JESUS – "der Sohn GOTTES" oder "Gott, der Sohn"?

Von Greg Deuble
JESUS - ‘God the Son’ or ‘The Son of God’?
http://www.thebiblejesus.org/articles.html

Ohne Zweifel werden viele Christen überrascht und vielleicht auch erschrocken darüber sein, dass die Überschrift dieses Artikels die Andeutung enthält, dass die Titel "Gott, der Sohn" und "der Sohn GOTTES" nicht ein und dasselbe bedeuten können. Für sie besteht zwischen dem einen oder dem anderen kein Unterschied. Beide Bezeichnungen sind für sie gleichwertig und deshalb gleichzeitig richtig. Für die meisten Gläubigen bedeutet Jesus "Sohn GOTTES" zu nennen in Wirklichkeit, dass er "Gott, der Sohn" ist. Ist das so und spielt das überhaupt eine Rolle?

Vor einigen Jahren hatte ich das Vorrecht, Professor Colin Brown zu treffen und einige Zeit mit ihm verbringen zu dürfen. Colin Brown war hoch angesehener Professor der systematischen Theologie im Fuller Seminar und außerdem Herausgeber des renommierten New International Dictionary of New Testament Theology. Als wir über die Identität Jesu als der Sohn GOTTES sprachen, gestand Dr. Brown überraschenderweise ein, dass

"die Krux bei dieser Sache ist, wie wir den Begriff ‚Sohn GOTTES‘ verstehen … Der Titel ‚Sohn GOTTES‘ für sich genommen, ist nicht die Ausweisung einer personalen Gottheit oder eine Formulierung für eine metaphysische Unterscheidung innerhalb der Gottheit. Ja, um ein ‚Sohn GOTTES‘ zu sein, muss man ein Wesen sein, das nicht GOTT ist! Es ist eine Bezeichnung für ein Geschöpf, das eine besondere Beziehung mit und zu GOTT hat. Vor allem bezeichnet es GOTTES Repräsentanten und Vertrauenspersonen, GOTTES Vizeregenten. Es ist eine Bezeichnung der königlichen Herrschaft und weist den König als den Sohn GOTTES aus." (1)

Für viele ernsthafte Gläubige wird es ein Schock sein, hören zu müssen, dass viele ihrer gescheitesten und höchst "orthodoxen" Theologen diesem Gedanken Dr. Colin Browns zustimmen: "Ja, um ein ‚Sohn GOTTES‘ zu sein, muss man ein Wesen sein, das nicht GOTT ist!"

Einer der führenden anglikanischen Gelehrten unserer Tage, Bischof N.T. Wright, warnt davor, unsere nachnicänischen Glaubensbekenntnisse zurück in die biblische Offenbarung von Jesus hineinzulesen:

"Auf der Gemeindeebene wird der Begriff ‚Sohn GOTTES‘, so gelesen, als ob die Jünger, wie auch Kaiphas bei dem Verhör, ihn im vollen nicänischen Sinne verstanden hätten … wir müssen betonen, dass die reguläre jüdische Bedeutung dieses Titels [‚Sohn GOTTES‘] im ersten Jahrhundert nichts mit einem beginnenden Trinitarismus zu tun hatte; er bezog sich auf den König als den Repräsentanten Israels. Israel war der Sohn JAHWES; der König, der kommen würde, um ihr Schicksal auf sich zu nehmen, würde diesen Titel auch benutzen." (2)

Wir wollen kurz die Wahrheit in Wrights Behauptung beweisen, dass in der Bibel die Bezeichnung ‚der Sohn GOTTES‘ "nichts mit einem beginnenden Trinitarismus zu tun hatte", sondern sich vielmehr "auf den König als den Repräsentanten Israels bezog." Mit anderen Worten: Dieser Titel ist keine Bezeichnung für jemanden, der GOTT selbst ist! Ala Dr. Brown.

James D.G. Dunn war einer der führenden Neutestamentler im Bereich der christologischen Studien. In seinem wegweisenden Buch Christology in the Making: An Inquiry into the Origins of the Doctrine of the Incarnation schreibt Dunn, dass wir in unserem Verständnis der Identität Jesu mit dem Titel ‚der Sohn GOTTES‘ beginnen müssen, da dieser Begriff in der frühen Christusrede von Jesus immer hervorstechend und in der Tat der zentrale und entscheidende christologische Titel war. Er fragt: "Was also haben die ersten Christen (und Jesus selbst) gemeint, wenn sie von Jesus als GOTTES Sohn oder Sohn GOTTES oder Sohn des Vaters gesprochen haben?"

Dunn empfiehlt uns dann zusammen mit Brown und Wright, den Stimmen der frühen Kirchenväter, der Konzile und der Dogmatiker in allen Jahrhunderten kein Gehör mehr zu schenken, falls sie das neutestamentliche Zeugnis übertönen und tatsächlich etwas anderes sagen. (3)

Im Weiteren kommt Dunn zu dieser erstaunlichen Schlussfolgerung:

"Vielleicht ist das Verblüffendste von allem in der Palette der untersuchten Materialien (er meint die biblischen und die außerbiblischen Quellen, wie die Apokryphen und die Schriftrollen vom Toten Meer), dass die Vorstellung von einem Sohn GOTTES oder von einer göttlichen Person, die [buchstäblich] aus dem Himmel auf die Erde herabsteigt, um die Menschen zu erlösen, überraschenderweise abwesend ist …" (S. 18)

Karl-Josef Kuschel hat eine klassische Studie zu der Frage vorgelegt, ob der Sohn GOTTES wirklich vor seinem Erscheinen auf der Erde im Himmel existiert hat. Auch seine Schlussfolgerung lautet:

"Der für Jesus benutzte Titel "Gottessohn" hat seinen Ursprung in der israelitischen Königsideologie" … [dann zitiert er den Tübinger Alttestamentler Herbert Haag, der zustimmend sagt]: "Der Titel ‚Sohn Gottes‘ bedeutet im Alten Testament und im frühen Judentum Geschöpflichkeit, Erwählung und Intimität, nicht aber Messianität und noch weniger Göttlichkeit." (4)

Auch hier ähnliche Töne wie bei Dr. Colin Brown, Wright und Dunn, nach denen ein Sohn GOTTES jemand sein muss, der nicht GOTT ist! Ein anderer bringt seine Bedenken so zum Ausdruck:

"Wie kann Jesus der Sohn GOTTES sein und zur gleichen Zeit auch noch ‚Gott‘ genannt werden? Mich hat das Wort ‚Sohn‘ in Schwierigkeiten gebracht. Es weist darauf hin, dass er geboren wurde und einen Anfang hat. Weil GOTT ewig ist und keinen Anfang und kein Ende hat, stellt sich die Frage, wie Jesus GOTT sein kann?" (5)

Diese Auswahl ernsthafter Wissenschaft ist keine Auflistung von theologischen Leichtgewichten; sie kann leicht um ein Vielfaches erweitert werden. Diese Männer sind keine theologischen Pfuscher, einsame Kämpfer oder Scharlatane. Sie stammen aus der Gruppe der evangelikalen und angesehenen "Orthodoxie". Ihre wissenschaftlichen Hinweise zu ignorieren, bedeutet, sich auf einem Weg zu bewegen, der möglicherweise zu einer Irreführung unseres Verständnisses von Jesus, dem Sohn GOTTES, führt.

 

Der jüdische Hintergrund von "Sohn GOTTES".

Das Dictionary of the Later New Testament & Its Developments gibt einen Überblick über den jüdischen Hintergrund des Begriffes "Sohn GOTTES". In der jüdischen Kultur wurde der Begriff auf Israel selbst bezogen (2. Mo 4, 2; Jer 31, 9; Hos 11, 1), auf Führungspersonen dieses Volkes (5. Mo 4, 22; Jes 1, 2; 43, 6; Jer 3, 22; 31, 9), auf Engel und andere himmlische Wesen (1. Mo 6, 2-4; 5. Mo 32, 8; Hiob 1, 6-12; 2, 1-6), auf den König (2. Sam 7, 14; 1. Chron 17, 13; 22, 10; 28, 6) und auf den Messias (letzerer in der zwischentestamentlichen Literatur) …

"Damit wird jedoch keine göttliche Gestalt bezeichnet, die als Überbringer des Heils vom Himmel herabsteigt, es sei denn, es seien Engel als Boten oder Vertreter GOTTES gewesen … Im Gegenteil, wenn der Status "Sohn GOTTES" jemandem übertragen wurde, war es die Anerkennung eines besonderen Verdienstes. Wir müssen deshalb dieser Literatur erlauben, die Natur und die Bandbreite der Bedeutung des Begriffs für die frühe Christenheit zu bestimmen." (6)

Was stand da eben? Lesen unsere Pastoren und sonstigen Amtsträger nicht, was ihre eigenen Gelehrten schreiben und denken sie nicht darüber nach? Sie sind glücklich, dass ihre Gemeindeglieder ruhig in den Reihen sitzen und nicht das umfangreiche Beweismaterial untersuchen wollen, um zu festzustellen, ob alles stimmt, was man ihnen so sagt. Offensichtlich bedeutet das gute Beispiel der "edelgesinnten" Beröer, die täglich "untersuchten", was Paulus sagte, um festzustellen, ob seine Verkündigung im Einklang mit der Schrift war, für die heutigen Gläubigen nur wenig (Apg 17, 11). Hier gibt es gewichtige Gründe, die zu bedenken sind!

 

Nicht biblische Beschreibungen

Wenn die Bezeichnung "Sohn GOTTES" bedeutet, dass man nicht GOTT ist, dann stehen wir sofort im Widerspruch zu der offiziellen Dreieinigkeitslehre. Diese Lehre steht und fällt mit der Frage, ob Jesus "Gott, der Sohn" ist, der eine ewige Gemeinschaft mit "Gott dem Vater" und mit "Gott dem Geist" bildet. Die nicänische Lehre von der "ewigen Zeugung" des Sohnes ist das Fundament dieser Lehre. Wie umschiffen die Trinitarier nun diese solide gegründete Klippe, dass Jesus in der Bibel nur "der Sohn GOTTES" und kein einziges Mal "Gott, der Sohn" genannt wird? Ganz einfach! Sie führen neue, nicht biblische Beschreibungen und Begriffe ein. Es ist der alte Taschenspielertrick. Sie sagen einfach nur: "Jesus ist der ewig gezeugte Sohn" und fügen dieses in ein Glaubensbekenntnis ein, das dann von allen zu rezitieren ist. Wenn man einfach nur oft genug sagt: "Jesus ist Gott, der Sohn", dann wird das Volk es schon schlucken.

Die fortdauernde Praxis, nicht biblische Formulierungen einfügen zu müssen, um eine Glaubensvorstellung rechtfertigen zu können, sollte bei jedem ernsthaften Bibelleser die Alarmglocken läuten lassen. Denn schließlich hat GOTT entschieden, durch ein Buch mit inspirierten Worten zu uns zu reden. Es ist unsere Verantwortung, SEINE Autorität anzuerkennen und vernünftig zuzuhören. Es steht uns nicht frei, uns aus SEINER Offenbarung, von der Jesus sagt, dass sie nicht vergehen wird, bis alles erfüllt ist, nur das herauszusuchen, was uns gefällt oder sie zu verändern.

Es ist nun einmal eine unwiderlegbare Tatsache, dass es in der Bibel keine solche Person wie einen "ewig gezeugten Sohn" gibt.

 

Der Sohn GOTTES ist im "Heute" gezeugt.

In der Bibel wurde der Sohn GOTTES in der Zeit und nicht in der Ewigkeit gezeugt, was ich jetzt beweisen werde. Zunächst genügt es, wenn ich sage, wenn es keine Person wie den "ewig gezeugten Sohn" gibt, dann ist die Dreieinigkeitslehre ein totgeborenes Kind!

In der Bibel hat der "Sohn GOTTES" keinen Anfang, der irgendwo ganz weit zurück in einer zeitlosen Ewigkeit liegt. Der Sohn ist in der Zeit "gezeugt" worden, an einem bestimmten Punkt in der Geschichte, der in der Bibel "Heute" genannt wird. In einem messianischen Psalm verfügt GOTT in prophetischer Weise gegenüber SEINEM [noch zukünftigen] Sohn:

MEIN Sohn bist du, ICH habe dich heute gezeugt. (Psalm 2, 7)

Mein Wörterbuch definiert das Wort "zeugen" wie folgt: 1.) Sich fortpflanzen oder erzeugen (hauptsächlich für das männliche Elternteil verwendet). 2.) Verursachen, als Ergebnis hervorbringen. (7) Somit bedeutet gezeugt zu sein, einen Ursprung, einen Anfang zu haben, ins Dasein gebracht, gebildet worden zu sein, in Existenz zu kommen. Das ist auch die Definition der Bibel, wie ich noch zeigen werde. Sowohl in unserer Sprache als auch in der biblischen Definition beinhaltet "zeugen" ein Vorher und ein Danach, einen Anfangspunkt.

In Psalm 2 heißt es, dass der Sohn "heute" gezeugt worden ist und es ist Fakt, dass ein Tag keine zeitlose Ewigkeit ist! "Heute" ist ein Augenblick in der Zeit, ein Zeitpunkt in der Geschichte. Wie unsinnig ist es dann, von jemandem zu sprechen, der ewig ins Dasein kommt! Welch eine Scharlatanerie ist es, jemanden als "ewig geschaffen" zu beschreiben, was nichts anderes bedeutet, dass er einen anfanglosen Anfang hat!

Das ist ein sich Ausdenken von eigenen privaten Wortbedeutungen, um damit eine philosophische Spekulation zu rechtfertigen. Wenn die Kirchen erklären, dass Jesus der "ewig gezeugte Sohn" ist, dann verursachen sie damit einen Widerspruch in sich, in dem sie von einer fortwährenden Existenz sprechen, die niemals in Existenz kommt! Das ist doch völliger Quatsch.


Der Engel Gabriel erklärt, wer der Sohn GOTTES ist.

Wir wollen einmal zuhören, wie der Engel Gabriel die Zeugung des Sohnes GOTTES beschreibt:

Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige (Kind), das geboren werden wird, Sohn GOTTES genannt werden. (Luk 1, 35)

Wir tun gut daran, unser Bekenntnis bezüglich der Frage, wer der Sohn GOTTES ist, an dem, was Gabriel sagt, auszurichten. Schließlich war Gabriel "von GOTT gesandt" (Luk 1, 26) und es wird gesagt, dass "er vor GOTT steht" (Luk 1, 19). Nicht auf Gabriel zu hören, hat dazu geführt, dass ein Mensch auf der Stelle stumm geworden ist (Luk 1, 20)! Also hört zu, ihr lieben Menschen! Gabriel sollte doch gewusst haben, wer der Sohn GOTTES ist. Sollen wir ihn einmal fragen? "Lieber Gabriel, wer ist der Sohn GOTTES?"

Antwort: 1.) Er ist der Sohn Marias, aber er hat keinen menschlichen Vater und trotzdem ist er ein menschliches Wesen. 2.) Er ist durch GOTTES unmittelbare und Wunder wirkende Gegenwart "gezeugt" worden, die über Maria gekommen ist. Hier wird Gabriel ganz genau --- "Aus diesem Grund" --- wird das heilige Kind der Sohn GOTTES sein. Die Sohnschaft Jesu leitet sich davon ab, dass er auf wunderbare Weise von GOTTES heiligem Geist in Maria gezeugt worden ist. Damit erklärt Gabriel, dass der Sohn GOTTES (gemäß des prophetischen Wortes) "heute" in Maria gezeugt worden ist, zu existieren beginnt, erzeugt worden ist, gebildet worden ist, veranlasst worden ist, zu existieren, ins Dasein gebracht worden ist! Das heißt, dass die Sohnschaft Jesu in der realen "heutigen" Zeit beginnt und nicht in einer zurückliegenden himmlischen Ewigkeit. Im Klartext gesprochen will Gabriel uns wissen lassen, dass der Sohn GOTTES per Definition ein von GOTT auf übernatürliche Weise in Maria gezeugter Mensch ist. Verneinend gesagt, bedeutet dies, dass der Sohn GOTTES vor seinem Anfang an diesem Punkt der Geschichte nicht als Person präexistiert hat. Denn schließlich kann niemand --- nicht einmal GOTT --- vor seiner eigenen Existenz präexistieren! Bereits in Existenz zu sein und dann anfangen zu existieren, sind sich gegenseitig ausschließende Vorstellungen. Wie ich bereits gesagt habe - nicht einmal GOTT kann dies tun!

Professor Anthony Buzzard bemerkt sehr prägnant:

"Einen gezeugten Sohn gibt es nicht mehr, sobald man sagt, dass der Sohn vor seiner Zeugung bereits existierte."

Und Eric Chang fragt:

"Im Lukasevangelium wird uns erklärt, dass ihm der Titel ‚Sohn GOTTES‘ (Luk 1, 35) wegen seiner jungfräulichen Geburt verliehen wurde. Dass dieser Titel nicht dazu gedacht war, die Vorstellung von einer Gottheit oder Göttlichkeit zu vermitteln, scheint klar aus der Tatsache hervorzugehen, dass nur zwei Kapitel weiter Adam ebenfalls ‚Sohn GOTTES‘ genannt wird (Luk 3, 38). Gerade wegen dieser Geburt kann Jesus auch ‚der einzige gezeugte‘ genannt werden, weil kein anderer jemals auf diese Weise gezeugt wurde. Warum müssen wir unsere eigenen Ideen in diesen Begriff hineinlesen, wenn uns die Schrift doch vollkommen verständliche und einleuchtende Erklärungen gibt?" (8)

Natürlich können wir uns unseren eigenen theologischen märchenhaften Wandteppich eines selbst erdachten Glaubens weben und uns auf das ‚Es ist ein Geheimnis‘ berufen. Vielleicht wird auch ein Blizzard mysteriösen magischen Goldstaub in alle klaren Sinne und die normale Sprache schneien lassen, wenn wir uns das nur lange genug und laut genug vorsagen. (Meine Aussie-Kumpels würden dies nicht Goldstaub sondern Bull-dust nennen, was in ihrem Fall noch sehr höflich ausgedrückt wäre!)

Um eine von Menschen erdachte Theorie aufrecht zu erhalten, hilft es nicht, wenn man sagt, dass mit der jungfräulichen Geburt eine neue "Phase" in der Existenz des Sohnes begann. Das wäre eine Transformation und kein Anfang. Das wäre eine Transmutation und keine Entstehung. Das wäre eine Reinkarnation in umgekehrter Reihenfolge! Es geht auch nicht an, dass man sagt, dass dies der Anfang seiner menschlichen Natur war. Nein. Sorry. Der Engel Gabriel sagt, dass das Wunder der jungfräulichen Zeugung der Zeitpunkt war, als die Existenz des Sohnes GOTTES begann! Gabriel wusste nichts von einer personenhaften Präexistenz des Sohnes GOTTES; niemand in der Schrift hat ihn ‚Gott, der Sohn‘ genannt, der seine Natur oder seinen Status verändert hat. Und wenn die Kirchen weiterhin auf etwas anderem bestehen, dann wird ihr Zeugnis geschwächt, wenn nicht gar verstummen, wenn sie missachten, was Gabriel gesagt hat, der vor dem Allmächtigen steht.

 

Der Sohn GOTTES ist der messianische König

Hier nun ein Punkt, der selten erwähnt wird. Bist du schon einmal auf die nicht zu trennende Verbindung aufmerksam geworden, die der Engel Gabriel zwischen den anschaulichen Bezeichnungen "König Israels" und "Sohn GOTTES" gezogen hat? Mit anderen Worten: Vor Lukas 1, 35 teilt Gabriel einige wichtige Dinge Maria mit. Er beleuchtet ausführlich den Zusammenhang, warum Jesus "Sohn GOTTES" genannt werden wird.

Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der HERR, GOTT, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein. (Luk 1, 31-33)

Laut Gabriel ist Jesus aus genau zwei Gründen als "Sohn GOTTES" qualifiziert: 1.) Sein Königtum in einem Königreich, das für immer Bestand haben wird und 2.) Seine übernatürliche Zeugung. (9)

Dunn fast das biblische Zeugnis sehr schön zusammen:

"Matthäus denkt an die Sohnschaft Jesu mit einem Bezug auf eine Mission, die die Bestimmung Israels erfüllen wird und datiert den Beginn der göttlichen Sohnschaft Jesu auf seine Empfängnis durch die Kraft des Geistes. Auch Lukas … präsentiert uns die Empfängnis Jesu durch die Kraft des Geistes als den Zeitpunkt, an dem der Sohn GOTTES in Existenz kam." (10)

Sehr gut! Ich hätte es nicht besser sagen können. Fassen wir das zusammen, so sehen wir, dass Jesus genau deswegen der Sohn GOTTES ist, weil GOTT zum einen erklärt hat, dass Jesus der messianische König sein wird, der auf dem Thron seines direkten Vorfahren David sitzen wird, und zum anderen, dass ER sein Vater ist, DER ihn an einem bestimmten "Heute" in der Geschichte in Maria auf wunderbare Weise "gezeugt", geschaffen, ins Dasein gebracht hat.

 

Jesus glaubte, dass seine Existenz in der Zeit begann.

Als Jesus vor Pilatus stand, verband er diese zwei Kriterien, die der Engel Gabriel als Nachweis seiner Identität genannt hatte:

Da sprach Pilatus zu ihm: "Also bist du doch ein König?" Jesus antwortete: Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe." (Joh 18, 37)

Jesus behauptete, dass er der König eines Königreichs ist, das nicht von dieser Welt ist, und dass er deshalb "geboren" wurde. Das hier stehende griechische Wort für geboren ist unser Wort für "gezeugt" oder "zu existieren beginnen" (gegennemai; Perfekt Passiv; Indikativ; 1. Pers. Sing.) Gemäß seinem eigenen Zeugnis war Jesus gezeugt, ins Dasein gekommen; d.h. dass er einen Anfang hatte, mit der Bestimmung, ein Königreich zu erhalten. Wir haben also das gemeinsame Zeugnis von Gabriel und von Jesus, warum und wie Jesus der Sohn GOTTES ist. (11)

J.O. Buswell, Ph.D., ehemaliger Dekan des Graduate School College in St. Louis, Missouri, untersuchte die Frage des Beginns des Sohnes GOTTES und kam zu folgendem Schluss:

"Die Vorstellung, dass der Sohn vom Vater in der zurückliegenden Ewigkeit gezeugt wurde - nicht als ein Ereignis, sondern als eine nicht zu erklärende Beziehung,- ist in der christlichen Theologie seit dem 4. Jahrhundert allgemein anerkannt und wird bis heute so beibehalten … Wir haben alle Fälle untersucht, in denen "gezeugt" oder "geboren" oder andere sinnverwandte Worte auf Christus bezogen wurden und wir können mit Gewissheit sagen, dass die Bibel nichts über ein "zeugen" im Sinne einer ewigen Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn sagt." (12)

Das heißt, dass es in der Bibel kein solches Wesen wie den "ewig gezeugten Sohn" oder den "Gott, der Sohn" gibt! Wäre es nicht endlich an der Zeit, die biblische Bedeutung des Begriffes "Sohn GOTTES" aus der Gefangenschaft der jahrhundertealten kirchlichen Tradition und der Zeit des Verschweigens zu befreien? Als Petrus bekannt hat, dass Jesus "der Christus, der Sohn des lebendigen GOTTES" ist, wurde er von Jesus gelobt und es wurde ihm gesagt, dass dies das Bekenntnis ist, auf dem die Gemeinde Jesu gebaut werden wird (Matth 16, 16f). Für Jesus war dieses Bekenntnis von Petrus der Eckstein für den wahren christlichen Glauben und alle sollten beachten, dass Petrus nicht bekannt hat, dass Jesus "Gott, der Sohn" ist!

Hier einige überzeugende Aussagen, die sich zusammenfassend gegen den Unsinn wenden, von der "ewigen Zeugung" oder von "Gott dem Sohn" zu sprechen, und die darauf hinweisen, welch eine schwerwiegende Abkehr dies von dem "ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben" ist …

"In der unangemessenen Missachtung des jüdischen Verständnisses … und der Worte des Engels Gabriel … verwarf die Kirche die lange bewährte und vielfach bestätigte Definition von ‚Sohn GOTTES‘, die von den Schriften und den jüdischen Propheten zur Verfügung gestellt wird. Ab dem Jahr 200 n.Chr. haben Nichtjuden diesen Begriff mit neuen und verunstaltenden Schlussfolgerungen versehen und haben sich dann darangemacht, den Begriff in den bastardierten Hybriden "Gott, der Sohn" zu verändern, ein Begriff, der später verheerenden Schaden und Trennung in der Kirche bewirkte, weil mit ihm die Verbindung zu seinen jüdischen Wurzeln für immer durchtrennt wurde. Als Ergebnis wurde dem Sohn ein ‚anfangloser Anfang‘ gegeben und ein sogenanntes "ewiges Hervorgehen‘. Unmittelbar darauf folgten die Lehren von der Gottheit Christi und der Dreieinigkeit Gottes. Ihre neu zusammengebraute Religion, zu der sich die Kirche selbst bevollmächtigt hatte, wurde zu etwas, von dem weder die Torah noch die alten Propheten [die alttestamentlichen Schriften] wussten. Ihr ist es gelungen, etwas zu erschaffen, was völlig fremd und verschieden von dem ist, was von dem wahren König und Messias Israels prophezeit war." (13)

Glaubst du, dass diese Gedanken zu scharf ausgedrückt sind? Nun, sie stammen von einem Hebräisch sprechenden Juden, der an Jesus, unseren Herrn und Messias, glaubt. Steht es ihm nicht zu, sich darüber gekränkt zu fühlen, wie die Identität von Jesus, dem Sohn GOTTES, durch raffinierte heidnische Sophisterei verfälscht worden ist?

 

Sola scriptura?

Außerdem kann ich nicht verstehen, wie meine eigene Glaubensgemeinschaft, die Gemeinden Christ, die dieses wertvolle Erbe haben: "Sprechen, wo die Bibel spricht", heute fast überall darauf pochen, dass unser Bekenntnis Jesus als "Gott, der Sohn" als wesentlichen Bestandteil beinhalten muss. Gewiss, die Schrift spricht Dutzende Male von Jesus als dem "Sohn GOTTES", aber nirgendwo taucht der Titel "Gott, der Sohn" auf, - kein einziges Mal! Von daher ist die Bezeichnung Jesu als "Gott, der Sohn", eine Abkehr von den Worten und der Offenbarung der Schrift, von der wir alle unerschrocken behaupten, dass sie unsere einzige Autorität in Glaubensdingen ist.

 

Abschließende Warnung!

Dr. Brown, den ich am Anfang dieses Artikels erwähnte, sagt:

"Um ein ‚Sohn GOTTES’ sein zu können, muss man ein Wesen sein, das nicht GOTT ist! Es ist eine Bezeichnung für ein Geschöpf und weist auf dessen besondere Beziehung zu GOTT hin. Insbesondere kennzeichnet sie GOTTES Repräsentanten, GOTTES Vizeregenten. Es ist eine Bezeichnung der Königschaft und identifiziert den König als GOTTES Sohn."

Dr. Brown hört auf den Engel Gabriel! Wenn wir jedoch nicht auf Dr. Brown und andere hören wollen und fortfahren, an einer Lehre von einer fiktiven Person zu bauen, die ‚Gott, der Sohn‘ genannt wird, und wenn wir nicht Gabriel beherzigen wollen und nicht das eigene Zeugnis Jesu, wie und warum er der Sohn GOTTES ist, dann sollten wir besser auf diese Warnung hören, dass jeder, der den Worten des Buches GOTTES Dinge hinzufügt … Okay, ihr kennt diese Warnung, deshalb möge sie jeder sich zu Herzen nehmen (Off 22, 18)!

 


  1. Brown, Colin. "Trinity and Incarnation: In Search of Contemporary Orthodoxy", Ex Auditu, 1991, S. 87-88 (Italics original).
  2. Wright, N.T. Jesus and the Victory of God. Christian Origins and the Question of God, vol. 2. Fortress Press, Minneapolis. 1996. S.10,485-486, (italics original).
  3. Dunn, James D. G. Christology in the Making: An Inquiry into the Origins of the Doctrine of the Incarnation. Second Edition. SCM Press Ltd. London. 1989. S. 7.
  4. Kuschel, Karl-Josef. Born Before All Time? The Dispute over Christ’s Origin, Crossroad, NY1992. S.236,237.
  5. Hocking, David L. The Nature of God in Plain Language. Waco, Word Book Publishers, 1984, S. 76
  6. The Dictionary of the Later New Testament & Its Developments: A Compendium of Contemporary Biblical Scholarship. Editors: Ralph P. Martin & Peter H. Davids. IVP. Downers Grove Ill, Leicester, Eng. 1997. "Son of God" entry, S. 1112.
  7. Macquarie Encyclopedic Dictionary: The Signature Edition. Australia’s Heritage Publishing Pty Ltd, Sydney, Australia. 2011.
  8. Chang, Eric H.H. The Only True God: A Study of Biblical Monotheism, Xlibris Corp., 2009. S. 278.
  9. Es mag vielen Lesern unserer Bibeln überraschend vorkommen, dass Matthäus schreibt, dass Jesus Christus eine "genesis" hat. Die in unsere Sprachen übersetzten Bibeln sprechen von dem "Buch des Ursprungs Jesu Christi" und von der "Geburt Jesu Christi", wobei aber in beiden Fällen das griechische Wort "genesis" ist (Matth 1, 1+18). Auch Lukas benutzt dieses gleiche Wort, aber die in deine Sprache übersetzte Bibel verschleiert diese Tatsache wieder, in dem "genesis" mit "Geburt" übersetzt wird (Luk 1, 14).
  10. Dunn, James D.G. Christology in the Making: An Inquiry into the Origins of the Doctrine of the Incarnation. Second Edition. SCM Press Ltd. London. 1989, S. 59.
  11. Für die sprachtechnisch interessierten Leser merkt das New International Dictionary of New Testament Theology and Exegesis an (herausgegeben von Dr. Colin Brown): "Das Verb gennao wird als kausale Form von ginomai verstanden." Und ginomai wird definiert als: "sein, ins Dasein kommen, geboren werden, gemacht werden, geschaffen werden, werden, zustande kommen, geschehen." Einige Ausleger versuchen zu behaupten, dass, wenn Psalm 2, 7 im NT zitiert wird, er sich nur auf die Auferweckung und Erhöhung Jesu bezieht und nicht auf seinen Anfang durch die Zeugung in Maria. Aber hier in Johannes 18 – vor seiner Kreuzigung und Erhöhung - erklärt Jesus sich mit Gabriel einverstanden, dass der Sohn durch seine wunderbare Empfängnis ins Dasein gekommen ist!
  12. Uriel ben-Mordechai. If? The End of a Messianic Lie, Above and Beyond Ltd., Jerusalem. 2011. S. 194.
  13. A Systematic Theology of the Christian Religion, Zondervan, 1962, S. 110.

 

   

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