitarier.

Vergleiche mit nichtchristlichen Religionen

Judentum

Das Judentum lehnt die Trinität grundsätzlich ab. Sie widerspricht dem jüdischen Zentralgedanken Schma Jisrael eines ein-igen Gottes in so elementarer Form, dass auch jede Annäherung nicht möglich ist. Auch der erwartete Messias ist im Judentum immer nur ein ganz normaler, möglicherweise ausgesprochen charismatischer, Mensch. Der in Buch Genesis angesprochene Geist wird als Lebensatem Gottes verstanden.

Hinduismus

Eine Trimurti ist im Hinduismus die Einheit der drei Aspekte von Gott in seinen Formen als Schöpfer Brahma, als Erhalter Vishnu und Zerstörer Shiva. Diese Dreiheit in der Einheit repräsentiert das formlose Brahman und drückt die schöpfenden, erhaltenden und zerstörenden Aspekte des höchsten Seienden aus, die sich gegenseitig bedingen und ergänzen. Shakti – Verehrer, die Anhänger der weiblich dargestellten Form Gottes, kennen auch eine weibliche Trimurti mit Saraswati der Schöpferin, Lakshmi der Erhaltenden und Kali der Zerstörerin.

Islam

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Die klassische islamische Theologie (Ilm al-Kalam) versteht die christliche Trinitätslehre als unvereinbar mit der Einheit Gottes (Tauhīd) und Unterfall dessen, dass dem einen Gott ein anderer „beigesellt“ wird (Schirk). Nur vereinzelt weichen heutige islamische Intellektuelle von dieser Einschätzung ab, um beispielsweise zu vertreten, dass der Koran nur ein Missverständnis christlicher Trinität, nämlich einen Dreigötterglauben (Tritheismus), ablehne.[47]

Die Trinität fasst der Koran auf als Dreiheit von Gott, Jesus und Maria. Maria sei demnach Teil der Trinität und werde von den Christen als Gott verehrt.[48]

„Und als Gott sprach: ‚O Jesus, Sohn Marias, warst du es, der zu den Menschen sagte: ‚Nehmt euch neben Gott mich und meine Mutter zu Göttern‘?“

Koran 5:116, Übersetzung von Khoury

Maria wird in keiner christlichen Kirche oder Sondergemeinschaft zur Dreifaltigkeit gezählt. Grund für das abweichende Verständnis des Islam könnte ein Missverständnis christlicher Marienverehrung oder die Bekanntschaft Mohammeds mit triadischen Vorstellungen östlicher Nachbarvölker gewesen sein. Wahrscheinlicher erscheint die Erklärung, dass das semitische Wort für „Geist“ feminin ist (hebräisch/aramäisch: רוח, ruach). Daraus könnte sich die falsche Vorstellung entwickelt haben, dass es sich um Gott Vater, Gott Mutter und Gott Sohn handele.

Die so verstandene Dreieinigkeit wird im Koran unter anderem an folgenden Stellen abgelehnt:

„Christus Jesus, der Sohn Marias, ist doch nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das Er zu Maria hinüberbrachte, und ein Geist von ihm. So glaubt an Gott und seine Gesandten. Und sagt nicht: Drei.“

Koran 4:171, Übersetzung von Khoury

„Er [Gott] hat nicht gezeugt, und Er ist nicht gezeugt worden.“

Koran 112:3, Übersetzung von Khoury

Dem entgegnen christliche Theologen, dass diese „sehr körperliche“ Vorstellung der Trinität nicht der Trinität entspreche, wie sie das Christentum versteht, das die absolute Geistigkeit Gottes betont: Der Sohn wird vom Vater gezeugt nicht auf körperliche, sondern auf geistige Weise. Ebenso geht der Heilige Geist – nach westkirchlicher Ansicht aus der Liebe von Vater und Sohn, nach ostkirchlicher Ansicht aus dem Vater – auf geistige Weise hervor.

Außerchristliche triadische Vorstellungen

Triaden in Mythologien

Göttliche Triaden (Dreiheiten, d. h. drei verschiedene, zusammengehörende Gottheiten), oft bestehend aus Vater, Mutter und Kind, sind aus den meisten Mythologien bekannt, beispielsweise in der römischen MythologieJupiter, Juno und Minerva oder Osiris, Isis, und Horus in der ägyptischen Mythologie.

Es wurden sogar vage „Anfänge von … Trinität“ bis auf ägyptische theologische Überlieferung zurückverfolgt.[49]

Daneben gibt es auch Triaden mit dem Konzept des Modalismus: Eine Gottheit erscheint in verschiedenen (oft auch drei) Gestalten: So wurden vorchristliche Göttinnen im asiatischen, kleinasiatischen und europäischen Raum (wie z. B. die keltische Morrigan oder die Matronen) oft als drei verschiedene Personen abgebildet: als Jungfrau („Liebesgöttin“), als Mutter („Fruchtbarkeitsgöttin“) und als Altes Weib („Todesgöttin“) – jeweils zuständig für den Frühling, den Sommer und den Winter – alles Manifestationen derselben Göttin.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Trinität)

 

   

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