Verschiedenes

Hier sind meines Erachtens Interessante Artikel von verschiedenen Autoren, die z.T. aus dem Englischen übersetzt wurden. Die jeweilige Quelle ist angegeben.

Der Bund eines guten Gewissens - die Notwendigkeit der Erwachsenentaufe

Von einer Bekenntnishandlung im Urchristentum zum Sakrament mit Nebenwirkungen
(Quelle: http://www.christadelphian.de/artikel/erwachsenentaufe.pdf)

Was versteht man heute unter Taufe?

Wann haben Sie das letzte Mal etwas über eine Taufe in der Zeitung gelesen? Ich meine jetzt nicht die Taufen bei den Familiennachrichten, sondern Taufen zu aktuellen Anlässen. Wer oder was wurde getauft? Wie wurde getauft? Zwei Zeitungsausschnitte sollen Ihnen zeigen, was man heute allgemein unter "Taufe" versteht: Bei den Kieler Howaldtswerken-Deutsche Werft AG (HDW) fand im April 1988 das erfreuliche Ereignis einer Doppeltaufe statt. Zwei Supercontainerschiffe wurden getauft! Eines dieser Schiffe erhielt den Namen "President Kennedy", das andere wurde mit dem Namen "President Truman" benannt. Die Taufe wurde vollzogen, indem man eine Sektflasche am Bug der Schiffe zerschellen ließ. War das eine Taufe? - Nun, man sagt so, obwohl eine Taufe nach dieser Zeremonie nichts anderes ist als eine Namensgebung. Mit dem biblischen Begriff Taufe hat das absolut nichts zu tun. Denn würde man ein Schiff nach biblischer Weise richtig taufen, wäre das kein besonderer Glückstag für die Werft, weil taufen nämlich ganz untertauchen bedeutet! Ein weiterer Zeitungsbericht über die gewöhnliche Vorstellung der Taufe in unseren Tagen war am 28. September 1989 in der "Essdinger Zeitung" zu lesen. Unter der Überschrift "Taufe im Bierzelt: Sina schlief selig" war zu lesen: "Die Hauptperson des Wasengottesdienstes war Sina Weeber. Geboren wurde die Schaustellertochter erst vor sechs Wochen - gerade noch rechtzeitig, um standesgemäß auf dem Wasen getauft zu werden. Schließlich wird das kleine Mädchen vorwiegend auf Festen aufwachsen. Die nötige Ruhe für ein bewegtes Leben bewies die Kleine zumindest bei ihrer Taufe: Selig schlummernd ließ sie alles über sich ergehen und protestierte nicht einmal gegen das "Taufwasser". War das eine Taufe? - Nun, man sagt so, aber es war zum einen auch nur eine Namensgebung, denn Sina erhielt ihren "Taufnamen", wie man den Vornamen auch nennt, und zum andern war es die Aufnahme in eine Kirche, der sie nun unfreiwillig angehört. Mit dem biblischen Begriff der Taufe hatte auch das allerdings nichts zu tun. Denn Sina war ja offensichtlich völlig unbeteiligt bei dieser Handlung.

Diese beiden Beispiele zeigen, was heute landläufig unter "Taufe" verstanden wird. Es ist in erster Linie eine Namensgebung. Selbst Schiffe werden "getauft", indem man sie vor dem Stapellauf mit einem Namen versieht. Wie unsinnig es ist, eine solche Namensgebung mit dem Wort "Taufe" zu bezeichnen, wird uns bewusst, wenn wir die Antwort kennen auf die Frage: Was versteht Gottes Wort unter Taufe?

Taufe bedeutet untertauchen

Der Täufling wird also völlig im Wasser untergetaucht als Symbol des Begrabenseins. Sowohl Jesus Christus als auch seine Jünger tauchten tief und vollständig im Wasser unter bei ihrer Taufe. Das wird aus den Aussagen der Heiligen Schrift deutlich, die betonen, dass man zur Taufe in das Wasser steigen musste und dass dort getauft wurde, wo viel Wasser war: "Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Er aber wehrte es ihm und sprach: ,Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?' Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: ,Lass es jetzt zu; denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen!' Da ließ er es ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser, und siehe, da tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und über ihn kommen. Und siehe, es kam eine Stimme vom Himmel, die sprach: ,Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!" (Matth 3,13-17; Mark 1,9-10) "Aber auch Johannes taufte in Enon, nahe bei Salim, weil viel Wasser daselbst war. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen" (Joh 3.23). Den Sinn der Taufe, das Begrabenwerden mit Christus, drückt nur die Taufe aus, die durch völliges Untertauchen im Wasser vollzogen wird. Sehen wir uns auch dazu ein paar wichtige Schriftstellen an: "Als sie aber des Weges dahinzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer spricht: ,Siehe, hier ist Wasser! Was hindert, dass ich getauft werde?' Da sprach Philippus: , Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen.' Er antwortete und sprach: ,Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist!' Und er hieß den Wagen stille halten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog seine Straße fröhlich" (Apg 8,36-39). "Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir auf Jesum Christum getauft sind, auf seinen Tod getauft wurden? Wir sind, also mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf dass, gleichwie Christus ist auferweckt worden von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln" (Röm 6,3-4). Die Taufe ist ein tatsächliches Untertauchen des Gläubigen, sie bedeutet das Begrabenwerden im Wasser. Das geht sowohl aus dem im "Neuen Testament" verwendeten Wort "baptizo" hervor als auch aus der Definition im Brockhaus, der erklärt: "Taufe (german. ,untertauchen'; aus gotisch: ,daupjan')". Sehen wir uns eine der aussagekräftigsten Schriftstellen über die Taufe in der "Griechisch-Deutschen InterlinearÜbersetzung des Neuen Testaments" (S. 220) an. Im Markusevangelium lesen wir: "Der gläubig Gewordene und Getaufte (= baptisdeis) wird gerettet werden, aber der nicht gläubig Gewordene wird verurteilt werden" (Mark 16,16). Im "Griechisch-Deutschen Schul- und Handwörterbuch" (S.153) finden wir als Übersetzung des griechischen Wortes

"bapto": (ein)tauchen, tränken, färben, untertauchen, untersinken.

So gibt das Wort Gottes in der Bibel eine klare und eindeutige Aussage über die Form der Taufe: Es muss dazu viel Wasser vorhanden sein, um den Täufling untertauchen, um ihn im Wasser begraben zu können. Sehen Sie jetzt, wie irreführend es ist, von einer Schiffstaufe zu reden? Ein im wahrsten Sinne des Wortes "getauftes" Schiff würde am Meeresgrund liegen. Und das wünscht sich wohl keine Schiffswerft von ihrem neuesten Produkt, oder? Um nun beurteilen zu können, ob die "Taufe im Bierzelt" von Sina Weeber auf dem Cannstatter Wasen gemäß der Anweisung Jesu vollzogen wurde, und ob dabei alle Voraussetzungen erfüllt wurden, damit sie eine gehorsame Nachfolgerin Jesu Christi wird, sollten wir uns anhand des Wortes Gottes über die Bedeutung der Taufe informieren:

Die Bedeutung der Taufe

Fragen wir also die Bibel: "Welche Bedeutung hat die Taufe?" Sie antwortet: Die Taufe hat mehrere Bedeutungen:

1. Sie erinnert uns daran, dass der Herr Jesus begraben wurde und auferstanden ist und zeigt uns, wie wir durch die Taufe seines Todes und seiner Auferstehung teilhaftig werden können: "Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir auf Jesum Christum getauft sind, auf seinen Tod getauft wurden? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf dass, gleichwie Christus ist auferweckt worden von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln" (Röm 6,3-4).

2. Sie erinnert uns daran, dass wir wegen unserer Sünden den Tod verdient haben. Indem der ganze Mensch im Wasser untergetaucht wird, geben wir zu erkennen, dass wir mit Sicherheit sterben müssen: "Denn wenn wir mit ihm verwachsen sind zur Ähnlichkeit seines Todes, so werden wir es auch zur Auferstehung sein; wissen wir doch, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt wurde, auf dass der Leib der Sünde abgetan sei, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen; denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde losgesprochen" (Röm 6,5-7).

3. Sie erinnert uns daran, dass Gott - weil er ein Gott der Gnade ist - uns vom Tode erretten will durch die Auferstehung aus den Toten. Darum ist die Taufe eine Art Tod, ein Begräbnis im Wasser, aber auch eine Art Auferstehung zu neuem Leben. Die Taufe ist als ein Bekenntnis des Bewusstseins der Sterblichkeit und des Glaubens an die Auferstehung zum ewigen Leben zu verstehen: "In ihm seid ihr auch beschnitten mit einer Beschneidung, die ohne Hände geschehen ist, durch das Ablegen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung Christi: indem ihr mit ihm begraben wurdet in der Taufe, in welchem ihr auch mit auferstanden seid durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Und auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und in dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, hat er mit ihm lebendig gemacht, da er euch alle eure Übertretungen vergab" (Kol 2,11-13).

4. Sie erinnert uns daran, dass, so wie das Wasser viel abwaschen kann, Gott denen die Sünden wegnehmen und ein gutes Gewissen verleihen wird, die auf ihn hören, wenn wir uns taufen lassen. Dann vergibt uns Gott unsere Sünden, die wir bis dahin begangen haben. Mit der Taufe wird uns ein Neuanfang als Jünger Jesu Christi geschenkt: "... welches auch jetzt im Gegenbild uns rettet als Taufe, welche nicht ein Abtun fleischlichen Schmutzes ist, sondern die an Gott gerichtete Bitte um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi" (1.Petr 3,21). "Und nun, was zögerst du? Steh auf und lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!" Apg 22,16

Die Bibel kennt keine Kindertaufe

Hatte die Taufe von Sina Weeber diese Bedeutung? War sich das sechs Wochen alte Mädchen bei ihrer Taufe bewusst, dass Jesus Christus sein Leben geopfert hat, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern dass sie das ewige Leben haben (Joh 3,16)? Hat sie bei ihrer Taufe ihren "alten" Menschen begraben, um als neugeborener Mensch "in Christo" ein neues Leben zu beginnen? War sie sich bewusst, dass sie wegen ihrer Sünden den Tod zu recht verdient hat und darum sterblich ist? Nahm sie die Taufe als einen Bundesschluss mit Gott an, welcher ihr aufgrund ihres Glaubens und ihrer Taufe den Weg zum ewigen Leben bereiten will? - Was tat Sina Weeber bei ihrer Taufe? Was tun die meisten Säuglinge, wenn sie getauft werden? Was taten Sie, als Sie als Kleinkind getauft wurden? Säuglinge sind bei ihrer Taufe völlig unbeteiligt. Sie protestieren höchstens gegen die Wassertropfen oder schlafen ungerührt! Ist das Besprengen mit Wasser eine Taufe? Ist das die Taufe, die Jesus Christus als Voraussetzung für das ewige Leben angeordnet hat?

Seine Anordnung war klar, folgerichtig und eindeutig:

"Wer 1. glaubt und 2. getauft wird, soll 3. gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden" (Mark 16,16).

Vielleicht sagen Sie jetzt: "Aber die Taufe tilgt doch die Erbsünde, damit mein Kind nicht verloren geht, wenn es frühzeitig stirbt!" Sie sollten sich nicht durch menschliche Spekulationen und falsche Ratschläge, sondern durch Gottes zuverlässiges Wort leiten lassen. Und dieses Wort sagt rein gar nichts über die "Säuglingstaufe". Das Argument, man müsse schon Säuglinge taufen, um sie von der "Erbsünde" zu befreien, hört man häufig. Ich frage Sie: "Wo steht das in der Bibel?" Nirgends! Kinder erben keine Sünde, sie erben die adamitische Natur, die Sterblichkeit. Wir Menschen sündigen nicht deshalb, weil Adam und Eva gegen Gottes Gebot ungehorsam waren, sondern weil unsere eigene Natur uns dazu reizt, gleich wie das bei Adam und Eva der Fall war (Röm 5,12). Erst wenn wir alt genug sind, um das zu erkennen, werden wir Gottes Gnade und Barmherzigkeit, Sein Angebot der Sündenvergebung aufgrund unseres Glaubens an Sein Wort annehmen. So ist zweifellos unser Glaube die Voraussetzung für unsere Taufe! Die Taufe steht in inniger Beziehung zum schlechten Gewissen. Ein Säugling hat noch kein unreines Gewissen, weil er noch nicht gesündigt hat. Deshalb ist er auch nicht verantwortlich. Das kommt erst, wenn man Böses und Gutes unterscheiden gelernt und durch Übertretung sich ein ungutes Gewissen geholt hat. Es ist ja auch im alltäglichen Leben so, dass wir Kindern manches Zugeständnis machen, das wir einem Erwachsenen niemals machen würden. Im frühesten Kindesalter kann ein Mensch noch nicht zur Verantwortung gezogen werden. Dann aber kommt die Zeit, da er erwacht und auch schon gelegentlich gestraft werden kann und muss, bis er schließlich voll verantwortlich gemacht wird. Dann ist auch die Reife erreicht, in der der Mensch aus eigenem Entschluss und aus Überzeugung die Taufe begehren kann. Für Kinder, wenn sie jung sterben, gilt, was der Apostel Paulus schon den Eltern zu seiner Zeit als Trost geschrieben hat: die Kinder sind geheiligt durch die gläubigen Eltern (1.Kor 7,14). Nach allen Aussagen der Heiligen Schrift über die Taufe ist eine Kindertaufe wirkungslos!

Wenn Sie sich also im verantwortungsbewussten Alter, mit ausreichender Kenntnis des Wortes Gottes, mit ehrlicher Erkenntnis der eigenen Sündhaftigkeit und des Heilsangebots Gottes durch Seinen Sohn Jesus Christus taufen lassen, dann ist das keine "Wiedertaufe", sondern die einzige, richtige Taufe! Wer versucht, mittels der Kindertaufe das Reich Gottes zu erreichen, gleicht einem Benutzer eines öffentlichen Verkehrsmittels ohne einen gültigen Fahrschein. Hätten Sie dabei ein ruhiges Gewissen? Bedenken Sie: Durch menschliche Kontrollen kann man zwar durchschlüpfen, nicht aber durch göttliche!

Die Erwachsenentaufe (Glaubenstaufe) ist die erste Voraussetzung zur Errettung

Unmissverständlich sind die Hinweise in Gottes Wort, dass wir getauft werden müssen, um vor dem ewigen Tod gerettet zu werden. Denn auch unser Herr Jesus Christus ließ sich taufen, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Paulus wurde getauft und mit Sicherheit auch die Jünger Jesu. In der Apostelgeschichte 19,1-7 wird sogar davon berichtet, dass etliche Jünger, die nur mit der Taufe des Johannes getauft waren, sich nun auf den Namen des Herrn Jesu taufen ließen, nachdem ihnen Paulus die Bedeutung der Taufe dargelegt hatte. Wer also den Glauben annahm und der Gemeinde Christi hinzugefügt werden wollte, ließ sich taufen, wie es Jesus angeordnet hatte. Die Taufe ist ein Gehorsamsakt! Wir müssen getauft werden, weil Jesus uns gesagt hat, dass die Taufe notwendig ist. Denn er erklärte: "Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!" (Joh 3,5). Lesen wir zur Bestätigung des Gesagten ein paar Schriftstellen:

"Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: ,Lass es jetzt zu; denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen!' Da ließ er es ihm zu" (Matth 3,15).

"Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes" (Matth 28,19).

"Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden" (Mark 16,16).

"Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: ,Ihr Männer und Brüder, was sollen wir tun? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und lasse sich ein jeglicher von euch taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.' Und noch mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie und sprach: ,Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht!' Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage bei dreitausend Seelen hinzugetan" (Apg 2,37-41).

"Er aber sprach: ,Der Gott unserer Väter hat dich vorherbestimmt, seinen Willen zu erkennen und den Gerechten zu sehen und die Stimme aus seinem Munde zu hören. Denn du sollst ihm bei allen Menschen ein Zeuge sein von dem, was du gesehen und gehört hast. Und nun, was zögerst du? Steh auf und lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!" (Apg 22,14-16).

"Denn so viele euer auf Christus getauft sind, die haben Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Weib; denn ihr seid alle eins in Christus Jesus. Seid ihr aber Christi, so seid ihr Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben" (Gal 3,27-29).

Nun sind Sie an der Reihe! Haben Sie sich schon überlegt, ob Ihre Taufe ausreicht, um gerettet zu werden? Sie sollten sich jetzt nicht vor mir oder vor Ihren Familienangehörigen oder vor Ihren Freunden verantworten. Sie müssen sich mit dem, was Sie als Verteidigung für Ihre Kindertaufe vorbringen, vor Christus verantworten. Er ist zuständig für die Zuteilung des ewigen Lebens oder des ewigen Todes je nach dem, ob seine Anweisungen genau befolgt oder leichtfertig übergangen wurden. Der Apostel Paulus schreibt nämlich:

"Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit ein jeglicher das empfange, nachdem er gehandelt hat im Leibe, es sei gut oder böse" (2.Kor 5,10).

Und der Herr Jesus Christus kündigte selbst an:

"Es wird nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr', in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen tut meines Vaters im Himmel'. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: ,Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht?' Alsdann werde ich ihnen bezeugen: ,Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!" (Matth 7,21-23)

Es ist sehr gut, wenn sich jetzt Ihr Gewissen zu regen beginnt. Haben Sie wirklich für sich die erste Voraussetzung zum ewigen Leben auf richtige Weise erfüllt?

Nur die schriftgemäße Taufe schenkt ein gutes Gewissen

In seinem ersten Brief "an die auserwählten Fremdlinge in der Zerstreuung" schrieb der Apostel Petrus:

"Denn es ist besser, wenn es der Wille Gottes ist, ihr leidet als Wohltäter, denn als Übeltäter; weil auch Christus einmal für Sünden gelitten hat, ein Gerechter für Ungerechte, auf dass er uns zu Gott führte, und er ward getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist, in welchem er auch hingegangen ist und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einstmals nicht glaubten, als Gottes Langmut wartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet ward, in welcher wenige, nämlich acht Seelen hindurchgerettet wurden durchs Wasser, welches auch jetzt im Gegenbild uns rettet als Taufe, welche nicht ein Abtun fleischlichen Schmutzes ist, sondern die an Gott gerichtete Bitte um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi" (1. Petr. 3,17-21).

Um das Verständnis für die Taufe zu vertiefen, knüpfte Petrus hier an den geschichtlichen Bericht in 1.Mose 6,14 bis 1.Mose 8,22 an: Noah hatte nach dem Willen Gottes die Arche gebaut. Wir können uns vorstellen, wie sich seine Mitmenschen über ihn lustig machten. Sie fragten ihn sicherlich spöttisch: "Noah, was willst du mit diesem Riesenschiff hier auf dem Lande? Bist du denn von Sinnen?" Und als Noah ihnen Gottes Absicht sagte, dass eine gewaltige Flut kommen würde, wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte, da lachten sie aus vollem Hals. Sie waren "gefangen" in ihrem täglichen Lebensrhythmus, sie "aßen und tranken, freiten und ließen sich freien bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und merkten nichts, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin" (Matth 24,36- 39). Wer gläubig war, hörte auf die Botschaft Noahs und somit auf Gottes Stimme, ging in die Arche hinein und wurde durchs Wasser hindurchgerettet. Es waren nur Noah, seine Frau, seine drei Söhne und deren Frauen. Wer ungläubig war, wer den Bau der Arche als sinn- und nutzlos beurteilte, blieb außerhalb der Arche und ging zugrunde. Es gab plötzlich ein Zu-spät! Als der Regen nicht mehr aufhörte und das Wasser stieg, bereuten sicherlich sehr viele, dass sie Noah nicht geglaubt hatten. Darauf lenkte Petrus die Gedanken seiner Leser, als er ihnen die Lebensnotwendigkeit der wahren Taufe nach Jesu Anordnung verdeutlichte. So wie die Arche Noah und seine engsten Familienangehörigen rettete, wird eine gewissenhaft vollzogene Taufe die Gläubigen vor dem ewigen Tod retten! Die Taufe ist vom Herrn befohlen. Er ist die Arche, die uns birgt. Durch die Taufe sind wir "in Christus" (Röm 6,11; 1.Kor 15,22; 2.Kor 5,17; Gal 3,27-29; Eph 2,13; Thess 4,16; 1.Petr 5,14). Wer sich also nicht in der Arche befindet, den wird auch das Wasser der gleichgültig vollzogenen, falschen Taufe nicht retten, sondern zugrunde richten. Wie beim Bau der Arche mit den genauen Angaben über Abmessungen und Form wird auch für die Taufe der Glaube an Gottes Wort und der Gehorsam in der Nachfolge als wichtigste Grundlage betont. Wer an Christus glaubt, der gehorcht ihm und lässt sich in der vorgeschriebenen Weise taufen. Damit wird die Taufe die an Gott flehentlich "gerichtete Bitte um ein gutes Gewissen" genannt. Man muss also zuvor seine Sündhaftigkeit erkannt und daraus das Bewusstsein eines schlechten Gewissens gewonnen haben. Das ist bei Säuglingen nicht der Fall. Und man muss wirklich sicher sein, dass die Taufe nach dem Wort Gottes vollzogen wurde. Sonst bedrängt uns unser Gewissen mit der Furcht, dass unsere Taufe für ungültig erklärt wird, weil sie nicht Christi Wort entspricht!

Es liegt nun an Ihnen, Ihren Stand mit dem heute Gelesenen und mit dem Wort Gottes in der Bibel zu überprüfen und entsprechend der gewonnenen Erkenntnis zu handeln. Ich bitte Sie, dabei nach dem Grundsatz in der Bibel zu verfahren:

"Handelt also in der Furcht des Herrn, in Wahrheit und mit unverletztem Gewissen!" (2. Chr. 19,9)

Walter Hink
http://www.christadelphian.de/artikel/erwachsenentaufe.pdf

 

100 schriftbezogene Gründe für den Glauben an einen einzigen GOTT

Übersetzung von: BiblicalUnitarian.com . 100 Arguments for the Unitarian Faith

Hier finden Sie "100 schriftbezogene Argumente für einen unitarischen Glauben", herausgegeben von der Amerikanischen Unitarischen Gesellschaft.

Diesen Artikel zu lesen ist ein Muss für alle, die sich mit der Lehre der "Dreieinigkeit" beschäftigen.
(Das genaue Herausgabedatum dieses Dokuments ist nicht bekannt, aber es wurde etwa um 1825 von Samuel Barrett geschrieben; Boston: American Unitarian Association)

Biblische Argumente

Auch Christen, die nicht an einen "dreieinigen Gott" glauben, glauben, dass Jesus Christus der Sohn GOTTES und der Erlöser der Menschheit ist. Sie glauben an die Göttlichkeit seines Auftrags und an die Göttlichkeit seiner Lehre. Sie glauben, dass die Botschaft, die er verkündet, von GOTT kommt; dass die Erkenntnis, die sie beinhaltet, die Ethik, die sie verbreitet, der Geist, den sie atmet, die Versprechen, die sie macht, die Aussichten, die sie enthält, die Belohnung, die sie verspricht, die Strafen, die sie androht, dass dies alles von dem großen JHWH kommt.

Aber sie glauben allerdings nicht, dass Jesus Christus der Allmächtige GOTT ist. Sie glauben, dass er, obwohl er über aller anderen geschaffenen Intelligenz steht, ein Wesen / eine Person ist, die unterschieden von, untergeordnet unter und abhängig von dem allmächtigen GOTT ist.

Für diese Glauben sprechen, neben anderen Gründen, folgende Argumente der Schrift:

  1. Jesus wird von den geistgeleiteten Schreibern der Bibel so unterschieden von GOTT, dem Vater, dargestellt, wie ein Mensch von einem anderen unterschieden ist.
    "Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist. Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir" (Joh 8,17-18)
  2. Jesus sagte kein einziges Mal, dass er selbst GOTT sei; im Gegenteil – immer sprach er von dem Vater, der ihn gesandt hatte, als dem GOTT und dem einzigen GOTT.
    "Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren GOTT, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen" (Joh 17,3)
    Diese Worte gebrauchte Jesus in seinem feierlichen Gebet zu "seinem" und "unserem" Vater.
  3. Jesus wird in unzähligen Gelegenheiten als der Sohn GOTTES vorgestellt.
    "… eine Stimme aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe" (Matt 3,17
    Kann ein Sohn gleich alt und der Gleiche sein, wie sein Vater sein?
  4. Jesus wurde zum Christus gemacht; er ist ein von GOTT gesalbte Mensch.
    "Jesus von Nazareth, wie GOTT ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat…" (Apg 10,38)
    Kann der, der salbt, der Gleiche sein, wie der, der gesalbt wird?
  5. Jesus wird als Hoherpriester dargestellt.
    "… heilige Brüder, … betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus" (Heb 3,1)
    Die Aufgabe eines Priesters ist GOTT zu dienen! Christus kann als Priester also nicht GOTT sein!
  6. Christus ist der Mittler zwischen dem "einen GOTT" und den Menschen
    "Denn einer ist GOTT, und einer ist Mittler zwischen GOTT und Menschen, der Mensch Christus Jesus. (1.Tim 2,5)
  7. Jesus wurde vom Vater als der Erlöser der Menschen gesandt.
    "Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt" (1.Joh 4,14)
  8. Jesus ist von GOTT zum Apostel berufen worden.
    "Daher, heilige Brüder, … betrachtet den Apostel … Jesus, der treu ist dem, der ihn dazu gemacht hat, wie auch Mose in seinem ganzen Hause!" (Heb 3,1+2)
  9. Jesus wird uns als unser Fürsprecher bei GOTT gezeigt.
    "…Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten GOTTES ist, der sich auch für uns verwendet." (Röm 8,34)
  10. GOTT ist das Haupt Jesu.
    "Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber GOTT" (1.Kor 11,3)
  11. So, wie wir zu Christus gehören, so gehört Christus in der gleichen Art und Weise zu GOTT.
    "ihr aber seid Christi, Christus aber ist GOTTES." (Kor 3,23)
  12. Jesus sagt "Mein Vater … ist größer als alle" (Joh 10,29)
    Ist der Vater dann nicht auch größer als der Sohn?
  13. Jesus bestätigt dies ohne den geringsten Vorbehalt auch in einem anderen Zusammenhang.
    "… denn der Vater ist größer als ich." (Joh 14,28)
  14. Jesus verneint praktisch, dass er GOTT ist, als er erklärt:
    "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, GOTT. (Mk 10,17+18)
  15. Nachdem Jesus gesagt hatte "Ich und der Vater sind eins", gab er seinen Jüngern deutlich zu verstehen, dass er damit nicht gemeint hat, "eine Substanz", gleich in Kraft und Herrlichkeit, sondern eins in der Liebe und Absicht. Das kommt ganz deutlich zum Ausdruck in dem Gebet, das er ihretwegen zu seinem Vater betet:
    "damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien …" (Joh 17,21)
  16. Der Vater ist der GOTT Christi, genau so wie er auch der GOTT der Christen ist. Jesus sprach zu Maria Magdalena:
    "… Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem GOTT und eurem GOTT" (Joh 20,17)
  17. Ein Apostel sagt, dass GOTT im Unterschied zu dem Herrn Jesus Christus, der einzig Gewaltige ist und als einziger Unsterblichkeit hat.
    "… die Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus wird zu seiner Zeit der selige und alleinige Machthaber zeigen, der König der Könige und Herr der Herren, der allein Unsterblichkeit hat und ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat, auch nicht sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht!" (1.Tim 6,15+16)
  18. Es ist ausdrückliche Verkündigung des gleichen Apostels, dass der Vater der eine GOTT ist und dass es keinen weiteren GOTT gibt.
    "…so wissen wir, dass kein Gott ist als nur einer. Denn wenn es auch so genannte Götter gibt im Himmel oder auf Erden - wie es ja viele Götter und viele Herren gibt -, so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind." (1.Kor 8,4-6)
  19. Die Kraft, die Jesus besaß, um ihn zu bestätigen, war ihm von GOTT gegeben worden.
    "… Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden." (Matt 28,18)
  20. Jesus verneint ausdrücklich, der Urheber seiner wunderbaren Taten zu sein. Er verweist immer auf den Vater oder den heiligen Geist GOTTES.
    "der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke" (Joh 14,10)
    "Wenn ich aber durch den Geist GOTTES die Dämonen austreibe…" (Matt 12,28)
  21. Jesus sagt deutlich, dass diese Werke nicht Zeugnis geben, von seiner eigenen Kraft, sondern Beweis sind, dass der Vater ihn gesandt hat.
    "die Werke, die der Vater mir gegeben hat, dass ich sie vollbringe, die Werke selbst, die ich tue, zeugen von mir, dass der Vater mich gesandt hat." (Joh 5,36)
  22. Jesus bestätigt ausdrücklich, dass die Werke nicht in seinem eigenen Namen getan werden, sondern im Auftrag des Vaters
    "Die Werke, die ich in dem Namen meines Vaters tue, diese zeugen von mir." (Joh 10,25)
  23. Jesus erklärt, dass er von GOTT, dem Vater bestätigt worden ist und diesem GOTT daher verpflichtet ist.
    "diesen hat der Vater, GOTT, bestätigt." (Joh 6,27)
  24. Jesus erklärt, dass nicht er selbst der Urheber seiner Lehre ist
    "… Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus GOTT ist oder ob ich aus mir selbst rede." (Joh 7,16+17)
  25. Jesus stellt immer klar, dass er vom Vater instruiert ist.
    "dann werdet ihr erkennen, … dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat" (Joh 8,28)
  26. Jesus weist immer wieder darauf hin, dass der Vater der Urheber der Vollmacht ist, mit der er spricht und handelt
    "wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst; und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist." (Joh 5,26 f)
  27. Jesus weist bei all seinem Tun und Handeln immer auf seine Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit von seinem himmlischen Vater hin
    "Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; … Denn der Vater … zeigt ihm alles, was er selbst tut" (Joh 5,19 f)
  28. Jesus sucht nicht seine eigene Ehre
    "ich ehre meinen Vater, … Ich aber suche nicht meine Ehre" (Joh 8,49 f)
  29. Jesus wiederholt das nochmals
    "Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser GOTT." (Joh 8,54)
  30. Ein Apostel erklärt, dass in Christus alle Fülle wohnt, weil es dem Vater so gefällt
    "denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen" (Kol 1,19)
  31. Christus wird in den Schriften einheitlich nicht als der "Wichtigste" dargestellt, sondern als der Mittler, der Grund aller Dinge, die im Zusammenhang mit unserer Erlösung stehen.
    "so ist doch für uns ein GOTT, der Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn" (1.Kor 8,6)
  32. Jesus erklärt, dass er nicht aus eigenem Antrieb in der Welt auftrat, sondern von GOTT gesandt war
    "ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt" (Joh 8,42)
    "…. ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig" (Joh 7,28)
    "Jesus - im Bewusstsein, dass … er von GOTT ausgegangen war und zu GOTT hingehe" (Joh 13,3)
  33. Jesus bestätigt, dass nicht er das Vergaberecht für die besten Plätze in seinem eigenen Reich hat
    "das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu vergeben, steht nicht bei mir, sondern ist für die, denen es von meinem Vater bereitet ist" (Matt 20,23)
  34. Jesus verweist seine Jünger auf einen kommenden Zeitpunkt, ab dem sie mehr von dem, was ihn betrifft, verstehen würden und erklärt ihnen ausdrücklich, dass sie dann erkennen würden, dass er ganz vom Vater abhängig ist
    "Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich" (Joh 8,28)
  35. Jesus behauptet immer, dass er nicht seinen eigenen Willen durchsetzt, sondern dass er sich völlig vom Willen des Vaters leiten und führen lässt
    "nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat" (Joh 6,38)
  36. Jesus verneint ausdrücklich, dass er das göttliche Attribut einer "aus sich selbst bestehenden Existenz" habe
    "ich lebe um des Vaters willen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben um meinetwillen" (Joh 6,57)
  37. Jesus erhebt ausdrücklich keinen Anspruch auf die göttliche Eigenschaft der "ewigen Existenz"
    "wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst" (Joh 5,26)
  38. Jesus verneint auch ausdrücklich, dass er die göttliche Eigenschaft der "Allmacht" hat
    "Ich kann nichts von mir selbst tun; so wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht" (Joh 5,30)
  39. Jesus erhebt auch ausdrücklich keinen Anspruch, die göttliche Eigenschaft der "Allwissenheit" zu haben
    "Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, auch nicht der Sohn, sondern der Vater allein" (Matt 24,36; Mark 13,32)
  40. Es wird in den Evangelien berichtet, dass Jesus vom Teufel versucht worden ist
    "GOTT kann nicht versucht werden vom Bösen" (Jak 1,13)
  41. Von Jesus wird berichtet, dass er betete.
    "er verbrachte die Nacht im Gebet zu GOTT" (Lk 6,12)
    Warum sollte Christus so beten, wenn er selbst GOTT wäre?
  42. Vor der Auferweckung des Lazarus dankte Jesus dem Vater in Gegenwart einer großen Menschenmenge, dass er ihn erhört habe
    "Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast" (Joh 11,41)
  43. Jesus fleht den Vater an, ihn zu verherrlichen.
    "Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!" (Joh 17,5)
    Der, der GOTT bittet, ihn zu verherrlichen, kann nicht selbst GOTT sein.
  44. Jesus bittet flehentlich zu GOTT, dass nach Möglichkeit der Kelch an ihm vorübergehen sollte und fügt hinzu:
    "Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst" (Matt 26,39)
  45. Jesus ruft am Kreuz aus:
    "Mein GOTT, mein GOTT, warum hast du mich verlassen?" (Matt 27,46)
    Kann derjenige, der so etwas sagt, der Höchste Gott sein?
  46. Jesus hat nie auf der Verehrung des "Sohnes" oder des "Heiligen Geistes" bestanden, was er hätte verlangen müssen, wenn "der Sohn" und "der Heilige Geist" GOTT sein sollten.
    Er lehrte allerdings immer, dass dem Vater die Ehre zusteht.
  47. Jesus wies nie seine Jünger an, ihn oder den heiligen Geist anzubeten, sondern den Vater und nur den Vater allein
    "Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme" (Lk 11,2)
    "Wahrlich ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben." (Joh 16,23)
    "Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden." (Joh 4,23)
  48. Die Apostel hatten nicht die Gewohnheit Jesus eine göttliche Verehrung zukommen zu lassen, sondern GOTT dem Vater durch oder im Namen Jesu
    "Ich danke GOTT durch Jesus Christus, unseren Herrn!" (Röm 7,25)
    "dem allein weisen GOTT durch Jesus Christus, ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit!" (Röm 16,27)
    "Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater." (Eph 3,14)
  49. Nachdem Petrus an Pfingsten vom heiligen Geist erfüllt war, sprach er folgendes zu den Juden:
    "Jesus, den Nazoräer, einen Mann, der von GOTT euch gegenüber erwiesen worden ist durch Machttaten und Wunder und Zeichen, die GOTT durch ihn in eurer Mitte tat - wie ihr selbst wisst - diesen Mann, der nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis GOTTES hingegeben worden ist, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und umgebracht. Den hat GOTT auferweckt, nachdem er die Wehen des Todes aufgelöst hatte, wie es denn nicht möglich war, dass er von ihm behalten würde." (Apg 2,22-24)
  50. 50. Paulus sagt ausdrücklich, dass
    "Alles aber von GOTT – ist -, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus" (2.Kor 5,18)
  51. Der gleiche Apostel dankt GOTT
    "GOTT aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!" (1.Kor 15,57)
  52. Paulus fordert auf, dass
    "zur Ehre GOTTES, des Vaters jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr ist," (Phil 2,11)
  53. 53. Die Schrift bestätigt, dass
    "der Christus sich nicht selbst verherrlicht hat, um Hoherpriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm gesagt hat: "Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt." (Hebr 5,5)
  54. Johannes behauptet klar und unmissverständlich, dass
    "GOTT Jesus die Offenbarung gegeben hat" (Off 1,1)
  55. Ein Apostel sagt, dass Christus nur das Bild GOTTES ist
    "Er ist das Bild des unsichtbaren GOTTES" (Kol 1,15)
  56. In der gleichen Bibelstelle wird festgestellt, dass Jesus
    "der Erstgeborene aller Schöpfung ist" (Kol 1,15)
  57. Es wird auch gesagt, dass Jesus
    "der Anfang der Schöpfung Gottes ist" (Off 3,14)
  58. Das NT versichert uns an vielen Stellen, dass Jesus
    "ein wenig unter die Engel erniedrigt war" oder "etwas niedriger als die Engel gemacht wurde" (Hebr 2,9)
    Wie kann GOTT niedriger als seine Geschöpfe werden?
  59. Petrus erklärt, dass Jesus
    "von GOTT, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfing, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe." (2.Petr 1,17)
  60. Es wird gesagt, dass es notwendig war, dass der Erlöser der Menschheit
    "in allem den Brüdern gleich werden musste" (Hebr 2,17)
  61. Im Hebräerbrief wird Jesus mit Mose verglichen. Einen solchen Vergleich müsste man respektlos nennen, wenn hier GOTT mit einem Menschen verglichen worden wäre.
    "er ist größerer Herrlichkeit gewürdigt worden als Mose" (Hebr 3,3)
  62. Jesus wird uns als Knecht, als Auserwählter, als der Geliebte GOTTES gezeigt und als einer, der den Geistes GOTTES empfangen hatte
    "Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat; ich werde meinen Geist auf ihn legen" (Matt 12,18)
  63. Jesus selbst erklärt ausdrücklich, dass sein Tun den Vater erfreut und dass der Vater mit ihm ist und ihn nicht alleine lässt
    "der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue" (Joh 8,29)
  64. Von Jesus wird berichtet, dass er
    "zu nahm an Weisheit und Alter und Gunst bei GOTT und Menschen" (Luk 2,52)
  65. Jesus sagt, dass er Befehle vom Vater bekommen hat
    "der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll" (Joh 12,49)
  66. Jesus wird dargestellt als der Mensch, der GOTT gehorcht
    "er wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz" (Phil 2,8)
    "ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich nun rede, rede ich so, wie mir der Vater gesagt hat" (Joh 12,50)
    "wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe" (Joh 15,10)
  67. Christus lernte Gehorsam und wurde vollkommen gemacht
    "und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam und vollkommen gemacht, ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden, von GOTT begrüßt als Hoherpriester" (Hebr. 5,8 f)
  68. Christus wird in der Bibel "der Erstgeborene unter vielen Brüdern" genannt
    "er der Erstgeborene … unter vielen Brüdern" (Röm 8,29)
    Hat GOTT Brüder?
  69. Jesus sagt, dass alle diejenigen, die GOTT gehorchen, seine Geschwister sind
    "wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester" (Matt 12,50)
  70. Jesus bietet den Gläubigen die gleiche Stellung und Ehre an, die auch er beim Vater hat
    "Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe" (Off 3,21)
  71. Früher redete GOTT durch die Propheten. Erst "in den letzten Tagen" redete er durch den Sohn, den er dann zum Erben aller Dinge eingesetzt hat
    "Nachdem GOTT vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er zum Erben von allem eingesetzt hat" (Hebr 1,2-3)
  72. Jesus ist
    "der Erstgeborene aus den Toten" (Off 1,5)
  73. Die Bibel behauptet, dass Jesus von GOTT aus den Toten auferweckt worden ist
    "Diesen Jesus hat GOTT auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen." (Apg 2,32)
    "dass GOTT ihn aus den Toten auferweckt hat" (Röm 10,9)
  74. GOTT hat den heiligen Geist durch Jesus über die Apostel ausgegossen
    "Den hat Er durch Jesus Christus, unseren Heiland, reichlich über uns ausgegossen" (Tit 3,6)
  75. Der heilige Geist konnte nicht vor Jesu Verherrlichung durch den Vater gegeben werden
    "denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war" (Joh 7,39)
  76. Die Bibel behauptet, dass Jesus von GOTT erhöht worden ist
    "Diesen hat GOTT zum Anführer und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu verleihen" (Apg 5,31)
  77. Es wird auch gesagt, dass dieser gleiche Jesus von GOTT zum Herrn und zum Christus gemacht worden ist
    "wisse nun zuverlässig, dass GOTT ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus" (Apg 2,36)
  78. GOTT gab Jesus den Namen, der über alle andere Namen ist
    "Darum hat GOTT ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist" (Phil 2,9)
  79. GOTT ordnete an, dass Jesus der Richter über Lebende und Tote sein sollte
    "Und er hat uns geboten, … zu verkündigen und zu bezeugen, dass er der von GOTT verordnete Richter der Lebendigen und der Toten sei." (Apg 10,42)
  80. GOTT wird durch Jesus richten
    "an dem Tag, da GOTT das Verborgene der Menschen richtet … durch Jesus Christus" (Röm 2,16)
  81. Der Vater übergab Jesus alles Gericht
    "das ganze Gericht hat Er dem Sohn gegeben" (Joh 5,22)
  82. Jesus begründet die Wichtigkeit seines Urteils allein auf den Umstand, dass es nicht ausschließlich sein eigenes Urteil sein wird, welches er zu verkündigen hat, sondern auch das seines Vaters
    "Wenn ich aber auch richte, so ist mein Gericht wahr, weil ich nicht allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat" (Joh 8,16)
  83. Die Schrift sagt, dass Jesus sich nach seiner Aufnahme in den Himmel an die Seite GOTTES setzte
    "Der Herr wurde nun … in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes" (Mark 16,19)
  84. Paulus bestätigt, dass Jesus auch nach seiner Himmelfahrt immer noch von GOTT abhängig ist
    "was er aber lebt, lebt er GOTT" (Röm 6,10)
    "aber er lebt aus GOTTES Kraft; denn auch wir … werden mit ihm leben aus GOTTES Kraft" (2.Kor 13,4)
  85. Die Schrift sagt, dass Jesus immer GOTT untertan sein wird
    "... dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit GOTT alles in allem sei" (1.Kor 15,28)
  86. Der Apostel Johannes behauptet, dass kein Mensch zu keiner Zeit GOTT gesehen hätte. Wenn Jesus GOTT wäre, dann wäre das nicht wahr.
    "Niemand hat GOTT jemals gesehen" (Joh 1,18)
  87. Alle alttestamentlichen Prophezeiungen, die sich auf Jesus beziehen, sprechen von einem von GOTT unterschiedenen und IHM untergeordneten Menschen.
    "Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein GOTT, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen lassen" (5.Mo 18,15)
    "Philippus spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben und die Propheten, Jesus, den Sohn des Josef, von Nazareth" (Joh 1,45)
  88. Die Juden erwarteten niemals, dass etwas anderes als ein Mensch, der von GOTT unterschieden und Ihm untergeordnet ist, ihr Messias sein wird. Und es gibt auch keinen biblischen Beweis, dass unser Heiland ihnen auch den noch so geringsten Hinweis gegeben hätte, dass diese Erwartung falsch gewesen wäre.
  89. Außer in zwei Fällen gibt es keinen Hinweis, dass sich die Juden Jesus widersetzt hätten, weil er vorgegeben hätte, dass er GOTT sei oder GOTT gleich sei.
    Wenn es seine Gewohnheit gewesen wäre, immer diese Identität oder Gleichheit vorauszusetzen, dann wäre er bei seinen Reden zu den Menschen, die so stark mit der Lehre von dem "Einen GOTT" vertraut waren, laufend in kontroverse Diskussionen über diesen Punkt verwickelt gewesen. Solche Spuren müssten in größerer Zahl im Neuen Testament auftauchen.
  90. In diesen beiden Fällen, in den Jesus angeklagt wurde – im einen Fall, wo sie meinten, er hätte sich selbst zu GOTT gemacht – im anderen Fall, wo sie ihm unterstellten, er hätte sich GOTT gleich gemacht – widersprach er ausdrücklich diesen Anklagen!
    Als Antwort auf die Anklage, er hätte sich angemaßt, GOTT gleich zu sein, sagt Jesus unmittelbar:
    "Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was der tut, das tut ebenso auch der Sohn" (Joh 5,19)
    In der Antwort auf die Anklage, er hätte sich GOTT gleich gemacht, widerspricht Jesus im Wesentlichen wie folgt: Eure eigenen Schriften nennen Mose "Gott" und eure Richter auch "Götter". Und die Schrift hat Recht.
    Ich bin gewiss nicht geringer als diese; aber ich nenne mich nicht Gott, sondern nur Sohn GOTTES!
    "Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter"? Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort GOTTES erging - und die Schrift kann nicht aufgelöst werden - sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin GOTTES Sohn?" (Joh 10,34 ff.)
  91. Wenn seine engsten Jünger geglaubt hätten, dass Jesus der Allmächtige GOTT selbst sei, wären sie dann so vertraut mit ihm gewesen, hätten mit ihm diskutiert, ihn verraten, ihn verleugnet, wären von ihm geflohen und hätten ihn ans Kreuz schleppen lassen?
  92. Die Apostel predigen auch nach Pfingsten, nun vom heiligen Geist erfüllt, nicht, dass Jesus GOTT war; vielmehr verkündigten sie etwas anderes, was ganz und gar unvereinbar mit solch einer Lehre war.
    "Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, einen Mann, der von GOTT euch gegenüber erwiesen worden ist durch Machttaten und Wunder und Zeichen, …diesen Mann, der nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis GOTTES hingegeben worden ist, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und umgebracht" (Apg 2,22)
    "Aus Davids Nachkommenschaft hat GOTT nach Verheißung dem Israel als Erretter Jesus gebracht" (Apg 13,23)
    "weil GOTT einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten" (Apg 17,31)
  93. Es gibt keinen Hinweis, der bestätigen würde, dass sich die ersten Christen jemals von den Juden des Götzendienstes haben bezichtigen lassen müssen, was sie gewiss getan hätten, wenn diese ersten Gläubigen geglaubt und verkündigt hätten, dass der Sohn genauso JHWH sei, wie der Vater JHWH sei.
    Andererseits ist es eine traurige Bekanntheit, dass dieser Anklagepunkt zum schärfsten der jüdischen Vorwürfe gegenüber den Christen geworden ist, seit die Lehre von der Dreieinigkeit ein kirchliches Dogma geworden ist.
  94. Es gibt im Neuen Testament 17 Stellen, in denen der Vater als der eine oder alleinige GOTT vorgestellt wird; es gibt aber keine einzige Stelle, die den Sohn so zeigen würde.
  95. Es gibt 320 Stellen, in denen der Vater uneingeschränkt und in dieser Bedeutung GOTT genannt wird; dagegen gibt es keine, in der der Sohn so genannt wird.
  96. Es gibt 105 Stellen, in denen der Vater mit verschiedenen besonderen hohen Titeln oder Beinamen bezeichnet wird, wohingegen der Sohn niemals so bezeichnet wird.
  97. Es gibt 90 Stellen, die aussagen, dass alle Anbetung und jeder Lobpreis IHM gebracht werden soll und dass alles letztendlich SEINER Ehre und Herrlichkeit dienen soll; während vom Sohn keine solche Aussage gemacht ist.
  98. Von den 1.300 Stellen des Neuen Testamentes, in denen das Wort "GOTT" vorkommt, deutet keine zwingender maßen auf die Existenz von mehr als einer Person in der Gottheit hin oder dass diese eine Person eine andere als der Vater ist.
  99. Die über 300 Stellen, die den Sohn beschreiben, zeigen ihn eindeutig oder durch logische Folgerung als dem Vater untergeordnet, als Mensch vom Vater abstammend. Seine göttliche Kraft hat er vom Vater erhalten und er handelt in allen Dingen vollständig in Übereinstimmung mit IHM.
  100. Mit einem Wort: Die Vormachtstellung des Vaters und die Unterordnung des Sohnes ist die einfache, in keine Verlegenheiten bringende und allgemein übliche Lehre der Bibel.


Im Gegensatz dazu ist die Lehre von ihrer Gleichheit oder Identität eingehüllt in ein Mysterium, belastet mit Schwierigkeiten und bestenfalls von einigen wenigen Stellen unterstützt.

 

Weihnachten - weißt du, welches Fest du gefeiert hast?

Focus on the Kingdom, Januar 2016
http://focusonthekingdom.org/184.pdf

An Weihnachten feiern viele Christen die Geburt Jesu (obwohl er ziemlich sicher nicht in dieser Jahreszeit geboren worden ist). Was aber noch wichtiger ist, - man feiert etwas, das Inkarnation genannt wird, das heißt Fleischwerdung. Kluge Gottesdienstbesucher, die sich daran erinnern, dass wir GOTT mit ganzer Kraft und ganzem Verstand und nicht nur emotional lieben sollen, und dass wir "die Liebe zur Wahrheit zu unserer Rettung" haben müssen (2.Thess 2,10), sollten sich selbst schlau machen, was Inkarnation überhaupt bedeutet. Ist sie Inhalt einer Lehre, die die neutestamentlichen Schreiber oder Jesus selbst als Wahrheit bezeugt haben, die es beizubehalten gilt? Oder würden sie die Vorstellung ablehnen, dass ein zweites Mitglied eines ewigen dreieinigen Gottes den Himmel verlassen hat und in die Gebärmutter einer jüdischen Jungfrau eingedrungen ist, sich dort selbst in einen Fetus verwandelt und von Maria die "menschliche Natur" angenommen hat? Die offizielle Theorie besagt, dass die "zweite Gottperson", das zweite Mitglied der ewigen Dreieinigkeit, in diesem Prozess der transformativen Aktivität eine einzige Person bleibt. Die Verbindung von "Gott, dem Sohn" mit der "menschlichen Natur" resultiert in einer Person, die "wahrer Gott" mit einer hinzugefügten "menschlichen Natur" ist. Dies ergab, so sagt die offizielle Lehre, eine Person, Jesus, der zwar "Mensch" aber nicht "ein Mensch" war. Ja, das ist die offizielle christliche Lehre. Jesus war keine menschliche Persönlichkeit; er war "Mensch".

Ist das das Bild, das dir vor Augen kommt, wenn du die Evangelien liest? Oder haben uns die nachapostolischen Kirchenväter, die der griechischen Philosophie sehr zugeneigt waren, einen Bären aufgebunden und das biblische Geschehen manipuliert – und mit Hilfe von Gewalt und zu Verfolgung führenden Konzilen die Lehre von der Inkarnation endgültig festgeschrieben, die wir jetzt an Weihnachten feiern?

Es gibt viele Theologen, die sehr wohl wissen, dass die neutestamentlichen Schreiber niemals von einem "Gott, der Sohn" gesprochen und geschrieben haben. Diese Bezeichnung gibt es in der Bibel überhaupt nicht. Demgegenüber war Doktor Lukas, der brillante Arzt, Historiker und Gläubige, der vom Umfang her mehr vom Neuen Testament geschrieben hat (Lukasevangelium und Apostelgeschichte) als jeder der sieben anderen Verfasser, sorgfältig darauf bedacht, genau zu definieren und zu verdeutlichen, was wirklich geschehen ist, um Jesus, den Sohn GOTTES, in Existenz zu bringen - was natürlich auch bedeutet, dass er nicht bereits vorher schon in Existenz war.

Der krasse Unterschied zwischen Lukas und der in der späteren kirchlichen Tradition entstandenen Inkarnationslehre sollte von allen ernsthaften Gläubigen in vollem Umfange erfasst und durchdacht werden. (Gläubige, die nicht ernsthaft sind, sind in der Schrift eine Unmöglichkeit! Jemand hat einmal sehr schön gesagt: "Das Königreich GOTTES ist nicht für die, die es gut meinen, sondern für die, die verzweifeln").

Zur Untermauerung meiner Worte beziehe ich mich auf den bekannten Kommentar von Raymond Brown, The Birth of Messiah. Vers für Vers führt uns Brown durch eine faszinierende Analyse der biblischen Berichte von Matthäus und Lukas über das Geschehen, wie Jesus, der Sohn GOTTES, auf die Welt gekommen ist, wie er in Existenz kam. Du kannst sofort feststellen, dass du in den späteren kirchlichen Bekenntnissen, die du wahrscheinlich auch in deiner Kirche sprechen wirst, vor GOTT und Menschen erklärst, dass der Sohn "gezeugt, nicht geschaffen" ist.

Weißt du wirklich, was du bekennst, wenn du sagst, dass du glaubst, dass der Sohn "gezeugt, nicht geschaffen" ist? Die Kirche ist der Ort, an dem die strengsten Standards der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit vorhanden sein sollten und müssen. In dieser "Bekenntniserklärung" verpflichtest du dich zu dem Glauben, dass der Sohn GOTTES niemals einen Anfang hatte! Er ist "ewig gezeugt", so ordneten es die "Kirchenväter" an; und solltest du Schwierigkeiten mit dieser Aussage haben, so darfst du dich mit der "hilfreichen" Aussage trösten: "Der Sohn hatte einen "anfanglosen Anfang". Das ist kein Scherz! Das ist das, wozu sich die meisten Kirchen bekennen.

Vielleicht hast du dich mit diesem Thema noch nicht sehr tiefgehend befasst; aber ich will beginnen und dir sagen, dass ein führender "orthodoxer" Theologe und Bibelgelehrter folgendes eingesteht:

"Die Vorstellung von der ewigen Sohnschaft oder ewigen Zeugung spielt in den Aussagen der nicänischen Kirchenväter (Konzil von Nicäa 325 n.Chr.) und deren Nachfolger eine herausragende Rolle. Aber es ist keineswegs klar, was dieses beinhaltet, und wenn überhaupt, dann können wir dieses Konzept nur vermuten. Es ist offenbart, aber es ist als ein Geheimnis offenbart; die Schriften der Väter sind voll von unstimmigen Beteuerungen und großer Unwissenheit in dieser Sache." (Donald McCleod; The Person of Christ; 1998; S. 131 – Hervorhebungen hinzugefügt)

Beachte jetzt diese umwerfende Information:

"Während im Menschengeschlecht ein Vater immer vor seinem Sohn existiert, ist das in dem göttlichen Geschlecht nicht so. Athanasius schreibt: ‚Den Menschen ist es ja eigen, in der Zeit zu zeugen, weil ihre Natur unvollkommen ist. Die Zeugung Gottes aber ist ewig, weil seine Natur immer vollkommen ist.‘" McCleod erklärt: "Der Kern des Arguments war hier, dass Vater und Sohn sich entsprechen und dass deshalb die Zuordnung eines Anfangs des Sohnes die Zuordnung eines Anfangs des Vaters bedeuten würde." (S. 132).

Ich vertraue dir, lieber Leser, dass du dir diesen erstaunlichen Beeinflussungsversuch zu Herzen nimmst, da du diesem in deiner Kirche sehr wahrscheinlich verpflichtet bist. "GOTT", so sagten die "Väter", "kann einen Sohn nicht in der Zeit in Existenz bringen!" Diese "Väter" sagten damit GOTT aber auch, was ER tun kann und was ER nicht tun kann!

Jetzt vergleiche das bitte mit dem, was Lukas in seinem 1. Kapitel geschrieben hat. Lukas gibt uns eine offensichtlich einfache und einleuchtende Aussage bezüglich der Frage, warum, wie und wann Jesus der ausersehene Sohn GOTTES sein wird. Das ist das krasse Gegenteil von der "ewigen Zeugung". Lukas kennt ganz offensichtlich nur das eine und einmalige in Existenz kommen des Sohnes - seine durch ein Wunder bewirkte Zeugung im Leib Marias. Dieses Geschehen ist unkompliziert und großartig zugleich. Es ist ein schöpferisches, biologisches Wunder, das GOTT im Leib einer Jungfrau vollbracht hat. Sie ist nicht unfruchtbar. Aber sie lebt noch nicht mit ihrem zukünftigen Ehemann zusammen. Es ist Sache eines jeden an die Schrift Glaubenden, den Bericht über die Worte des Engels zu glauben. Wer das nicht tut, der riskiert die schreckliche Strafe, stumm zu werden, wie der Vater von Johannes dem Täufer, Zacharias, als er die durch den Engel verkündeten Worte GOTTES anzweifelte (Luk 1,20). Das ist eine höchst eindrucksvolle Warnung. Wenn GOTT durch SEINEN beauftragten Engel spricht, dann sollten wir glauben, denn sonst machen wir GOTT zu einem Lügner. Die durch ein Wunder bewirkte Zeugung des Sohnes GOTTES in einer Jungfrau ist ganz offensichtlich der Beginn der neuen Schöpfung GOTTES in Parallele zu SEINER ersten Schöpfung in 1.Mose 1,1 ff.

Raymond Brown gibt den von Lukas niedergeschrieben Grundsachverhalt klar und deutlich wieder:

"GOTTES schöpferisches Handeln bei der Erschaffung Jesu, negativ beglaubigt durch die Abwesenheit einer menschlichen Vaterschaft, zeugt Jesus als den Sohn GOTTES … Es gibt keinerlei Hinweis auf eine Inkarnation, bei der eine Gestalt, die vorher bei GOTT war, Fleisch angenommen hat … Für die Präexistenzchristologie ist die Empfängnis Jesu der Beginn seiner irdischen Kariere, aber nicht der Beginn des Sohnes GOTTES" (S. 141).
"Das ‚über dich kommen‘ des heiligen Geistes in Lukas 1,35b (womit erklärt wird, weshalb das Kind in 1,35b ‚das Heilige‘ genannt wird) und das Überschatten mit der Kraft des Höchsten in 1,35c (womit erklärt wird, warum das Kind in 1,35d Sohn GOTTES genannt wird) ist tatsächlich die Zeugung des Kindes als Sohn GOTTES – es gibt hier keine Adoption " (S. 313-314).
"Maria ist eine Jungfrau, die von keinem Mann gewusst hat, und deshalb ist das Kind alleine das Werk GOTTES – eine neue Schöpfung … Ich habe in den Anmerkungen zu Lukas 1,32 und 35 besonders hervorgehoben, dass ‚Sohn des Höchsten‘ oder ‚Sohn GOTTES‘ ‚genannt‘ zu werden, hier gleichbedeutend ist, mit Sohn GOTTES zu sein und dass Lukas hier keinesfalls an einen präexistierenden Sohn GOTTES denkt … Lukas sagt uns hier, dass es keinen Zeitpunkt auf der Erde gegeben hat, zu dem Jesus nicht Sohn GOTTES war" (S. 316).

Angesichts dieser deutlichen Beweise ist es klar, dass Lukas nichts von einer Inkarnation eines zuvor existierenden SOHNES wusste, der seine eigene Geburt in Maria auf den Weg gebracht hat! Beachte jetzt bitte, wie dieser einzigartige Bericht von Lukas auf fatale Weise verdreht worden ist:

"Aufgrund der Unkenntnis bezüglich der Regeln des Parallelismus in der biblischen Lyrik, die klargemacht haben, dass ‚die Kraft des Höchsten‘ gleichbedeutend ist mit ‚dem heiligen Geist‘, haben einige patristischen und mittelalterlichen Theologen gedacht, dass diese Bezüge in Luk 1,35 der dritten und der zweiten Person der Dreieinigkeit entsprechen würden, sodass die ‚Kraft‘ die zweite Person war, die herabgestiegen ist, um in dem Leib Marias Fleisch anzunehmen. Wie wir noch sehen werden, gibt es keinen Beweis, dass Lukas an die Inkarnation eines Präexistenten gedacht hat" (S. 290).

Mit anderen Worten: Jesus, der Sohn, hat seine eigene Empfängnis nicht selbst arrangiert! Die Inkarnation eines zuvor existierenden Sohnes würde bedeuten, dass der Sohn seine eigene Zeugung in Maria veranlasst hat.

Was war das schockierende Ergebnis dieses fatalen Missverständnisses der "Kirchenväter"? Lukas gründet das in Existenz kommen des Sohnes (Denke bitte daran, dass die Glaubensbekenntnisse leugnen, dass der Sohn jemals in Existenz gekommen ist!) auf das Wunder, das in Maria geschehen ist (Luk 1,35). Brown ist so ehrlich, einzugestehen, dass...

"...diese Stelle [Luk 1,35] viele orthodoxe Theologen in Verlegenheit gebracht hat, da in der Präexistenzchristologie eine Zeugung durch den heiligen Geist im Leib Marias nicht die Existenz des Sohnes GOTTES herbeigeführt hat" (S. 291).

Ich vertraue darauf, dass du, lieber Leser, begriffen hast, worum es geht: Die Kirchenväter haben dem Bericht von Lukas darüber, wie Jesus der Sohn GOTTES war, widersprochen. Die Kirchenväter sind auch für ihre unbiblische Geschichte von einem "ewiggezeugten" Sohn verantwortlich, die sie in die Glaubensbekenntnisse hineingeschrieben haben, die dann den Kirchenmitgliedern aufgezwungen wurden, und so ist es bis zum heutigen Tag geblieben. Ist angesichts dieser Fakten eine angemessene Warnung nicht mehr als gerechtfertigt?

Sei bitte vorsichtig, was du in der Kirche vor GOTT und Menschen sagst!

 

Jesus hat einen Anfang

Von Sean Finnegan  (zum Original bei 21stcr.org)


Jedes Jahr um die Weihnachtszeit werden wir mit Liedern über die Geburt Christi überhäuft. Allerdings gibt es gravierende Meinungsverschiedenheiten darüber, was genau bei seiner Geburt passiert ist. Welche Vorstellungen du von der Geburt Christi hast, hängt von deinem Glauben ab, wann er zu existieren begann. Es gibt verschiedene Modelle darüber, wie Christus zu verstehen ist.

Einige glauben, dass Christus keinen Anfang hat - dass er nicht geschaffen worden ist. Andere glauben, dass er zu einem von GOTT festgesetzten Zeitpunkt in Existenz gebracht wurde. Einige sehen seinen Anfang in der Zeit kurz vor der Schöpfung, andere meinen, dass Christus erstmalig in Existenz gekommen ist, als er in Maria gezeugt worden ist.

Die erste Frage, die zu beantworten ist, lautet: "Hatte Jesus einen Anfang?" Die Mehrheit der Christen glaubt, dass Jesus schon immer existiert hat. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, wollen wir zuerst das folgende Zitat aus dem nicänischen Glaubensbekenntnis von 325 n.Chr. bedenken:

"Wir glauben an einen Gott, den allmächtigen Vater … Und an den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, d.h. aus dem Wesen des Vaters, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater … Diejenigen aber, die da sagen "es gab eine Zeit da er nicht war" und "er war nicht bevor er gezeugt wurde" und "er sei aus dem Nichtseienden geworden" oder die sagen: "der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar", die verdammt die allgemeine Kirche."
(Dieses Glaubensbekenntnis wird weltweit von der katholischen Kirche und allen sonstigen etablierten christlichen Kirchen anerkannt).

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen hinsichtlich der Frage des Anfangs steht der Begriff "gezeugt". Laut Merriam-Webster`s Dictionary bedeutet "zeugen": "Als Vater fortpflanzen". Das Wort "fortpflanzen" setzt sich aus zwei Worten zusammen: "Fort" bedeutet weiter und "pflanzen" bedeutet ein weiteres Individuum in Existenz bringen. Fügt man beides zusammen, so ergibt sich folgende Definition für "zeugen": Als Vater etwas Neues in Existenz bringen. Ich will es noch einmal so wiederholen: "Gezeugt sein bedeutet, dass du durch deinen Vater in Existenz gebracht worden bist". Es ist leicht erkennbar, warum dieses kleine Wort den Christen so viele Schwierigkeiten bereiten kann, die glauben, dass Jesus schon immer existiert hat.

In dem oben zitierten Bekenntnis wird Jesus ausdrücklich "als Einziggeborener, aus dem Vater gezeugt" definiert, aber später wird gesagt, dass jeder verdammt (exkommuniziert, geächtet) werden soll, der sagt: "Er war nicht bevor er gezeugt wurde." Das scheint ziemlich verwirrend zu sein. War Jesus nun gezeugt? Ja, das Glaubensbekenntnis hat es bereits bestätigt. Das bedeutet dann aber, dass er von einem Vater in Existenz gebracht worden ist. Wenn er also in Existenz gebracht worden ist, dann hat es eine Zeit gegeben, in der er nicht existiert hat. Wenn jemand allerdings sagt: "Es gab eine Zeit da er nicht war", dann ist diese Person exkommuniziert. Für mich klingt das äußerst verwirrend.

Glücklicherweise sind die biblischen Schriften unser Maßstab für die Wahrheit und nicht die Glaubensbekenntnisse von Menschen.

Was sagt die Bibel über den Anfang von Jesus?

Hebräer 1,5: Denn zu welchem der Engel hat ER jemals gesagt: "MEIN Sohn bist du, ICH habe dich heute gezeugt"? und wiederum: "ICH werde ihm Vater und er wird MIR Sohn sein"?
(gezeugt: Gr. gegennka = 1. Person Singular Perfekt Indikativ Aktiv von gennaw (zeugen)

In diesem Abschnitt geht es um die Überlegenheit Jesu gegenüber den Engeln. Keiner der Engel wurde explizit "der Sohn GOTTES" genannt. Trotzdem muss hier die Frage beantwortet werden, warum Jesus "Sohn" genannt wird. Doch nur, weil GOTT ihn "heute" gezeugt hat. Ich wiederhole es noch einmal: Jesus ist der Sohn GOTTES, weil GOTT ihn an einem bestimmten Tag gezeugt hat. Es gibt einen Tag in der Geschichte, an dem der Sohn in Existenz gekommen ist. Denn sonst hätte der Vater nicht sagen können: "ICH habe dich heute gezeugt" (s. Psalm 2,7; Apg 13,33; Hebr 1,5; 5,5). Wenn die Aussage dieses Verses richtig ist, dann gab es eine Zeit bevor der Sohn geboren war.

Trinitarier sagen:

Der Sohn hat keinen Anfang; Er hat schon immer existiert.

Arianer sagen:

Der Sohn hat einen Anfang; Er wurde vor dem Universum geschaffen.

Unitarier sagen:

Der Sohn hat einen Anfang; Der Sohn wurde im Leib Marias in Existenz gebracht.


Wir haben bereits gesehen, dass "gezeugt" in Existenz bringen bedeutet; es gab also eine Zeit, bevor der Sohn in Existenz gekommen ist. Es ist jedoch unmöglich, dass jemand existiert, bevor er in Existenz gekommen ist. Desweiteren bezieht sich die zweite Hälfte dieses Verses auf eine Jesus betreffende Prophetie, die in 2.Samuel 7,14 zu finden ist. Es gab einen Zeitpunkt, an dem GOTT der Vater von Jesus geworden ist. Anders gesagt: GOTT war solange nicht der Vater Jesu, bis ER ihn gezeugt hatte. Diese Prophezeiung erhielt David von Nathan etwa um 1000 v.Chr. Zu diesem Zeitpunkt sprach GOTT von dem Sohn im Futur: "ICH will ihm Vater sein." Demnach hat der Sohn zu diesem Zeitpunkt noch nicht existiert oder er hat, wenn er existiert hat, keine Vater-Sohn Beziehung mit GOTT gehabt.

Wann ist GOTT der Vater des Sohnes geworden? Ich glaube, dass dieser Hebräertext diese beiden alttestamentlichen Zitate in solch einer Weise zusammenfasst, die diese Frage beantwortet. GOTT wurde der Vater des Sohnes, als der Sohn durch die Zeugung des Vaters in Existenz gekommen ist. Dies scheint die eindeutige Lesart dieses Verses (Hebr 1,5) zu sein. Und in der Tat - genau dies wird bestätigt durch die Worte, die der Engel Gabriel zu Maria sagt:

Lukas 1,35: Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn GOTTES genannt werden.

Wie hat GOTT diesen Akt des Zeugens SEINES Sohnes nun bewerkstelligt? Er wurde vollzogen, als der heilige Geist (die Kraft GOTTES) Maria überschattete. Und in unmittelbarer Folge dieser jungfräulichen Empfängnis wird Jesus Sohn GOTTES genannt. Dies ist vollkommen logisch! Worauf Hebräer 1,5 anspielt, das wird von dem Engel Gabriel klar und deutlich erklärt: Jesus ist der Sohn GOTTES, weil sein Ursprung durch einen besonderen Schöpfungsakt GOTTES im Leib seiner Mutter geschah. Wenn Jesus existiert haben sollte, bevor er geboren war, dann müsste es einen Zeitraum zwischen diesem Ereignis und der Zeugung des Sohnes gegeben haben. Hier jedoch ist beides miteinander verbunden.

Es gibt einen anderen Menschen, der von GOTT eigens geschaffen worden ist (d.h. dass er nicht auf normale Weise durch zwei Eltern in Existenz gebracht worden ist). Adam ist von GOTT aus dem Staub der Erde geformt worden. Wenn unser Verständnis also richtig ist, dann müsste auch Adam "Sohn GOTTES" genannt werden.

Lukas 3,23+38 (NLB) Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er öffentlich zu wirken begann. Jesus war bekannt als der Sohn Josefs. Josef war der Sohn von Eli … Enosch war der Sohn von Set. Set war der Sohn von Adam. Adam war der Sohn GOTTES.

So wie Adam der Sohn GOTTES war, so ist auch Jesus der Sohn GOTTES. Und es ist wirklich so: Paulus bezieht sich auf Jesus als den zweiten Adam, weil ihre Ursprünge und Funktionen so ähnlich sind (1.Kor 15,21-23; Röm 5,12ff.). Nun stellt sich die Frage, ob irgendjemand schon einmal davon gesprochen hat, dass Adam existierte, bevor er geschaffen war? Mit Sicherheit nicht; so etwas zu sagen wäre töricht. Warum aber wird dies in Erwägung gezogen, wenn es um den zweiten Adam, um Jesus, geht?

Galater 4,4: Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte GOTT SEINEN Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter dem Gesetz.
(geboren, Gr. genouenon = Akkusativ Singular maskulinum Aorist 2 von ginouai – in Existenz kommen)

Als schließlich der richtige Zeitpunkt gekommen war, sandte GOTT SEINEN Sohn. Der Sohn wurde geboren (in Existenz gebracht) von (aus) einer Frau. Das Wort, das mit "geboren" übersetzt wird, bedeutet wörtlich: in Existenz kommen, geschaffen werden, durch ein Schöpfungswerk existieren. Das Wort, das mit "von" in dem Teilsatz "geboren von einer Frau" übersetzt wird, bedeutet wörtlich: Von, aus und bezeichnet Ursprung oder Quelle. Fügt man dies alles zusammen, dann erklären diese Worte, dass der Ursprung (der Anfangspunkt) des Lebens Jesu der Zeitpunkt war, als er aus einer Frau heraus in Existenz gebracht wurde. Er wurde auch unter dem Gesetz geboren (in Existenz gebracht), - er lebte, bevor das Gesetz erfüllt war. Diese Aussage über den Ursprung des Messias ist großartig. (Vergleiche diesen Vers mit Römer 1,3, wo das gleiche Wort "geboren" und das gleiche Wort "von" in gleicher Weise verwendet werden.

Alle diese Texte und andere (Joh 1,14+18; 3,16+18; Röm 1,3; 1.Joh 4,9; 5,1+18) machen deutlich, dass Jesus gezeugt / geboren war und dass er wirklich einen Anfang hatte. Wenn Jesus einen Anfang hatte, dann kann er nicht GOTT sein; aber es gibt noch mehr zu erforschen …

Die zweite Frage, die beantwortet werden muss, lautet: "Wann ist dieser Anfang gewesen?" Nach der arianischen Auffassung ist Gott, der Vater, allein ewig; Christus wurde als die erste und großartigste aller Kreaturen aus dem Nichts erschaffen und hat seinerseits das Universum gemacht. (Wycliffe Dictionary of Theology von Harrison, Bromiley, and Henry, S.63)

Das glauben z.B. sechseinhalb Millionen Zeugen Jehovas.

Um diese zweite Frage beantworten zu können, wollen wir über folgende Bibelstellen nachdenken:

Matthäus 1,8: Mit dem Ursprung Jesu Christi verhielt es sich aber so: Als nämlich Maria, seine Mutter, dem Josef verlobt war, wurde sie, ehe sie zusammengekommen waren, schwanger befunden von dem Heiligen Geist.
(Ursprung - Gr. gennhsiv = Entstehung, Geburt, etwas, was entstanden ist)

Das griechische Wort für "Ursprung" (oder Geburt) ist das gleiche wie das auch bei uns bekannte Wort "Genesis". "Genesis" bedeutet anfangen, beginnen; aus diesem Grund ist es auch der Name des ersten Buches der Bibel. Dieser Vers sagt uns also, dass der Anfang / Beginn / Ursprung Jesu Christi das Ergebnis davon ist, dass seine Mutter "schwanger befunden war von dem Heiligen Geist". Diese Aussage ist überaus wichtig, damit wir verstehen können, dass Jesus eine Genesis (Beginn) hatte, und die war verbunden mit dem Wunder, das im Leib Marias geschah (Erinnere dich an Lukas 1,35).

Matthäus 1,20: Während er dies aber überlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum und sprach: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist.
(gennhyen = Nominativ Singular Neutrum Partizip Aroist 1, Passiv von gennaw (zeugen))

In vielen Übersetzungen heißt es: "Das Kind, das sie erwartet" oder "Das Kind, das sie empfangen hat", statt "Das Kind, das in ihr gezeugt wurde." In vielen Bibeln ist diese Stelle die einzige, in der man dieses griechische Wort mit "empfangen" übersetzt hat. Warum hat man das Wort "gezeugt" nicht so übersetzt, wie an den anderen Stellen, an denen dieses Wort vorkommt? Ich glaube, dass wir diese Frage damit beantworten können, dass hier die klare Aussage vorliegt, dass Jesus durch den heiligen Geist in Maria gezeugt wurde (durch seinen Vater in Existenz gebracht wurde). Hier ist alles in einem Vers verpackt!

Jesus, der Sohn, wurde in Existenz gebracht (gezeugt) und dieser Beginn war das Ergebnis, das durch die schöpferische Kraft des heiligen Geistes in Maria vollbracht wurde. Wie einfach, wie elegant ist diese Erkenntnis! Da gibt es keine Verwirrung über ein zweites Mal gezeugt zu sein. Diese Worte können in ihrer schlichten und einfachen Bedeutung verstanden werden und müssen nicht durch interpretative Übersetzungstricks versteckt werden.

(Für die weitere Diskussion über die Voreingenommenheit der Übersetzer – besonders in Bezug auf das Thema Christus – sind folgende Bücher hilfreich: Orthodox Corruption of Scripture von Bart Ehrman oder Truth in Translation von Jason BeDuhn.)

Außerdem: Wenn Jesus nicht ein Mensch war wie Adam, warum soll es dann von Bedeutung gewesen sein, dass er in Vollkommenheit gelebt hat? Wenn er wirklich der zweite Adam war, dann hat er auch sündigen können. Er hätte alles vermasseln können, aber er hat es nicht getan. Ist er nicht ein Beispiel für uns, dem wir nacheifern können?!!

Apostelgeschichte 1,1 Den ersten Bericht habe ich verfasst, Theophilus, von allem, was Jesus angefangen hat, zu tun und auch zu lehren.

Lukas hat sowohl sein Evangelium als auch die Apostelgeschichte an Theophilus geschrieben. Hier in der Apostelgeschichte (dem zweiten Buch) nimmt Lukas Bezug auf sein erstes Buch (das Lukasevangelium). Er schreibt, dass er in dem ersten Bericht davon erzählt hat, was Jesus angefangen hat, zu tun und zu lehren. Wenn Jesus im Lukasevangelium (das mit der Geburt Jesu im ersten Kapitel beginnt; s. Lukas 1,35) angefangen hat "zu tun und auch zu lehren", dann hat er vor seiner Geburt nichts getan und auch nicht gelehrt!

Hebräer 1,1+2: Nachdem GOTT vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten [Zeitalter] gemacht hat.

Wenn der Sohn in den alttestamentlichen Zeiten existiert haben sollte, dann stellt sich die Frage, was er in dieser Zeit gemacht hat. Dieser Text sagt uns, dass GOTT erst in diesen letzten Tagen durch SEINEN Sohn gesprochen hat. Das macht dann Sinn, wenn SEIN Sohn zuvor noch nicht existiert hat. Es wird auch bestimmt sehr langweilig gewesen sein, Jahrtausende existiert zu haben, ohne die Erlaubnis zu haben, zu reden oder an GOTTES Schöpfungsprojekt mitmachen zu können.

Jesus hat einen Anfang und wenn er einen Anfang hat, dann kann er nicht GOTT sein. Es gab eine Zeit, bevor der Sohn existierte! Der Sohn kam durch ein direktes Eingreifen GOTTES im Leib Marias in Existenz. Jesus ist der Sohn GOTTES – nicht weil er vor der Erschaffung des Universums gezeugt worden war – weil er durch heiligen Geist in Maria gezeugt worden ist. Und das ist das, was die Geburt Christi so besonders macht. Irgendwie ist mir nach Singen zumute …

 

Nur ein GOTT - Jesus hat einen GOTT

Von Sean Finnegan in 21stcr.org

Jesus ist in vollem Umfange Mensch. Er wurde geboren (Luk 2,11), nahm zu an Weisheit (Luk 2,52), lernte Gehorsam (Hebr 5,8), wurde müde (Joh 4,6), schlief (Mark 4,38), hatte ein begrenztes Wissen (Mark 5,30; 13,32) und starb (Phil 2,8).

Jesus betete häufig (Matth 14,23; Mark 14,32-39; Luk 6,12; Joh 11,41; 12,28; 17,1ff); er stieg alleine auf einen Berg, um dort Zeit mit seinem GOTT zu verbringen. Jesus gibt uns ein hervorragendes Beispiel, wie wir leben sollen, denn er ist genauso wie wir. Der einzige Unterschied ist, dass er auf übernatürliche Weise gezeugt wurde und niemals gesündigt hat.

Es gibt heute allerdings gravierende Unstimmigkeiten in der Frage, wer Jesus ist. Es gibt viele Verse in der Bibel, die deutlich machen, dass GOTT der Vater Jesu Christi ist:

Römer 15,6: damit ihr einmütig mit einem Munde den GOTT und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht

2. Korinther 1,3: Gepriesen sei der GOTT und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und GOTT allen Trostes

2. Korinther 11,31: Der GOTT und Vater des Herrn Jesus, der gepriesen ist in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge

Epheser 1,3: Gepriesen sei der GOTT und Vater unseres Herrn Jesus Christus! ER hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus

Epheser 1,17: dass der GOTT unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis SEINER selbst

Epheser 3,14: Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus

Kolosser 1,3: Wir danken GOTT, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, allezeit, wenn wir für euch beten

1. Petrus 1,3: Gepriesen sei der GOTT und Vater unseres Herrn Jesus Christus, DER nach SEINER großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten

Wir wollen uns hier allerdings auf die vier Stellen in der Schrift konzentrieren, in denen Jesus die Worte "mein GOTT" gebraucht hat. Vielleicht wird uns eine kurze Betrachtung dieser vier Texte Einblick in die Beziehung geben, die zwischen Jesus und seinem GOTT besteht (Markus 15, 34; Matthäus 27, 46; Johannes 20, 17; Offenbarung 3, 12).

Die ersten zwei Stellen sind Markus 15, 34 und Matthäus 27, 46. Sie sollen zusammen betrachtet werden, weil sie zwei korrespondierende Berichte von dem gleichen historischen Ereignis sind, - die Kreuzigung.

Markus 15,34: und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloí, Eloí, lemá sabachtháni?, was übersetzt ist: Mein GOTT, mein GOTT, warum hast DU mich verlassen?

Matthäus 27,46: um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Elí, Elí, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein GOTT, mein GOTT, warum hast DU mich verlassen?

Jesus wird uns hier gezeigt, wie er im Todeskampf aufschreit, als er mit qualvollen Schmerzen am Kreuz hing. In Krankenhäusern geht es heute so zu. Vor einiger Zeit wurde einem meiner Freunde der Blinddarm entfernt. Als wir im Aufnahmeraum auf den Doktor warteten, hörte ich eine gespenstige Mischung von Tönen. Einige Patienten schnarchten, andere schrien nach GOTT; und noch andere murmelten, während sie atmeten: "Herr, erbarme dich."

Jesus sah dem Tod ins Auge und er rief zu seinem GOTT, so wie wir es auch getan hätten. Er zitierte die erste Zeile eines Psalms, der im gut bekannt war. Psalm 22 enthält eine sehr genaue Prophezeiung über das, was er während seiner Kreuzigung erfahren sollte. Als David diesen Psalm schrieb, ging er durch sehr schwierige Zeiten; er fühlte, dass er dem Tod nahe war. Er schrie zu "mein GOTT".

JAHWE ist der GOTT Davids (Psalm 25, 1-2). Jesus identifizierte sich mit diesem Psalm Davids. Er rief zu dem gleichen GOTT (JAHWE), zu dem auch David gerufen hat.

Die dritte Stelle, in der Jesus "mein GOTT" sagt, finden wir im Johannesevangelium.

Johannes 20,17: Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem GOTT und eurem GOTT!

In dieser kurzen Unterhaltung legt Jesus kurz und sachlich seine Sicht von GOTT dar. Wenn jemand Jesus fragte: "Wer ist GOTT?", so wird er geantwortet haben: "Mein GOTT und dein GOTT!" So einfach ist das. Es besteht keine Notwendigkeit für komplizierte Definitionen oder widersprüchliche Aussagen. Jesus hatte und hat immer noch einen GOTT, - den Vater.

Den letzten Text, den wir betrachten wollen, finden wir in der Offenbarung. Der Brief an die Gemeinde in Philadelphia enthält die folgende Aussage:

Offenbarung 3,12: Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines GOTTES zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines GOTTES und den Namen der Stadt meines GOTTES, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem GOTT, und meinen neuen Namen.

Vier Mal wird hier die Bezeichnung "mein GOTT" von Jesus wiederholt. Auch in seiner erhöhten und verherrlichten Stellung erkennt er immer noch an, dass der Vater sein persönlicher GOTT ist. Auch wenn der Vater ihm alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben hat (Matth 28, 18), so ist es für Jesus immer noch klar, wer sein GOTT ist.

Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, dann sollten wir den gleichen GOTT haben, den er hatte. Aus den betrachteten Texten geht klar hervor, dass er nur einen GOTT hatte, - den Vater. Jesus hat niemals zum Heiligen Geist gebetet oder ihn seinen GOTT genannt. Der Vater hat den Sohn niemals als seinen GOTT bezeichnet.

Jedesmal wenn Jesus die Worte "mein GOTT" gebrauchte, dann waren sie immer in Bezug auf den Vater gemeint.

Lasst uns danach streben, Jesus in allen Bereichen unseres Lebens zu folgen, besonders wenn es um unsere Beziehung zu GOTT geht.

 

Im "Kirchenboten St. Gallen" wurde das Thema Trinität angesprochen und verschiedene Leserbriefe dazu veröffentlicht. Der erste von Till Mohr ist bereits hier wiedergegeben worden unter dem Titel "War Jesus (k)ein Monotheist?". Inzwischen erschienen eine ganze Anzahl weiterer Wortmeldungen, woraufhin Till Mohr nun (April 2015) erneut einen Leserbrief geschrieben hat, welchen ich ebenfalls gerne hier zur Verfügung stelle. Ich möchte damit nicht auf ihn oder andere Schreiber hinweisen - wir sind alle fehlerbehaftet - sondern den meines Erachtens guten Inhalt empfehlen (Link zum Original). 

Zum Dogma der Trinität

Antwort von Till Mohr auf die offenen Briefe und Leserbriefe (Kibo 3/2015)

Frank Jehle hat völlig recht: Auch bei den heißesten Themen unseres christlichen Glaubens sollen wir sachlich und in gegenseitigem Wohlwollen miteinander reden. Ich möchte nur dazu ermutigen, das Trinitätsdogma auf Grund des in der Bibel bezeugten Wortes Gottes kritisch zu hinterfragen.

Bei den in der Bibel bezeugten Werken und Worten Gottes haben die Theologen ja auch die Freiheit, alles historisch-kritisch in Frage zu stellen, als sekundär, Gemeindebildung und Legende zu bezeichnen. Jeder legt die Bibel so aus, wie es ihm passt. Nur bei den Konzilsbeschlüssen sollen wir alles glauben? Wird dadurch nicht der reformatorische Grundsatz "allein die Schrift" völlig außer Kraft gesetzt?

Ich kann gut verstehen, dass man Konstantin, der sich für die Religionsfreiheit der Christen einsetzte, großartige Kirchen baute und die Kirche mit vielen Privilegien ausstattete, wie einen Heiligen, als 13. Apostel, ja als "Heiland" und "Erlöser" kniefällig verehrte.

Doch der fromme Schein trügt! In Trier ließ er als Verehrer der römischen Götter, insbesondere der Trinität Jupiter-Mars-Quirinus, unzählige Gefangene seiner Raubzüge in der Arena als Fest und Volksbelustigung den Bestien vorwerfen. Glauben wir allen Ernstes, dass sich Gott solch einen Massenmörder und Machtmenschen, der seinen heiligen Namen und das Kreuzzeichen für seine Raub- und Eroberungsfeldzüge missbrauchte, erwählt, um uns den rechten Glauben beizubringen? - Aus reiner Machtgier und Herrschsucht bekämpfte, besiegte und ermordete er seine Mitregenten samt ihren ganzen Familien und Anhängern! Dabei kamen allein in den Kämpfen gegen Licinius, mit dem er erst verbündet war und dem er seine Schwester Konstantia zur Frau gegeben hatte, rund 65.000 Menschen ums Leben! Dazu brachte er sogar seine eigenen Familienangehörigen um, seinen Schwiegervater, Kaiser Maximian, seinen Schwager, Kaiser Licinius, einen weiteren Schwager, und 326 nach dem Konzil (!) seinen ältesten Sohn Crispus und schließlich auch noch seine eigene Frau Fausta!

Konstantin hat sich nach alter Tradition der römischen, heidnischen Kaiser als Pontifex Maximus verstanden, für Christen und Heiden gleichzeitig, um auf beiden Seiten zu hinken. Kann man aber zwei Herren dienen? Christus und dem Fürst dieser Welt? Ist das ein Christ, der sich selbst zum Bischof ernennt und in Glaubensdingen höchste Autorität anmasst, wenn er für sich selbst mitten in der Hauptstadt eine Säule als Sonnengott aufstellt, sich in Tempeln wie ein Gott kniefällig verehren lässt und aus Rücksicht auf seine heidnischen Untertanen nicht einmal den Mut hat, sich taufen zu lassen? - Das vermeintlich leuchtende Vorbild Konstantins hat sich für die ganze Kirchengeschichte bis zum heutigen Tag verheerend ausgewirkt. Immer wieder haben ach so christliche Kaiser, Könige und Päpste andere mit Gewalt unterdrückt, beherrscht und zum Glauben gezwungen, ja verheerende, jahrzehntelange, religiöse Kriege geführt, als wenn man Glaubensfragen mit Krieg, Mord und Totschlag entscheiden könnte und andern den Glauben aufzwingen dürfte!

Aber auch Konzilien sind grundsätzlich nicht der rechte Weg, um Glaubensfragen zu entscheiden. Nicht nur weil sie - wie 325 in Nicäa, wo nur 313 von über Tausend Bischöfen im Osten und nur 5 [!] aus dem Westen eingeladen waren - vom Kaiser beherrscht und gegen die Mehrheit der Bischöfe manipuliert wurden. Die Wahrheit lässt sich überhaupt nicht durch einen Mehrheitsentscheid oder auf Grund der Meinung auch noch so vieler Theologen feststellen. Auf dem Karmel war Elia der einzige wahre Prophet gegenüber 450 bzw. 850 falschen! - Als Ahab in Samaria alle Propheten versammelte, standen 300 Baalspropheten gegen den einzigen wahren Prophet Micha Ben Jimla! – Die große Mehrheit im Hohen Rat hat Jesus als Gotteslästerer zum Tod verurteilt! – Und vor Pilatus entschied sich das Gottesvolk gegen Jesus, den Messias und Sohn Gottes, und für den Mörder Barabbas! -

Und wir? Hinken auch wir auf beiden Seiten? - Wenn wir uns gegen Arius entscheiden, dann entscheiden wir auch gegen Paulus, der nachweislich die Unterordnung (Subordination) Christi unter Gott und damit seine Geschöpflichkeit gelehrt hat, worauf uns schon in den sechziger Jahren Günter Bornkamm in Heidelberg aufmerksam machte. Daher müssten wir auch Paulus als Ketzer verurteilen und seine Schriften schleunigst aus dem Neuen Testament entfernen, samt dem Hebräerbrief, in welchem Christus unter anderem als Hoherpriester bezeugt wird. Ein Hoherpriester aber ist niemals Gott selber und darum Geschöpf. –

Ebenso müssten wir Johannes verurteilen, der im Evangelium (z.B. Joh 14,28) und in der Offenbarung (z.B. Off 3,2.12; 3,14) Christi Unterordnung und Geschöpflichkeit klar verkündet. Wenn Jesus in Joh 10,30 sagt: "Ich und der Vater sind eins", dann bedeutet dies tatsächlich nur, dass er mit dem Vater eins ist in der Gesinnung. Dies erhellt auch Joh 17,21, wo Jesus Gott bittet, dass wir alle eins seien, "wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns eins sein…", durch welches Einssein mit Christus und Gott in der Gesinnung wir natürlich nicht zu Göttern oder gar zu Gott selbst werden.

Jedes Kind eines Vaters und einer Mutter ist nicht eine Seinsweise oder innere Bewegung seiner Eltern, sondern ihnen gegenüber ein selbständiges Wesen mit Seele und Geist, freiem Willen, Erkenntnis- und Entscheidungskraft, das klar von den Eltern unterschieden werden muss und für sich selbst verantwortlich ist. Und Jesus war wahrer Mensch, uns in allem gleich geworden. Darum ist er viel mehr und etwas völlig anderes als nur "die innere Bewegung des göttlichen Lebens", wie Paul Tillich sagt. Christus als Person kann im Himmel von den Engeln in seiner strahlenden Geistleiblichkeit geschaut werden und wurde sogar von Johannes auf Pathmos so geschaut (Off 1,9ff) und von Gott als Lamm vor dem Thron unterschieden.

Ebenso müssten wir die übrigen Evangelien samt der Apostelgeschichte aus dem NT entfernen, weil die Synoptiker (Mt, Mk, Lk) entsprechende Worte Jesu und insbesondere seine Gebete überliefert haben. Wer aber wie Jesus zu Gott betet, ist nicht Gott selber, denn Gott betet sich nicht selber an, sondern Jesus ist wie Engel und Menschen sein Geschöpf.

Wenn wir Arius ablehnen, dann verwerfen wir somit die Propheten, Apostel und Jesus, die Grundlage unserer Kirche! Deshalb muss es nicht nur erlaubt sein, sondern sind wir dazu verpflichtet, in aller Sachlichkeit, Nüchternheit und Ehrlichkeit zu fragen, ob der Glaube an die Trinität dreier Götter, der nicht in der Bibel, wohl aber im alten Ägypten und im Römerreich bezeugt ist, nicht Polytheismus ist. Konstantin hinkte auf beiden Seiten. Mit dem Gedanken der Trinität kam er seinen heidnischen Untertanen entgegen, mit denen er es nicht verderben wollte. Aber er wollte auch dem Monotheismus der Christen gerecht werden. Darum wurde erklärt, dass die drei göttlichen Personen zwar drei, aber doch eigentlich nur ein Gott seien. Natürlich ist das ein klarer Widerspruch in sich selber. Und das bedeutete, dass von nun an alle Theologen und Laien den Verstand, den Gott uns gegeben hat, damit wir ihn brauchen und prüfen, was wahr und falsch ist, opfern mussten. Damit werden allen Lügen und Irrlehren Tür und Tor geöffnet! Aber nicht nur für Theologen, sondern z.B. auch für Naturwissenschaftler ist es unabdingbar, den Verstand zu gebrauchen, sonst würden wir heute noch der kirchlichen Irrlehre glauben, dass die Sonne sich um die Erde dreht…

Kurz: Ich denke, wir sind wohl beraten, wenn wir uns entschlossen von dem falschen Trinitätsdogma befreien, uns nicht mehr von dem vermeintlich christlichen, ja heiligen Gewand jenes Massenmörders und Götzendieners blenden lassen und von Herzen dem zuwenden, der niemanden umgebracht hat, um Alleinherrscher auf der Welt zu werden, sondern als der gute Hirte sein Leben für uns alle dahingegeben hat. Wahre Kirche ist die Herde des guten Hirten Christus. Nur wer wirklich auf seine Stimme hört und ihm in Tat und Wahrheit nachfolgt, gehört zu seiner Herde und wird die Wahrheit erkennen. Nach Nicäa gab es keine Einheit in der Christenheit. Im Gegenteil! Sie zerbrach in Hunderte von sich gegenseitig bekämpfenden Kirchen, Gemeinschaften und Sekten. Wenn wir es aber wieder lernen, erfüllt vom Heiligen Geist auf die Stimme unseres Herrn zu hören, dann wird es wahre Einheit im Glauben geben, "eine Herde und ein Hirt." (Joh 10,16) Und wenn nur zwei oder drei in seinem Namen miteinander darum bitten, wird er mitten unter ihnen sein mit seinem ganzen Segen und Heil.

(Link zum Original)

 

Drei Wer, die ein oder zwei Was sind!!?

geschrieben von P. Lackey, übersetzt von Jürgen Laub

Liebe Geschwister,

ich kann nicht widerstehen, euch die schillernde und phantasievolle, wenn auch verwirrende Beschreibung der Dreieinigkeit eines Fernsehpredigers wiederzugeben, die er innerhalb einer Serie von sich gegeben hat, die „andererseits“ auch positive und anregende Vorträge über Theologie enthält. Unter den vielen verwirrenden Erklärungen, die ich bislang gehört und notiert habe (viele in meinem Buch), hat diese zweifelsohne uneingeschränkt den ersten Preis verdient. Ich wünsche mir, dass dieser intelligente Pastor/Gelehrte sich irgendwann einmal an einer glaubhafteren Erklärung über die Unwahrscheinlichkeit der Dreieinigkeitslehre versucht und sie kultivieren wird.

Hier seine Erläuterungen:

Wenn du eine grafische Darstellung der Dreieinigkeit haben möchtest, dann schaue dir ein Dreieck an und damit hast du einen Gott vor dir, der eine göttliche Natur hat; mit den drei Ecken des Dreiecks hast du aber auch einen Vater, einen Sohn und einen Heiligen Geist. Der Sohn hat zusätzlich zu seiner göttlichen Natur noch eine menschliche Natur. Jesus hat also eine göttliche Natur und eine menschliche Natur. Diese menschliche Natur ist vor gut 2000 Jahren entstanden, während die göttliche Natur schon von Ewigkeit an existiert hat. Wann immer du eine Frage bezüglich Jesus stellen willst, musst du immer zwei Fragen stellen. Ist Jesus hungrig gewesen? Als Gott – Nein! Als Mensch – Ja! Wie kann Jesus Gott gewesen sein, wenn er nicht gewusst hat, wann er wiederkommt? Hat Jesus alles gewusst? Als Gott – Ja! Als Mensch – Nein! Jesus hatte zwei Naturen. Wenn du Philipper 2 aufschlägst, dann heißt es dort, dass Jesus sich selbst von dem Vorrecht, Gott zu sein, entäußert hat. Mit anderen Worten gesagt: Er hat dieses Vorrecht nicht in Anspruch genommen, obwohl er immer noch Gott war. Er gab es freiwillig auf und blieb auf der Erde in seiner menschlichen Natur und das war die Natur, die schließlich getötet wurde.

Als Jesus starb … ist Gott nicht gestorben, - die menschliche Natur ist gestorben. Jesus hatte also zwei Naturen. Du kannst das auch so sehen, - wenn du willst: Gott ist ein Was, aber es gibt auch drei Wer; es gibt einen Wer Eins, einen Wer Zwei und einen Wer Drei! Der Vater ist der Wer Nr. 1, der Sohn ist der Wer Nr. 2 und der Heilige Geist ist der Wer Nr. 3. Jesus aber hat zwei … Was. Er hat ein Was  eins in einer göttlichen Natur und ein zweites Was in einer menschlichen Natur … in ihm waren zwei - WAS! Das ist meine Abbot und Costello Theologie! (Lautes Lachen aus der Klasse). Du hast hier eine Vorstellung bekommen, - du musst also immer zwei Fragen bezüglich Jesus stellen, wenn du eine Frage über ihn hast. Sprichst du über Jesus in seiner göttlichen Natur oder über Jesus in seiner menschlichen Natur und wenn du wirklich ein Mittler zwischen zwei Parteien sein willst, - zwischen Gott und Mensch -, was musst du dann tun? Du musst jeweils einen Fuß auf beiden Seiten stehen haben … oder nicht? Du musst beides sein, - Gott und Mensch -, um das tun zu können. Deshalb heißt es [in der Bibel], dass ein Mittler zwischen Gott und den Menschen ist, und das ist der Herr Jesus Christus, weil er beides ist: Gott und Mensch. Das ist die einzige Möglichkeit, wie du vermitteln kannst, - wie du die beiden Seiten zusammen bringen kannst.

Gemeint ist hier wohl
1.Tim 2,5: "Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus"
Es heißt hier ausdrücklich: der Mensch Jesus Christus (Anmerkung von Stephan Gerber)

Nebenbei bemerkt: Immer scheint es so zu sein, dass die Dreieinigkeitslehre Probleme löst, - sie ruft keine hervor. Verstehst du das? Nun, wie kannst du Liebe haben, wenn du ein streng monotheistisches Wesen bist? Da gibt es niemanden, den du lieben kannst! Aber mit einem Vater, einem Sohn und einem Heiligen Geist hast du einen Liebenden, eine Geliebten und einen Geist der Liebe. Damit gibt es eine Pluralität in der Gottheit und das bedeutet Liebe in der Gottheit. Es sieht nicht so aus, als dass du das bei einem streng monotheistischen Wesen haben kannst! Die Dreieinigkeit scheint also mehr Sinn zu machen als ein streng monotheistisches Wesen. Natürlich hat man nichts von der Dreieinigkeit wissen können, solange sie nicht offenbart war und sie ist offenbart worden. Die Dreieinigkeit sollte also kein Problem sein, wenn sie richtig erklärt wird. Das heißt nicht, dass wir alles über sie verstehen; das heißt nicht, dass wir sie komplett erfassen können … aber wir können sie wahrnehmen. Richtig? Genauso wie du am Ufer eines Ozeans stehen kannst und wahrnehmen kannst, dass da ein Ozean vor dir ist, auch wenn du nicht alles erfassen kannst, was in diesem Ozean abläuft. Du kannst die Dreieinigkeit wahrnehmen, auch wenn du sie nicht komplett verstehen kannst, aber schau … wenn es wirklich einen unendlichen Gott gibt, dann sollte ich erwarten können, dass ich ihn vollständig verstehen werde, weil ich nicht unendlich bin.“In einem anderen im Fernsehen gesendeten Programm erklärt er: „Christus ist Gott im Fleisch. Du weißt jetzt, dass Jesus zwei Naturen hat. Er hat eine göttliche Natur und eine menschliche Natur. In seiner menschlichen Natur ist er ein Mensch, ein sündloser Mensch. In seiner göttlichen Natur ist er die zweite Person der göttlichen Dreieinigkeit, aber sein Verhalten repräsentiert Gott. Er hat alle Eigenschaften Gottes, - Eigenschaften, an denen Gott in seiner menschlichen Natur nicht teilhaben konnte … die Eigenschaften, an denen er nicht teilhaben konnte, hat Jesus aber in seiner göttlichen Natur gehabt, weil er ein göttliches Wesen ist!

An diesem Punkt, lieber Leser, hat es mir die Sprache verschlagen – es gibt nicht genügend Worte, um diese Absurdität zu beschreiben.

 

Um zu lernen, wer über dich herrscht, finde einfach heraus, wen du nicht kritisieren darfst.

Voltaire

Dreieinigkeit - wer von den dreien weiß was?

Von Skip Moen; PhD; www.skipmoen.com
Focus on the Kingdom; Nov 2014
Übersetzt von Jürgen Laub

Mt 24,36 Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, auch nicht der Sohn, sondern der Vater allein.

Auch nicht der Sohn – Dieser Satzteil ist schon immer problematisch gewesen. Wie kann Jesus GOTT sein und zugleich nicht allwissend sein? Und wenn er, wie er sagt, es wirklich nicht weiß, wie können wir dann immer noch behaupten, dass er GOTT ist? GOTT ist allwissend.

Laut Jesus weiß niemand, einschließlich ihm, von dem Zeitpunkt seiner Wiederkunft. Die übliche theologische Antwort auf dieses offensichtlich unlösbare Dilemma ist folgende:

Was er über sich sagt, nämlich dass er Tag und Stunde seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit nicht kennt, stimmt für ihn als Mensch; es stimmt allerdings nicht für ihn als GOTT. Als der Gottmensch ist er als GOTT (zusammen mit den anderen Personen der Gottheit) allwissend und gleichzeitig als Mensch (zusammen mit anderen Personen der menschlichen Rasse) in bestimmten Dingen unwissend.
(Robert Reymond; Jesus Divine Messiah; S. 79).

Oh ja, das habe ich verstanden: Jesus kennt den Zeitpunkt seiner Wiederkunft und gleichzeitig kennt er ihn nicht. Das bedeutet, dass er die Wahrheit kennt (denn gemäß der trinitarischen Lehre ist er allwissend), und uns dann aber dennoch sagt, dass er sie nicht kennt, weil er zugleich auch Mensch ist? Er weiß also, dass er nicht weiß, was er weiß, - richtig?

Zeigt uns das nicht, dass diese Aussage völliger Unsinn ist? Was passiert, wenn wir einfach die Aussage der Worte dieses Verses akzeptieren? Was wäre, wenn Jesus wirklich meint, dass er nichts von dem Zeitpunkt seiner Wiederkunft weiß? Warum ist das so schwer zu akzeptieren? Sollte man glauben, dass irgendeiner der Jünger, die ihn gehört haben, als er das sagte, dachte: Oh ja, das bedeutet, dass er es als Mensch nicht weiß, aber als GOTT weiß er das selbstverständlich? Kein Wunder, dass die Kirche drei Jahrhunderte gebraucht hat, bis sie sich diese Antwort ausgedacht hatte.

Mir scheint, dass das Problem nichts mit dem zu tun hat, was der Vers aussagt. Das Problem liegt vielmehr darin, dass man den Text nach den Paradigmen der Dreieinigkeitslehre liest. In dem Text dieses Verses gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten. Es gibt viele Dinge, von denen Menschen nichts wissen. Es gibt viele Dinge, von denen auserwählte Boten JAHWES nichts wissen. Es gibt auch einige Dinge, von denen der Messias nichts weiß. Es ist Fakt, dass er uns das von mindestens einer Sache - nämlich dieser hier - gesagt hat. Der Text ist eindeutig und klar. Was all die vielen Verwirrungen verursacht, hat nichts mit diesem Text zu tun. Ursache ist die später entwickelte zusätzliche, vom biblischen Text nicht unterstützte Vorstellung, dass Jesus auch zugleich GOTT ist. Patrick Navas hat es sehr scharfsinnig auf den Punkt gebracht:

Mit anderen Worten: Irgendwie weiß Jesus alles und gleichzeitig weiß er doch nicht alles!?
Divine Truth or Human Tradition; S. 131)

Also, wie sollte die Theologie aussehen? Klar und in Übereinstimmung mit dem, was der Text sagt, oder mit vielen hinzugefügten "Spezialitäten", die das beinhalten, was der Text nach Maßgabe kirchlicher Entscheidungen sagen muss, um in ihr Dogma zu passen? Und was geschieht wirklich, wenn Jesus der Messias ist, Gottes auserwählter Bote / Sohn, der beauftragt ist, das Königreich aufzurichten und den letzten Feind zu besiegen? Wird der Glaube zerbrechen, wenn das dann doch nicht bedeutet, dass er JAHWE, der eine wahre GOTT ist? Ist man von diesem christlichen Dogma so indoktriniert, dass man diesen Text einfach nicht mehr mit seiner klaren Aussage lesen kann? Hat Jesus sich einfach nur geirrt oder versuchte er, uns hereinzulegen? Hat er uns angelogen, als er sagte, auch er wisse nicht von Tag und Stunde? Oder legen wir ihm nicht eher unsere Ansichten in den Mund, wenn wir versuchen, seine Verneinung der Allwissenheit in eine Bestätigung umzuwandeln?

Dies soll eine Mahnung sein, den klaren und verständlichen Worten der Heiligen Schrift zu glauben.

 

Kann mir jemand verständlich die Dreieinigkeit erklären?

In einem Forum habe ich diesen Beitrag gefunden, der mir sehr interessant erschien. Deshalb habe ich ihn kopiert, um ihn hier interessierten Lesern zur Verfügung zu stellen. Ich hoffe, damit keine Urheberrechte zu verletzen. Sollte dies doch der Fall sein, bitte ich um eine kurze Mitteilung, dann lösche ich ihn wieder. Das Original sowie weitere Beiträge hierzu findet sich unter diesem Link.


Dreieinigkeit (Dreifaltigkeit, Trinität)

Definition: Die Zentrallehre der Kirchen der Christenheit. Gemäß dem Athanasianischen Glaubensbekenntnis gibt es drei göttliche Personen (den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist), von denen gesagt wird, jede sei ewig und allmächtig, keine sei größer oder geringer als die andere, jede sei Gott und doch seien sie zusammen nur ein Gott. Nach anderen Erklärungen dieser Lehre sind diese drei "Personen“ keine getrennten und selbständigen Individuen, sondern drei Erscheinungsformen, in denen das göttliche Wesen existiert. Daher behaupten einige Verfechter der Dreieinigkeit, daß Jesus Christus Gott sei oder daß Jesus und der Heilige Geist Jehova seien. Das alles ist jedoch keine biblische Lehre

Welchen Ursprung hat die Dreieinigkeitslehre?

Die New Encyclopædia Britannica sagt:

"Weder das Wort Trinität noch die Lehre als solche erscheint im Neuen Testament, noch beabsichtigten Jesus und seine Nachfolger, dem Schema Israel im Alten Testament zu widersprechen: ‚Höre, o Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr‘ (5.Mo. 6:4). ... Die Lehre entwickelte sich allmählich während mehrerer Jahrhunderte und löste viele Kontroversen aus. ... Gegen Ende des 4. Jahrhunderts ... nahm die Lehre von der Dreieinigkeit im wesentlichen die Form an, die sie bis heute bewahrt hat“ (Micropædia, Bd. X, S. 126).

Die New Catholic Encyclopedia erklärt:

"Die Formulierung ,ein Gott in drei Personen‘ setzte sich erst gegen Ende des 4. Jahrhunderts richtig durch und war bis dahin noch nicht völlig in das christliche Leben und das christliche Glaubensbekenntnis aufgenommen worden. Aber erst diese Formulierung kann eigentlich Anspruch auf die Bezeichnung Dreieinigkeitsdogma erheben. Den apostolischen Vätern war eine solche Auffassung oder Vorstellung völlig fremd“ (Bd. XIV, S. 299).

In der Encyclopedia Americana lesen wir:

"Das Christentum geht auf die jüdische Religion zurück, und die jüdische Religion war streng unitarisch [vertrat den Glauben, daß Gott e i n e Person ist]. Die Straße, die von Jerusalem nach Nizäa führte, kann man wohl kaum als gerade bezeichnen. Die Dreieinigkeitslehre des 4. Jahrhunderts war keineswegs ein Spiegelbild der frühchristlichen Lehre von der Natur Gottes; sie war eher eine Abweichung davon“ (Bd. XXVII, S. 294L).

Im Nouveau Dictionnaire Universel wird gesagt:

"Die Platonische Dreiheit - an sich nur eine Neuordnung älterer Dreiheiten, die auf frühe Völker zurückgehen - scheint die rationale philosophische Dreiheit von Eigenschaften zu sein, die die von den christlichen Kirchen gelehrten drei Hypostasen oder göttlichen Personen hervorbrachte. ... Diese Vorstellung des griechischen Philosophen [Plato, 4. Jahrhundert v. u. Z.] von der göttlichen Dreiheit ... kann man in allen alten [heidnischen] Religionen finden“ (Paris, 1865 - 1870, herausgegeben von M. Lachâtre, Bd. 2, S. 1467).

John L. McKenzie, SJ, sagt in seinem Werk Dictionary of the Bible:

"Die Dreiheit der Personen in der Einheit der Natur wird mit den Ausdrücken ,Person‘ und ,Natur‘ definiert, bei denen es sich um griechische philosophische Ausdrücke handelt; diese Ausdrücke erscheinen eigentlich nicht in der Bibel. Die trinitarischen Definitionen wurden nach ausgedehnten Kontroversen festgelegt, in denen diese und andere Ausdrücke wie ,Wesen‘ und ,Substanz‘ von einigen Theologen fälschlich auf Gott angewandt wurden“ (New York, S. 899).


Lehrt die Bibel, dass alle angeblich zur Dreieinigkeit Gehörenden ewig, ohne Anfang sind?

Kol. 1:15, 16 (EÜ): "Er, Jesus Christus, ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden.“

In welchem Sinne ist Jesus Christus "der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“? Verfechter der Dreieinigkeit behaupten, "Erstgeborener“ bedeute hier Erster (nach Rang), Vorzüglichster, Vornehmster; somit sei Christus nicht als ein Teil der Schöpfung zu verstehen, sondern als der Vornehmste im Vergleich zu denen, die erschaffen wurden. Angenommen, es verhält sich so und die Dreieinigkeitslehre stimmt, warum wird dann vom Vater und vom heiligen Geist nicht ebenfalls gesagt, sie seien die Erstgeborenen aller Schöpfung? Die Bibel wendet diesen Ausdruck nur auf den Sohn an. Gemäß der üblichen Bedeutung des Begriffs "Erstgeborener“ wird dadurch angezeigt, dass Jesus der älteste in der Familie der Söhne Jehovas ist.

 

Lehrt die Bibel, dass keiner der angeblich zur Dreieinigkeit Gehörenden größer oder kleiner als die anderen ist, dass alle gleichrangig und allmächtig sind?

Mark. 13:32 (EÜ): "Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“

Das wäre selbstverständlich nicht der Fall, wenn Vater, Sohn und heiliger Geist gleichrangig wären und nur eine Gottheit bilden würden. Und wenn, wie einige meinen, der Sohn durch seine menschliche Natur in seinem Wissen begrenzt war, so bleibt immer noch die Frage, warum es der heilige Geist nicht wusste.

Mat. 20:20-23 (EÜ): "Die Frau des Zebedäus ... antwortete Jesus: Versprich, daß meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: ... Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.“

Wie merkwürdig, wenn Jesus doch, wie behauptet wird, Gott wäre! Antwortete Jesus hier lediglich gemäß seiner "menschlichen Natur“? Ist diese Erklärung, zu der Trinitarier Zuflucht nehmen, wirklich haltbar, wenn sie doch sagen, Jesus sei ein "Gottmensch“ gewesen, das heißt Gott und Mensch, also weder nur Gott noch nur Mensch? Zeigt Matthäus 20:23 nicht vielmehr, dass der Sohn dem Vater nicht gleich ist, dass sich der Vater gewisse Rechte vorbehalten hat?


Joh. 14:28 (EÜ): "[Jesus sagte:] Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.“

1.Kor. 15:27-28 (EÜ): "Sonst hätte er ihm [Jesus] nicht alles zu Füßen gelegt. Wenn es aber heißt, alles sei unterworfen, ist offenbar der ausgenommen, der ihm alles unterwirft. Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem.“


FAZIT: Es gibt keine Dreieinigkeit

 

Antitrinitarismus im Aufwind

geschrieben von Dr. Rudolf Michalke

Im Jahre 313 (12 Jahre vor Nicäa) stiftete KAISER KONSTANTIN das Toleranzedikt von Mailand. Es setzte der letzten, aber überaus grausamen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian zu Beginn des 4. Jhds ein Ende. Konstantin (später von der Kirche "der Große" genannt) war sich des Einflusses und der inneren Kraft des sich seit über zwei Jahrhunderten unaufhaltsam ausbreitenden Christentums wohl bewußt, und als geschickt agierender Diplomat beschloß er, diese in Formation begriffene, aber total zerstrittene Kirche SEINEN POLITISCHEN ZWECKEN ZU UNTERWERFEN UND IN SEINEN MACHTBEREICH EINZUGLIEDERN. Dies schien ihm die bessere Lösung als dauernde Verfolgung. Mit diesem Ziel vor Augen berief er das erwähnte erste ökumenische Konzil 325 n. Chr. in seine Residenz in Nicäa (heute Türkei - damals oströmisches Reich), wo er als Pontifex Maximus (oberster Priester über sämtliche Religionen im römischen Imperium) den Vorsitz führte, und, ausgerüstet mit dem kaiserlichen MACHTMONOPOL, absolute Entscheidungskompetenz beanspruchte und auch ausübte.

Wer waren diese Bischöfe, die der Kaiser zu sich bestellte? Wohl wenige der echten Bekenner Christi hatten die erst kurz zuvor beendete brutale Verfolgung überlebt, denn WER DIE KNIE VOR DEM KAISER GEBEUGT HATTE, WAR KAUM EIN AUFRECHTER CHRIST GEWESEN. Folgerichtig muß angenommen werden, daß die versammelten Herren meist willige Günstlinge des Kaisers waren, Opportunisten, denen mehr an ihren eigenen Interessen als an der VERKÜNDIGUNG DES WAHREN EVANGELIUMS CHRISTI gelegen war. Niemand konnte zudem sicher sein, ob das nur 12 Jahre früher erlassene kaiserliche Toleranzedikt von Dauer sein würde. Nicht umsonst wurden auch die Gemeindeleiter der an Jeschua gläubigen Juden vom Konzil ausgeschlossen. Es ist unschwer zu erkennen, daß diese arg zerstrittenen "Christenvertreter" (etwa 300 an der Zahl) für den allmächtigen Kaiser einen leicht manipulierbaren Klüngel darstellten.

In diesem Umfeld wurde zwischen dem Theologen ARIUS aus Libyen (er war der leitende Presbyter der Baukaliskirche in Alexandrien) und ATHANASIUS, dem persönlichen Assistenten des Bischofs Alexander von Alexandrien, heftig über die Streitfrage debattiert, OB JESUS WESENSGLEICH MIT DEM VATER SEI (ATHANASIUS, im Griechischen: homo-ousios) ODER WESENSÄHNLICH (ARIUS, homoi-ousios). Diese Frage war dem Kaiser, einem bekennenden Sonnenanbeter (er hatte vier Jahre zuvor per Dekret den Sonn(en)tag als offiziellen Ruhetag für alle Untertanen erklärt), wohl total egal. Er schlug sich, kühl berechnend, auf die Seite des Athanasius, der die stärkste Gefolgschaft um sich vereinen konnte. Seine Thesen wurden MIT KAISERLICHEM MACHTWORT SANKTIONIERT und anschließend der ganzen Versammlung aufgezwungen. Nur drei der anwesenden Vertreter verweigerten die Unterschrift, unter ihnen der Gegenspieler Arius. Sie wurden aus ihrer Heimat verbannt und Arius später bei einem Aufenthalt in Konstantinopel von Feinden meuchlings ermordet!

ENTGEGEN ALLER GÖTTLICHEN LOGIK, DAFÜR ABER MIT VIEL PHILOSOPHISCHER LOGIK wurde dogmatisch festgeschrieben, daß Jesus Christus wahrer Mensch und wahrer Gott sei, eines Wesens mit dem Vater ("wirklicher Gott aus wirklichem Gott", "wesensgleich mit dem Vater", ...)! Mit dieser vorerst adoptierten Binität (Zweigottlehre) wurde der Grundstein zu der ca. 60 Jahre später im Constantinopolitanum von 381 n. Chr. ausformulierten Trinität (Dreieinigkeit) gelegt, wo dieser Binität der heilige Geist als dritte Person dieser philosophisch-heidnischen Gottesvorstellung hinzugefügt wurde. Damit wurde Gleichheit mit den bestehenden heidnischen Trinitätslehren Babylons, Ägyptens, Griechenlands und mit anderen hergestellt. Diese bis dahin im römischen Machtbereich prägenden Religionen verloren mit der Integration des Christentums nach und nach zwar ihre religiöse Bedeutung, NIE ABER IHREN HEIDNISCHEN EINFLUSS. Es sei hier auf kirchliche Feste hingewiesen, die erst im Laufe der Kirchengeschichte entstanden, als die anfänglich urchristliche Gemeinde Christi mehr und mehr zur STAATSKIRCHE degenerierte.

Erinnert sei auch daran, daß im zweiten Jahrhundert vor Christus der heidnische Griechenfürst Antiochus Epiphanes den Juden unter Androhung der Todesstrafe verbot, den Schabbat und die Feste Jahwehs zu feiern. Und was tat DIE KATHOLISCHE KIRCHE? Zu Ehren des Götzen "Sol invictus" (unbesiegbarer Sonnengott) setzte sie den SONN(EN)TAG ANSTELLE DES SCHABBATS ein und erklärte auch dessen Geburtstag, nämlich DEN 25. DEZEMBER, zum GEBURTSTAG CHRISTI. Das alttestamentliche Passah Jahwehs wurde durch das heidnisch- kanaanäische Frühlingsfest der Fruchtbarkeitsgöttin Astarte ersetzt (babylonisch- assyrisch: Ischtar; im Alten Testament: Aschtoret und Aschera; altenglisch: Eostrae; althochdeutsch: Ostarun; - Ostarun, heute OSTERN, war auch der althochdeutsche Name für das Frühlingsfest dieser Göttin). Von daher kommt der babylonische Hasen- und Ostereierbrauch. All dies wurde inszeniert, um die nunmehr "römischen Christen" von den Juden zu trennen, weil man mit Gottesmördern, wie sie alsdann bezeichnet wurden, nichts zu tun haben wollte. HIER SCHNITT SICH DIE KIRCHE WEITGEHEND VON IHREN HEBRÄISCHEN WURZELN AB. Zukünftig sollte nicht mehr das Wort Jesu gelten: "DAS HEIL KOMMT AUS DEN JUDEN", sondern: "DIE KIRCHE IST DIE ALLEINIGE MITTLERIN DES HEILS!" - Damit erfüllte sich, was der Prophet Daniel (7,25) Jahrhunderte zuvor geweissagt hatte: "Und er wird freche Reden gegen den Höchsten führen, und die Heiligen des Höchsten wird er bedrücken und wird sich unterstehen, (Fest-)Zeiten und Gesetz zu ändern". "GESETZ" ist hier IM SINNE EINES ERLASSES wie in Dan. 6,9,13,16 zu verstehen und nicht im Sinne von Tora wie in Dan. 9,10-11. - Dies ist, kurz gefaßt, die Situation des Christentums, wie es aus der "Konstantinischen Wende" hervorging. AUS DER EKKLESIA IN DER VERFOLGUNG WURDE NUNMEHR EINE VERFOLGERKIRCHE, die brutal gegen alles vorging, was sich gegen ihre eigenmächtig formulierte Kirchenlehre (Dogmatik) stellte. Bald kamen nicht nur die Juden in Bedrängnis, sondern auch alle jene, die sich weiterhin nach der reinen biblischen Lehre ausrichten wollten und sich dem in Nicäa grundgelegten und in Konstantinopel vollendeten Dreieinigkeitsdogma nicht beugten. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden im Namen des neuen römischen Gottesbegriffs Millionen Juden und aufrichtige Christen brutal verfolgt, gefoltert, gemordet, verbrannt und schließlich (im Holocaust) vergast. Ihre Mörder waren der Überzeugung, sie hätten nicht nur ihrer Kirche und dem Staat, sondern auch Gott selbst einen Dienst erwiesen (vgl. Joh. 16,1-4).

Hier zur Begründung unserer antitrinitarischen Argumentation und Beweisführung DAS ERST IN NACHKONSTANTINISCHER ZEIT "ERARBEITETE" RÖMISCHE TRINITÄTSDOGMA:

"Wer da selig werden will, der muß vor allem den katholischen Glauben festhalten; wer diesen nicht in seinem ganzen Umfange und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verlorengehen. Dies ist aber der katholische Glaube: Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit (= drei Personen) und die Dreifaltigkeit in der Einheit, ...Eine andere nämlich ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes.... So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott, und doch sind es nicht drei Götter, sondern es ist nur Ein Gott.... Und in dieser Dreieinigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind gleich ewig und gleich groß, ...Wer daher selig werden will, muß dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben. "

(Zitat aus dem Dogmenbuch der Jesuiten Neuner und Roos: 'Der Glaube der Kirche ...').

Wer meint, DIE REFORMATION hätte die Situation bereinigt, liegt leider falsch. LUTHER, der viel gelobte Reformationsführer, war EINER DER BRUTALSTEN JUDENHASSER. Seine Schrift "Von den Juden und ihren Lügen", die er 1543 kurz vor seinem Tod (1546) schrieb, legt darüber ein beredtes Zeugnis ab. Solche Fakten werden logischerweise möglichst unter Verschluß gehalten oder das, was durchsickert, wird diskret unter den Teppich gekehrt. Bis zum Beginn der französischen Revolution 1789 waren die Juden in ihren europäischen Gastländern absolut rechtlos, wurden nach Belieben verfolgt und geplagt, geplündert, vertrieben und oft ermordet. Alles Elend, unter dem das ausgebeutete gemeine Volk unter dem Adel zu leiden hatte, wurde - bis hin zu den Naturkatastrophen - vorwiegend den Juden angekreidet, so beispielsweise auch die Pest, die um 1348 ganz Europa heimsuchte. Schätzungsweise eine Million Juden fiel daraufhin den "Racheakten" der vom Klerus angestachelten Bevölkerung zum Opfer. Allein in Straßburg wurden im Jahr 1349 ihrer 2000 lebendig verbrannt.

"Es ist bedauerlich, aber wahr, daß die Juden seit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nicht einmal mehr die primitivsten unveräußerlichen Rechte eines gewöhnlichen Menschen besaßen, sei es der persönliche Schutz von Leib und Leben, das Versorgungs- und Wohnrecht, ungehinderte Berufswahl oder bürgerliche Freiheit und Würde. Dazu mußte erst eine, nicht von ihnen betriebene (französische) Revolution kommen ..."

(Zitat aus Willy J. Pasedag: 'Christus und Israel').

Warum dieser EINBEZUG DER JUDENFRAGE in eine Diskussion über das Trinitätsdogma?

Weil sie heute erneut unter dem Namen Antisemitismus und/oder Antizionismus hochaktuell ist und in den Köpfen vieler Kirchen- und Freikirchenkreise, die nach wie vor der so genannten Ersatz- oder Substitutionstheologie frönen, viel Unheil stiftet. Zudem soll auf die verheerende Entwicklung mit ihren folgenschweren Auswirkungen hingewiesen werden, die mit der in Nicäa einsetzenden Dogmatisierung der Trinitätslehre und anderer judenfeindlicher Lehren ihren (unbiblischen) Anfang nahm.

DIE RÖMISCHE DARSTELLUNG IESU (JESCHUA) gleicht, weil aus dem hebräischen Umfeld herausgerissen, einem Zerrbild mit gänzlich verwischten Konturen und LÄSST DIE URSPRÜNGLICHE HEILSLEHRE DES JÜDISCHEN MESSIAS NUR NOCH MANGELHAFT ERKENNEN.

Erwähnt werden müssen hier ebenfalls die schrecklichen Auswirkungen des frühkirchlichen Verfolgungswahns auf die Christusorientierten Bewegungen in der Vorreformationszeit. ECHTE CHRISTEN wurden - wie die Juden - unter grausamen Nachstellungen (z. B. durch die Inquisition) IN DEN UNTERGRUND VERDRÄNGT UND DER VERNICHTUNG AUSGELIEFERT. Trotzdem haben sie, wie die Juden, STETS ÜBERLEBT. Gott ist gnädig!

Was IM NAMEN DES RÖMISCHEN IESU mit reformatorischen Minderheiten wie Waldenser, Albigenser, Hussiten, Hugenotten und anderen angerichtet wurde, ist weitestgehend literarisch dokumentiert. Alles weist wiederum auf DIE IRRWEGE ALS FOLGE DER KONSTANTINISCHEN WENDE VON 325 N. CHR. hin, als die Ekklesia Jeschuas im Begriff war, römische Staatskirche von Kaisers Gnaden zu werden.

LEIDER BLIEB SELBST DIE REFORMATION VON DIESEN RELIGIÖSEN IRRTÜMERN NICHT VERSCHONT. DIE VERFOLGUNG ANDERSGLÄUBIGER wurde auch hier gang und gäbe. Nicht verwunderlich, liegen doch ihre Wurzeln letztendlich im gleichen unbiblischen konstantinischen Grund. Wohl nahm sie eine gründliche Oberflächenkosmetik an den zahlreichen heidnischen Überlieferungen der Mutterkirche vor, ließ dabei aber DAS GRUNDÜBEL TRINITÄTSLEHRE unangetastet. Gewissen Aussagen Luthers zufolge scheint er die Sache zwar ermessen, doch den Mut zur Bereinigung, aus welchen Gründen auch immer, nicht aufgebracht zu haben.

Es ist erstaunlich und erschreckend, daß AUSGERECHNET FREIKIRCHLICHE VERTRETER DIESER LEHRE DIE FANATISCHSTEN BEFÜRWORTER DIESER RÖMISCHEN UR-DOKTRIN geworden sind. Es scheint, als wären sie von diesem römischen Geist förmlich besessen, von jenem Geist nämlich, der nota bene daran ist, DIE GANZE KIRCHLICHE CHRISTENHEIT MIT DER ÖKUMENISCHEN BEWEGUNG IN DIE FÄNGE ROMS zurückzuführen. Danach erst wird die römische Kirche DEN GLOBALISIERTEN EINHEITSBREI ALLER WELTRELIGIONSGEMEINSCHAFTEN dem Drachen (dem antichristlichen Weltreich) als Opfer darbringen können (Offenbarung 13).

Glücklicherweise darf angenommen werden, daß bei der heutigen Schrifterkenntnis WEDER DIE EINE NOCH DIE ANDERE DER IN NICÄA VORGETRAGENEN GLAUBENSMEINUNG (Athanasius versus Arius) den Durchbruch schaffen würde. Die nunmehr 1700-jährige Kirche und ihre Töchter hinterließen tiefe, blutige Spuren, weil sie vorwiegend die Erhaltung ihrer Machtstrukturen im Sinn hatten, womit sie sich gleichsam als Dienerinnen eines jahrhundertelangen Mißbrauchs der Lehre Christi von Liebe, Friede und Gerechtigkeit ausweisen. Heutige Schriftkundige würden diesen Weg nicht mehr beschreiten, und wer ihn noch immer beschreitet, täte gut daran, seine Position zu überprüfen!

Es ist erfreulich, daß sich heute viele (gut meinende, aber nicht unbedingt rechtgläubige) Christen zum Wohle Israels einsetzen. Leider muß angenommen werden, daß ein großer Teil von ihnen im Bann der Ersatztheologie gefangen ist und glaubt, ihre meist aufrichtige Liebe zum jüdischen Volk könne dazu beitragen, dieses zu ihrer (trinitarischen?) Kirche bekehren zu können, einer Kirche übrigens, die es durch die Jahrhunderte auf unmenschlichste Art ver- folgt hat. So sind auch GEWISSE ISRAELFREUNDE, die dem römischen dreieinigen Gott huldigen, kaum anders als BLINDE BLINDENFÜHRER zu betrachten, die ignorieren, DASS EIN ECHTER GLÄUBIGER - JUDE ODER GRIECHE - NIEMALS GOTT, JAHWEH, MIT DEM DREIEINIGEN ROMS IDENTIFIZIEREN WIRD. Dies dürfte heute, in der Endphase der Gnadenzeit, für messianische Juden noch schwieriger sein. Uns allen ist jedoch klar: OHNE DEN MESSIAS JESCHUA IST KEIN HEIL MÖGLICH, AUCH FÜR DIE JUDEN NICHT (Mt. 21,43; Apg. 2,36; 4,12). Wenn die Zeit reif ist, werden sich alle auf ihren jüdischen (nicht: römischen) Herrn und Meister besinnen und berufen.

Diese kurze Betrachtung des Umfeldes der Entstehung und Folgen der Kirchen- und Dogmengeschichte bringt uns erst zum Kern Ihrer Anklageschrift gegen uns Vertreter des ANTITRINITARISMUS. Sie listen akribisch alles auf, was Ihre These untermauert. Es sind im Grunde immer dieselben Argumente, die zu diesem Themenkreis vorgebracht werden, wobei jeder Ausleger noch versucht, sich mit eigenen Detailvarianten auszuzeichnen. Es sind im Wesentlichen dieselben Formulierungen, die IM 5. JAHRHUNDERT schon vom "heiligen" AUGUSTINUS, dem großen Denker und Mentor der römischen Kirche, "erarbeitet" wurden. Ein Bibelschullehrer meiner ehemaligen Freikirche erklärte mir in diesem Zusammenhang einmal nonchalant, es gebe zu diesem Punkt keine Diskussion mehr; alle Fragen seien von Augustinus allesamt in seinen 15 Schriften "De Trinitate" umfassend beantwortet worden. Erstaunen mag allemal, daß ein freikirchlicher Bibelschullehrer in seine Erkenntnis keinen anderen Bezug einzubringen vermag als den der NEUPLATONISCH INSPIRIERTEN PHILOSOPHEN DER RÖMISCHEN KIRCHE. Augustinus hat die Kirchenlehre durch die Jahrhunderte bis heute dermaßen nachhaltig indoktriniert, DASS HEUTE VIELE DOKTOREN DER THEOLOGIE SCHON NICHTS ANDERES MEHR ZU PRÜFEN WAGEN ODER AUS TRÄGHEIT PRÜFEN WOLLEN.

Es ist hier natürlich nicht möglich, Ihre Thesen Punkt für Punkt zu kontern. Das haben weit kompetentere Betrachter und Ausleger mit Erfolg und Überzeugung getan. Es sei aber erlaubt, einige Schwerpunkte Ihrer Behauptungen herauszugreifen und zu widerlegen.

Vater, Sohn, heiliger Geist - Mt. 28,19

Diese Formulierung soll nach Ihrer (und Ihresgleichen) Meinung die TRINITÄT resp. deren innertrinitarisches Handeln einwandfrei BEWEISEN. In der Tat wird sie immer als quasi unumstößliches Paradebeispiel zum "Beweis" des Trinitätsdogmas zitiert.

Diese dreigliedrige Taufformel steht nur an dieser Stelle im Neuen Testament. DIE URTEXTE DES ERSTEN JAHRHUNDERTS ENTHIELTEN SIE WAHRSCHEINLICH NOCH NICHT, da sie bis zum Konzil von Nicäa nur beschränkt verbreitet war (wie z. B. aus den vornicäanischen Schriften des Eusebius von Cäsarea hervorgeht). Weil dieser Sachverhalt aber erst in neuerer Zeit ans Licht kam, hat man vorerst in der Jerusalemer Bibel von 1965, die in einem Rom nahe stehenden Verlag herauskam (Herder KG, Freiburg im Breisgau), in den "Einführungen und Anmerkungen zu den Büchern des Neuen Testamentes" den Vermerk angebracht: "DIE TRINITARISCHE TAUFFORMEL HAT SICH IN DER FRÜHEN KIRCHE AUS DER EINFACHEN FORMEL 'AUF DEN NAMEN JESU' ENTWICKELT. "

Es wird also unumwunden zugegeben, daß die dreigliedrige Taufformel EINE PROBLEMATISCHE STELLE ist. Dies wird interessanterweise - wohl unter dem Druck der Fakten - zumindest zugegeben. Nebenbei: Gemäß semitischem Denken geht es bei Mt. 28,19 nicht um "Personen", sondern um Namen, und der "heilige Geist" hat keinen Eigennamen....

Obschon dieses Standbein Ihrer Lehre längst unwiederbringlich weggebrochen ist, scheinen Sie weiterhin unerschütterlich daran festzuhalten. Dazu die Frage: Hat jemals einer der Apostel im Sinne dieser trinitarischen Formulierung getauft? NEIN! Dies blieb im Gefolge von Nicäa den Kirchen vorbehalten! Siehe dazu den Beitrag von Frederick C. Conybeare: The Eusebian Form of the Text Mt. 28,19, Seite 275-288 der "Arbeiten zur Religionsgeschichte des Urchristentums", Zeitschrift für neutestamentliche Wissenschaft und Kunde des Urchristentums, 1901.

Prolog zum Johannes-Evangelium - Joh. 1,1- 18

Dieser Abschnitt ist bekanntlich einer der am schwersten verständlichen des ganzen Neuen Testaments und eignet sich daher ausgezeichnet für mannigfaltige Ausdeutungen und philosophische Spekulationen.

Gemäß dem Zeugnis des NT ist Jesus als MESSIAS UND SOHN GOTTES (Mt. 16,16) nicht die körperliche personhafte Gestalt des Wortes (logos), sondern DER BOTE UND DER MUND DES WORTES (vgl. Joh. 8,43-47; Off. 1,16; 19,15). Sein auf Erden gesprochenes Wort war die Wahrheit, weil es GOTTES WORT war (vgl. Joh. 8,28-30; 12,47-50; 17,17; 2. Kor. 1,20), "...denn GOTT WAR MIT IHM" (Apg. 10,38). In Off. 19,13 ist es nicht ein präexistenter Messias, der als "das Wort (logos) Gottes" bezeichnet wird, sondern DER KOMMENDE MESSIAS. Er heißt hier "das Wort Gottes" deshalb, weil Er als Vollstrecker des prophetischen Wortes an die Menschheit erscheint und alle früheren Weissagungen Gottes in Erfüllung bringt. Dementsprechend steht IN DER ALTLATEINISCHEN BIBEL, die schon vor 200 n. Chr. vorhanden war, für das griechische Wort "logos" in Joh. 1,1,14 DAS FÜR PHILOSOPHISCHE SPEKULATIONEN GANZ UNBRAUCHBARE LATEINISCHE WORT "SERMO", was PREDIGT, BOTSCHAFT, REDE bedeutet und keine Wesensbezeichnung des Göttlichen in Christus ist, denn dieses wird durch den Begriff "spiritus dei" (= Geist Gottes) ausgedrückt. Die schlichte Lehre der ersten Christen über ihren Messias war noch völlig frei von griechischer Philosophie. Das Göttliche im Messias war für sie DER GEIST GOTTES (= GEIST-CHRISTOLOGIE) (vgl. 2. Kor. 5,19; u. a. )! "DAS WORT WURDE FLEISCH" wird deshalb auf Jeschua bezogen, weil der Messias, Mensch seiend, das Wort Gottes auf vollkommene Weise auslebte und vorlebte, und weil in Ihm, dem (Geist-)Gesalbten, alles war und ist, was Gott allen Menschen zu ihrem Heil zu sagen hat.

In Joh. 1,1-5 geht es also nicht um eine wesensmäßige Aussage über das "Wort (logos)", sondern um eine QUALITATIVE: Gottes Wort ist eben das Wort von GOTT und nicht das eines Menschen (vgl. Apg. 10,36a)! - Die Übersetzer der hebräischen Bibel ins Aramäische (die Targumisten) und die rabbinische Tradition gebrauchen den Begriff "Wort Gottes" nie so, wie der hellenistische jüdische Philosoph Philon von Alexandrien seinen Logos-Begriff verwendet! Der apologetische philosophische Logos-Begriff (den Tertullian in der lateinischen Entsprechung in die lateinische Kirchensprache einführte) setzte sich erst um das Jahr 200 durch und beherrschte von da an die Überlieferung im Abendland.

Bei dem schöpferischen, prophetischen, belehrenden, ...Gotteswort geht es immer um ein göttliches Wort im Sinne einer SELBSTMITTEILUNG GOTTES IM WORT. Das gilt auch für Joh. 1,1 ("im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort"). DAS WORT IST GLEICHSAM GOTT SELBST ("...und GOTT WAR DAS WORT"). Denn Gott und Sein Wort sind so untrennbar voneinander wie der Urheber einer Botschaft (Rede, Prophetie, ...) von dieser Botschaft selbst. Das ist auch der Fall im Hinblick auf die längst vor der irdischen Geburt des Messias gegebenen Prophetien, die Sein Kommen zuvor ankündigten (AT). Auch dieses Wort war IM ANFANG, ALSO BEVOR ES EINTRAF, bei Gott (vgl. Jes. 42,9), sodaß auch seine Erfüllung garantiert war. Auch die zu verkündigende Botschaft, die der historische Jesus einst brachte, war schon lange vorher bei Gott (Vorsehung, Vorausbestimmung, ...). So ist für den Evangelisten Johannes der Messias Jeschua DIE SELBSTBEKUNDUNG GOTTES IM GESPROCHENEN WORT.

Im Johannesprolog geht es NICHT um die MATERIELLE, IRDISCHE, ALTE WELTSCHÖPFUNG von 1. Mo. 1, sondern um DIE GEISTLICHE NEUSCHÖPFUNG (= EKKLESIA) DURCH GOTTES SCHÖPFERISCHE WORT (vgl. 2. Kor. 5,17-18; Gal. 6,15; Heb. 9: 11). - Gemäß Off. 3,14 ist JESUS DER "ANFANG DER SCHÖPFUNG GOTTES". Diese Bezeichnung für Jesus bezieht sich freilich nicht auf einen präexistenten Gottessohn, den Gott vor der Erschaffung von Himmel und Erde erschaffen hätte. Keineswegs! Das beweist allein schon der Text des Codex Sinaiticus, in dem in Off. 3,14 nicht das griechische Wort für "Schöpfung" steht, sondern "EKKLESIA"! "Ekklesia" bedeutet "Herausgerufene" oder "Gemeinde". Der "Anfang der Schöpfung" ist also Jesus als HAUPT DER GEMEINDE. JESUS IST "DER ERSTGEBORENE" "UNTER VIELEN BRÜDERN" (Rö. 8,29; siehe "ERSTGEBORENER" auch in Heb. 1,6; vgl. 2,11).

Das griechische Wort "LOGOS" ist ein paralleler Begriff zur WEISHEIT GOTTES in Spr. 8,22-31. Damit ist allerdings kein präexistenter Messias gemeint! Eine solche Deutung dieser AT-Stelle ist nichts als Spekulation. Es gehört zu den einschneidendsten und folgenschwersten Veränderungen der urchristlichen Lehre, daß DER SOHN-BEGRIFF, DEN DIE URCHRISTEN STETS MIT DEM GESCHICHTLICHEN UND ERHÖHTEN JESUS VERBANDEN, durch christliche Philosophen und Gnostiker auf den präexistenten Logos der Zeitphilosophie ausgedehnt wurde. Damit war der Ausgangspunkt für die später sich entwickelnde falsche Präexistenz-Christologie geschaffen (Übertragung des neutestamentlichen Sohn-Begriffs auf den philosophischen Logos-Begriff, der dann die Präexistenz Jesu beinhaltet).

Mein Herr und mein Gott - Joh. 20,28

Hier liegt ein weiterer klassischer Vers zur "Beweisführung" der Trinitätslehre vor. Sie erklären es als die wichtigste Stelle im Neuen Testament, "wo Jesus klar als Gott bezeichnet wird". Das entpuppt sich jedoch bei näherer Betrachtung als eine weitere TYPISCH TRINITARISCHE INTERPRETATION.

Wie kann man nur dieses Wort eins zu eins in den leider heute noch gängigen, philosophisch-trinitarisch geprägten Gottesbegriff umsetzen? Wollte Thomas damit prophetisch eine Theologie kreieren, die Jeschua zum "wahren Gott vom wahren Gott" machte, analog den späteren Aussagen der Konzile von Nicäa und Chalcedon, und dies Jahrhunderte bevor den Christen überhaupt die Idee einer solchen Gottheit kam? Erklärte er Jeschua damit zum Teil einer Zwei-Personen-Gottheit, wo doch die Gottesvorstellung der Hebräer stets eine eindeutig monotheistische war?

Sich auf Ps. 82,6 berufend, gibt Jeschua zu verstehen, DASS RICHTER "GÖTTER" GENANNT WURDEN (Joh. 10,34), "...und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden ..." (Vers 35).

Schon MOSE WURDE FÜR DEN PHARAO "ZU EINEM GOTT" GEMACHT (2. Mo. 7,1). Und was ist von jenen zu halten, "denen DER GOTT DIESES ÄONS (Satan) den Sinn verblendet" (2. Kor. 4,4)? Wie kann man Thomas so fatal mißverstehen, wenn Jeschua selbst erklärt, daß jene Götter genannt werden, an die (durch Offenbarung!) das Wort Gottes ergeht? Als Empfänger und Vermittler des Wortes Gottes ist und bleibt JESCHUA selber der absolute Leuchtturm und für Thomas somit EIN (MENSCHLICHER) GOTT. Aber in keinem Augenblick dachte er dabei an den Gott, den sein Meister Jesus verkündigte, an Jahweh, unseren Vater und allmächtigen Schöpfer des Erdenrunds, als den Jeschua Ihn immer bekannte (Mk. 13,19; u. a. ), und den Er anbetete. NIEMALS BEZEICHNETE SICH JESUS (JESCHUA) SELBST ALS GOTT IM ABSOLUTEN SINN.

Es besteht kein Zweifel darüber, daß die ersten Christen das Wort "Gott" mit einer umfangreicheren Bedeutung verwendeten als das Wort heute sie hat. Es war ein beschreibender Titel, der auf eine Reihe von Autoritäten angewandt wurde, den römischen Kaiser eingeschlossen. Das Wort "Gott" im absoluten Sinn, nämlich als Bezeichnung für die oberste Gottheit, Jahweh, war eben nicht begrenzt. Das obige biblische Thomas-Wort wurde uns von der ersten Gemeinde überliefert, und wir müssen es VON SEINEM NEUTESTAMENTLICHEN UMFELD HER zu verstehen versuchen. Als solches ist es weit von der philosophischen Ausdeutung der frühen nicäanischen (und heutigen) Kirche entfernt.

Im Zusammenhang mit dem damaligen zeitgenössischen Denken gibt das 5. Kapitel des Hebräerbriefes ein eindrückliches Bild von Gott, Jahweh, und Seinem Messias, dem Hohenpriester. Dort finden wir KEINE SPUR EINER ZWEIGOTTHEIT ODER GAR EINEN SCHIMMER VON TRINITÄT. Es geht hier vielmehr um eine klare Bestätigung der HERKUNFT des Sohnes Gottes, wie schon in 5. Mose 18,15,19 angekündigt und vom Apostel Petrus bestätigt (Apg. 3,22): "EINEN PROPHETEN WIE MICH WIRD EUCH DER HERR (= Jahweh), EUER GOTT, ERWECKEN AUS EUREN BRÜDERN, den sollt ihr hören in allem, was Er euch sagen wird". Wo ist hier auch nur der Schatten einer Trinität zu sehen?

Um hier Trinitarisches herauszulesen, bedarf es jener philosophischen Brille, deren sich die "Kirchenväter" zu bedienen pflegten. Eigenartigerweise bringen es die Dreieinigkeitsapostel fertig, mit ihrer Hirnwindenakrobatik sogar EINE SO KLARE AUSSAGE WIE JOH. 17,3 ihrer Dogmatik gefügig zu machen, wo Jeschua selber und unmißverständlich bezeugt, WER SEIN VATER IM HIMMEL IST, nämlich DER ALLEIN WAHRE GOTT: "Dies aber ist das ewige Leben, daß sie Dich (den "Vater", siehe Vers 1), DEN ALLEIN WAHREN GOTT (= JAHWEH), und den Du gesandt hast, Jesus Christus (Jeschua ha-Maschiach), erkennen. "

Damit dürfte auch dieses Standbein Ihrer Philosophie weggebrochen sein.

Jesu Entäußerung - Phil. 2,6-11

GEMÄSS URCHRISTLICHER CHRISTOLOGIE HATTE JESUS KEINE PRÄEXISTENZ, weder als Erzengel Michael, wie z. B. die Zeugen Jehovas lehren, noch als zweite Person eines dreieinigen Gottes, wie die Anhänger der Dreieinigkeitslehre behaupten, und schon gar nicht als der Schöpfergott Jahweh im Alten Testament, wie die Verfechter der (modalistischen) Jesus-Allein-Lehre postulieren. - Der Apostel Paulus bekennt: Gott war in Jesus Christus durch Seinen Geist (2. Kor. 5,19)!

NIRGENDS IM NT LEHRT PAULUS EINE PRÄEXISTENZ JESCHUAS! Auch Phil. 2,6-7 beweist die Lehre von der Präexistenz Jesu nicht, wie sie im Traditionskirchentum und in den von ihm abhängigen Kirchen gelehrt wird. Erst seit ca. 200 wird Phil. 2,6-7 in einem gnostischen Sinn gedeutet (vgl. Markion). Dies ist noch nicht der Fall in 1. Clemens, in der Didache, bei Ignatios, Hermas, Barnabas, Tatian, Justin, Papias, Hegesippos, Aristides, Athenagoras und anderen Apologeten des 2. Jhds! PAULUS REDET VOM GESCHICHTLICHEN JESUS (JAHSCHUA, JESCHUA, JESCHU), bezieht sich also auf Sein Menschsein auf Erden! Daher ist es biblisch unhaltbar, in den aus 6 Versen bestehenden Christus-Hymnus eine Präexistenz Jesu hineinzudeuten. Da Jesus erst als MENSCH(!) ins Dasein trat, konnte ER NUR ALS MENSCH "IN GESTALT GOTTES" und "GOTT GLEICH" sein (Phil. 2,6). Als Sohn des Menschen war Jesus IN GESTALT GOTTES deshalb, weil Er ALS SOHN GOTTES UND MESSIAS IN DER VOLLMACHT GOTTES WIRKTE. Ferner: Als Sohn des Menschen war Jesus IN DEM MASS GOTT GLEICH (wie Gott oder Gott ähnlich), IN DEM DIES FÜR IHN ALS MENSCH EBEN MÖGLICH WAR (vgl. Mt. 5,48; vgl. Eph. 5,1). Lehrte nicht Jeschua selbst Seine Jünger, die ja auch nur Menschen waren, "vollkommen" zu sein, wie ihr "himmlischer Vater vollkommen" ist (Mt. 5,48)? Wenn Jeschua Derartiges Seine Jünger lehrte, dann galt dieser moralische Imperativ doch erst recht für Jeschua selbst! In Seiner moralischen Vollkommenheit, Reinheit und Heiligkeit war DER HISTORISCHE JESUS DAS VOLLKOMMENE MENSCHLICHE BILD (DES UNSICHTBAREN) GOTTES (2. Kor. 4,4; Kol. 1,15; vgl. Heb. 1,3)!

Als Satan erstmals an Adam und Eva herantrat, erlagen sie seiner Versuchung, denn sie wollten "SEIN" "WIE GOTT", "ERKENNEND GUTES UND BÖSES". So nahm sich "der erste Mensch", der erste Adam (1. Kor. 15,45), das Gott-gleich-Sein in Bezug auf Erkenntnis von gut und böse selbst, verbotenerweise, WIE EINEN RAUB (1. Mo. 3,1-6), während JESUS, "der letzte Adam" (1. Kor. 15,45), das Sein wie Gott NICHT WIE EINEN RAUB AN SICH RISS, denn Gott hatte Ihm DAS "GOTT GLEICH"-SEIN GESCHENKT.

Das GOTT-GLEICH-SEIN erhielt Jesus, als Er aus dem Geist Gottes gezeugt wurde (vgl. Joh. 3,1-8). Unter der Gnade Gottes stehend, wurde Jeschua immer stärker im Überwinden des Bösen, der Sünde, sodaß Er als Mensch im Gott-gleich-Sein immer mehr zunahm und Gott immer ähnlicher wurde (Lk. 2,52; Jes. 7,15).

AUCH DER AUS DEM GEIST GOTTES GEZEUGTE CHRIST ist bis zu einem gewissen Grad GOTT GLEICH, und auch er kann und soll im Laufe seines christlichen Lebens diese Fähigkeit weiterentwickeln (vgl. Rö. 12,1-2; Eph. 3,19; Phil. 1,9-11; Heb. 12,4-8; 1. Pet. 4,1-2). Jeder aus dem Geist Gottes gezeugte (wiedergeborene) Christ hat bis zu einem gewissen Grad göttliche Vollmacht, und somit ist AUCH JEDER ECHTE CHRIST IN GESTALT GOTTES!

Selbst MOSE, ein Mensch, war wegen seines hohen sittlichen Niveaus in gewissem Sinn "GOTT" (2. Mo. 4,16; 7,1) und GOTT GLEICH! Er war EIN MENSCHLICHER GOTT. Und JESCHUA? Er war doch der Prophezeiung nach EIN PROPHET WIE MOSE (5. Mo. 18,15). Er war DER GRÖSSTE MENSCHLICHE GOTT ALLER ZEITEN!

Daß JESUS SICH SELBST ZU NICHTS MACHTE (Phil. 2,7) und KNECHTSGESTALT ANNAHM, heißt nicht, daß Er als präexistent gewesen seiendes Wesen nun das Menschsein annahm. Jesus trat als Mensch ins Dasein und war auch auf Erden kein Gott-Mensch, sondern Er war als Mensch "DEN MENSCHEN GLEICH" und wurde "DER GESTALT NACH WIE EIN MENSCH" befunden!

Der Menschensohn MACHTE SICH SELBST ZU NICHTS, indem Er SICH SELBST ENTÄUSSERTE, SICH SELBST VERLEUGNETE UND AUF SICH SELBST VERZICHTETE, und Er nahm menschliche KNECHTSGESTALT an, indem Er als "KNECHT GOTTES" (vgl. Apg. 4,27,30) GOTT UND MENSCHEN DIENTE.

Er, der doch mit göttlicher Vollmacht wirkte, "ERNIEDRIGTE SICH" auf diese Weise "SELBST". Er führte Sein Leben in ständiger Erniedrigung. Dabei war Er in Seiner Entäußerung (Seinem Verzicht auf sich selbst) und in Seinem Dienen als Knecht Gottes STETS DEMÜTIG (Mt. 11,29; vgl. Spr. 3,34; Jak. 4,6; 1. Pet. 5,5). Der Versuchung zu Hochmut, Stolz und Überheblichkeit gab Jeschua keinen Raum (vgl. Eph. 4,27), wußte Er doch, daß Er nur Mensch ist! Auch anderen Verführungen zur Sünde widerstand der Messias siegreich! Er blieb immer rein in Seinen Gedanken! Das ist wahre Demut! SEINE LIEBE UND TREUE ZU JAHWEH, SEINE HINGABE AN GOTT finden ihren Ausdruck darin, daß JESCHUA "BIS ZUM TOD" "GEHORSAM" war, "ja, ZUM TOD AM KREUZ" (Phil. 2,8).

Sein konsequent DEMÜTIGER GEHORSAM (vgl. Mt. 4,8-10; Joh. 8,29; Heb. 5,8) brachte Ihn schließlich ans Kreuz (Pfahl), und das war der HÖHEPUNKT SEINER ERNIEDRIGUNG UND ENTÄUSSERUNG!

Doch der Erniedrigung folgte die Erhöhung! Vgl. 1. Sam. 2,7; Ps. 75,8; Mt. 23,12. "Darum hat GOTT IHN (JESCHUA) auch HOCH ERHOBEN und Ihm den Namen verliehen (geschenkt!), der ÜBER JEDEN NAMEN ist" (Phil. 2,9).

Wenn Jesus eine Präexistenz gehabt hätte, wäre Seine Erhöhung zur Rechten Gottes nur eine Rückversetzung gewesen in jene Position, die Er bereits vor Seiner Menschwerdung im Himmel beim Vater innegehabt hätte. Eine Rückversetzung in eine Stellung, die man schon einmal eingenommen hat, ist aber keine Belohnung, sondern bestenfalls eine Wiederherstellung. Also wurde der Auferstandene für Sein sündenloses Leben als Mensch auf Erden BELOHNT, und zwar mit ERHÖHUNG ÜBER JEGLICHE KREATUR UND VERHERRLICHUNG SEINES NAMENS ÜBER JEDEN ANDEREN NAMEN. Durch Seine Erhöhung erhielt der Auferstandene die höchste Stellung im Himmel, nämlich den Platz zur Rechten Gottes, des Vaters, Jahwehs (Apg. 2,33; 7,55-56; Rö. 8: 34; Eph. 1,20-23; 4,8-10; Heb. 1,3-4; 7,26). Ihn hat Gott "aus den Toten auferweckt und ZU SEINER RECHTEN IN DER HIMMELSWELT GESETZT, (HOCH) ÜBER jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und ÜBER JEDEN NAMEN, ..." (Eph. 1,20-21). Durch die Erhöhung machte der allmächtige Gott den auferstandenen Menschensohn, Gottessohn und Messias aber nicht zu einem Teil Seiner selbst (sonst gäbe es ja Jesus nicht mehr!), sondern erhob JESCHUA, DAS BILD DES UNSICHTBAREN GOTTES (Kol. 1,15a; vgl. 2. Kor. 4,4; Heb. 1,3), zum HÖCHSTEN UND HEILIGSTEN STELLVERTRETER GOTTES IM HIMMEL. Als solcher ist JESCHUA NUN ÜBER ALLE ENGEL GOTTES ERHÖHT, auch über die mächtigsten Engel Jahwehs (auch über den Erzengel Michael)!

Gott erhob Jeschua und verherrlichte Seinen Namen über jeden Namen, "damit IN DEM NAMEN JESU JEDES KNIE SICH BEUGE, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen" (Phil. 2,10), und JEDE ZUNGE BEKENNE, daß JESUS CHRISTUS HERR ist, ZUR EHRE GOTTES, DES VATERS" (Phil. 2,11). Alle Geschöpfe Gottes sollen dem Sohn Gottes huldigen (nicht anbeten, denn Anbetung gebührt nur Gott!), die Himmlischen, die Irdischen und die Unterirdischen, und alle sollen bekennen, daß DER MESSIAS JESCHUA HERR (hebräisch: Adon) ist, zur Ehre des Schöpfergottes Jahweh. Die Erhöhung des auferstandenen Menschensohnes und die damit verbundene Huldigung als Gottessohn gehört zum Heilsplan Gottes. GOTT, DER VATER, VERHERRLICHT JESUS (Joh. 17,1; 11,4; 12,23; 13,31b; 16,14), und JESUS VERHERRLICHT GOTT, DEN VATER (Joh. 17,1; vgl. Joh. 13,31c; 14,13).

Für die Urchristen des 1. Jhds stand fest: "So ist doch für uns EIN GOTT, DER VATER, von dem alle Dinge sind und wir auf Ihn hin, und EIN HERR (hebr. : Adon), JESUS CHRISTUS, durch den alle Dinge sind, und wir durch Ihn" (1. Kor. 8,6).

Hallelujah!

(Dies ist ein Auszug aus einem offenen Brief, den Dr. Rudolf Michalke als Antwort auf eine Schrift von Dr. Lothar Gassman verfasste. Der gesamte Artikel kann hier nachgelesen werden.) 

Die Pervertierung des Monotheismus

Ein verborgener Fehler in der traditionellen christlichen Glaubenslehre
Friedrich Loofs (Kirchengeschichtler, 1858-1928) (leicht geändert)

Die Apologeten [wie z.B. Justin der Märtyrer in der Mitte des 2. Jahrhunderts] haben den Grund gelegt zur Verkehrung des Christentums in eine offenbarte [philosophische] Lehre. Im Speziellen hat ihre Christologie die Entwicklung verhängnisvoll beeinflusst. Sie haben, die Übertragung des Sohnesbegriffs auf den präexistenten Christus als selbstverständlich betrachtend, die Entstehung des christologischen Problems des 4. Jahrhunderts ermöglicht; sie haben den Ausgangspunkt des christologischen Denkens verschoben (von dem historischen Christus weg in die Präexistenz), Jesu Leben der Menschwerdung gegenüber in den Schatten gerückt; sie haben die Christologie mit der Kosmologie verbunden, mit der Soteriologie sie nicht zu verknüpfen vermocht. Ihre Logoslehre ist nicht eine „höhere" Christologie, als üblich war, sie bleibt vielmehr hinter der tatsächlichen biblischen Beschreibung Christi zurück: nicht Gott offenbart sich demnach in Christus, sondern der Logos, der depotenzierte Gott, ein Gott, der als Gott dem höchsten Gott untergeordnet ist (Inferiorismus oder Subordinatianismus).
Friedrich Loofs, Leitfaden zum Studium der Dogmengeschichte, Erster Hauptteil, Kapitel II. § 18 Das Christentum als geoffenbarte Philosophie. Die griechischen Apologeten S. 129; 4. Auflage; Max Niemeyer Verlag 1906

Diese verheerende Entwicklung wird in der heute gängigen Evangeliumsverkündigung genau wiedergespiegelt. 

D. James Kennedy schreibt: „Viele Menschen denken heute, dass das Wesentliche des Christentums die Lehren Jesu sind; dem ist aber nicht so … Die Christenheit richtet sich nicht an den Lehren Jesu aus, sondern an der Person Jesu als einem ins Fleisch gekommenen Gott, welcher in die Welt gekommen ist, um unsere Schuld auf sich zu nehmen und an unserer Stelle zu sterben."
("How I Know Jesus Is God," Truths That Transform, Nov. 17th, 1989) 

Gott und sein Christus

Seid gegrüßt mit 1.Tim. 2,3-6

Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserem Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen ... denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus Christus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde.
(Thompson/Luther)

Derzeit rüttelt Gott anscheinend an allen falschen Lehrgebäuden, besonders unter den Christen, die lediglich Verführte der Irrlehrer sind. Deshalb möchte ich heute an alle Geschwister ein paar ganz simple Gedanken in Bezug auf die Dreieinigkeitslehre > Trinität (Vater, Sohn, Heiliger Geist in einer Person vereint) oder die Zwei-Götterlehre > Binität (Gott Jahwe und Gott Jesus) zur Überlegung weiter geben.

Vorab noch eine wichtige Bibelaussage des Johannes, mit der ihr betend beginnen könnt:

Joh. 17,3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist , und den du gesandt hast , Jesus Christus (Christus = der von GOTT Gesalbte), erkennen.

Selbst der einfachste Mensch kann diese klaren Schriftaussagen verstehen. Es wird hier von Gott und seinem Sohn gesprochen. Gott hat einen Namen und der Sohn hat auch einen Namen, einen, der im Namen des Vaters liegt. Der Name des Sohnes (hebräisch: Yahushua (Jaschua)) bedeutet - Gott rettet durch Jaschua / Jesus - folglich steht unsere Rettung beim Planer, Gott, und beim Ausführenden, seinem Sohn. Jahuwah ist der Heiland-Gott und Jaschua ist der Heiland. Deshalb sagt Jesus

niemand kommt zum Vater denn durch mich (Joh 14,6)

und deshalb sagt er auch "Ich bin der Weg (zum Vater und in das ewige Leben mit ihm)!" Der Sohn ist das Bindeglied zwischen uns Menschen und Gott, der Mittler, wie ihn Paulus in diesem Zusammenhang nennt. An anderer Stelle nennt der Apostel ihn seinen Herrn, nie aber nennt er ihn seinen Gott! Aber auch im Himmel ist Jesus Christus der Hohepriester in Ewigkeit, der vor Gott für uns eintritt.

Wie soll das möglich sein, wenn er selbst der allmächtige Gott wäre, der nur mal eben Mensch wurde, um für uns zu sterben und nach der Auferstehung, die er selbst bewirkt haben muss, in den Himmel zurückkehrte? Hebr. 9,24

1.Kor. 8,6 So gibt es doch für uns (Christen) nur einen GOTT, nämlich den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm (oder: für ihn), und nur einen Herrn, nämlich Jesus Christus, durch den (= durch dessen Vermittlung) alle Dinge (geworden) sind und wir durch ihn.
(Menge -Übers.)

Durch den neuen Menschen Jaschua / Jesus, die neue, zweite Schöpfung (der zweite bzw. letzte Adam), sind alle Dinge neu geworden und wir sind durch ihn ebenfalls zu neuen Kreaturen geworden, keinesfalls aber zu Gott-Menschen! (Eph. 2,15; 2.Kor. 5,17) Dadurch wurde Jesus zum Quell oder Ursprung der neuen Schöpfung!

Wenn Jesus (Jaschua) Gott wäre und er der Erstling der neuen Schöpfung ist und wir ihm in allem gleichgestaltet werden, sind wir dann alle kleine Götter, wie es die Esoteriker und einige Sekten lehren? Ist er nicht vielmehr unser Bruder und wir in seinem Bilde? (Hebr.2,17)

Das Lamm Gotts

Wie wir ja alle glauben, kam durch Adam die Sünde in die Welt. Und als Nachkommen Adams (gezeugt im sündigen Adamssamen) sind wir somit in Sünden geboren. Sünde bedeutet Trennung vom Heiligen Gott und wir unterliegen in der Folge dem Herrschaftsbereich des Teufels, dem Vater der Lüge, weil wir alle als Sünder "in Adam" eingeschlossen sind. In Adam müssen wir alle sterben! Wer erlöst uns aus diesem Todeskörper? Die Gnade Gottes in Jesus Christus. Das Lamm Gottes nimmt hinweg die Sünden der Welt. Sein reines, heiliges Blut wurde als Sühnung der Ursünde und unserer Tatsünden von Gott selbst auf den Altar gegeben, denn ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung. Von diesem Lamm heißt es, es sei bereits vor Grundlegung der Welt schon geschlachtet worden. (Off. 13,8)

Wer ist nun dieses Lamm? Und ist es tatsächlich bereits vor der Gründung dieser Welt geschlachtet worden?

1.Petr. 1,20 sagt: Er ist zwar im Voraus vor Grundlegung der Welt erkannt, aber am Ende der Zeiten offenbart worden um euretwillen.

Was meint denn Gott damit? In Apg. 4, 27-28 erfahren wir die Antwort. Hier steht:

Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast; zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt hatten. dass es geschehen soll.

Gott hatte sich also vorgenommen (sein Ratschluss vor ewiger Zeit) einen Sohn zu zeugen und ihn sodann für die gefallene Schöpfung in Adam als Opferlamm schlachten zu lassen. Erfüllt hat sich das aber erst auf Golgatha im Jahre 32 und nicht bereits im Himmel.

Joh. 3:16 Denn also hat GOTT die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen (einziggezeugten) SOHN hingab, damit alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Die Trinitarier schlussfolgern, dass auf Golgatha der Allmächtige selbst in der Facette seines Sohnes sein Leben ausgehaucht habe. Die Binitarier (Zwei-Götter-Lehrer) schlussfolgern, dass ein Teil der zwei Götter, die ja eins sein sollen, am Kreuz sein Leben hingegeben habe. Kommen wir nun zur Bezeichnung "Lamm Gottes" zurück: Wer ist nun das Lamm? Kann nach diesem Bibelwort Gott selbst das Lamm sein? Gott kann doch nicht geschlachtet werden, er ist doch Geist und besteht nicht aus Fleisch und Blut, wie die Menschenkinder. Zudem ist er unsterblich.

Einige sind ja auch der Meinung, dass Jesus vor seiner Zeugung ein Engel im Himmel gewesen sei. Kann ein Engel das Lamm sein? Nein. Denn Engel sind dienstbare Geister Gottes und können nicht in Menschen umgewandelt werden.

Gott, der alles nach seiner Art geschaffen hat und dessen Gesetze und Ordnungen ewigen Bestand haben, wird sich nicht untreu. Er ist einzigartig, er ist der alleinige Gott, unwandelbar, unveränderlich, ewig, unsterblich. Aus diesem Grund ist auch eine Inkarnation Gottes selbst oder eines präexistenten Gottessohnes ausgeschlossen. Es wäre ja dann ein Avatar, ein Gott-Mensch! Gott bleibt Gott, Engel bleibt Engel, Mensch bleibt Mensch.

Und außerdem hatte Gott nie prophetisch angekündigt, dass er selbst kommen würde, um die Menschheit zu erlösen, sondern eindeutig einen Knecht aus dem Geschlecht Davids, den er selbst zeugen würde, der in seinem Namen und in seiner Kraft kommen würde, in der "Kraft seines Gottes"! (Jes.42,49,53 und Micha 5:2-3) Wer soll nun das wohlgefällige Opfer sein? Es kann nur jemand aus dem Geschlecht der Menschen sein! Denn für die Ursünde des ersten Menschen Adam musste ein passendes Opfer, also ein reiner Mensch, gefunden werden. Jedoch haben wir jetzt ein Problem, denn nicht ein Nachkomme Adams ist ohne Sünde geblieben und jeder Sünder ist zum Sterben für sich selbst verurteilt. Dass das stimmt, davon zeugen ja die Friedhöfe. Und wenn wir einen Tod schuldig sind, haben wir ja kein Leben frei für einen Opfertod.

Aus diesem Grund hat Gott selbst das Opfer geschaffen in seiner unendlichen Weisheit und Liebe für uns alle und das bereits vor Grundlegung der Welt unwiderruflich geplant. Sofort nach dem Sündenfall erfahren Adam und Eva schon Gottes Erlösungsweg. In 1. Mose 3,15 spricht Gott zur Schlange:

Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen ihrem Samen und deinem Samen, der soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihm in die Ferse stechen.

Das hat sich auf Golgatha, wie angekündigt, vollkommen erfüllt.

Also noch einmal die Frage: Wer ist nun unser fehlerloses, sündloses Opfer? Ist denn das so schwer zu verstehen? Kann Gott nicht im Leib Marias, der Jungfrau, eine übernatürliche Zeugung vor nehmen? Er, der alles aus dem Nichts durch sein Allmachtswort ohne Gehilfen geschaffen hat, wie er selbst sagt in Jesaja 44,24. Somit konnte das sündlose Menschenwesen, weil durch Gottes Kraft im Mutterleib Marias von oben gezeugt und vor der Sünde übernatürlich abgeschirmt, geboren werden, wie Gott es verheißen hatte. Er bestätigt Jesus des Öfteren in der Schrift als Sohn seines Wohlgefallens. Der Sohn seines Wohlgefallens hat sich bewährt, als ihn Satan in der Wüste versuchen wollte. Er bestand seine Prüfung. Im Aufgeben seines eigenen Willens und im Gehorsam gegenüber seinem himmlischen Vater und in der Gottesfurcht zu ihm (Hebr.5:7) hat er sich freiwillig als Schlachtopfer auf den Altar Gottes gelegt. Auf dem Altar Gottes lag doch nicht Gott und dort lag auch nicht "ein" Gott. Man kann sich nicht selbst als ein Opfer für sich selbst bringen. Auf dem Altar Gottes lag auch kein "Engelmensch", es lag ein vollkommener Mensch, Jesus Christus, der zweite Adam, eine neue Schöpfung Gottes.

Und wer hat ihn auferweckt aus den Toten? Hat er sich als trinitarischer (dreieiniger) Gott etwa selbst auferweckt und sich selbst verherrlicht und sich zu sich selbst zur Rechten im Himmel gesetzt? Gibt er sich dort selbst die Buchrolle? Und gab er sich dort selbst alle Macht und das Reich? Nein, sondern:

Off. 11,15-17 Nun stieß der siebte Engel in die Posaune: da ließen sich laute Stimmen im Himmel vernehmen, die riefen: »Die Königsherrschaft über die Welt ist an unsern Herrn (Jahuwah!) und seinen Gesalbten gekommen, und er wird (fortan) als König in alle Ewigkeit herrschen!« Da warfen sich die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen sitzen, auf ihr Angesicht nieder und beteten Gott an mit den Worten: »Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott , der da ist und der da war, daß du deine große Macht an dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast.

In und durch das Erlösungswerk Christi hat Jahuwah (GOTT) seine Herrschaft über die gefallene Menschheit, die durch den Sündenfall in Satans Macht lag, wieder an sich genommen. Beide sind im Himmel, jedoch angebetet wird allein GOTT! Denn auf dem Thron zur Rechten Gottes sitzt nicht ein Gott, auch nicht ein Gott-Mensch, sondern ein Menschensohn, der alle Ehre und Lob erhält, aber niemals Anbetung! (Apg. 7,56; Off. 1,13; 14,14; Dan 7,13; Luk. 21,27) Auch die Engel im Himmel betonen: Betet Gott an! Da es auch die Apostel nicht anders taten, warum sollten wir es dann heute tun?

Der Knecht Gottes, Jesus Christus, der ein Leben in Niedrigkeit für uns geführt hat, wurde von seinem Vater, nachdem er ihn von den Toten auferweckt hat, zum Herrn über alles gemacht. Auch ist kein anderer Name den Menschen gegeben, darin sie Rettung finden, als in Jesus / Jaschua allein. Noch einmal: GOTT, der Allmächtige, ist der Heiland-Gott (Retter-Gott) und der Mensch, der diese Rettung durch seine Hingabe bewirkte, ist unser Heiland und Retter Jaschua  /Jesus. Es sind zwei Wesen: ein GOTT und ein Menschensohn, der nie Gott war, aber Gott genannt werden darf, weil er in seiner Verherrlichung alle Macht und das Gericht Gottes stellvertretend übernimmt und damit an Stelle von Gott agiert. (Joh. 10,34-35; Ps. 82,6)

Er selbst sagte in Joh. 14,1

"Glaubt an Gott und glaubt an mich!"

Von sich sprach er immer als von "dem Menschensohn", nie bezeichnete er sich als GOTT, sondern sprach "von seinem Gott und unserem Gott", zu dem er gehen würde. Er ging nicht zu ihm zurück, sondern zu ihm hin und er vereinigte sich auch nicht mit ihm im Himmel zu einer Wesenseinheit, sondern nahm seinen Platz zur Rechten Gottes ein!

Und was wird das Ende sein?

Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird sich dem allmächtigen, alleinigen, wahren GOTT des Universums unterwerfen! Bitte denke darüber nach, wie so etwas in einer wesensgleichen Dreieinigkeit vor sich gehen sollte oder aber auch in einer Zwei-Götter-Wesenseinheit?! Schon zu Erdenzeiten bezeugte Jesus seine Abhängigkeit von Gott und seine untergeordnete Größe (der Vater ist größer als ich!), sowie seine "verliehene" Autorität, die er offensichtlich am Abschluss seines Auftrages zurückgeben wird. Aus sich selbst konnte er nichts tun. Ist das nicht ungöttlich?

1.Kor. 15,24-28 ...danach das Ende (oder: Endergebnis = der Abschluss), wenn er (Jesus) Gott, dem Vater, das Reich (oder: Königtum) übergibt, sobald er jede (andere) Herrschaft und jede Gewalt und Macht vernichtet hat; denn er muß als König herrschen, »bis ER ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat« (Ps 110,1). Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod; denn »alles hat er ihm unter die Füße gelegt« (Ps 8,7). Wenn er dann aber aussprechen wird: »Alles ist unterworfen!«, so ist doch selbstverständlich der ausgenommen, der ihm alles unterworfen hat. Sobald ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott (alsdann) alles sei in allem.


Und nun bedenke alles und bitte Jahuwah (GOTT) um den Geist, der dich in die Tiefen Gottes führen kann und dich das Wesen des allein wahren Gottes und darüber hinaus auch das Wesen seines einziggezeugten Sohnes in Wahrheit erkennen lassen kann, denn das ist sein Wille und es bedeutet für dich ewiges Leben (Joh. 17,3; 1.Kor. 2,10-14). Achte auf klare Aussagen und passe die fraglichen diesen klaren Selbstaussagen Gottes an, nicht umgekehrt.
Wenn Gott z.B. sagt: Ich war bei der Schöpfung allein, niemand war bei mir! (Jes 44,24) – dann glaube das und mache Jesus nicht zum Mitschöpfer, nur weil in Off. 3,14 steht, er sei "der Anfang der Schöpfung Gottes", denn hier ist die neue Schöpfung gemeint!!!


Diese Niederschrift, geschrieben aus Liebe zur Wahrheit, möge für alle Wahrheitssuchenden zum Segen werden!

Gepriesen sei der GOTT und VATER unseres Herrn Jesus Christus (Jahuschua HaMaschiach), der uns mit jedem Segen geistlicher Art, der in der Himmelswelt vorhanden ist, in Christus gesegnet hat! (Eph. 1,3)

Unser Glaubens-Bekenntnis zu Jesus (Jaschua)

Das Bekenntnis, das uns das Recht gibt, Kinder Gott es zu heißen und uns die Wiederzeugung, die neue Geburt und das ewige Leben ermöglicht, lautet, zu glauben, dass der von Gott gesandte Messias (Christus) der Sohn Gottes ist, der für unsere Sünden gekreuzigt wurde und Gott Jaschua, den sterblichen Menschen ("einen Mann, den Nazoräer") aus den Toten auferweckt hat und ihn als Herrn (nicht als Gott) über unser Leben anzuerkennen, ihn als Gebieter und Besitzer unseres Lebens zu akzeptieren, denn wir gehören nicht mehr uns selbst! Rö. 10,9; Joh. 20,31; Phil. 2,11; vgl. die Petrus–Predigt Apg. 2,22-24 + 36) Jesus Christus ist Herr zur Ehre Gottes! Er hat Menschen für Gott erkauft! (Off. 5,10) Nirgends fordert die Schrift dazu auf, Jesus (Jahuschua) als Gott zu bekennen oder ihn als solchen zu verehren und anzubeten!

So fragte Jaschua den von Blindheit Geheilten in Joh. 9,35

Glaubst du an den Sohn des Menschen?

Und er spricht eindeutige Worte in Joh.17:3:

Dies bedeutet das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist und den du gesandt hast, Jesus Christus (Christus = der Gesalbte Gottes) erkennen.

Und Johannes sagt:

Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist (also der Gesalbte Gottes, nicht Gott selbst!) ist aus Gott geboren! (1.Joh 5,1)

Paulus sagt in Gal.3,26-27:

... denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen.

Wenn wir glauben, dass Jesus der Gesalbte (Christus) Gottes ist, haben wir Christus angezogen, werden verwandelt in sein Bild, bis wir ihm gleichgestaltet sind (Röm. 8,29).
Würden wir aber glauben, dass er Gott ist, dann hätte diese Gleichgestaltung zur Folge, dass wir alle auch Götter würden.
Das ist der Ursprung der Irrlehre über die Gottgleichheit in einigen Freikirchen! 

Christus - der künftige König der Welt

CHRIST THE FUTURE KING OF THE WORLD
von Robert Roberts, engl., 1884
Mit freundlicher Genehmigung des Übersetzers (Gabor Urban)

Vorwort

"Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre! Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen … und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden" (2.Tim 4,2-4).

Der 22-jährige Journalist Robert Roberts hatte sich diese Worte zu Herzen genommen. Von Dezember 1861 bis Februar 1862 hielt er in Huddersfield (England) 12 öffentliche Vorträge. Der Verirrung des volkstümlichen Christentums stellte er die logische biblische Wahrheit entgegen, auf dass die heilige Schrift weitere Menschen weise mache zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.

Seine Vorträge erschienen noch im selben Jahr in gedruckter Form. Die ursprünglichen 12 Abschnitte wurden 1884 in 18 Lehrthemen unterteilt und bilden seitdem den Inhalt des Buches

CHRISTENDOM ASTRAY FROM THE BIBLE

"Christentum in der Verirrung" hat bereits vielen Menschen geholfen, das Wort Gottes besser zu verstehen. So hatte sich auch Bruder Albert Maier, der erste deutsche Christadelphian,

"viel darum bemüht, die Hauptpunkte der biblischen Wahrheit in die deutsche Sprache zu übersetzen. Es waren hauptsächlich Kapitel aus den Büchern von Bruder Dr. Thomas und Bruder Robert Roberts. Diesmal (kurz vor dem 1. Weltkrieg aus den USA zurückkehrend) hatte Bruder Albert Maier eine Kiste voller Bücher, Broschüren und Manuskripte mitgebracht." Auch Ludwig "Knupfer hat durch viele Übersetzungsarbeiten sehr viel an der Schaffung einer christadelphischen Literatur in Deutsch mitgewirkt" (Gustav Bogner: Geschichte der Christadelphians in Deutschland).

So übersetzte Ludwig Knupfer 1925 auch Robert Roberts’ Standardwerk Christendom Astray, allerdings wurde seine Arbeit leider nie als Buch veröffentlicht.

Als Einzelhefte jedoch, und in etwas überarbeiteter Form, erschienen seit 1988 die folgenden Kapitel:

    • Kap. 1: "Was ist die Bibel und wie muss sie erklärt werden?"
    • Kap. 2: "Die Natur und Gottes Wort bezeugen, dass der gesamte Mensch sterblich ist"
    • Kap. 3: "Die Toten haben bis zur Auferstehung kein Bewusstsein"
    • Kap. 4: "Die Unsterblichkeit ist nur durch Erfüllung gewisser Bedingungen bei der Auferstehung zu erlangen"
    • Kap. 5: "Das zukünftige Gericht"
    • Kap. 6: "Gott, Geist, Engel, Jesus Christus und die Kreuzigung"
    • Kap. 7: "Der Teufel ist kein persönliches übernatürliches Wesen"
    • Kap. 8: "Das Königreich Gottes ist noch nicht Wirklichkeit, sondern soll an einem künftigen Tag sichtbar auf der Erde aufgerichtet werden"
    • Kap. 9: "Die den Vätern Abraham, Isaak und Jakob gemachten Verheißungen sollen bei Aufrichtung des Königreiches auf Erden erfüllt werden"
    • Kap. 15: "Kommende Wirren und die Wiederkunft Christi"

Mit Kapitel 11 wird die Reihe deutschsprachiger Christadelphischer Literatur nun weiter ergänzt. Möge solche Literatur den interessierten Leser zum beständigen und freudigen Forschen in Gottes heiligem Wort anregen und Geschwistern im Herrn eine bewährte Hilfe sein, in der Wahrheit auszuharren und geduldig auf die Zeit zu warten, da dem Sohn des Höchsten

"der THRON seines Vaters DAVID gegeben wird" (vgl. Lk 1,32).

G. Urban (Mai 2013)

Kapitel 11
Christus, der künftige König der Welt

ZIEL dieses Vortrags ist, zu beweisen, dass die Zeit kommt, da der Sohn Gottes, der jetzt im Himmel ist, leibhaftig und sichtbar auf die Erde zurückkehren wird, um alle menschlichen Regierungen, die weltlichen wie die geistlichen, zu entmachten, um an ihrer Stelle die Alleinherrschaft über die Menschheit aufzurichten. Der wesentliche Bestandteil der Messianität Jesu Christi und das hervorragendste Merkmal seiner Person, wie sie in der ganzen Heiligen Schrift dargestellt wird, ist sein KÖNIGTUM. Deshalb ist jeder Glaube, der dieser Seite seiner Person keine Beachtung schenkt, auf folgenschwere Weise fehlerhaft. Hiervon sollte sich jeder selbst überzeugen, denn es geht um eine Angelegenheit, die für jeden einzelnen von ganz entscheidender Bedeutung ist.

In der Heiligen Schrift wird sehr viel mehr über das Königtum Christi gesagt als über irgendetwas anderes. Besonders im Alten Testament wird sehr wenig von der Schmach und den Leiden erwähnt, denen er auf Grund der Sünde unterworfen werden musste. Sein Opfer bleibt größtenteils im Hintergrund. Was hingegen mit unverkennbarem Glanz hervorragt, ist die Herrlichkeit, die die Erde bedecken soll, wenn er in Gerechtigkeit regieren wird. Dies gilt auch fürs Neue Testament, obgleich es uns mehr von dem "Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut" erzählt als das andere.

Jeder, der sich zum Glauben an Christus bekennt, gibt bereitwillig zu, dass er ein König ist. Es liegt aber auf der Hand, dass dieses Zugeständnis nur dann gültig ist, wenn damit das wahre Wesen jenes Amtes anerkannt wird. Wenn ein Mensch sagt, dass Jesus der Christus sei, bzw. der Gesalbte, gleichzeitig aber eine ganz irrtümliche Vorstellung davon hat, was diese Feststellung bedeutet, so sind seine Worte nichts als leerer Schall. Worte sind wertlos, wenn sie nicht das meinen, wofür sie eigentlich stehen. Dass dies bei der volkstümlichen Anerkennung des Königtums Christi der Fall ist, wird sich sogleich zeigen. Die volkstümliche Anerkennung des Königtums Christi drückt eine falsche Sichtweise aus und verkennt zugleich diejenige, die in der Heiligen Schrift dargelegt wird. Unter Christi Königtum wird im Allgemeinen seine geistliche Machtausübung im Himmel verstanden; die Messianität Christi, im eigentlichen Sinne des Wortes, wird damit aber, wie wir gleich sehen werden, in keinster Weise anerkannt.

Es wird zwar zugegeben, dass die jüdische Messiaserwartung darin bestand, dass er leibhaftig auf der Erde erscheinen und sichtbar die Königsmacht über alle Völker ausüben sollte; auch wird zugegeben, dass die Jünger selbst dieselbe Ansicht teilten. Die große Streitfrage ist nun aber, ob diese Ansicht richtig ist. Unsere religiösen Lehrer wagen die Behauptung, dass diese Ansicht weit davon entfernt wäre, richtig zu sein; es handele sich um einen groben Irrtum rein fleischlicher Natur. Sie verurteilen den Gedanken eines sichtbaren Königreichs auf der Erde mit allem Nachdruck, nennen ihn judaistisch, niedrig, "irdisch, sinnlich, teuflisch", er stünde im krassen Widerspruch zum Geist des Christentums; und was die Lehrer predigen, das glauben die Leute. Auf diese Weise ist die These der "falschen jüdischen Nationalhoffnung und Erwartung der Jünger" zu einem unbestrittenen Artikel volkstümlichen Glaubensbekenntnisses geworden; und die Leute schauen ganz überrascht und ungläubig, wenn jemand diese Dinge ernsthaft verteidigt.

Schauen wir uns nun unvoreingenommen an, wie die Dinge wirklich liegen. Waren die Erwartungen der Jünger irrtümlich und fleischlich? Wenn ja, wie kommt es, dass Christus sie nicht als solche bezeichnete? Und wie kann es sein, dass in den Briefen keiner der Apostel einen Irrtum in diese Richtung eingesteht, obwohl einige erst nach der Zeit entstanden, da ihre Irrtümer angeblich ausgeräumt wurden? Diejenigen, die behaupten, die Juden und die Jünger seien in diesem Glauben irregeleitet gewesen, missachten die Tatsachen. Die volkstümliche Verurteilung dieser Dinge findet nicht nur keinerlei Unterstützung in der Heiligen Schrift, sondern im Gegenteil; das gesamte Schriftzeugnis spricht sich gerade für die so häufig verurteilte Lehre aus.

Jesus sprach zu denen, die ihn hörten: "Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen" (Mt 5,17). Betrachten wir also, angesichts dieser Feststellung, einige Aussagen der Propheten über ihn. In Micha 5,1 lesen wir:

"Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir hervorgehen, der HERRSCHER ÜBER ISRAEL sein soll."

Wer kam aus Bethlehem? Jesus von Nazareth. Also sind wir durch den Propheten ermächtigt, ihn als künftigen "Herrscher über Israel" anzusehen.

"Siehe, Tage kommen, spricht Jahweh, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken. Der wird ALS KÖNIG REGIEREN UND VERSTÄNDIG HANDELN UND RECHT UND GERECHTIGKEIT ÜBEN IM LAND. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel in Sicherheit wohnen" (Jer 23,5-6).

Was könnte mehr darauf angelegt sein, die jüdische Nationalhoffnung zu wecken? Was geeigneter, um die Erwartungen der Jünger hervorzurufen, für die sie heute als "fleischlich" verurteilt werden? Wer ist der gerechte Spross Davids? Kein anderer als Jesus. Er selbst nimmt diese Bezeichnung für sich in Anspruch und sagt: "Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, der glänzende Morgenstern" (Off 22,16, Schlachter). Wenn Christus der gerechte Spross ist, der David erweckt wurde und gekommen ist, das Gesetz und die Propheten zu erfüllen, dann muss er auch "als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit üben IM LAND"; denn das wird der gerechte Spross gemäß der Ankündigung des Propheten tun. Dieser Gedanke beschränkt sich nicht auf ein oder zwei Bibelstellen, sondern kommt in unzähligen Schriftzeugnissen zum Vorschein, von denen wir nun einige betrachten werden:

"Siehe, Tage kommen, spricht Jahweh, da erfülle ich das gute Wort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda geredet habe. In diesen Tagen und zu dieser Zeit werde ich dem David einen Spross der Gerechtigkeit hervorsprossen lassen, der wird Recht und Gerechtigkeit üben im Land" (Jer 33,14-15).

"Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben AUF DEM THRON DAVIDS UND ÜBER SEIN KÖNIGREICH, um es zu befestigen und zu stützen durch Gericht und durch Gerechtigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer Jahwehs der Heerscharen wird dies tun" (Jes 9,5-6).

"Siehe, ein Mann, SPROSS ist sein Name! Denn er wird aus seinem Orte hervorsprossen … und wird auf seinem Thron sitzen und herrschen. Auch wird ein Priester auf seinem Thron sein" (Sach 6,12-13).

"Er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen" (Jes 2,4).

"Und Jahweh wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird Jahweh einer sein und sein Name einer" (Sach 14,9).

"Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren; und die Obersten, sie werden nach Recht herrschen" (Jes 32,1).

"Jahweh der Heerscharen wird alsdann auf dem Berge Zion regieren und vor seinen Ältesten zu Jerusalem, in Herrlichkeit" (Jes 24,23, Schl.).

"Das Land wird voll von Erkenntnis Jahwehs sein, wie von Wassern, die das Meer bedecken. - Und an jenem Tag wird es geschehen: der Wurzelspross Isais, der als Feldzeichen der Völker dasteht, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein" (Jes 11,9-10).

"Jauchze und juble, Bewohnerin von Zion! Denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels" (Jes 12,6). "Und ich mache sie (die Juden) zu einer Nation im Land, auf den Bergen Israels, und ein einziger König wird für sie alle zum König sein" (Hes 37,22).

"Jahweh hat David einen Treueid geschworen, er wird nicht davon abweichen: Von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen" (Ps 132,11).

"Spruch Jahwehs für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße! Den Stab deiner Macht wird Jahweh aus Zion ausstrecken. Herrsche inmitten deiner Feinde!" (Ps 110,1-2).

"Ich will dir die Nationen zum Erbteil geben, zu deinem Besitz die Enden der Erde" (Ps 2,8).
"Er möge herrschen von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde … Und alle Könige sollen vor ihm niederfallen, alle Nationen ihm dienen." (Ps 72,8.11). (Siehe auch Daniel 7,14).

Das sind nur einige der vielen Schriftzeugnisse, welche allesamt dieselbe Bedeutung haben; und die Frage, die wir uns stellen müssen, ist, ob diese nicht mehr als genug die Erwartungen rechtfertigen, welche die Juden - wie jeder zugibt - gerade aufgrund dieser Zeugnisse aufgebaut haben. Ja, hätten sie sich überhaupt konsequent zum Glauben an solche Zeugnisse bekennen können, ohne derartige Erwartungen zu hegen? Es ist unmöglich sich eine Sprache vorzustellen, die noch deutlicher den einen Gedanken der sichtbaren Offenbarung Christi als König auf der Erde zum Ausdruck brächte; und wenn die Juden im Unrecht waren, als sie eine solche Offenbarung erwarteten, so war das nicht ihre Schuld. Dann geschah das nicht, weil sie fleischlich gesinnt waren, sondern weil die Sprache der damaligen heiligen Menschen, die "redeten, getrieben vom Heiligen Geist", so gestaltet war, dass sie gar nicht in der Lage waren, zu einem anderen Gedanken zu kommen als nur zu jener einen Erwartung, die sie daraus ableiteten.

Nun kann man einwenden, dass die neutestamentliche Auslegung ein anderes Licht auf die Aussagen des Alten Testaments wirft und ihnen die Rechtfertigung entzieht, die sie der jüdischen Lehre vom Königtum des Messias zu verleihen scheinen. Diese Annahme ist weit verbreitet; wird sie aber genau untersucht, so zeigt sich, dass sie gänzlich unbegründet ist, und dass das Neue Testament auf unmissverständliche Weise die Lehre der Propheten zu diesem Thema bestätigt. Uns begegnet bereits ganz am Anfang des Neuen Testaments die Botschaft des Engels Gabriel an Maria, als er die Geburt Christi ankündigt:

"Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen JESUS nennen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird IHM DEN THRON SEINES VATERS DAVID GEBEN; und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines KÖNIGTUMS wird kein Ende sein" (Lk 1,31-33).

Dies ist eine deutliche neutestamentliche Erklärung, dass es Gottes Absicht ist, Jesus "den Thron seines Vaters David" zu geben. Wenn wir die Tragweite dieser Aussage verstehen wollen, müssen wir zunächst wissen, was unter dem Thron Davids zu verstehen ist. Über David wissen wir ja etwas. Er war der berühmteste von Israels gottgesalbten Königen, hielt die Herrschaft über die zwölf Stämme Israels und beherrschte auch viele tributpflichtige Völker. Er war ein gewaltiger Krieger, ein bedeutender Prophet und ein Dichter höchsten Grades. Er war der Vorfahr Christi durch Maria, die aus dem königlichem Haus abstammte, und ein passendes Bild auf seinen erhabenen Sohn, den er als "mein Herr" (Mt 22,43f) anerkannte. Aber wie steht es mit seinem Thron? Petrus sagte in seiner Pfingstrede an die Juden:

"Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, einen aus der Frucht seiner (Davids) Lende AUF SEINEN THRON ZU SETZEN, …" (Apg 2,30).

Es besteht also eine enge Beziehung zwischen dem Auftrag Christi und dem Thron Davids. Hatte David einen Thron? Jawohl. Worin bestand er? Sicherlich nicht in dem Materialgefüge, auf dem er zu sitzen pflegte, um Recht zu sprechen; denn jener Sitz ist längst in Staub gesunken. Unter dem "Thron eines Königreiches" ist nicht der buchstäbliche Sitz zu verstehen, den die Majestät bei Staatsanlässen einnimmt. Wenn wir vom Thron Englands sprechen, meinen wir damit das Amt des Monarchen in jenem Land. So war es auch mit dem Thron Davids. Anlässlich des Amtsantritts Salomos steht geschrieben: "Und Salomo setzte sich auf den Thron seines Vaters David" (1.Kön 2,12). Jedoch lesen wir in 1.Könige 10,18, dass er "einen großen Thron aus Elfenbein machte und ihn mit reinem Gold überzog". Während Salomo also im politischen Sinne auf dem Thron seines Vaters David saß, nahm er in Wirklichkeit einen anderen königlichen Sitz ein. "Der Thron Davids" bezieht sich auf etwas, das ausschließlich dem Nachfolger Sauls gebührte. Darüber kommt man nicht hinweg; und jede Erklärung der Verheißung, die diese grundlegende Tatsache außer Acht lässt, muss als unwürdig abgelehnt werden.

So zum Beispiel die Ansicht, Christus würde gegenwärtig auf dem Thron Davids sitzen. Christus ist im Himmel. Er kann somit nicht auf jenem Thron sitzen, zumal David nie Besitztümer im Himmel hatte. David selbst ist nicht dort, denn Petrus sagte in seiner Pfingstrede (Apg 2,34): "David IST NICHT IN DIE HIMMEL AUFGEFAHREN." Wenn die Zeit kommt, wird der Thron Davids wieder auf der Erde aufgerichtet werden; und Jesus wird ihn, wie in Off 3,21 angekündigt, mit seinen Getreuen teilen. "An jenem Tag richte ich die verfallene Hütte Davids auf" (Amos 9,11). Jesus sprach von jener Zeit, als er auf der Erde war. Er sagte (Mt 25,31): "Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, DANN wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen." Ehe also Jesus auf dem Thron Davids sitzt, wird er auf die Erde zurückkehren, im Land Israel erscheinen und die Stellung einnehmen, die David besaß, als er das Zepter über Israel schwang; das heißt, er wird König der Juden werden.

Man betrachte Hesekiel 21,30-32. Der Prophet wurde zu Zedekia gesandt, einem unwürdigen Fürsten, der den Thron Davids als letzter innehaben sollte. Er wurde gesandt, um ihm von der kommenden Vergeltung zu berichten, und im Verlauf seiner Prophezeiung äußerte er die folgenden Worte:

"Und du, entweihter Gottloser, Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe! So spricht der Herr, Jahweh: Weg mit dem Kopfbund, und fort mit der Krone! Nichts bleibt, wie es ist. Das Niedrige soll erhöht und das Hohe erniedrigt werden! Zu Trümmern, Trümmern, Trümmern mache ich es. Auch das bleibt nicht - BIS DER KOMMT, DEM DAS RECHT GEHÖRT; dem gebe ich es."

Hier sollten Kopfbund und Krone abgenommen, und ein Nationalstaat völlig vernichtet werden, wie in der dreifachen Wiederholung des Wortes "Trümmern" angedeutet und durch den Satz "das bleibt nicht" ausgedrückt wird. Die Vorhersage bezog sich auf das jüdische Staatswesen, also auf die Dinge, die den Thron Davids ausmachen; und ihre Erfüllung ist allen, die sich mit der jüdischen Geschichte befassen, wohlbekannt. Etwa ein Jahr nach der Vorhersage wurde Zedekia von Nebukadnezar abgesetzt. Die Edlen wurden getötet; das Volk teils niedergemetzelt, teils gefangen weggeführt, und das Land der Verwüstung hingegeben. Siebzig Jahre danach fand unter Esra und Nehemia eine teilweise Wiederherstellung statt, nicht aber die des Thrones Davids. Von da an existierten die Juden nur noch als Vasallenvolk und wurden nach wechselvollen politischen Schicksalen von einem Sturm erfasst, der jede Spur ihres nationalen Daseins wegfegte.

Die Römer fielen unter Vespasian ins Land ein und unterwarfen seine befestigten Plätze; und nachdem Vespasian den Oberbefehl an Titus übergeben hatte, begann dieser mit der Belagerung Jerusalems, das damals voll von Menschen aus allen Teilen des Landes war. Die Einzelheiten dieser schrecklichen Belagerung sind allen bekannt. Die Stadt wurde über Monate hinweg hartnäckig belagert; unter den Einwohnern entstand eine Hungersnot; innere Streitigkeiten in den Ratsversammlungen führten zu gegenseitigem Gemetzel. Schließlich wurde die Stadt geplündert und den Flammen übergeben. Über eine Millionen Juden kamen um. Die Übriggebliebenen wurden als Sklaven verkauft und als Flüchtlinge im ganzen Römischen Reich zerstreut; und sie sind zerstreut geblieben bis zum heutigen Tag (so zumindest in den 1860ern, als dieser Vortrag gehalten wurde). Die Prophezeiung ist auf so schreckliche Weise in Erfüllung gegangen, dass der Thron Davids während der letzten zwanzig Jahrhunderte eine leere Phrase geblieben ist, eine Tradition aus vergangenen Zeiten. Sein Königreich ist gestürzt worden, sein Land liegt verwüstet da, und sein Volk wandert heimatlos umher; sie finden kein Mitleid und sind des Mitleids nicht mehr fähig.

Aber soll dieser Zustand des Thrones Davids ewig währen? Sollen die Nationen für immer ihre stolzen Hörner über das gefallene Königreich Jahwehs erheben? (siehe 1.Chr 29,23; 2.Chr 9,8; 13,8; das Königreich Israel ist das Königreich Gottes gewesen). Nein, sagt die Prophezeiung; die Verwüstung soll nur so lange dauern, BIS – ja, bis wann genau? – "bis DER KOMMT, dem das Recht gehört." Und wer ist das? Kein anderer als Jesus Christus, dem der Thron rechtmäßig gehört, sowohl infolge direkter Abstammung als auch durch konkrete Anordnung Gottes. Man beachte daher die klar belegte Tatsache, dass die Dinge, die zu Trümmern gemacht wurden, genau die Dinge sind, die Christus bei seiner Wiederkunft erhalten soll. Und welche Dinge waren das? Der Kopfbund Davids, seine Krone, sein Thron und sein Königreich. Wenn also DER KOMMT, der das Recht auf diese Dinge hat, so werden sie ebenso real in seinen Besitz gelangen, wie sie einst Zedekia in Besitz hatte. Er wird der König der Juden werden und Herr der ganzen Erde. Auf diese Weise sehen wir auch, welch bemerkenswerte Bedeutung die Worte des Engels haben:

"Der Herr, Gott, wird ihm DEN THRON SEINES VATERS David geben; und er wird über DAS HAUS JAKOBS herrschen in Ewigkeit, und SEINES KÖNIGTUMS wird kein Ende sein."

Gehen wir in unserer Erforschung des Neuen Testaments einen Schritt weiter, so kommen wir zur Geburt Christi und stoßen auf folgendes Ereignis:

"Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist DER KÖNIG DER JUDEN, der geboren worden ist?" (Mt 2,1)..

Die Frage der Weisen war verständlich angesichts all dessen, was die Propheten über den, der Herrscher über Israel sein soll, vorhergesagt hatten. Wenn aber Christus ausschließlich der allumfassende geistliche Heiland der Menschheit ist, so ergeben ihre Worte keinen Sinn. Denn wie könnte Christus "der König der Juden" sein, wenn er ausschließlich in umfassender geistlicher Beziehung zum gesamten Menschengeschlecht stünde? Jemand könnte nun einwerfen, dass er der König der "Juden im Geist" ist, also derer, die nicht äußerlich, sondern im Herzen Juden sind. Darauf lautet die Antwort, dass Christus nicht König über sein eigenes Volk ist. Er sagt von ihnen:

"Ich nenne euch nicht Sklaven, sondern Freunde" (vgl. Joh 15,15).

Sie sind seine Brüder, "Miterben Christi" (Röm 8,17), dazu bestimmt, mit ihm zu herrschen für tausend Jahre" (Off 20,6). Sie sind nicht seine Untertanen, sondern bilden zusammen seine Braut, "das Weib des Lammes" (Off 21,9) – womit die engste Gemeinschaft und völlige Gleichheit gemeinsamer Interessen zum Ausdruck gebracht wird. Christus kann daher nicht in irgendeinem geistlichen Sinne König der Juden sein. Er ist König der Juden, über die auch David König war; denn er ist der Erbe seines Thrones. Dass dies das Wesen seines Anspruchs war, wie es seine Zeitgenossen verstanden, geht klar aus dem hervor, was auf die Frage der Weisen folgt:

"Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht durch den Propheten geschrieben: »Und du, Bethlehem, Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.« … Und (Herodes) sandte hin und ließ alle Jungen töten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte" (Mt 2,3-6.16).

Wozu diese ganze Aufregung? Wenn Christus lediglich ein geistlicher Herrscher im volkstümlichen Sinne hätte werden sollen, der vom Himmel aus Macht auf die Herzen der Menschen ausübt, ohne im geringsten in die weltlichen Angelegenheiten von Königen auf der Erde einzugreifen, so ist es unverständlich, warum Herodes so eifersüchtig auf ihn gewesen sein sollte. Christi geistliche Herrschaft hätte doch in keinerlei Weise dem königlichen Zuständigkeitsbereich des Herodes widersprochen.

Aber angenommen, die Frage der Weisen zeugte unmissverständlich von der Tatsache der Rolle Christi als König, der von Gott dazu bestimmt war, auf Davids Thron zu sitzen, so ergibt das Vorgehen des Herodes einen ganz natürlichen Sinn. Er war zu jener Zeit der Herrscher über Israel. Er war sogar "König der Juden" im Namen des Römischen Kaisers. Wenn er daher von der Geburt eines Rivalen hörte, der ihm diese Position streitig machen könnte, so wurde er an seiner empfindlichsten Stelle getroffen und seine Eifersucht in stärkstem Maße erregt. Ihm war offenbar klar, dass der Gehorsam des Volkes sich von ihm abwenden und sein eigener Thron in Gefahr kommen würde, wenn er dieses Königskind am Leben ließ. Deshalb fasste er den unmenschlichen Plan, in Bethlehem die Gesamtheit aller Kinder im Säuglingsalter zu ermorden, in der Hoffnung, dadurch den Gegenstand seiner Eifersucht zu vernichten – ein Beweis, dass er in Christus einen zukünftigen Thronanwärter für das buchstäbliche Königtum Israels erkannte.

Wenn wir das Leben Christi weiter verfolgen und seine Aussprüche betrachten, so finden wir ständig Hinweise, die die Richtigkeit der Ansicht der Apostel hinsichtlich seines Königtums bestätigen. Zum Beispiel sagte er während der Bergpredigt: "Schwört nicht bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt" (vgl. Mt 5,35). Geht man vom volkstümlichen Glauben aus, so ist es äußerst schwierig, diesen Worten eine passende Bedeutung beizulegen. Wenn Christus nur deshalb auf die Erde zurückkehren sollte, um sie in das "Feuer des jüngsten Gerichts" zu versenken und jede Spur ihres Daseins aus der Schöpfung auszulöschen, welche Verbindung wäre da noch zwischen ihm und der Stadt möglich, die Zeuge seiner Erniedrigung war, dann aber in jener gewaltigen Zerstörung mit untergehen müsste? In dem vorliegenden Vers behauptet Jesus gerade solch eine Verbindung und erklärt sie für so heilig, dass er uns verbietet, den Namen der Stadt auf Eid zu gebrauchen. Er ist "der große König" – der "mehr als Salomo". Jerusalem aber ist die Stadt. Sie existierte zu der Zeit, als Christus die Worte sprach, die wir gerade betrachten; nur war sie zur Zeit Christi ein großes, wohlhabendes und prachtvolles Zentrum des Königtums und der Bildung. Später wurde sie eine bedeutungslose, von Gräueln heimgesuchte, verfallene und vergleichsweise unbeachtete Stadt im Herzen einer unbedeutenden türkischen Provinz. Gott schenkt ihr aber heute nicht weniger Aufmerksamkeit als je zuvor. Das Schriftzeugnis lautet: "Siehe, in <meine> beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet. Deine Mauern sind beständig vor mir" (Jes 49,16). Eine Zeit lang ist sie nun verwüstet gewesen, wie es der Herr Jesus vorhergesagt hatte. Er sprach:

"Und sie (die Juden) werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen; und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, BIS die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden" (Lk 21,24).

Auch sagte er (mit Tränen in den Augen):

"Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus wird euch öde (wüst) gelassen; denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gepriesen <sei>, der da kommt im Namen des Herrn!" (Mt 23,37-39; Lk 13,34-35).

Hier wurden Zertretung und Verwüstung vorhergesagt. Dass sich dies auf Jerusalem im Land Israel bezieht, wird allgemein zugegeben. Man beachte daher, dass der Ort, über den der Untergang vorhergesagt wird, derselbe ist, auf den sich das "BIS" bezieht, durch das die Vorhersage begrenzt wird. Wenn Jerusalem also von den Nationen zertreten worden ist und "öde" gelassen wurde, so wird sie sich, entsprechend derselben Vorhersage, auch genauso gewiss von ihrem Fall erholen, wenn die Zeit anbricht, die durch das Wort "bis" angedeutet wird. In dem einen Fall kommt das "bis" mit dem Ablauf "der Zeiten der Nationen" und im anderen, wenn das jüdische Volk den gekreuzigten Jesus als den Namensträger Gottes anerkennt. Somit wird erklärt, dass zu jener Zeit Zertretung und Verwüstung aufhören werden. Beide Ereignisse sind gewiss. Das Ende der Zeiten der Nationen, bzw. des Zeitalters der heidnischen Vorherrschaft, ist festbeschlossen (Dan 7,25-27; 9,24-27; Röm 11,25), und wir erfahren im folgenden Schriftzeugnis, dass der Tag kommt, da Christus noch von seinem reuigen Volk, den Juden, angenommen wird:

"Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint" (Sach 12,10).

Wenn diese Dinge erfüllt sein werden, wie steht es dann mit Jerusalem? Folgende Schriftzeugnisse geben die Antwort:

"Und Jahweh wird Juda als sein Erbteil besitzen im heiligen Land und wird Jerusalem aufs neue erwählen" (Sach 2,16).

"Denn Jahweh tröstet Zion, tröstet alle seine Trümmerstätten. Und er macht seine Wüste wie Eden und seine Steppe wie den Garten Jahwehs. Jubel und Freude findet man darin, Lobpreis und Stimme des Gesanges" (Jes 51,3).

"Raff dich auf, raff dich auf! Erhebe dich, Jerusalem, die du aus der Hand Jahwehs den Becher seines Zornes getrunken! Den Kelch, den Becher des Taumels, hast du getrunken, hast <ihn> ausgeschlürft … Darum höre doch dies, die du elend bist und trunken, aber nicht vom Wein! So spricht Jahweh, dein Herr, und dein Gott, der den Rechtsstreit seines Volkes führt: Siehe, ich will den Taumelbecher aus deiner Hand nehmen, den Kelch meines Grimmes, dass du hinfort nimmermehr daraus trinken musst" (Jes 51,17.21-22).

"Wach auf, wach auf! Kleide dich, Zion, in deine Kraft! Kleide dich in deine Prachtgewänder, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn nicht mehr länger soll dich ein Unbeschnittener und ein Unreiner betreten … Brecht <in Jubel> aus, jubelt allesamt, ihr Trümmerstätten Jerusalems! Denn Jahweh hat sein Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst" (Jes 52,1.9).

"Jahweh der Heerscharen herrscht als König auf dem Berg Zion und in Jerusalem, und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit" (Jes 24,23).

"In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron Jahwehs nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens Jahwehs in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen" (Jer 3,17).

"Denn von Zion wird Weisung (bzw. das Gesetz) ausgehen und das Wort Jahwehs von Jerusalem. Und er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen für mächtige Nationen bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nie <mehr> wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden das Kriegführen nicht mehr lernen" (Mi 4,2-3).

Diese Stellen zeigen uns, dass die Stadt Jerusalem einen wichtigen Platz in Gottes Plänen einnimmt. Sie ist dazu bestimmt, der Sitz jener göttlichen Regierung zu sein, die die Welt im künftigen Zeitalter segnen soll. Genau genommen wird sie die Hauptstadt des kommenden Weltreiches sein. Sie wird für all die glücklichen Völker, die in jenem herrlichen Zeitalter dorthin pilgern werden, um Unterweisung zu empfangen, das Zentrum der Macht, des Gesetzes und der Bildung darstellen. Denn es steht geschrieben:

"Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg Jahwehs, zum Haus des Gottes Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort Jahwehs von Jerusalem" (Jes 2,3).

Aus Sacharja 14,16 erfahren wir, dass dieses Hinaufziehen der Völker sich in regelmäßigen Abständen wiederholen wird:

"Und es wird geschehen: Alle Übriggebliebenen von allen Nationen, die gegen Jerusalem gekommen sind, die werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, Jahweh der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern."

Wenn sich aber ein Volk auflehnen und dem König der ganzen Erde diese jährliche Huldigung verweigern sollte, so wird man sich unverzüglich darum kümmern. Es wird nicht nötig sein, Heere aufzubieten oder langsame militärische Unterwerfungsmaßnahmen einzuleiten; ein Wort des Königs und sogleich wird die Versorgung vom Himmel her zurückgehalten und Gehorsam erzwungen. Denn es steht geschrieben:

"Und es wird geschehen, wenn eines von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, Jahweh der Heerscharen, anzubeten: über diese wird kein Regen kommen" (Sach 14,17).

Der Herr Jesus kannte natürlich das herrliche Schicksal, das der Stadt Jerusalem bevorsteht. Auch wusste er nur allzu gut, welch enge Beziehung er zu ihr haben wird, wenn die Zeit kommt, da seine Landsleute zu ihm sagen werden: "Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn"; mit diesen Dingen im Hinterkopf konnte er jene Worte wählen, die nur diejenigen als völlig zutreffend anerkennen können, die Gottes Pläne verstehen: "Schwört nicht bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt." Sie ist die Stadt des großen Königs, auch wenn sie heute nur ein verachteter Trümmerhaufen ist. Diejenigen, die für die Verheißungen ihrer künftigen Herrlichkeit nur Gelächter übrig haben, machen sich eines abscheulichen Verbrechens gegen Gott schuldig, für das sie einst zur Rechenschaft gezogen werden können. Der große König wollte selbst seinen Freunden nicht erlauben, bei ihrem Namen zu schwören; wie viel weniger wird er da den Hohn der Spötter dulden. Bald kommt er zu seiner Stadt, um in Gerechtigkeit über die Welt zu herrschen, und wehe dem Verächter! Glückselig aber alle, die auf die Erlösung Jerusalems warten (vgl. Lk 2,38). Ihnen gilt das Wort des Propheten:

"Freut euch mit Jerusalem und jubelt über sie, alle, die ihr sie liebt! Frohlockt mit ihr in Freude, alle, die ihr über sie getrauert habt! Damit ihr saugt und euch sättigt an der Brust ihrer Tröstungen, damit ihr schlürft und euch labt an der Fülle ihrer Herrlichkeit" (Jes 66,10-11).

Auf diese Weise ist es uns möglich, aus den Worten Christi in seiner "Bergpredigt" einen starken Beweis für die Wirklichkeit seines Königtums in Bezug auf die Erde zu erhalten. Nathanael, "wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug war", fügt zu diesem Beweis seine Anerkennung Jesu als Messias hinzu, der er bei seiner Begegnung mit ihm folgenderweise Ausdruck verlieh:

"Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels" (Joh 1,49).

Dass die in diesen Worten ausgedrückte Überzeugung die allgemeine Ansicht der Leute war, zu der sie auf Grund der Lehre Christi gelangt waren, ergibt sich aus der Tatsache, dass sie "ihn ergreifen wollten, um ihn zum König zu machen" (Joh 6,15). Ihre Zurufe bei seinem triumphalen Einzug in Jerusalem belegen genau dasselbe: "Gepriesen <sei>, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das kommende Königreich unseres Vaters David!" (Mk 11,9-10).

Christus gab ihnen im Gleichnis von den Weingärtnern allen Grund zu dieser Überzeugung (siehe Lukas 20, ab Vers 9). Der Weinberg, sagt Jesus, wurde von einem gewissen Menschen gepflanzt und an Weingärtner verpachtet. Zur Zeit der Ernte sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um von der Frucht des Weinbergs zu empfangen. Aber sie misshandelten und töteten sie einen nach dem anderen (V. 10-12). "Der Herr des Weinbergs aber sprach: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; vielleicht, wenn sie diesen sehen, werden sie sich scheuen. Als aber die Weingärtner ihn sahen, überlegten sie miteinander und sagten: Dieser ist DER ERBE; lasst uns ihn töten, dass das Erbe unser werde. Und als sie ihn aus dem Weinberg hinausgeworfen hatten, töteten sie ihn" (V. 13-15). Dieses Gleichnis bezog sich auf das Volk Israel und dessen Oberste. Das ergibt sich ganz klar aus dem 19. Vers sowie aus einer Feststellung in Jesaja 5,7:

"Der Weinberg Jahwehs der Heerscharen ist das Haus Israel."

Da dem so ist, wollen wir nun die Bedeutung des Gleichnisses betrachten. In den verschmähten Knechten erkennen wir die Propheten, die das Schicksal derer teilten, auf die Christi Worte hinweisen: "Jerusalem, Jerusalem, das da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihm gesandt sind!" Der "Sohn" war der Herr Jesus Christus, wie aus den Worten des Paulus in Hebräer 1,1-2 deutlich wird, die man fast schon als Kommentar zum vorliegenden Gleichnis gelten lassen könnte:

"Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn."

Wenn Christus also der "Sohn" des Gleichnisses ist, so ist er zwangsläufig auch der "Erbe". Aber wovon? Das ist nun die entscheidende Frage; und die Antwort lautet: des Erbes, das die Weingärtner in Händen hielten, denn sie sagten: "Dieser ist der Erbe; lasst uns ihn töten, dass das Erbe unser werde." Wenn nun dieses Erbe aus dem Land und Volk der Juden besteht, dessen Herrscher bzw. "Weingärtner" die Pharisäer waren, und Christus der Erbe dieser Dinge ist, so kann man sich der Schlussfolgerung nicht entziehen, die dieser Vortrag darlegen möchte. Er ist der rechtmäßige Anwärter auf den Thron Davids. "Er kam in DAS SEINE, und die Seinen nahmen ihn nicht an" (Joh 1,11). Warum nahmen sie ihn nicht an? Welches Motiv trieb die Hohenpriester und Obersten soweit, dass sie Jesus umbrachten? Es war nicht nur ihr Hass auf Gerechtigkeit. Wäre Christus einfach nur ein Lehrmeister der Religion gewesen, wie man ihn sich heute gerne vorstellt, so hätten sie zweifellos zu seinen Bewunderern gehört; aber er war doch auch "DER ERBE"! Er war von Gott gesandt, um den Thron Davids einzunehmen und jede entgegengesetzte Autorität und Macht niederzuwerfen. Seine diesbezüglichen Äußerungen brachten ihn unmittelbar auf Kollisionskurs mit ihnen, weil sie das Erbe in Besitz hatten. Deshalb sprachen sie in ihrer gefühlslosen und kurzsichtigen Eifersucht: "Lasst uns ihn töten, dass das Erbe unser werde."

So verschworen sie sich, ihn umzubringen, und hatten mit ihren verhängnisvollen Plänen Erfolg. Sie brachten ihn vor Pilatus, der keine Schuld an ihm fand und ihn losgeben wollte (Lk 23,13-16). Das schürte ihren Hass nur noch mehr und enthüllte den wahren Grund ihrer Feindseligkeit. Sie schrien laut: "Wenn du diesen losgibst, bist du des Kaisers Freund nicht; jeder, der sich selbst ZUM KÖNIG macht, widersetzt sich dem Kaiser" (Joh 19,12). Das hatte die gewünschte Wirkung: Pilatus fällte das Urteil. Christus wurde gekreuzigt, und entsprechend römischer Sitte wurde der Inhalt seiner Beschuldigung über dem Kreuz angegeben: "Jesus, der Nazoräer, DER KÖNIG DER JUDEN" (Joh 19,19).

Und auch hier kam das Königtum Christi deutlich zum Vorschein. Er wurde gekreuzigt, weil er "sich selbst zum König gemacht hatte" (vgl. Mt 27,11). Davon zeugte die Aufschrift über ihm. Jene Aufschrift war den Hohenpriestern aber nicht genau genug. Und so lesen wir in Johannes 19,20-21: "Diese Aufschrift nun lasen viele von den Juden … Die Hohenpriester der Juden sagten nun zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern dass JENER GESAGT HAT: Ich bin König der Juden!" Die Hohenpriester legen hier ein wichtiges Zeugnis darüber ab, dass Christus selbst Anspruch auf sein Königtum erhob. In der Tat liefern die abschließenden Szenen des irdischen Wandels unseres Herrn zusammen genommen den entscheidendsten Beweis dafür, dass sein künftiges jüdisches Königtum das wesentliche Merkmal seiner Messianität war – ein Merkmal, das bei volkstümlichen Predigten gänzlich außer Acht gelassen wird. Die Apostel lehrten nach der Himmelfahrt unseres Herrn genau dasselbe über diesen wichtigen Punkt. Wir lesen, dass die Juden von Thessalonich sie bei den Obersten der Stadt folgendermaßen verklagten:

"Diese, die den Erdkreis aufgewiegelt haben, sind auch hierher gekommen, die hat Jason beherbergt; und diese alle handeln gegen die Verordnungen des Kaisers, da sie sagen, DASS EIN ANDERER KÖNIG SEI: JESUS" (Apg 17,6-7).

Paulus verkündigte den Athenern genau dasselbe, als er auf dem Areopag stand und sprach (Apg 17,30.31):

"Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird (bzw. im politischen Sinne des Wortes "beherrschen wird") in Gerechtigkeit DURCH EINEN MANN, DEN ER BESTIMMT HAT, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten."

In der Tat besteht der große Leitgedanke der neutestamentlichen Lehre über Jesus darin, dass er "der Christus" ist, d.h. der Gesalbte, den die Propheten als den künftigen König der Welt angekündigt haben. Wenn man ihm dieses Königtum in Abrede stellt, dann leugnet man, dass er der Christus ist – denn die Salbung bezieht sich nicht nur auf seine Eigenschaft als "Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt", sondern auch auf seine künftige Regentschaft als Stellvertreter Gottes auf Erden. Sein "Gesalbtsein" ist in die Zukunft weisend. Es erreicht seinen krönenden Abschluss in "der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll" und von der "die Erde erfüllt sein wird, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken". Wer davon nichts weiß und die künftige sichtbare Messianität Christi leugnet, kann nicht in biblisch annehmbarer Weise bekennen, dass er der Christus ist, zumal ein solches Bekenntnis nur leerer Schall ist, wenn die aufgezeigten Dinge darin nicht zum Ausdruck kommen.

Dass Christus der künftige König der Welt ist, ist eines der freudigsten Wahrheiten der göttlichen Offenbarung. Welche Hoffnung gibt es sonst für diese sündengeplagte Welt? Sie hat nun viele Zeitalter hindurch unter ihrer schlechten Regierung geseufzt. Die Reichtümer der Erde liegen aufgehäuft in den Hallen einiger Übersättigter, während die breite Masse der Menschheit gezwungen ist, ein kümmerliches Dasein in Armut, Unwissenheit und Elend zu fristen. Die Güte Gottes wurde in betrügerischer Weise ausgenutzt. Die Vorräte, die für alle atmenden Lebewesen dieser Welt ausreichen, sind von den Skrupellosen und Starken auf räuberische Weise geplündert und vor den hungernden Millionen in ihren verfluchten Riesenspeichern eingelagert worden. Dies gilt für die heutige endzeitliche Zivilisation genauso, wie für die rauen Tage der Vorzeit – das gegenwärtige Regierungssystem, das durch seine lange Geschichte zu hohen Ehren gelangt ist, ist dabei lediglich etwas Respekt einflößender, zumal es den Schutz des Gesetzes genießt und als unentbehrliche Anordnung eines gut gelenkten Staates angesehen wird.

Und welche Schlechtigkeit erblicken wir unter dem Volk selbst! Wie geistig verarmt und moralisch verkommen sie sind! Wie gemein und selbstsüchtig! Wie kleinlich und heuchlerisch! Manche sagen, die Welt würde immer besser. Das ist ein Irrtum. Die Scharfsinnigkeit der Menschen nimmt zwar ständig zu, echte Charakterfestigkeit aber verkümmert von Jahr zu Jahr. Die Menschheit wird schlechter, je mehr sich die Zivilisation ausbreitet. Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit sind an der Tagesordnung. Ein durch und durch gesunder Menschenverstand und ernstgemeinte moralische Wertvorstellungen beschränken sich auf eine verachtete Minderheit. Das Wort Gottes wird gering geschätzt und der Glaube ist fast vom Erdboden verschwunden.

Wo können wir Trost für die Zukunft finden? Die Welt lässt sich nicht mit menschlichen Mitteln heilen. Ihre einzige Hoffnung liegt in der Wahrheit, die der Titel dieses Vortrags zum Ausdruck bringt. Ein großer Erretter wartet auf die festgesetzte Zeit des Segens. Christus, der zur Rechten Gottes sitzt, ist der künftige König der Welt. Er, der die Schmach eines Verbrechers am Kreuz erduldete, kommt, um die Ehre einer Weltkrone zu tragen. Und so dunkel auch die Wolken sind, die seiner erhabenen Ankunft vorangehen, und wie heftig die Erschütterungen auch seien, die die Befreiung der Erde begleiten, desto herrlicher wird der Tag sein, den er bringt, und ewig der Friede, der sich dann über die ewigen Hügel legt.

 
verwendete Schriftstellen:

1.Kön 2,12
10,18
1.Chr 29,23
2.Chr 9,8
13,8
Ps 2,8
72,8.11
110,1-2
132,11
Jesaja  2,3
2,4
5,7
9,5-6
11,9-10
12,6
24,23
32,1
49,16
51,3
51,17.21-22
52,1.9
53,3
66,10-11
Jer 3,17
23,5-6
33,14-15

Hes 21,30-32
37,22
Dan 7,14

7,25-27
9,24-27
Am 9,11
Mi 4,2-3
5,1
Hab 2,14
Sach 2,16
6,12-13
12,10
14,9
14,16
14,17
Matth 2,1
2,3-6.16
5,17
5,35
12,42
22,43f
23,37-39
25,31
27,11
Mark 11,9-10
Luk 1,31-33
2,38

Luk 13,34-35
20,10-15
20,19

21,24
23,13-16
Joh 1,11
1,29
1,47.49
6,15
15,15
19,12
19,19
19,20-21
Apg 2,30
2,34
17,6-7
17,30.31
Röm 8,17
11,25
Heb 1,1-2
Jak 3,15
1.Pet 5,1
2.Pet 1,21
Offb 3,21
20,6
21,9
22,16

 

Ist es vor GOTT richtig, sein Bild anzubeten?

Von Eric H.H. Chang, Übersetzung aus: The Only True God; Kap. 3; S. 216-223

Wir wollen zu dem Thema zurückkehren, dass der Mensch "nach dem Bilde GOTTES" geschaffen worden ist. Wir haben gesehen, dass Christus das Bild GOTTES par excellence ist, weil er allein der vollkommene Mensch ist. Aber wir müssen jetzt diese wichtige Frage stellen: Erlaubt das Wort GOTTES die Anbetung des Bildes GOTTES? Mit Blick auf die trinitarische Christenheit ist es ganz offensichtlich keine rein akademische Frage, ob es richtig ist, das Bild GOTTES an Stelle von GOTT oder neben GOTT anzubeten.

Die Beschreibung, dass Christus "das Bild GOTTES" ist (εἰκὼν τοῦ θεοῦ; eikon tou theou), können wir, wie wir gesehen haben, in 2. Kor 4,4; Kol 1,15; Hebr 1,3 finden; während diese Bezeichnung im Johannesevangelium nicht direkt verwendet wird, wird diese Vorstellung jedoch durch viele wichtige Aussagen zu Ausdruck gebracht, speziell in Joh 14,9 und in Joh 1,14 u.18; 12,45; 14,10; 15,24. Der auf einer Münze eingeprägte Kopf eines Kaisers wird eikon (Bild) genannt; er ist ein Abbild oder ein Portrait (Matth 22,20 u. Vergleichsstellen). Ganz eindeutig ist das Bild des Kaisers nicht der Kaiser selbst; versteht es sich dann nicht von selbst, dass Christus als "das Bild GOTTES" nicht GOTT selbst ist? Ist an dieser Tatsache etwas schwierig zu verstehen? Doch es scheint so, dass wir als Trinitarier wegen der verwinkelten und verwirrenden Gedankengängen des trinitarischen Dogmas nicht in der Lage gewesen sind, zwischen dem Bild und DEM, den es repräsentierte, zu unterscheiden.

Doch die Frage, die wir beantworten wollen, lautet: Ist es vor GOTT richtig, dass wir Sein Bild anbeten? Wenn die Antwort "Ja" lautet, dann gibt es keinen Grund, dass wir nicht auch den Menschen anbeten können, denn er ist ja im Bilde GOTTES geschaffen worden. Doch die Schrift verbietet nicht nur die Anbetung des Menschen, eines jeden Menschen, sondern auch die Anbetung des Bildes eines Menschen, d.h. eines männlichen oder weiblichen Götzen (wie wir früher schon gesehen haben; vergl. Hes 16,17). Darin übereinstimmend, hat der Apostel Paulus die Menschen verurteilt, die sich von GOTT abgewandt hatten, und "indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen GOTTES verwandelt in das Gleichnis eines Bildes [eikon] vom vergänglichen Menschen" (Röm 1,22-23). Man beachte bitte, dass das Wort "Bild" das gleiche Wort ist, das der Apostel Paulus für Christus und für den Menschen ganz allgemein als dem Bilde GOTTES verwendet hat. Alle Menschen sind sterblich und Christus ist keine Ausnahme gewesen, denn anders hätte er nicht für die Sünden der Menschen sterben können. Er ist aus dem Tod auferweckt worden, was auch die wahren Gläubigen einmal erleben werden. Bedeutet das, dass es erlaubt ist, einen Menschen, wenn er einmal aus den Toten auferweckt ist, anzubeten? Und darf man auch im Falle eines Gottmenschen oder eines göttlichen Menschen, den einen anbeten und den anderen nicht?

Das Verbot der Anbetung eines Bildes gleich jeder Art ist in 5. Mo 4,15-19 verankert. Wir brauchen uns nur die ersten zwei Verse anzuschauen:

"So hütet eure Seelen sehr - denn ihr habt keinerlei Gestalt gesehen an dem Tag, als der HERR [Jahwe] am Horeb mitten aus dem Feuer zu euch redete -, dass ihr nicht zu eurem Verderben handelt und euch ein Götterbild macht in Gestalt irgendeines Götzenbildes, das Abbild eines männlichen oder eines weiblichen Wesens."

Zwei Dinge stechen sofort heraus: 1.) Jahwe hat keine sichtbare "Gestalt" (temûnâh; "Abbild, Bild, Gestalt"), V. 15. Und 2.) In dem nächsten Vers werden vier Worte verwendet, die alle Möglichkeiten umfassen: "Götterbild", "Gestalt", "Götzenbild", Abbild". Keine Gestalt und kein Symbol entgehen dem Verbot, sich solches zur Anbetung auszudenken, denn die Anbetung ist allein dem lebendigen GOTT, Jahwe, vorbehalten.

Was wir erkennen müssen, ist, dass diese Frage, die wir hier behandeln, das Thema des ersten der Zehn Gebote ist. Dieses ist in 5. Mose 5 genau dargelegt:

6 ICH bin der HERR [Jahwe], dein GOTT, der ICH dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe
7 Du sollst keine anderen Götter haben neben MIR.
8 Du sollst dir kein Götterbild machen, irgendein Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist.
9 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ICH, der HERR
[Jahwe], dein GOTT, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und an der dritten und vierten Generation von denen, die MICH hassen,
10 der aber Gnade erweist auf Tausende hin denen, die MICH lieben und Meine Gebote halten.
11 Du sollst den Namen des HERRN
[Jahwe], deines GOTTES, nicht zu Nichtigem aussprechen. Denn der HERR [Jahwe] wird den nicht ungestraft lassen, der Seinen Namen zu Nichtigem ausspricht.

Es sollte beachtet werden, dass die "Schuld", von der in Vers 9 gesprochen wird, nicht die Sünde ganz allgemein ist, sondern sich auf das bezieht, was gerade zuvor angesprochen worden ist, nämlich das "Niederwerfen" vor "Götterbildern" oder "irgendeinem Abbild". Jahwe allein ist das eigentliche Ziel jeglicher Anbetung, weil ER allein der Schöpfer und Befreier ist (V. 6).

Jeder Vorschlag, dass es noch einen anderen "Gott" (V. 7) gibt, der an Stelle von oder neben Jahwe angebetet werden kann, ist ein Affront gegen IHN: "Mit wem wollt ihr GOTT vergleichen, und was für ein Abbild wollt ihr IHM gegenüberstellen?" (Jes 40,18). Trinitarier scheinen nicht fähig zu sein, den Charakter des biblischen Monotheismus zu begreifen, - von daher die Vorstellung, dass es neben Jahwe noch andere Personen als Ziele der Anbetung gibt. "‘Mit wem denn wollt ihr MICH vergleichen, dem ICH gleich wäre?‘ spricht der Heilige" (Jes 40,25). Auf diese Frage antworten Trinitarier recht unerschrocken und kühn: "Mit Jesus, Gott, dem Sohn". Sie würden gut daran tun, das erste Gebot noch einmal sorgfältig zu durchdenken und sich daran zu erinnern, dass Jesus nachdrücklich die Proklamation in 5. Mose 6,4 bekräftigt hat: "Höre, Israel: Der HERR [Jahwe] ist unser GOTT, der HERR [Jahwe]allein!"

 

Man setzt sich über das göttliche Verbot der Anbetung eines Bildes hinweg

Es ist nicht überraschend, dass es eine Person gibt, die sich bewusst über das göttliche Verbot der Anbetung von Bildern hinwegsetzt: Das ist der Antichrist.

Das Wort "Bild" wird in der Offenbarung zehn Mal verwendet. Alle Stellen beziehen sich auf das Bild des Tieres (Off 13,14+15 (3 x); 14,9+11; 15,2; 16,2; 19,20; 20,4). "Bild" ist ein Schlüsselwort in der Offenbarung, wo es weit häufiger vorkommt als in jedem anderen neutestamentlichen Buch.

In Off 13,15 wird dem Bild des Tieres Atem gegeben, das heißt, dass es lebendig geworden ist und sich als ein lebendiges Bild des Tieres präsentiert. Das ist ganz klar eine bewusste Nachahmung der Tatsache, dass der Mensch (und Christus als der "letzte Mensch") das lebendige Bild GOTTES ist (1. Mo 1,26+27; 1. Kor 11,7; vergl. 2. Kor 3,18 u. 1. Kor 15,49). Die Anbetung des Tieres und/oder seines Bildes ist ein Götzendienst, den das Tier als Ausdruck höchster Rebellion gegen GOTT als dem Schöpfer und Erretter den Menschen aufzwingen wird.

Off 14,9 und 11 sprechen von der Anbetung des Tieres und seines Bildes. Off 16,2 und 19,20 sprechen davon, dass dieses Bild selbst Gegenstand der Anbetung ist. Der Erhalt des Malzeichens des Tieres und die Anbetung seines Bildes sind nicht voneinander zu trennen. Die Weigerung, das Bild des Tieres nicht anzubeten, wird mit dem Tod bestraft (Off 13,15). Und Off 20,4 deutet darauf hin, dass die Anbetung des Tieres und seines Bildes tatsächlich ein und dasselbe ist.

Aus all dem wird klar, dass hinter der Nötigung der Menschen zum Götzendienst das zentrale Ziel der Vergabe des "Malzeichen des Tieres" liegt, in dem die "Anti GOTT – Kampagne" des Tieres zusammengefasst ist. Die Menschen, die nicht bereits durch einen Götzendienst irregeführt worden sind, werden jetzt dazu gezwungen oder im Weigerungsfalle umgebracht werden.

Die Menschen, die in der Offenbarung das Tier oder sein Bild anbeten, sind gleichermaßen schuldig vor GOTT und werden Seinen Zorn erfahren. Die Anbetung des Götzenbildes des Tieres ist der Anbetung des Tieres selbst im Grunde gleichgestellt. Gilt das gleiche auch für die Anbetung GOTTES oder Seines Bildes (auch wenn das Ziel oder Objekt der Anbetung ein anderes ist)? Oder anders gefragt: Ist es im Grunde genommen das Gleiche, ob wir GOTT oder Sein Bild anbeten, zumindest wenn dieses Bild Jesus oder irgendein anderer Mensch ist?

 

Muss Jesus angebetet werden, weil er das Bild GOTTES ist?

Wir haben bereits festgestellt, dass Christus das Bild GOTTES ist (was der Mensch vom Grundsatz her auch ist). Bedeutet das, dass es vom biblischen Standpunkt aus akzeptabel ist, das Bild GOTTES zusammen mit GOTT anzubeten, weil dieses schließlich doch das Bild GOTTES ist und nicht das Bild des Tieres? Und ist es dann auch in Ordnung, den Menschen als das Bild GOTTES anzubeten, weil, wie wir oben gesehen haben, auch der Mensch das Bild GOTTES ist? Wenn die Antwort "Nein" lautet, stellt sich die Frage, warum es dann richtig ist, den "Menschen Christus Jesus" (1. Tim 2,5) anzubeten? Ist die Anbetung eines Bildes nicht ein gotteslästerlicher Akt? Hat Jesus nicht, ohne Kompromisse zu machen, erklärt: "Denn es steht geschrieben: ‚Du sollst den HERRN, deinen GOTT, anbeten und IHM allein [gr. monos] dienen‘"; "anbeten" (proskuneo) und "dienen" (latreuo)sind gleichbedeutend (Matth 4,10; Luk 4,8)? Sagen wir nicht, dass wir seine Jünger sind und missachten dann doch seine Lehren? Wenn wir entschieden haben, dass es richtig ist, Jesus anzubeten, der GOTTES Bild ist, sind wir dann nicht bereits in den Götzendienst gefallen, noch bevor wir zu einer anderen Form des Götzendienstes gezwungen werden? Gibt es eine Form des Götzendienstes, die vielleicht akzeptabler ist als die anderen? Wenn die Auserwählten sich zu einer Form des Götzendienstes haben verführen lassen (Matth 24,24), wird ihre Stellung vor GOTT dann noch fragwürdiger werden, wenn sie später noch zu einer anderen Form gezwungen werden?

 

Konnte Jesus zu einem Götzen werden?

Die Frage könnte man auch anders stellen: Ist es möglich, aus Jesus Christus einen Götzen zu machen? Und würde seine Anbetung eine Ausnahme von der Regel gegen den Götzendienst sein? Oder ist es so, dass die Anbetung Jesu überhaupt kein Götzendienst ist? Die Trinitarier werden es sich natürlich nicht nehmen lassen, dass Jesus "Gott der Sohn" ist; aber können sie damit sein Menschsein bestreiten? Wenn sie das nicht können, folgt dann nicht daraus, dass die Anbetung Jesu auch die Anbetung eines Menschen ist, auch wenn man darauf besteht, dass er ein göttlicher Mensch ist? Ist es also akzeptabel, diesen besonderen Menschen anzubeten? Akzeptabel für wen? Akzeptabel für Trinitarier oder akzeptabel für GOTT? Warum ist es so schwer, im NT Hinweise für die Anbetung Jesu zu finden (die von der höchsten Ehre, die ihm gegeben wird, zu unterscheiden ist)? Die Lobpreisungen im NT sind an den alleinigen GOTT gerichtet, ohne dass Jesus erwähnt wird. Ein Beispiel ist 1. Tim 1,17: "Dem König der Zeitalter aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen GOTT, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen." Gleicherweise wird das Wort "Anbetung" (proskuneo) in der Offenbarung niemals mit Bezug auf Jesus, "das Lamm", verwendet, sondern einzig und immer mit dem Bezug auf Jahwe, den alleinigen GOTT.

Und wenn es richtig ist, den "Menschen Christus Jesus" anzubeten, dann muss man auch die Frage beantworten, warum es dann falsch sein sollte, seine Mutter Maria anzubeten? Und warum nicht auch alle Heiligen, wie die Katholiken es tun? Wenn der Mensch "das Bild und die Herrlichkeit GOTTES" ist, und wenn wir es auf der einen Seite für zulässig halten, einen Menschen anzubeten, auf welcher Grundlage sollten dann andere Menschen davon ausgenommen sein und wer entscheidet, was das Prinzip für diesen Ausschluss ist? Wo soll die Linie gegenüber dem Götzendienst gezogen werden, wenn die Schleusen einmal geöffnet worden sind? Wir tun um unseres ewigen Heils willen gut daran, wenn wir uns die abschließenden Worte im 1. Johannesbrief zu Herzen nehmen und gut im Gedächtnis halten: "Kinder, hütet euch von den Götzen" (1. Joh 5,21).

Wir dürfen also der wichtigen Frage nicht aus dem Wege gehen: Ist es von der Schrift her überhaupt zu rechtfertigen, das Bild anzubeten? Das Bild GOTTES ist nicht GOTT! Wenn das Bild GOTT ist, brauchen wir nur das Bild anzubeten; warum müssen wir dann auch noch GOTT selbst anbeten? Das Bild des Vaters ist nicht der Vater, sondern der Sohn. Selbst wenn ich einen Doppelgänger hätte, der genauso aussieht wie ich, so dass jeder, der ihn anschaut, meint, er wäre ich, so ist dieser Doppelgänger doch nicht ich. Ist jedoch die Anbetung des Bildes GOTTES als GOTT nicht genau das, was die Trinitarier tun?

 

Gibt uns Philipper 2,10 die Rechtfertigung, Christus anzubeten?

9 Darum hat GOTT ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist
10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen,
11 und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre GOTTES, des Vaters.

Jesus hat sich nicht selbst erhöht; es ist GOTT gewesen, der ihn hoch erhöht hat und ihm den Namen über alle Namen gegeben hat. Die Gelehrten sind sich nicht sicher, ob damit gemeint ist, dass der Name "Jesus" hinfort als der Name über alle Namen erhöht worden ist, was der nächste Vers anzudeuten scheint; aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass der Name oder Titel, der ihm gegeben ist, "Herr" ist, denn jede Zunge soll ihn als "Herrn" bekennen (V. 11). "Herr" ist hier nicht mit "HERR" (Jahwe) gleichzusetzen, sondern es geht genau um das, was der Apostel Petrus in Apg 2,36 erklärt hat: "Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass GOTT ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt." Dass GOTT ihn "zumHerrn" gemacht hat, gibt genau das wieder, was in Phil 2,11 ausgesagt ist.

Es ist wohl auch kaum möglich, dass Jahwe Seinen eigenen Namen mit Jesus geteilt hat, denn dann würde es zwei Personen mit dem gleichen Namen geben, wodurch sie kaum noch voneinander zu unterscheiden wären. Außerdem schließen die Worte Jahwes in Jes 48,11 dieses aus: "Um Meinetwillen, um Meinetwillen will ICH es tun - denn wie würde Mein Name entweiht werden! -, und Meine Ehre gebe ICH keinem andern." In der Schrift werden "Name" und "Ehre" oft synonym verwendet. Was hier nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Tatsache, dass es GOTT gewesen ist, der Jesus erhöht hat und dass dieses geschehen ist, "zur Ehre GOTTES, des Vaters (V. 11). Das heißt, dass GOTT sowohl der Urheber (der Anfang) als auch das Ziel (das Ende) der Erhöhung Jesu ist. Wer dieses übersieht, kommt zu einem falschen Verständnis dieses Teils des Hymnus.

Es ist allgemein bekannt, dass Philipper 2,10-11 von Jesaja 45,23 abgeleitet ist: "Ja, jedes Knie wird sich vor MIR beugen, jede Zunge MIR schwören." Um dieses genau zu verstehen, müssen wir uns den Kontext dieses Verses ansehen:

21 ICH, der HERR. Und sonst gibt es keinen Gott außer MIR. Einen gerechten und rettenden Gott gibt es außer MIR nicht!
22 Wendet euch zu MIR und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ICH bin GOTT und keiner sonst.
23 ICH habe bei MIR selbst geschworen, aus Meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor MIR beugen, jede Zunge MIR schwören
24 und sagen: Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu IHM wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen IHN entbrannt waren.

Dieser Abschnitt beginnt und endet mit Jahwe, dem "HERRN"; kein anderer wird in diesen vier Versen erwähnt. Man beachte bitte auch, dass die Worte "jedes Knie wird sich beugen, jede Zunge schwören" im Philipperbrief erscheinen. Diese Worte sind aber der Inhalt eines Eides, den Jahwe sich selbst geschworen hat, so dass sie auf keinen anderen als auf Jahwe bezogen werden können. Wie können diese Verse in Philipper 2 dann etwas mit Jesus zu tun haben? Die Antwort ist leicht zu finden, wenn wir dem Dogma der Trinität nicht erlauben, unsere Wahrnehmung zu trüben. Ein sorgfältiger Vergleich des Abschnittes aus dem Philipperbrief mit dem aus Jesaja wird die Antwort liefern. Es gibt einen entscheidenden Unterschied in diesen beiden Abschnitten: In Jesaja heißt es: "vor MIR" (das ist Jahwe) wird sich jedes Knie beugen, aber in Phil 2,10 steht: "in dem Namen Jesu" (gr. en to onomati iesou). Jetzt wird die Bedeutung dieser Stelle klar: In dem, durch den oder mit der Erwähnung des Namens Jesu wird sich jedes Knie vor Jahwe, "vor MIR", beugen. Ebenso wird auch "jede Zunge bekennen, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre GOTTES, des Vaters (d.h. Jahwe)." Phil 2,11.

Es ist nicht Jesus, vor dem sich jedes Knie beugen wird; es ist Jahwe, vor DEM sich jedes Knie im Namen Jesu oder mit der Erwähnung des Namens Jesu beugen muss. Das Wort onomati in diesem Satz wird im BDAG Greek-English Lexicon so übersetzt: "damit mit der Erwähnung des Namens Jesu sich jedes Knie beuge." BDAG liefert uns viele Beispiele dieser Art. Eines davon lautet: "Sagt GOTT Dank, - ἐν ὀν. Ἰησοῦ Χρ. -, indem ihr den Namen unseres Herrn Jesus Christus nennt" (Eph 5,20), was vom Kern her meint, dass GOTT wegen Jesus zu danken ist. In BDAG finden wir bezüglich "durch" oder "im Namen" folgende interessante Anmerkung: "Die Wirkung, die durch den Namen herbeigeführt wird, wird durch seine Aussprache verursacht." Von daher wird das Aussprechen des Namens Jesu zur Folge haben, dass sich jedes Knie vor Jahwe beugen wird, genauso wie Jahwe es geschworen hat.

Jetzt sollte es von Phil 2,6-10 und der Gesamtaussage des NT her langsam klargeworden sein, dass der große Wert des Namens Jesus nicht darin liegt, dass er der angebliche "Gott, der Sohn" ist, sondern dass er vielmehr der einzigartige vollkommene Mensch ist, der als einziger sagen konnte: "Ich tue allezeit das IHM Wohlgefällige" (Joh 8,29) und von dem Jahwe gesagt hat: "Dieser ist Mein geliebter Sohn, an dem ICH Wohlgefallen gefunden habe" (Matth 3,17; 17,5). Kein Wunder, dass Jesus sagen konnte: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird ER euch geben" (Joh 13,23; 15,16). In allem, was Jesus getan hat oder tut, ist sein Ziel einzig und immer, den Vater zu verherrlichen: "Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn" (Joh 14,13). 

Das Buch Zohar

Auf dieses Buch bezieht sich Roger Liebi, um die Dreieinigkeit / Dreieinheit Gottes zu belegen in einem Artikel, in welchem er vor den Antichristen warnt, die man seiner Meinung nach daran erkennt, dass sie die Gottheit Jesu Christi leugnen. (Hier geht es zu seinem Artikel)

THE CHRISTIAN USE OF JEWISH NUMEROLOGY
William Varner
Professor of Old Testament and Director of IBEX Program

Ein Buch mit dem Titel Zohar ist im Mittelalter aufgetaucht, das Anlass zu einer jüdischen Form der mystischen Spekulation gegeben hat, die als „Kabbala“ bekannt ist und in jüdischen und christlichen Kreisen zu einen starken Interesse an dem System dieser mystischen Lehren geführt hat. Während der Renaissance haben Pico, Reuchlin und Ricci begonnen, die mystischen Lehren des Zohar auf das AT anzuwenden, um christliche Lehren wie die Dreieinigkeitslehre zu verteidigen. Die kabbalistische Lehre der Emanationen lieferte eine Lösung für die Spannung zwischen den Lehren von GOTTES Transzendenz und seiner Immanenz. Eine andere exegetische Methode der Kabbalisten ist die gematria gewesen, ein System zur Auffindung geheimer Wahrheiten des AT durch verschiedene Techniken der Zuweisung von Zahlenwerten zu den Buchstaben des hebräischen Alphabets. Christen sollten der Versuchung widerstehen, kabbalistische Methoden zur Entdeckung der Wahrheit aus der Bibel zu benutzen, weil sie zu weit von der grammatikalisch-historischen Methode der Exegese abweichen.

Um 1300 n.Chr. ist in Spanien und den angrenzenden Ländern ein hebräisches Buch mit dem Titel Zohar in Umlauf gekommen. Dieses Zohar, ein hebräisches Wort für (strahlender) „Glanz“, war im Grunde genommen ein mystischer Kommentar zur Thora, der Shimon bar Yochai, einem Rabbi aus dem 2. Jahrhundert, zugeschrieben wurde. Spätere Untersuchungen haben aber schlüssig bewiesen, dass der wirkliche Autor ein zeitgenössischer Rabbi namens Moses de Leon gewesen ist (Gershom Scholem, Major Trends in Jewish Mysticism (New York: Schocken, 1961; S. 156-204.)

Die philosophische Theologie des Zohar war ein entscheidender Schritt für die Entwicklung der jüdischen Form der mystischen Spekulation, die als „Kabbala“ bekannt ist. Vom Entstehen des Zohar bis zum Auftauchen der „Haskala“ (der jüdischen Aufklärung) gut 400 Jahre später war die Kabbala der einflussreichste Former des jüdischen Denkens. (Kabbala ist ein mittelalterliches und modernes System jüdischer Theosophie, Mystizismus und Thaumaturgie, gekennzeichnet durch einen Glauben an die Schöpfung durch Emanation und eine Chiffriermethode zur Auslegung der Schrift; 10th ed., Merriam Webster's Collegiate Dictionary 158)

Obwohl diese mystische Theosophie als Versuch, die wahre Beziehung zwischen Gott und der Schöpfung zu erklären, nie von allen befürwortet ist und immer von einigen abgelehnt worden ist, hat sie das Denken fast jeden jüdischen Menschen beeinflusst. Man kann mit Gewissheit sagen, dass das Zohar in der Zeit nach der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 für die jüdische Gemeinschaft nach der Bibel und dem Talmud als nächste geistliche Autorität rangierte.

Desweiteren sind mystische jüdische Schriften der Beachtung von nichtjüdischen Denkern nicht entgangen. Viele christliche Theologen haben die Kabbala als okkult und abstrus verachtet. Am Ende des 15. Jahrhunderts begann sich in der Renaissance allerdings eine Bewegung in gewissen „christlichen“ Kreisen zu entwickeln, die versuchte, die Lehren der Kabbala mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen. Einige christliche Autoren versuchten zu zeigen, dass die wahre Bedeutung des kabbalistischen Mystizismus in Wirklichkeit die christlichen Lehren unterstützen würde.

Christliche Kabbalisten heute?

Die Kabbala findet heute bei den meisten Juden nicht mehr diese Beachtung, sie wird hauptsächlich nur noch von den Chassidim verehrt. Gibt es gleicherweise heute auch noch ein Überrest von „christlichen Kabbalisten“? Man wird vergeblich nach einem christlichen Ausleger suchen, der den Beweis für die Dreieinigkeit in den oberen Triaden des sefirotischen Modells finden will, wie Pico und seine Nachfolger es getan haben. Allerdings verwenden einige evangelikale Autoren immer noch diese bekannte kabbalistische hermeneutische Methodologie.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat ein anglikanischer Theologe mit Namen E.W. Bullinger einige sehr umfangreiche Bücher geschrieben, die viele Evangelikale zu Beginn dieses 20. Jahrhunderts beeinflusst haben. Sein Buch Zahlen in der Schrift ist eine umfassende Diskussion über die geistliche Bedeutung von Zahlen in der Bibel. (E. W. Bullinger, Number in Scripture (reprint; Grand Rapids: Kregel, 1969).

Obwohl dieses Buch einiges sehr hilfreiche Material über den symbolischen Charakter bestimmter Zahlen wie 3, 7 und 40 enthält, listet er darin über 50 Zahlen auf, die dem Leser versteckte geistliche Wahrheiten vermitteln sollen! Bullinger jedoch verwendet Zahlen, um die Urheberschaft der Bücher der Bibel zu bestätigen. Bedenken Sie die folgende Argumentation für die Verfasserschaft des Hebräerbriefes durch Paulus:

Das NT enthält 27 verschiedene Bücher (3x3x3 oder 3³). Von diesen 27 Büchern sind 21 (3x7) Briefe. Von den 21 Büchern des NT sind 14 (2x7) von Paulus geschrieben und 7 von anderen Schreibern. Darin liegt ein Argument, dass Paulus den Brief an die Hebräer geschrieben hat. Ohne ihn sind es nur 13 Briefe von Paulus an Zahl; mit ihm sind es 14 (2x7) Briefe. (Ibid., 41.)

Bullinger konnte nicht verstehen, wie Paulus 13 Briefe geschrieben haben konnte, weil diese Zahl mit negativen Bedeutungen versehen war:

Zu der Bedeutung der 13 ist zu sagen, dass sich alle bewusst sind, dass sie zu uns als eine Zahl des bösen Vorzeichens herabgekommen ist. Mancher Aberglaube hat sich darum gebildet und verschiedene Erklärungen, die sie betreffen, sind bekannt. Leider gehen die, die zurückgehen, um einen Grund zu finden, nicht weit genug zurück. Die bekannten Erklärungen gehen, soweit uns bekannt ist, nicht weiter als bis zu den Aposteln zurück. Wir müssen aber zurückgehen, bis die Zahl 13 zum ersten Mal erscheint, um den Schlüssel für ihre Bedeutung zu entdecken. Sie taucht zum ersten Mal in 1. Mo 14, 4 auf, wo wir lesen: „Zwölf Jahre hatten sie Kedor-Laomer gedient, im dreizehnten Jahr aber EMPÖRTEN sie sich.“ Daher ist festgelegt, dass jedes Erscheinen der Zahl 13, und zugleich des n von ihr, in Verbindung mit Rebellion, Abfall, Treuebruch, Verderben, Zerrüttung, Revolution und einigen verwandten Vorstellungen steht. (Ibid., 205.)

Zusätzlich zu der Hinterlassenschaft des Erbes der Gematrie-Technik an die Moderne, haben die Kabbalisten der Renaissance auch das Beispiel des Zitierens von kabbalistischen Schriften hinterlassen, um die Lehre von der Pluralität in der Gottheit zu veranschaulichen. Eine in dieser Hinsicht jüngste Arbeit trägt den Titel Das große Geheimnis oder wie können drei Einer sein? Von Rabbi Tzvi Nassi (Hirsch oder Heinrich Prinz). Auf der Titelseite wird er als Dozent für Hebräisch an der Oxford Universität bezeichnet. (Tzvi Nassi, The Great Mystery (Jerusalem: Yanetz Ltd., 1970). Nassi war in Wirklichkeit ein "Rev. C. W. H. Pauli." Siehe David Cooper, The God of Israel (Los Angeles: Biblical Research Society, 1945) 65.)

Das Vorwort des Buches umreißt ganz klar die Absicht dieses Buches:

Das demütige Ziel dieses kleinen Buches ist, zu beweisen, dass unsere Sagen seligen Andenkens, lange vor der christlichen Zeit entstanden, behaupten, dass es eine Pluralität in der Gottheit gibt. In der Tat hat man diese Lehre bis etwa 100 Jahre nach der Zerstörung des 2. Tempels geglaubt und, so wie sie in den heiligen Schriften enthalten und erklärt war, sie wurde in den meisten unserer antiken Schriften fortgeführt, wie der Leser aus den Zitaten erkennen kann, die auf den folgenden Seiten aufgeführt sind. (Ibid., ii.)

Nassi hat das Buch aus der Ichperspektive eines in den Büchern der Bibliothek seines Vaters auf der geistlichen Suche befindlichen „Nathanaels“ geschrieben. Nathanaels Methode besteht darin, die Abschnitte in der Schrift zu untersuchen, die ihm eine Pluralität von Personen in der Gottheit zu lehren scheinen. Der Verfasser gibt diesem Buch allerdings viel Raum für unterstützende Zitate aus dem Zohar und dem Sepher Jetzirah. Nathanael (d.i Nassi) akzeptiert ganz offensichtlich ohne in Fragezustellen die Urheberschaft des Zohar durch den Rabbi Schimon ben Jochai, einem jüdischen Weisen aus dem 2. Jahrhundert. (Ibid., 5.)

Heutige jüdische Gelehrte sind allerdings darin einig, dass Zohar eigentlich das Werk von Moses de Leon aus den späten 13. Jahrhundert ist. (Scholem, Major Trends 156-204.)

Die meisten jüdischen Gelehrten würden heute die Einschätzung des Autors von Zohar ernsthaft bestreiten, dass es die höchste Autorität für den jüdischen Glauben ist, wenn er schreibt: „[Zohar] wird unter meinem Volk als die höchste Autorität in Dingen erachtet, die das Wissen über die Natur und das Wesen Gottes betreffen.“ (38Nassi, Great Mystery 5.)

Obwohl Nassi die traditionelle abrahamitische Urheberschaft des Sepher Jetzirah nicht akzeptiert, sagt er: „Das Buch genießt in der Synagoge große Autorität. Es ist möglich, dass es kurz vor oder schon bald nach der babylonischen Gefangenschaft geschrieben wurde. Auch wenn diese Annahme in Frage gestellt werden mag, so hat es auf jeden Fall vor der christlichen Zeit existiert. (Ibid., 6.)

Kein jüdischer Gelehrter wird diese Datierung heute akzeptieren. Die allgemeine Meinung ist, dass das Sepher Jetzirah nicht vor dem 6.Jahrhundert n.Chr. geschrieben worden ist. (40Scholem, Major Trends 75.)

Nassi zitiert einige sehr interessante Aussagen aus diesem kabbalistischen Buch, die eine Pluralität in der Gottheit zu befürworten scheinen. Seine Behandlung des memra oder „Wort Gottes“ und die göttlichen Eigenschaften, die mit ihm verbunden sind und seine Erklärung des metatron, des hochrangigen Wesens, von dem oft mit göttlichen Bezeichnungen gesprochen wird, führen zu wichtigen Themen, die im jüdischen-christlichen Dialog weitere Erörterung verlangen. (Nassi, Great Mystery 30-44, 60-68. Für eine ausführliche Diskussion des memra und des metatron, siehe George Foot Moore, "Intermediaries in Jewish Theology," Harvard Theological Review 15 (January 1922):42-85.)

Seine große Abhängigkeit von den Werken der Kabbala in einer unkritischen Form vermindert die Kraft seiner Argumente jedoch auch für die heutigen modernen orthodoxen Juden, für die dieses Werk weniger Autorität herüberbringt als andere mittelalterliche jüdische Schriften. Die Kraft der christlichen Argumente steht und fällt mit der Auslegung der Schrift und nicht mit dem Finden von jüdischen Schriften, die die christliche Position zu unterstützen scheinen. (Weitere kritische Beurteilungen der kabbalistischen Metaphysik findet man bei John Warwick Montgomery, Principalities and Powers (Minneapolis: Bethany Fellowship, 1973) 87-95.) 

Die verbotenen Worte Jesu

von Ludwig Schneider in "Israel heute"  Okt. 12, S. 28,   www.israelheute.com

Die Bibliotheken der Welt sind voll von dem, was andere über Jesus geschrieben haben; dabei reichen nur wenige Seiten aus, um aufzuzeigen, was Jesus selbst über sich gesagt hat. Doch viele seiner Worte werden verschwiegen, weil sie nicht in die traditionelle Theologie passen.


Matthäus 19,17; Markus 10,18; Lukas 18,19
Was nennt ihr mich gut? Niemand ist der Gute als der alleinige Gott.

Johannes 20,17
Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

Johannes 10,29
Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles

Johannes 17,3
Darin besteht das Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Johannes 12,49
Ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll.

Johannes 14,1
Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

Johannes 10,30
Ich und der Vater sind eins.

Johannes 5,19
Der Sohn vermag von sich selber aus nichts zu tun, als was er den Vater tun sieht; denn was er tut, tut in gleicher Weise auch der Sohn.

Hier sehen wir, wie Jesus seine Abhängigkeit von Gott betont, ohne sich selber Gott zu nennen. Was andere über Jesus sagen, interessiert mich nicht, denn das sind schon Auslegungen. Daher lasse ich einzig und allein Jesus selber zu Wort kommen, denn nur so predige ich keinen "anderen Jesus". Auch im Neuen Testament gilt, dass wir Jesu Worten nichts hinzufügen und auch nichts davon wegnehmen dürfen.

Jesus beginnt seine Rede oft mit "Ich bin!": Ich bin der Weg- Ich bin die Wahrheit- Ich bin das Brot usw. Das Griechische "ego eimi" (Ich bin) heißt nicht "Ich bin Gott", sondern "lch bin" der in der Schrift (im Alten Testament) von Gott verheißene Christus. Alles Weitere ist bereits dem Wort Gottes Hinzugefügtes. Daher müssen wir jede Auslegung über Jesus mit Jesu eigenen Aussagen über sich selber vergleichen.

Selbst der bekannteste Vers des Neuen Testamentes in Johannes 3,16 betont den Unterschied zwischen Gott und Seinem Sohn:

"Also hat GOTT die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen SOHN sandte."

Daher differenzieren auch die Apostel zwischen Gott und Gottes Sohn und betonen, dass "es nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen gibt, nämlich der Mensch Jesus Christus" (1. Timotheus 2,5). Genau dafür wurde Jesus Christus schon vor Grundlegung der Welt bestimmt.

Paulus beschreibt in 1. Korinther 15,24-27 den Kreislauf der Heilsgeschichte und Jesu Aufgabe darin:

"Der letzte Feind, der (von Christus) vernichtet wird, ist der Tod, denn alles hat Gott ihm (Christus) unter die Füße gelegt." Wenn (Christus) dann aber aussprechen wird "Jetzt ist alles unterworfen!", so ist doch selbstverständlich der ausgenommen, der ihm alles unterworfen hat (nämlich Gott-JHWH). "Sobald (Christus) für Gott aber alles unterworfen hat, dann wird auch der Sohn sich selber dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott (JHWH) wieder allein alles in allem ist."

Derselbe Paulus mahnt in Epheser 5,18-20, dass wir auch im Lobpreis auf diesen Unterschied zwischen Vater und Sohn achten sollen:

"Werdet voll Geistes, so dass ihr mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern dem Herrn in eurem Herzen singt und spielt und saget Gott, dem Vater, allezeit Dank für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus!"

So sollen wir dem himmlischen Vater als dem alleinigen Gott danken - das aber sollen wir im Namen Jesu tun.

 Der Original-Artikel (pdf)

 

Welche praktischen Konsequenzen hat die Dreieinigkeit?

Quelle: www.biblicalunitarian.com, Übersetzt von Jürgen Laub

Einleitung
GOTT will, dass alle Menschen und insbesondere seine Kinder zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1.Tim 2,4) und für den Glauben kämpfen, der ursprünglich der Gemeinde überliefert worden ist (Jud 1,3). Deshalb ist es wichtig, dass wir bei der Suche nach der Wahrheit sorgfältig vorgehen und uns klar darüber sind, was wir glauben und warum wir gerade das glauben, was wir glauben.

Unser Bibelstudium hat uns zu dem Glauben geführt, dass die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes eine unbiblische Lehre ist. Wir wollen mit diesem Artikel hier nicht die Grundprinzipien der lehrmäßigen biblisch-unitarischen Position darlegen, was in vielen anderen Büchern bereits getan worden ist. [1] Vielmehr wollen wir uns hier darauf beschränken, einige praktische Konsequenzen näher zu untersuchen, die der Glaube an die Dreieinigkeit mit sich bringt. Jesus hat uns gelehrt, dass die Wahrheit uns frei machen wird. GOTTES Wort und die Erfahrung lehren uns, dass eine falsche Lehre in aller Regel Konsequenzen in sich trägt; manchmal sind es auch sehr ernste Konsequenzen. Wie wir in diesem Artikel sehen werden, gibt es bestimmte Konsequenzen, die aus dem Glauben an die Dreieinigkeit herrühren.


Es gibt viele gute und gottesfürchtige Trinitarier, weshalb wir deutlich herausstellen wollen, dass dieser Artikel kein Angriff auf die Menschen sein soll, die an die Dreieinigkeit glauben. Wir wollen auch darauf hinweisen, dass GOTT nach der Auferweckung Jesu aus den Toten, ihm alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben hat. Das heißt, dass es in vielen Dingen eine funktionale Gleichheit zwischen GOTT und Jesus gibt, die einige der bestehenden Differenzen zwischen den trinitarischen und den biblisch-unitarischen Positionen minimieren. Zum Beispiel glauben sowohl Trinitarier als auch biblische Unitarier, dass Jesus „Herr“ ist, d.h. dass er ihr „Boss“, ihr „Meister“ oder ihr „Chef“ ist und sie schauen auf Jesus, um Hilfe und Leitung von ihm zu bekommen. [2] Ebenso beten viele Trinitarier und biblische Unitarier zu Jesus und können vollauf erwarten, dass diese Gebete erhört werden. Weiterhin glauben beide, dass sie am Tag des Gerichts von Jesus gerichtet werden.

Trotz der in einigen wenigen Punkten bestehenden Gemeinsamkeiten, ist der Glaube der Trinitarier und der biblischen Unitarier bezüglich GOTT und Jesus in vielen Punkten sehr unterschiedlich. Dieser Artikel will das Thema nicht erschöpfend behandeln, sondern vielmehr einige der wichtigsten Konsequenzen des Glaubens an die Dreieinigkeit ansprechen.


Praktische Konsequenz Nr. 1: Wir sollten wissen, wer GOTT ist
Alle Wahrheit hat einen Wert, weil alle Wahrheit in GOTT verankert ist. Jesus hat uns gesagt, dass die Wahrheit uns frei machen wird (Joh 8,32). Kein Wunder, dass der Apostel Johannes dann geschrieben hat: „Eine größere Freude habe ich nicht als dies, dass ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.“ (3.Joh 4) Es ist ebenfalls kein Wunder, dass die Bibel uns sagt, dass GOTT will, dass alle Menschen gerettet werden und dahin kommen, „die [göttliche] Wahrheit wahrzunehmen und zu erkennen, und genau und korrekt zu verstehen“ (1.Tim 2,4 nach der Amplified Bible). Als Kinder GOTTES obliegt es uns, uns darum zu bemühen, die Wahrheit zu finden und die Wahrheit vom Irrtum zu trennen. Das kann eine sehr herausfordernde Aufgabe sein, die viel Gebet, Geduld, Mühe, Demut und Zusammenarbeit in einer Gruppe verlangt.

Wir glauben, dass das Wissen, wer GOTT ist, aus vielen Gründen sehr wertvoll ist. Einer der wichtigsten Gründe ist, dass GOTT als unser Schöpfer es verdient, erkannt und geehrt zu werden, für das, wer ER ist und wie ER sich in der Bibel selbst offenbart hat. Wenn GOTT eine Dreieinigkeit / Dreieinheit ist, dann hat er bestimmte Wesensmerkmale; wenn ER aber alleine GOTT ist und wenn ER einen Sohn hat, Jesus Christus, der in die Welt geboren worden ist, dann hat ER ganz andere Wesensmerkmale. Wenn es die Dreieinigkeit gibt, dann besteht dieser Gott aus drei wesensgleichen, gleichewigen „Personen“ und Jesus ist gleichzeitig ganz Mensch und ganz Gott. Wenn unsere biblisch-unitarische Position die richtige ist, dann gibt es einen GOTT, der allein der wahre GOTT ist, und das ist der Vater allein. Jesus Christus ist der ganz und gar menschliche Sohn GOTTES.

Wenn wir an GOTT als „den einen GOTT“ denken, dann denken wir natürlich in einer ganz bestimmten Richtung über IHN. Wenn wir uns Gott als eine Dreieinigkeit vorstellen, dann bauen wir unsere Glaubensvorstellungen und Paradigmen auf diesem Denkmodell auf. Der entscheidende Punkt ist, dass die Art und Weise, wie wir über GOTT denken und wie wir demnach in Beziehung zu IHM treten, auf dem gegründet sein sollte, wer GOTT wirklich ist. Wenn GOTT keine Dreieinigkeit / Dreieinheit ist, dann wissen Trinitarier nicht wirklich, wer GOTT ist – und umgekehrt.


Praktische Konsequenz Nr. 2: Der Glaube an die Dreieinigkeit hat in den christlichen Gemeinden dazu gführt, auf ein unergründliches „Geheimnis“ zu vertrauen
GOTT hat uns mit der Fähigkeit geschaffen, logisch denken zu können, und dann hat ER uns aufgerufen, in Weisheit zu wandeln und unser logisches Denkvermögen zu gebrauchen. „Kommt her, lasst uns prüfen, wer von uns Recht hat, ihr oder ICH!“ hat GOTT in Jesaja 1,18 (GNB) gesagt. Im biblischen Unitarismus wird viel Wert auf die Logik gelegt und man glaubt, dass man die Bibel lesen und ihre Worte verstehen kann. Im Gegensatz dazu sagen uns die Trinitarier, wenn wir die Bibel lesen und die Dreieinigkeit nicht verstehen können: „Sie ist ein Geheimnis.“ Es gibt aber ein Problem, wenn ein „Geheimnis“ die entscheidende Grundlage des christlichen Glaubens ist: Dann wird das Geheimnis der Maßstab für biblisches Verständnis und Auslegung. Überhaupt, - wenn die wahre Grundlage des Glaubens ein Geheimnis ist, sind dann viele andere Aussagen über GOTT womöglich auch Geheimnisse? Ist es heute nicht so, dass „Geheimnisse“ in den christlichen Kirchen und Gemeinden reichlich vorhanden sind? Die geheimnisvollen Kräfte der Sakramente dominieren den römischen Katholizismus genauso wie das unbiblische „Geheimnis“ der Unfehlbarkeit des Papstes. Auch viele evangelische Glaubensrichtungen erkennen die geheimnisvollen Kräfte einiger dieser Sakramente an. Zum Beispiel hat die Wassertaufe für sie, wenn sie in der richtigen Art und Weise durchgeführt wurde, die geheimnisvolle Kraft, zum Heil zu führen (oder sogar den „Heiligen Geist“ auf den Täufling zu übertragen), trotz der Verse, die lehren, dass wir allein durch den Glauben gerettet werden. Andere „Geheimnisse“ in der christlichen Religion sind unter anderem die Fragen, wie ein GOTT, der Liebe ist, Menschen in der Hölle ewig peinigen kann oder wie ein GOTT, der Liebe ist, so viel Leiden in der Welt verursachen oder zulassen kann. [4]

Obwohl es natürlich Dinge gibt, die „Geheimnisse“ sind, wenn es um GOTT geht, fühlen sich die meisten Christen gegenüber Geheimnissen machtlos, die ihr Gewissen belasten, die widersprüchlich erscheinen oder ihr Verständnis der Bibel blockieren, - denn was kann man zu einem „Geheimnis“ schon groß sagen? Die Antwort, die uns häufig gegeben wird, wenn wir sagen: „Das verstehen wir nicht“, lautet: „Natürlich verstehen wir das nicht; es ist doch ein Geheimnis.“ Nur die selbstbewusstesten Bibelleser sind bereit, einen Schritt weiter zu gehen und zu sagen: „Nein, es ist kein ‚Geheimnis‘, es ist eine falsche Lehre.“

Leider hat das Vertrauen auf das „Geheimnis“ in den Kirchen viele Menschen veranlasst, den Versuch aufzugeben, biblische Dinge zu verstehen, weil sie von ihren geistlichen Lehrern niemals Antworten auf ihre Fragen bekommen. Ebenso hat dieser Umstand Menschen veranlasst, sich nicht so zu bemühen, GOTT zu verstehen, wie man sich bemüht, Mathematik oder Physik zu verstehen, indem man das Lehrbuch als Führer in die Hand nimmt, weil man denkt, dass diese Suche nutzlos sein wird, – dass es am Ende sowieso keine Antworten geben wird.


Praktische Konsequenz Nr. 3: Die Logik ist als exegetisches Werkzeug verloren gegangen
Verbunden mit dem Glauben an ein „Geheimnis“, das dazu dient, viele christliche Lehren zu erklären - oder eben nicht zu erklären - ist der Verlust der Logik als ein Hilfsmittel für die „Exegese“ (Auslegung der Schrift) zu beklagen. Eines der wichtigsten Werkzeuge, das wir für die Exegese haben, ist die Logik. Obwohl die Bibel in weiten Teilen selbsterklärend ist, muss man vieles aus ihr noch „herausfinden“. Als zum Beispiel die Frage aufgetaucht ist, ob es notwendig ist, dass man sich vor dem Essen einer Reinigungszeremonie unterzieht, hat Jesus eine logische und keine „lehrmäßige“ Erklärung gebraucht; er hat einfach darauf hingewiesen, dass es einen Menschen nicht unrein macht, wenn er das Essen mit schmutzigen Händen isst, weil die Speisen, die wir essen, alle in den Magen und dann in die Abortgrube gelangen (Mark 7, 14-23). Das gleiche Thema ist noch einmal aufgetaucht, als Jesus mit Sündern zusammen gegessen hat. Die frommen Leute dachten, dass dieses falsch sei, aber Jesus sagte zu ihnen: „Geht aber hin und lernt, was das ist: ‚Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer‘“ (Matth 9, 13). Jesus erwartete, dass jeder, der gewusst hat, dass GOTT Barmherzigkeit will, logischerweise schließen müsste, dass GOTT es gutheißen würde, wenn ein Mensch mit Sündern isst, um ihnen verstehen zu helfen, wie man gottesfürchtiger werden kann. Die Logik ist ein notwendiges Werkzeug für ein korrektes Schriftverständnis. Die Dreieinigkeitslehre und andere „Mysterien“ widersetzen sich jedoch der Logik, so dass in der christlichen Theologie die Logik nicht so offensiv benutzt wird, wie sie eigentlich benutzt werden sollte, um uns zu helfen, die Bibel besser zu verstehen. Da die Dreieinigkeitslehre die Grundlage des christlichen Glaubens ist, akzeptieren Menschen – sogar gebildete christliche Lehrer - aus ihrer Tradition heraus lieber das Mysterium als ihren Zugang zur Schrift statt der Logik. Sie glauben nach dem Motto: „Die Bibel muss nicht Sinn machen.“ Das ist einer der Hauptgründe dafür, dass die Dreieinigkeitslehre akzeptiert werden kann, auch wenn sie tatsächlich in der Bibel niemals vorkommt. Es gibt keinen einzigen Vers in der Bibel, der sie beschreibt, aber man „bastelt“ sie sich aus nicht zusammengehörenden Versen zusammen. Desweiteren wissen die Theologen auch nicht, wie die frühe Kirche (die Urgemeinde) die Trinitätslehre gelernt haben soll. Sie kommt in keiner Lehre Jesu oder der Apostel vor. Auch dieses fällt in die Kategorie des „Geheimnisses“. Da man jeden Vers mit einem „Geheimnis“ erklären kann, wird in den theologischen Ausbildungsstätten auch kaum ein Schwerpunkt auf die Benutzung der Logik zur Auslegung der Schrift gelegt.

Zum Beispiel sind gemäß der Dreieinigkeitslehre der Vater, der Sohn und der „Heilige Geist“ wesensgleiche und gleichewige Personen und diese drei Personen zusammen machen „den einen Gott“ aus. Doch in dem neuen Jerusalem sind GOTT, der Allmächtige, und das Lamm der Tempel (Off 21, 22). Warum ist der „Heilige Geist“ außenvorgelassen worden? Tatsächlich gibt es viele Verse, in denen der Vater und der Sohn genannt werden und der „Heilige Geist“ ausgeschlossen ist. Die Grußformeln am Anfang der Briefe der Apostel sind gute Beispiele dafür. Die Verfasser der Briefe sprechen von „GOTT dem Vater und dem Herrn Jesus Christus“. Wo ist der „Heilige Geist“ geblieben? Wir behaupten, dass der logischste Grund dafür ist, dass es keine „Person“ gibt, die „Heiliger Geist“ genannt wird; und das passt auch bestens in den Rahmen der Schrift.

Wir sollten auch beachten, dass es in diesem neuen Jerusalem einen Thron gibt, von dem gesagt wird, dass er der Thron „GOTTES“ und des „Lammes“ ist (Off 22, 3). Für einen biblischen Unitarier ist dieses leicht zu verstehen und sehr logisch. Es gibt da einen Sitzplatz für „GOTT“, weil ER der „allein wahre GOTT“ der Bibel ist. Es gibt einen anderen Sitzplatz für das „Lamm“, welches Jesus Christus, der Sohn GOTTES ist. Es gibt auf diesem Thron keinen Platz für den „Heiligen Geist“, weil es keine derartige „Person“ gibt. Aus der trinitarischen Sichtweise gesehen, ist diese einfache Beschreibung der Zukunft unlogisch und verwirrend. Warum zum Beispiel heißt es hier, wenn das Lamm, also Jesus, doch „GOTT“ ist, dass es auf dem Thron einen Sitzplatz für „GOTT“ und einen für das „Lamm“ gibt? Wenn die Dreieinigkeit eine Realität ist, dann sollte es doch entweder einen Thron für „den dreieinen Gott“ geben, der alle drei Personen umfasst, oder es sollten Plätze für alle drei „Personen“ der Dreieinigkeit vorhanden sein. Es gibt aber keinen logischen Grund von „GOTT“ und „dem Lamm“ zu sprechen, wenn „der Sohn“ selbst „GOTT“ ist, und es gibt auch keinen logischen Grund „den Heiligen Geist“ aus dem Bild herauszulassen, wenn auch er ein wesensgleicher, gleichewiger Teil von „GOTT“ ist.

In der Tat, wenn Jesus „GOTT“ ist, sollte es dann in den vielen Versen, die von „Jesus“ und „GOTT“ sprechen, nicht heißen: „Jesus“ und „der Vater“? Wenn Jesus zum Beispiel in Markus 11, 22 sagt: „Habt Glauben an GOTT“, was meint er dann damit? Meint er, dass die Jünger Glauben an ihn haben sollen oder meint er, wenn er „GOTT“ sagt, die gesamte Dreieinigkeit oder nur den Vater? Diese Fragestellungen haben ihre Ursache in der Verwirrung, die von der Dreieinigkeitslehre hervorgerufen worden ist und sie werden niemals schlüssig beantwortet werden können, solange die Dreieinigkeitslehre für wahr gehalten wird. Betrachtet man Mark 11, 22 im Lichte solcher Verse wie Joh 14, 1: „Ihr glaubt an GOTT; glaubt auch an mich“, dann scheint dieser Vers darauf hinzudeuten, dass Jesus nicht sich damit meint, wenn er von „GOTT“ spricht. Wen meint er nun aber mit „GOTT“? Verse wie diese, die aus biblisch-unitarischer Position verstehbar, einfach und unkompliziert sind, werden jedoch plötzlich von einem „Geheimnis“ umgeben, wenn sie aus der trinitarischen Perspektive gelesen werden.

Der durchschnittliche christliche Gottesdienstbesucher wird in der Regel nicht in Auslegungsdiskussionen verwickelt und ihm wird auch nie deutlich gesagt: „Um die Schrift zu verstehen und sie zu erklären, ist die Logik für uns kein vorrangiges Werkzeug.“ Die Theologen selbst sind sich darüber aber klar. „Als Martin Luther in der Diskussion über den freien Willen von Erasmus in die Ecke gedrängt worden ist, forderte er seine Zuhörer auf, ‚das Geheimnis über alles zu lieben‘ und nicht zu versuchen, die Logik zu gebrauchen.“ [5] (S. 107) Man könnte viele solcher Zitate von Theologen anführen, aber worum es geht, sollte uns klar sein: Viele Theologen glauben, dass die Logik ein Hindernis für das Verständnis der Wahrheit sein kann.

Weil die Logik als exegetisches Werkzeug verworfen worden ist, hat man eine unbiblische und unsinnige Sprache in die christliche Glaubenslehre eingeführt, um die Geheimnisse „erklären“ zu können, die die Kirche selbst geschaffen hat. Zum Beispiel ist Jesus in der Christenheit als „der Sohn“ anerkannt, aber jedermann weiß, dass ein „Sohn“ einen Anfang hat. Es gibt einen bestimmten Zeitpunkt, an dem ein „Sohn“ gezeugt worden ist und einen rund 9 Monate späteren Zeitpunkt, an dem er geboren wird. Trinitarisch indoktrinierte Christen behaupten aber, dass der Sohn ewig ist, was logischerweise bedeutet, dass er nicht „Sohn“ genannt werden sollte. Die Vertreter der trinitarischen Lehre versuchen dieses Problem auf zweierlei Weise zu lösen: Zuerst behaupten sie: „Das alles ist ein Geheimnis“ und dann bedienen sie sich eines unbiblischen Vokabulars, um dieses Geheimnis zu erklären: Sie sagen, dass der Sohn „ewig gezeugt“ ist. Das ist aber purer Unsinn. Es gibt nichts, was „ewig gezeugt“ worden ist; es ist eine logische Unmöglichkeit.

Wir Christen sollten uns des Unterschieds zwischen einem wirklichen Geheimnis und einem Widerspruch bewusst sein. In seinem ausgezeichneten Buch „Gegen den Calvinismus“ schreibt Robert Olson: „Wir müssen hier den Unterschied zwischen einem Geheimnis und einem Widerspruch herausstellen; das erste ist etwas, was nicht voll erklärt oder mit dem menschlichen Verstand nicht begriffen werden kann, während das letztere nichts anderes als Unsinn ist – zwei Konzepte, die sich gegeneinander aufheben oder zusammengesehen eine Absurdität sind.“ [6] Richard Daane verwendet den Begriff „Verbalismus“, den er auf bestimmte Aspekte des Calvinismus bezogen hat, aber wir meinen, dass er auch angemessen ist, wenn er auf viele der trinitarischen „Erklärungen“ angewendet wird: „… Verbalismus, ein theoretisches Spiel, in dem Worte keinen wirklich genau bestimmbaren Sinn- und Redewendungen keine nachweisbare Bedeutung in sich tragen.“ [7] Viele der sogenannten trinitarischen Erklärungen sind nichts als Verbalismus.

Eine Folge des Mangels der Betonung der Logik in der Theologie ist ein Mangel der Betonung der Weisheit im alltäglichen Christenleben. Weisheit wird oft durch Logik entdeckt und da Logik in einem Großteil der christlichen Auslegung keinen großen Anteil hat, wird die Weisheit oft ebenfalls ignoriert.


Praktische Konsequenz Nr. 4: Viele Menschen sind über das Lesen der Bibel und ihr Verständnis darüber selbstzufrieden geworden
Die Bibel ist ein recht umfangreiches Buch; sie ist aber in einer klaren und einfachen Sprache für die breite Masse geschrieben worden; sie ist nicht in einer gehobenen Sprache geschrieben worden, die nur wenige gut gebildete Menschen verstehen können. Jeder Christ, der ein wenig Kenntnis in der Geographie und in den Sitten und der Kultur der biblischen Welt hat, sollte in der Lage sein, die Bibel in die Hand zu nehmen, sie zu lesen und das zu verstehen, was er gerade gelesen hat. Leider ist dieses nur selten der Fall.

Umfragen unter Christen, die über die Bibel befragt wurden, zeigen, dass biblisches Wissen in Amerika auf einem katastrophal niedrigen Level ist. Ron Rhodes, der Präsident von „Reasoning from the Scriptures Ministries“ weist auf eine kürzlich durchgeführte Umfrage hin, die besagt, dass 35 % der wiedergeborenen Christen überhaupt nicht in der Bibel lesen. Unter den Christen, die sagen, dass sie die Bibel lesen, bekennt die überwiegende Mehrheit, wenn man etwas genauer nachfragt, dass sie sie nur in der einen Stunde lesen, in der sie am Sonntagmorgen die Kirche besuchen. Eine andere vor kurzem durchgeführte Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der britischen Christen nicht sagen können, wie das erste Buch des Neuen Testaments heißt (so wurde es in der Ausgabe vom April 2012 in Christianity Today berichtet).

Da die Bibel die Kommunikation GOTTES mit uns Menschen ist, sollte es eigentlich eine wunderbare Erfahrung für uns sein, in ihr zu lesen und dieses Lesen sollte uns das Gefühl geben, stark, voller Freude, Friede und Hoffnung zu sein. Warum aber lesen so viele Christen nie ihre Bibel? Ein Hauptgrund dafür ist darin zu finden, dass eine falsche Theologie viele Abschnitte in der Bibel unverständlich gemacht hat. Den Menschen sagt man, dass sie nicht zu verstehen sind; und diese Tatsache, verbunden mit der natürlichen Entmutigung, veranlasst die meisten Christen - wenn sie versuchen, die Bibel zu lesen und zu verstehen, damit aber scheitern - sie einfach beiseitezulegen und nicht mehr darin zu lesen.

Eine biblisch unitarische Theologie versucht viel dazu beizutragen, die sogenannten „Geheimnisse“ der Bibel aufzulösen und die Bibel so verständlicher und besser lesbar zu machen. Ein Beispiel: Wenn die Bibel sagt, Jesus ist ein Mensch, aber „GOTT ist nicht ein Mensch“ (4. Mo 23,19), so leuchten diese Aussagen vollkommen ein und man kann sie in einer einfachen und schlichten Weise lesen, verstehen und glauben. Ähnlich ist es, wenn Petrus sagt, dass Jesus ein Mann gewesen ist, „der von GOTT euch gegenüber beglaubigt worden ist“ (Apg 2,22). Nimmt man diese Worte einfach so an, wie sie da stehen, dann ist dieser Vers leicht zu verstehen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen, wenn sie die Bibel verstehen und als Folge davon lernen, sich daran zu erfreuen, sie sie auch gerne lesen, darüber nachdenken und darüber sprechen. Und das alles wird ihr Leben in einer wunderbaren Weise verändern.


Praktische Konsequenz Nr. 5: Die wirkliche Bedeutung vieler Verse geht durch den Versuch, eine trinitarische Bedeutung in den Text hineinzupressen, verloren
Es gibt Hunderte von Versen, die regelmäßig missverstanden werden, weil ein trinitarisches Verständnis in den Text hineingezwängt worden ist. Jesus sagte: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund GOTTES ausgeht“ (Matth 4, 4). Wenn „jedes Wort“ so wichtig ist, dann muss die Sinnentstellung von Hunderten von Versen gewaltige Auswirkungen auf unser Verständnis von GOTT, von Jesus und von der Bibel haben. In seinem Buch „Justification“ sagt N.T. Wright über diese Tradition:

„Wenn wir … unseren Traditionen erlauben, uns zu zwingen, den Text in einer Weise zu lesen, die er in Wirklichkeit nicht unterstützt, dann bedeutet das, dass es etwas gibt, was der Text uns in Wirklichkeit sagen will, was wir aber unterdrücken, bestreiten und nicht erlauben, zum Vorschein zu kommen.“ [8]

Das ist sehr gut gesagt und trifft voll den Punkt: Es gibt Dinge, die die Bibel wirklich sagt; es gibt sie, die wahre Bedeutung von Texten, die von der trinitarischen Theologie aber mundtot gemacht wurden.

Es wäre jetzt zu verwirrend, wenn wir hier Dutzende von Verse anführen würden, um darauf hinzuweisen, dass die trinitarische Tradition die wirkliche Bedeutung des Textes verdunkelt; aber ein gutes Beispiel ist Joh. 1,1-2: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Durch die trinitarische Predigt, nach der mit Wort angeblich Jesus gemeint sei, glaubt kaum ein Christ an die Bedeutung des Wortes "Wort" im Sinn von Wort, Zusage, Verheißung, Versprechen, logischer Plan, Absicht usw.

Die Einführung der trinitarischen Theologie in die Schrift bewirkt, dass einfache Verse verwirrend werden. Ein Beispiel hierfür ist die Aussage, die Petrus gemacht hat: „GOTT hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht“ (Apg 2,36). Für einen biblischen Unitarier ist dieser Vers einfach und klar: GOTT hat seinen Sohn, den Menschen Jesus, zum Herrn und Gesalbten gemacht. Für einen Trinitarier ist dieser Vers verwirrend. Wenn Petrus gewusst hat, dass Jesus GOTT ist, muss man sich dann nicht fragen, warum er gesagt hat, dass GOTT Jesus zum Herrn „gemacht“ hat? Wenn Jesus GOTT war, dann war er doch bereits Herr und konnte von GOTT doch nicht mehr zum Herrn „gemacht“ werden.

Führt die Aussage von Petrus, dass „GOTT“ Jesus zum Herrn gemacht hat, nicht noch zu weiterer Verwirrung? Hat Petrus gemeint, dass Jesus als GOTT geholfen hat, sich selbst zum „Herrn“ zu machen oder hat er das Wort „GOTT“ in einer Weise gebraucht, die Jesus davon ausgeschlossen hat, um sich besser mit seiner jüdischen Zuhörerschaft verständigen zu können? Und wenn er das in dieser Absicht getan hat, hat er dann gedacht, dass „GOTT“ nur der Vater und der heilige Geist ist oder hat er einfach so gedacht, wie seine Zuhörer es getan haben: Dass „GOTT“ der alleinige GOTT ist? Wenn er das in diesem Sinne gemacht hat, ist es dann aber richtig gewesen, einen Teil der Gottheit auszuschließen, nur weil die Zuhörerschaft sich dessen nicht bewusst gewesen ist? Diese Fragen sind verwirrend und können sicherlich nicht zufriedenstellend beantwortet werden – eine weitere Konsequenz, die aus der Einführung der trinitarischen Lehre in den christlichen Glauben herrührt. Apg 2,36 ist nur einer von Hunderten von Versen, die ihre wirkliche Bedeutung verlieren oder keinen Sinn mehr ergeben, wenn die trinitarische Sichtweise in den Text eingeführt wird.


Praktische Konsequenz Nr. 6: Wir wissen nicht mehr, wer Jesus wirklich ist
Für unser Leben als Christen ist es entscheidend wichtig, dass wir uns über Jesus im Klaren sind. Denn es ist Jesus, durch den wir den Vater erkennen können und durch den wir uns auch unsere eigenen Fähigkeiten und unser eigenes Potential bewusstmachen können. Aus der biblisch-unitarischen Position gesehen, ist Jesus einfach und unkompliziert und vieles, was er während seines dreijährigen Dienstes gemacht hat, ist großartig und wunderbar gewesen. Jesus ist ganz Mensch gewesen; er ist der zweite Adam, von GOTT geschaffen. Er ist kein Gottmensch gewesen. Er hatte mit wirklichen Problem zu tun gehabt, gerade so wie wir auch. Er hat die Gabe des heiligen Geistes nötig gehabt, um seinen Dienst in aller Fülle ausführen zu können, gerade so wie auch wir sie brauchen (GOTT hat Jesus bei seiner Taufe den heiligen Geist gegeben – Matth 3, 16). Jesus hat im Glauben gelebt, so wie wir alle es tun sollten. Er hat seinen Leib, seinen Geist und seine Emotionen unter Kontrolle gehalten, so wie GOTT will, dass auch wir es tun.

Jesus hat alles darangesetzt, um mit seinem Körper und Geist den Willen GOTTES zu tun. Im Gegensatz zu GOTT, der alles uneingeschränkt tun kann, ist Jesus nach einem langen, harten Tag so müde gewesen, dass seine Jünger ihn mit ins Boot „nehmen“ mussten, wo er im Heck auf einem Kopfkissen sofort eingeschlafen ist (Mark 4, 36). Wir sollten uns dieses Beispiel zu Herzen nehmen und zu uns sagen: „Wenn Jesus alles darangesetzt hat, so zu leben, dann will ich das auch.“ Theoretisch kann ein „Gottmensch“ alles uneingeschränkt tun, sodass die Tatsache, dass Jesus Dinge getan hat, wie vierzig Tage lang zu fasten, obwohl er hungrig gewesen ist oder sich in seinem Dienst bis zur Erschöpfung zu engagieren oder nicht aufzuhören, gute Dinge für andere Menschen zu tun, obwohl er ständig kritisiert, angegriffen und falsch verstanden worden ist (sogar von seiner eigenen Mutter!), ihre Bedeutung für uns verliert.

Im Gegensatz zu diesem leicht zu verstehenden Bild von Jesus, das einfach aus der Schrift zu belegen ist, ist der trinitarische Jesus nur ein weiteres dieser trinitarischen „Geheimnisse“. Trinitarier - selbst die trinitarischen Gelehrten, die ihr ganzes Leben lang Theologie studieren - sind sich über Jesus nicht im Klaren. Sie sagen, dass er beides ist, - „wahrer Gott und wahrer Mensch“, und sie bestätigen, dass dieses wie und warum ein Geheimnis ist. In Wirklichkeit ist diese Aussage reiner Verbalismus und nichts anderes als ein Widerspruch in sich. Es gibt niemanden und nichts, der oder das zu 100 Prozent das eine und gleichzeitig zu 100 Prozent etwas anderes sein kann. Sogar GOTT hat nichts erschaffen können, das zu 100 Prozent blau und zugleich zu 100 Prozent rot gewesen ist; ER hat auch nicht bewirken können, dass eine Tatsache zu 100 Prozent wahr und zugleich zu 100 Prozent falsch ist. Da „GOTT doch unmöglich lügen kann“ (Hebr 6, 18), müssen Worte eine wirkliche Bedeutung haben, mit der Folge, dass man sie nicht einfach in unmöglichen Konstellationen aneinanderreihen darf und kann.

In der trinitarischen Theologie ist Jesus ein lebendiger Widerspruch. Hier ist er ein Mensch und zugleich GOTT, obwohl „GOTT“ laut der Bibel kein Mensch ist (4. Mo 24,39).

Jesus hat gesagt, dass er kein Geist ist (Luk 24,39), aber er hat darauf hingewiesen, dass „GOTT“ Geist ist (Joh 4,24). Jesus ist versucht worden in allen Dingen, genauso wie wir versucht werden (Hebr 4,15), wohingegen „GOTT“ nicht versucht werden kann (Jak 1,13). Jesus hat einen „GOTT“, der größer ist als er (Joh 20,17). Die Bibel sagt in der Tat, dass das „Haupt“ Christi „GOTT“ ist (1.Kor 11,3).

Wie soll ein denkender Mensch aus all diesen Aussagen schlau werden und deren Sinn verstehen? Aber er soll es ja garnicht! Nach dem, was die trinitarische Theologie lehrt, leben alle diese Widersprüche in Jesus und alle sind sie „ein Geheimnis“.

Trinitarier bringen gewöhnlich noch weitere Verwirrung in die Frage hinein, wer Jesus ist, wenn sie sich, je nach dem, was er getan hat, mal auf seine „menschliche Natur“ und mal auf seine „göttliche Natur“ beziehen. Zum Beispiel sagen sie, als Jesus nach dem Fasten in der Wüste hungrig gewesen ist, dass dieses seine menschliche Natur gewesen ist. Wenn Jesus aber Tote auferweckt hat oder auf dem Wasser gelaufen ist, dann soll er das in seiner göttlichen Natur gemacht haben. Aber wie sollen diese unterscheidenden Aussagen einen Sinn geben, wenn Jesus zugleich ganz GOTT und ganz Mensch ist?

Ein weiteres Beispiel: Lukas schreibt, dass Jesus „an Weisheit zunahm“ (Luk 2,52). Wie konnte das geschehen? Wenn der menschliche Jesus zu 100 Prozent GOTT („wahrer Gott“) ist, wie kann er dann in einem logischen Sinne „wachsen“? Schnell weist man dann darauf hin, dass dieses ein weiteres „Geheimnis“ ist und gleich wie bei vielen anderen „Geheimnissen“ in der Bibel, „erklären“ diese „rechtgläubigen“ christlichen Experten es, indem sie eine Sprache verwenden, die nicht in der Bibel vorkommt. In diesem Beispiel greifen sie auf den lateinischen Ausdruck communicatio idiomatum zurück, um damit zu erklären, wie die göttliche Natur und die menschliche Natur in Jesus doch zusammen existieren können.

Die Internet-Encyclopedia Wikipedia hat Folgendes über communicatio idiomatum zu sagen: „Communicatio idiomatum („Austausch der Eigenschaften“) ist ein christologischer Begriff, der das Zusammenwirken der Gottheit und Menschheit in der Fleischwerdung Jesu Christi zu erklären versucht. Die christliche Orthodoxie hat behauptet, dass das Göttliche und das Menschliche in der Person Jesu Christi vollkommen vereint sind (gemäß des Konzils von Ephesus im Jahre 431), dass die zwei Naturen aber „unvermischt“ (ἀσυγχύτως, asygchytos) und „unverwandelt“ (ἀτρέπτως, atreptos) bleiben (gemäß des Konzils von Chalcedon im Jahre 451 n. Chr.). Christen stimmen überein, dass die beiden Naturen, die unvermischt, aber auch „ungetrennt“ (ἀδιαιρέτως, adiairetos) sind, in einer Art Austausch Anteil aneinander haben.“

Diese „theoretische Spielerei, in der Worte keinen wirklich erfassbaren Sinn und Sätze keine nachweisbare Bedeutung haben“, dieser Verbalismus, der versucht, die zwei Naturen Christi zu beschreiben, ist leicht zu erkennen: Zum einen erklärt der lateinische Begriff communicatio idiomatum, der gelehrt und eindrucksvoll klingt, nicht wirklich etwas. Es sagt nur auf Lateinisch, dass die zwei Naturen Christi miteinander kommunizieren. Er erklärt nicht, wie sie das tun oder wie Jesus sowohl GOTT als auch Mensch sein kann, ohne dass der menschliche Teil vollkommen vom göttlichen Teil beherrscht wird; aber genau das sind die Dinge, die wir wissen müssen, um verstehen zu können, wer Jesus wirklich ist.

Aus Wikipedia erfahren wir auch, dass die Christen heftig über die zwei Naturen gestritten haben und sich auch nicht im Klaren waren, ob diese nun eigenständig oder miteinander verbunden sind. Natürlich gibt es keine Möglichkeit, diese Argumente anhand der Schrift abzuklären, weil sie auf der falschen Lehre gegründet sind, dass Jesus beides ist, GOTT und Mensch. Christen haben das Problem angeblich gelöst, in dem sie behaupten, dass die beiden Naturen Jesu „unvermischt und doch vereint“ sind. Das ist aber nur ein weiterer Verbalismus, eine Aussage, die keine wirkliche Bedeutung hat und eigentlich ein weiterer Widerspruch ist, der seine Ursache darin hat, dass man Jesus zu GOTT macht.

Einige trinitarische Theologen haben das Problem erkannt, das sich ergibt, wenn Jesus sowohl ganz Mensch und zugleich ganz GOTT ist und sie haben dafür eine Lehre entwickelt, die „Kenosis“ oder „kenotische Theologie“ (abgeleitet von dem griechischen Wort für „leer“ – kenoō). Die kenotische Theologie hat sich in den späten 1800er Jahren herauskristallisiert und wird heute von einigen Trinitariern geglaubt und von anderen abgelehnt. Nach der Kenosis hat Jesus bei seiner Inkarnation viele seiner göttlichen Eigenschaften vorübergehend abgelegt, die er aber wieder aufgenommen hat, als er zurück in den Himmel aufgefahren ist. So hat er sich nach dieser Lehre vieler seiner Eigenschaften entledigt, als er als Mensch auf der Erde war, wie zum Beispiel seiner Allmacht, Allgegenwart, Allwissenheit und Unwandelbarkeit. Natürlich wird in der Bibel davon nirgendwo klar und deutlich gesprochen. Kenotische Theologen beziehen sich auf Phil. 2,6-8, aber traditionelle Trinitarier widersprechen dieser Interpretation.

Kenotiker behaupten, dass Kenosis notwendig ist, um solche Bibelstellen wie „Jesus nahm zu an Weisheit“ erklären zu können. Traditionelle Trinitarier lehnen Kenosis ab und sagen, dass GOTT sich gerade dieser Eigenschaften entäußern kann, die IHN zu GOTT machen, besonders dann, wenn es keine klaren Verse gibt, die so etwas aussagen. Traditionelle und kenotische Trinitarier streiten heftig miteinander über Kenosis – und manchmal sagen sie, dass die Menschen aus dem jeweils anderen Lager „nicht gerettet“ sind, weil sie nicht an die „richtige Dreieinigkeit“ glauben. Von einer außerhalb stehenden Sichtweise gibt es hier in der Tat große Probleme mit Jesus, wenn man erfährt, dass er an Weisheit zunimmt oder dass er „an dem, was er litt, den Gehorsam lernte“ (Hebr 5, 8). Wenn man allerdings sagt, dass GOTT sich gerade der Dinge entledigen kann, die IHN zu GOTT machen, dann ist das nichts anderes als reiner Verbalismus. Es ist unlogisch und unbiblisch, wenn man behauptet, dass GOTT sich der Dinge entledigen kann, die IHN zu GOTT machen. Die kenotische Theologie ist ein Glaubenssystem, das eingeführt worden ist, um etwas zu erklären, was eigentlich leicht und der Bibel gemäß erklärt werden kann, wenn man erkennt, dass Jesus ein vollkommen menschliches Wesen gewesen ist, - der geschaffene Sohn GOTTES.

Wenn wir aber glauben, dass Jesus ein Gottmensch ist, dann verlieren wir eine ganze Menge. Wir verlieren die Fähigkeit, Jesus als menschliches Wesen zu verstehen und uns mit ihm als solches zu identifizieren. Wir verlieren die Fähigkeit, zu glauben, dass wir tatsächlich so sein können wie er und dem Leben so zu begegnen wie er. Wir verlieren den Glauben, dass wir Werke tun können wie er. Wir verlieren die Bedeutung seiner einfachen Worte, die er ausgesprochen hat, wie „Der Vater ist größer als ich“ (Joh 14, 28). Wir verlieren auch die eigentliche Bedeutung seiner Handlungen, - warum hat er zu GOTT gebetet, wenn er doch selbst GOTT gewesen ist? Oder warum hat er die Gabe des heiligen Geistes benötigt, die er bei seiner Taufe erhalten hat? Der Glaube an die Dreieinigkeit zerstört das großartige menschliche Vorbild, das Jesus Christus uns gegeben hat, - der „starke Held“ aus Jesaja 9,5.


Praktische Konsequenz Nr. 7: Wir können die Verse über den „Heiligen Geist“ nicht richtig verstehen
Die Lehre von dem dreieinigen Gott schädigt unser Verständnis vom „Heiligen Geist“ irreparabel. [10] Erstens: gerade so wie bei den Versen, die mit GOTT und Jesus zu tun haben, hat die Deutung des Heiligen Geistes als eine göttliche Person den Verlust der wahren Bedeutung der Verse, in denen er vorkommt, zur Folge, die damit eine falsche Bedeutung in die Aussagen der Texte hineinbringt. Darüber hinaus hat man zudem komplette Szenarien erfunden, um zu erklären, was in den Versen stehen „sollte“, was aber nicht darin steht. Zum Beispiel ist es den trinitarischen Theologen nicht entgangen, dass für den heiligen Geist, da er ja für sie eine wesensgleiche Person GOTTES ist, auch ein Thron im neuen Jerusalem vorhanden sein sollte; also mussten Erklärungsversuche ausgedacht werden, warum es dort für ihn keinen gibt. Warum wird hier kein Thron für den Heiligen Geist im neuen Jerusalem erwähnt? Einfach, weil nur GOTT und Jesus dort herrschen werden.

In vielen Dutzend Versen werden der Vater und der Sohn zusammen erwähnt. Im Gegensatz dazu gibt es nur einen Vers, in dem der Vater, der Sohn und der Geist erwähnt werden (Matth 28,19) und in einigen wenigen Abschnitten sind diese Drei in unmittelbarer Nachbarschaft zu finden. In allen Fällen kann „der Geist“ in diesen Abschnitten auf die Wesensart GOTTES bezogen werden, die ER den Gläubigen weitergibt. Wenn wir erkennen, dass „der heilige Geist“ die Wesensart GOTTES ist, dann werden Verse, die vorher unklar waren, plötzlich verständlich. Zum Beispiel wird uns klar, warum die Bibel sagen kann, dass der Geist, den wir heute haben, zu der Zeit Jesu noch nicht da war (Joh 7,39); [11] wie er „ausgegossen“ werden kann (Joel 2,28; Apg 2,17; 10,45); wie Menschen in ihm „versiegelt“ werden können (Eph 1,13); wie wir mit ihm „getauft“ werden können (Apg 1,5); warum er eine „Gabe“ genannt werden kann (Apg 2,38); wie ein Glaubender mit ihm „erfüllt“ werden kann (Apg 13,9); wie er von GOTT „gegeben“ werden kann (Apg 15,8); wie es heißen kann, dass die Christen die „Erstlingsgabe“ des Geistes haben (Röm 8,23) und warum er manchmal auch der „Geist GOTTES“ genannt wird (Matth 2,16; 1.Kor 3,16). [12]


Praktische Konsequenz Nr. 8: Die Dreieinigkeitslehre bringt ein Götzenbild hervor
Kein Christ will falsche Götter anbeten und das schließt natürlich auch Trinitarier mit ein, die von Herzen GOTT lieben. Nichtsdestotrotz sollten wir erkennen, dass viele Trinitarier unwissentlich in der Anbetung eines Götzen gefangen sind, wenn die Dreieinigkeitslehre falsch ist. Als Christen beten wir GOTT an. Wir beten auch Jesus an, genauso wie GOTT den Engeln befohlen hat, dieses zu tun (Hebr 1, 6). [13] Wir beten sie in unterschiedlicher Weise an, wir kennen und beachten ihre Unterschiedlichkeit. GOTT ist der allein wahre GOTT der Bibel, während Jesus Christus der Sohn GOTTES ist, der wegen dem, was er vollbracht hat und wegen der hohen Stellung, in die GOTT ihn erhoben hat und ihm sogar alle Macht im Himmel und auf Erden übergeben hat, unserer Anbetung würdig ist.

Wenn wir GOTT anbeten wollen, müssen wir aufmerksam sein und „falsche Anbetung“ von Götzenanbetung unterscheiden. Wir können GOTT in einer falschen Weise anbeten, ohne in Götzenanbetung verwickelt zu sein. So lehren zum Beispiel einige Glaubensgemeinschaften, dass die Anbetung GOTTES mit Musikinstrumenten falsch ist. Andere lehren, dass die Anbetung GOTTES an dem „falschen Sabbat“ nicht richtig ist (wobei es Argumente gibt, ob nun der Samstag oder der Sonntag der richtige Sabbat ist). Einige Christen glauben, dass es falsch ist, wenn eine Frau die Gemeinde in der Anbetung leitet. Dieser Artikel ist aber nicht der passende Ort, um zu diskutieren und zu entscheiden, was die „richtige“ und was die „falsche“ Art und Weise ist, GOTT anzubeten. Wichtig ist die Unterscheidung, dass die Anbetung GOTTES in einer falschen Weise etwas ganz anderes ist als Abgötterei. Diese ist die Anbetung eines Götzen, eines falschen Gottes.

Die orthodoxe christliche Anbetung des „Heiligen Geistes” ist nicht nur eine falsche Anbetung, nein, sie ist eine Götzenanbetung, weil es keine „dritte göttliche Person“ mit Namen „Heiliger Geist“ gibt. Nichtsdestotrotz hat die trinitarische Lehre diese Person geschaffen und darauf eine ganze Theologie aufgebaut, die beschreibt, wer er ist und was er tut. [14] Man lehrt, dass die Person des Heiligen Geistes eine vom Vater und vom Sohn zu unterscheidende Person ist. Der Heilige Geist hat nach dieser seinen eigenen Willen und seine eigene Erkenntnis und er trifft auch seine eigenen Entscheidungen. Er hat auch seinen eigenen Auftrag, er gibt der Gemeinde entsprechende Gaben; er leitet, überführt und gibt Befehle. Ebenso bittet er auch für uns. Daher ist es klar, dass der „Heilige Geist” in der trinitarischen Theologie eine eigenständige „Person” ist, die wir verstehen müssen und mit der wir uns befassen müssen, wenn wir „Gott” erkennen wollen. Aber in der Realität existiert dieses „Wesen“, das von so vielen Christen angebetet wird, nicht wirklich und ist deshalb ein Götze.

Auch wenn wir die aufrichtigen Herzen der Christen respektieren wollen, die GOTT lieben und an die Dreieinigkeit glauben, müssen wir dennoch unsere Theologie aus dem Wort GOTTES herleiten. Ein „Götze“ ist ein falscher Gott, dem Ehre und/oder Anbetung gegeben wird (und von dem man gewöhnlich gewisse geistliche Hilfe erwartet). Wenn es um Götzenanbetung geht, müssen wir darauf achten, was in Jesaja 42, 8 steht: „ICH bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ICH keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern.“ Christen sollten sich von der Götzenanbetung fernhalten.

GOTT, der eine alleinige Gott des Alten Testamentes, hat die Himmel und die Erde erschaffen und dann auch die Menschen. Obwohl Adam und Eva IHM schon bald die Treue gebrochen haben, hat ER dennoch Vorsorge für ihre Erlösung und Errettung getroffen und ER hat auch in den vergangenen 6000 Jahren für die Menschen vorgesorgt. Vor gut 2000 Jahren hat ER einen Sohn gezeugt / geschaffen, den zweiten Adam, den Menschen Jesus Christus, der Seine „Vorsorge“ für die Menschheit gewesen ist. Jesus ist GOTT gehorsam gewesen und hat sich von IHM führen und leiten lassen, - bis in den Tod, damit die Menschen gerettet werden können. Deswegen hat GOTT Jesus erhöht und zu Seiner Rechten gesetzt und ihm alle Macht gegeben. GOTT und Jesus wollen, dass wir sie erkennen. GOTT und Jesus erwarten auch die Liebe, den Respekt und die Anbetung, die ihnen gebührt. Die Dreieinigkeitslehre hat nicht nur vernebelt, wer GOTT und wer Jesus ist, - sie hat auch eine „Person“ geschaffen, die Ehre und Anbetung nimmt, die allein dem wahren GOTT gebührt.

GOTT hat schon immer in die Herzen geschaut und deshalb muss ER auch in die Herzen der Menschen geschaut haben, die die Ursache dafür sind, dass ER Seine Ehre mit der Person des „Heiligen Geistes“ teilen muss. Die meisten Menschen beten GOTT an, weil sie IHN wirklich lieben; für sie ist die Dreieinigkeit nur ein weiteres Geheimnis, das ihre vertrauten Führer sie gelehrt haben, und so beten sie ihren „Gott“ aus einem reinen Herzen an. Ihre Irreführung wird noch verständlicher, wenn wir erkennen, dass in vielen Bibelübersetzungen Verse wie Joh 1,1; 7,39; Röm 9,5 so übersetzt worden sind, dass sie die trinitarische Lehre unterstützen, obwohl sie mit Recht auch so hätten übersetzt werden können, dass sie die biblisch-unitarische Position untermauern. Das heißt allerdings nicht, dass GOTT es nicht vorziehen würde, dass die Menschen die Wahrheit kennen, wer ER ist und wer Sein Sohn ist. Glücklicherweise wird die Wahrheit, wer GOTT ist und wer Jesus ist, von einer wachsenden Zahl Theologen und Christen neu erkannt, es gibt zunehmend entsprechende Literatur darüber und immer mehr Bibellehrer bekennen sich zu der Wahrheit, dass GOTT ein GOTT ist und dass es keine Dreieinigkeit gibt.


Praktische Konsequenz Nr. 9: Die Dreieinigkeitslehre behindert die Evangelisation
Jeder, der schon einmal versucht hat, Juden oder Moslems zum Glauben an Christus zu bewegen, weiß, dass die schwierigste Hürde bezüglich ihrer Errettung die Dreieinigkeitslehre ist. Für Juden und Moslems ist die Vorstellung, dass GOTT ein menschliches Wesen geworden ist, absurd (wir haben weiter oben schon gesehen, dass die Aussage, Jesus sei ganz GOTT und ganz Mensch, ein logischer Widerspruch und nur ein Verbalismus ist). Für die Juden ist der bekannteste und entscheidendste Text des Alten Testamentes das Shema: „Höre Israel: Der HERR ist unser GOTT, der HERR allein!“ (5. Mo 6,4). Wenn Christen behaupten, dass GOTT in Wirklichkeit eine Dreiheit in einem Wesen ist und dass „allein“ in 5. Mo 6,4 nicht wirklich „allein“ bedeutet, dann ist das für die Juden eine Widersinnigkeit und eine Beleidigung ihrer Sprache und ihrer Geschichte.

Für Muslime ist die Vorstellung, dass Allah irgendwie auf die Erde herunter gekommen und ein Mensch geworden ist, absurd und beleidigend. [15] Muslime widersetzen sich aggressiv jeglicher trinitarischen Lehre. Allerdings sind viele Muslime bereit, offen über Jesus zu diskutieren, weil er im Koran eine heilige Person ist (allerdings ohne die trinitarischen Andeutungen); viele bewundern ihn auch.

In der Februarausgabe 2011 des Magazins Christianity Today wurde in einem Artikel mit dem Titel „Der Sohn und der Halbmond“ berichtet, dass in einem muslimischen Land mehr als 1000 Gemeinschaften entstanden sind, in denen die Bibel studiert wird. [16] In der Bibel, die diese Muslime studieren, wurde der Begriff „Sohn GOTTES” durch „der geliebte Sohn, der von GOTT kommt” ersetzt, weil er in der arabischen Sprache Andeutungen beinhaltet, die auf eine sexuelle Zeugung hinweisen, die unsere Sprache nicht kennt. In dem Artikel wird berichtet, dass viele Hunderte Muslime zu Christus gekommen sind. Leider wird diese Übersetzung, die diese wunderbare von GOTT gewollte Bewegung vorantreibt, von Trinitariern abgelehnt. Sie glauben voller Ernst, - leider aber falsch -, dass diese Muslime nicht zum wirklichen Glauben gekommen sind, weil sie nicht die Dreieinigkeit kennengelernt haben. Noch trauriger ist, dass ihre Auffassung Folgen hatte: In der Aprilausgabe 2012 von Christianity Today wird berichtet, dass die Wycliffe Bibelgesellschaft die Verbreitung einer Bibelübersetzung eingestellt hat, die in muslimischen Ländern gelesen worden ist, weil sich die 3 Millionen Mitglieder umfassende Kirche Assemblies of God gegen sie ausgesprochen hat. Christianity Today schreibt: „Muslime widersprechen der christlichen Lehre, dass Jesus der ewige Sohn GOTTES ist“ (Hervorhebung hinzugefügt). Ein gelungener Schlag zu Gunsten des Teufels!

Trinitarier, die glauben, dass ein Mensch an die Dreieinigkeit glauben muss, um gerettet werden zu können, treten für ihre falsche und komplizierte Lehre in einem derart extremen Ausmaß ein, dass sie eine großartige, von GOTT gewollte Bewegung, blockieren. An solchen Aktionen können wir erkennen, dass sie lieber wollen, dass Ungläubige überhaupt keine Bibel lesen (wozu es kommt, wenn Muslime trinitarische Bibeln lesen, - diese lehnen sie nämlich ab), als dass sie eine Bibel lesen, in der steht: „der geliebte Sohn, der von GOTT kommt.“ Das ist eine Tatsache, auch wenn die Übersetzung „der geliebte Sohn, der von GOTT kommt“ Menschen zum Glauben führt und sie Jesus als den auferstanden Herrn annehmen. [17] Die große Verantwortung eines jeden Christen ist es, anderen Menschen von dem Herrn Jesus zu erzählen, so dass sie glauben können und gerettet werden. Die Dreieinigkeitslehre ist ein großes Hindernis, das diesen Bemühungen entgegensteht.


Zusammenfassung
Was Jesus, Paulus, Johannes und andere vor 2000 Jahren gesagt haben, ist immer noch wahr - in diesen Wahrheiten liegt ein großer Wert und Irrtum über diese Wahrheiten hat Konsequenzen. Wenn wir mit biblisch-unitarischen Augen auf die Texte der Bibel schauen, dann werden viele wunderbare Dinge offenbar. Man sieht, dass die Bibel über die meisten Themen in einer sehr einfachen und klaren Sprache spricht und dass sie ein Buch ist, das viel einfacher zu lesen und zu verstehen ist. Man muss die Logik vor dem Aufschlagen der Bibel nicht abgelegen, - sie kann wieder als ein starkes Werkzeug der Exegese eingesetzt werden und sie kann uns dabei helfen, viele Dinge zu erklären, die in dem Text selbst nicht klar beschrieben worden sind. Man kann erkennen, dass viele der sogenannten „Geheimnisse“ GOTTES überhaupt keine Geheimnisse sind, sondern nur aus einem irregeleiteten Denken herrühren. Statt einer nicht zu verstehenden Dreieinigkeit kann man erkennen, dass GOTT ein himmlischer Vater und Schöpfer ist, der in seiner Liebe und Weisheit die Menschen erschaffen hat und dann für ihre Errettung und Wiederherstellung vorgesorgt hat, als sie sich gegen IHN gewendet haben. Statt eines lebendigen Widerspruchs in Person, erkennen wir Jesus auf den Seiten der Bibel als den mächtigen Held, als der er verheißen war, der uns wirklich inspirieren kann. In der Weisheit zu leben ist mehr, als nur eine Kleinigkeit im Leben als Christ; es ist die direkte Verlängerung der Weisheit GOTTES, die in die Struktur der Bibel hineingewoben ist. Last but not least wollen wir darauf hinweisen, dass Christen befähigt und inspiriert werden, die Bibel mit neuer Energie und Einsicht zu lesen, mit der Überzeugung, dass man sie verstehen und dann auch so leben kann, wie die Bibel es sagt.


Fußnoten:
1. Weitere Informationen zur biblisch-unitarischen Position und zu den Gründen, weshalb wir glauben, dass sie richtig und biblisch ist, finden sie in: One God & One Lord: Reconsidering the Cornerstone of the Christian Faith by Graeser, Lynn, and Schoenheit (und in der großen Zahl der Bücher, die in dem Literaturverzeichnis angegeben sind, welche die biblisch-unitarische Position erklären und verteidigen; erwähnenswert sind besonders folgende Bücher: Buzzard und Hunting; Die Lehre von der Dreieinigkeit: Die selbst zugefügte Wunder der Christenheit; Patrick Navas, Divine Truth or Human Tradition; Richard Rubenstein, When Jesus Became God, Donald Snedeker, Our Heavenly Father Has No Equals; and Kermit Zarley, The Restitution of Jesus Christ). Siehe auch folgende Webseiten: www.BiblicalUnitarian.com, Deutsche Ausgabe: www.truthortradition.com/german/
2. Weiteres zur Bedeutung von „Herr” siehe in: One God & One Lord: Reconsidering the Cornerstone of the Christian Faith von Graeser, Lynn, and Schoenheit, Appendix A, Anmerkung zu Römer 10:9; oder BiblicalUnitarian.com, oder STFonline.org/REV, commentary on Romans 10:9 (REV ist die Abkürzung für die Revised English Version).
3. „Heiliger Geist” muss nicht zwangsläufig großgeschrieben werden. Die Bibel spricht von ihm oft im Bezug auf das Wesen GOTTES, der ja heilig und Geist ist; er ist „auf“ den alttestamentlichen Gläubigen gewesen und mit ihm werden die Christen „erfüllt“. Deshalb gibt es Verse, die sagen, dass der heilige Geist aus dem Himmel ausgegossen ist und in uns wohnt etc. Weitere Informationen dazu in: Graeser, Lynn, Schoenheit, The Gift of Holy Spirit: The Power to be Like Christ.
4. Weitere Informationen zum Thema Vernichtung aller verlorenen Menschen im Feuersee finden Sie in: Online REV commentary zu Off 20,10; www.STFonline.org und The Fire that Consumes, von Ed Fudge. Weitere Erklärungen, dass GOTT nicht die Ursache von Katastrophen, Krankheit und Tod ist finden Sie in: Graeser, Lynn, Schoenheit, Don’t Blame God!
5. Roger Olson, Against Calvinism (Zondervan, Grand Rapids, MI, 2011), S. 107.
6. Ibid. S. 105.
7. Richard Daane, The Freedom of God (William B. Eerdmans Publishing Co., Grand Rapids, MI, 1973), S. 71.
8. N. T. Wright, Justification (Kindle edition; Chapter 6, section III), 2009. Wright hat nicht über die trinitarische Tradition gesprochen, sondern über die Tradition im Allgemeinen, was aber unserer Meinung nach die Tradition der Dreieinigkeit beinhaltet.
9. Eine ausführlichere Behandlung von Jesaja 9, 5 finden Sie in: One God & One Lord: Reconsidering the Cornerstone of the Christian Faith Appendix A, note on Isaiah 9:6 oder auf der Internetseite www.BiblicalUnitarian.com (Deutsch - www.truthortradition.com/german/)
10. Über den heiligen Geist gäbe es noch eine Menge mehr zu sagen, was hier in diesem kurzen Artikel nicht ausgeführt werden kann. Wegen der trinitarischen Voreingenommenheit sind die meisten Verse, die mit dem heiligen Geist zu tun haben, falsch übersetzt worden. Weiteres darüber in dem Buch: The Gift of Holy Spirit: The Power to be Like Christ by Graeser, Lynn, and Schoenheit, oder Auslegungen zu einzelnen Versen in unserem Kommentar zur REV auf www.STFonline.org/REV
11. Johannes 7, 39: „Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.” Weitere Informationen über dieses Thema in: The Gift of Holy Spirit: The Power to be Like Christ by Graeser, Lynn, und dem online Kommentar zur REV auf www.stfonline.org/rev
12. Für einen biblischen Unitarier ist der „Geist GOTTES” der Herkunft nach ein Genitiv: Der Geist, der von GOTT kommt.
13. Mehr über Anbetung in: One God & One Lord by Graeser, Lynn, and Schoenheit, Appendix A note on Matthew 4:10; oder BiblicalUnitarian.com difficult verses (Deutsch – Die Dreieinigkeit verstehen - Matth 4, 10: www.truthortradition.com/german/)
14. In der orthodoxen trinitarischen Theologie ist der „Heilige Geist” ein „er”. Er wird nicht als weiblich angesehen, obwohl manchmal über sein grammatikalisches Geschlecht diskutiert wird und obwohl er nach der biblischen Aussage auch einige weibliche Eigenschaften hat, weil „Geist“ in der hebräischen Sprache ein feminines Hauptwort ist. Im Griechischen hat „Geist“ sächliches Geschlecht. Nur in wenigen Sprachen ist er ein maskulines Wort.
15. Allah ist das arabische Wort für „GOTT”. Im Hebräischen ist es Elohim und im Aramäischen ist es Allaha.
16. Der richtige Name des Landes wurde in dem Artikel aus Sicherheitsgründen nicht genannt.
17. Auch wenn die Dreieinigkeit wahr wäre, muss ein Mensch nicht daran glauben, damit er gerettet werden kann. Siehe: „Muss man an die Dreieinigkeit glauben, damit man gerettet werden kann?“ Eine umfangreichere Ausarbeitung, frei erhältlich von Spirit & Truth Fellowship International, auf unserer deutschsprachigen Webseite: www.truthortradition.com/german/

Quelle:
http://www.biblicalunitarian.com/articles/jesus-christ/practical-consequences-of-believing-in-the-trinity
(leicht geänderte Fassung)

Das Wunder der Geburt unseres Herrn

Bibel und Gemeinde 4/12, http://www.bibelbund.de/pdf/bug2012-4.pdf

Von Rainer Wagner
(mit kritischen Anmerkungn von Jürgen Laub)

Er ist Prediger im Evangelischen Gemeinschaftsverband Pfalz, Mitglied im Ständigen Ausschuss des Bibelbund Deutschland und Autor verschiedener Bücher. Ein Anliegen sind ihm Evangelisationen und Lehrdienste besonders auch unter Aussiedlern und in Russland.

_________

Anlass für diese Ausarbeitung ist für Rainer Wagner ein idea-Interview mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider gewesen, der die Aussage im Glaubensbekenntnis, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde, als für den Glauben „nicht entscheidend“ bezeichnet hat.

„Da die Jungfrauengeburt öffentlichkeitswirksam regelmäßig vor Weihnachten von Journalisten und verirrten Theologen infrage gestellt wird“, erscheint es Rainer Wagner sinnvoll zu sein, „sich mit dem Thema zu befassen und zwar so, dass es auch Christen ohne theologisches Studium verstehen.“

Unter der einleitenden Überschrift „Allgemeiner Ausgangspunkt“ weist Rainer Wagner auf die von vielen Wundern begleiteten Umstände der Geburt von Jesus hin, „die die heilsgeschichtliche Bedeutung der Menschwerdung des Gottessohnes Jesus Christus besonders herausheben.“

Er weist auf den von dem Propheten Micha verheißenen Geburtsort Bethlehem hin, auf den Kindermord durch Herodes I., auf die Flucht nach Ägypten und die spätere Rückkehr nach Galiläa, alles Ereignisse, die auch Erfüllungen alter Prophezeiungen gewesen sind.

„Die Verkündigung der Geburt durch himmlische Bote und viele Begleitumstände der Geburt des Herrn sind übernatürlich und wunderbar.“

Rainer Wagner beklagt, dass kein Wunder in der Bibel „so infrage gestellt, verlästert und bespöttelt wird, wie das Wunder dieser Geburt“, die von Theologen wie Rudolf Bultmann und seinen Nachfolgern in das Reich der Mythologie verbannt worden ist und von liberalen Theologen bestritten oder meist nur symbolisch gedeutet wird.

Da bibeltreue Christen zwar von der Wahrheit der Jungfrauengeburt ausgehen, ihnen oft aber die Wichtigkeit dieses Wunders und seine Bedeutung für das Erlösungswerk GOTTES nicht klar ist, will Rainer Wagner „in einfachen Worten den Hintergrund erläutern, um Hilfe zum Verstehen dieser Lehre geben.“

Das versucht er dann mit seinen Ausführungen zu tun, die er wie folgt gegliedert hat:

 

1. Die Bibel bezeugt die Jungfrauengeburt mit vielen Aussagen

1.1. Die prophetische Andeutung der Jungfrauengeburt im AT

Sehr richtig führt er hier 1. Mo 3,15 (der Nachkomme der Frau, der der Schlange den Kopf zertreten wird) und Jes 7,14 (eine Jungfrau wird schwanger werden) an.

1.2 Die historische Ankündigung in den Berichten der Evangelisten

Hier zitiert er Matth 1,20, die wichtige Stelle, in der es heißt: „Was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist.“ (Andere Übersetzungen schreiben hier: „Was in ihr gezeugt ist“)

Auch die angegebene Lukasstelle (Luk 1,34-35) ist eindeutig: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des HÖCHSTEN wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, GOTTES Sohn genannt werden.“ (auch hier kann „geboren“ mit „gezeugt“ übersetzt werden, denn das zugrundeliegende Wort ist gennao)

1.3 Der Hinweis auf dieses Wunder bei Paulus

Der hat in Gal 4,4 gesagt: „GOTT sandte Seinen Sohn, geboren von einer Frau.“

Wobei nicht übersehen werden sollte, dass alle, die GOTT erkannt haben bzw. von GOTT erkannt sind, auch Söhne (uhios) GOTTES sind (V. 6+9).

 

Nun kommt Rainer Wagner zu dem nächsten Punkt:

2. Die Notwendigkeit der Jungfrauengeburt für unser Heil

2.1 Nur ein sterblicher Mensch war in der Lage, uns von der Verdammnis zu retten

Unter diesem Punkt stellt er zu Anfang biblisch korrekte Grundlagen und Bedingungen fest:

a.) Die Todesstrafe, zu der wir sündigen Menschen verurteilt sind, konnte nur ein sterblicher Stellvertreter auf sich nehmen.

b.) Die Bibel redet … vom Blut eines Opfers, das nötig ist, um die Schuld der Sünder auf sich zu nehmen.

c.) Jesus wird … als dieses Lamm bezeichnet.

d.) Jesaja erklärt die Übernahme der Strafe durch den Menschen Jesus prophetisch.

e.) GOTT hätte … diese Strafe nicht übernehmen können, da er ja nicht sterben kann.

So weit und so richtig!

Aber schon in diesem letzten Punkt windet Rainer Wagner in seine Aussage eine Formulierung hinein, die in der Bibel nicht zu finden ist! „GOTT hätte in einer göttlichen Gestalt, in der er unsterblich ist, diese Strafe nicht übernehmen können.“

Wo steht es geschrieben, dass GOTT selbst diese Strafe übernehmen musste und wo steht geschrieben, dass GOTT, der unsterblich ist, einfach so die Gestalt wechseln und dann ein sterbliches Geschöpf werden kann?

Heißt es nicht, dass GOTT der Vater des Lichts ist, „bei dem es keine Veränderung gibt“?


Jetzt folgt „f“ wie fatal:

f.) GOTT musste in Jesus Mensch werden.

Rainer Wagner zitiert hierzu Joh 1,1 u. 14. Nur ist dort schwarz auf weiß zu lesen, dass nicht ho theos (Gott)sondern SEIN logos (Wort, Zusage) Fleisch geworden ist.


Und „g“ wie gotteslästerlich:

g.) Durch seine Menschwerdung wurde der Gott Jesus fähig, für uns zu sterben.

Rainer Wagner führt hier seine Leser „mit einfachen Worten“ mitten hinein in den Polytheismus!

Im Gegensatz zu diesem „Gott Jesus“ hat der Jesus der Bibel, der kein Gott ist, nämlich immer von seinem GOTT gesprochen und gewusst, wer der allein wahre GOTT ist (Matth 27,46; Mark 15,34; Joh 17,1 u. 3; 20,17; Off 3,2 u.12).

 

2.2 Nur ein sündloser Mensch konnte die Sünde der Welt auf sich nehmen.

Dieser Feststellung wäre im Grunde nichts hinzuzufügen, wenn Rainer Wagner, als wohl ein bei diesem Thema „verirrter Theologe“, nicht „sündloser Mensch“ ist gleich „GOTT“ denken und glauben würde, wie seinen folgenden Aussagen klar und deutlich zu entnehmen ist.

Nach den Aussagen der Bibel, die eindeutig sind, trägt nicht GOTT die Sünden der Welt, sondern Sein Lamm (Joh 1,29)

 

2.3 Nur der ewige Gott war in der Lage, die Menschheit zu retten

Mit der Aussage „Selbst wenn es einen sündlosen Menschen gäbe, hätte dieser doch nur die Schuld eines einzigen Mitmenschen übernehmen können“ macht Rainer Wagner eigentlich deutlich, dass Jesus für ihn kein richtiger „Mitmensch“ gewesen ist.

Doch die Bibel lehrt anderes und stellt zwei von GOTT geschaffene Menschen einander gleich, deren Verhalten bedeutsame Auswirkungen auf andere Menschen hatten:

„Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist … so ist GOTTES Gnade und Gabe den Vielen überreich zuteil geworden durch die Gnade des einen Menschen Jesus Christus.“ (Röm 5,12 u. 15)

Wenn Adam, der ein Bild für Jesus Christus ist (Röm 5,14), die Ursache für die Schuld und den Tod aller nach im kommenden Menschen gewesen ist, dann müsste man im Umkehrschluss zu Rainer Wagners Aussage wohl annehmen, dass auch Adam wegen seiner universalen Auswirkungen nur ein Gottmensch und kein Mitmensch gewesen sein kann!??

Wenn Rainer Wagner unter Bezugnahme auf 2. Kor 5,19 dann schreibt: „Und Gott wählte diesen Weg“ und nicht die dort niedergeschriebenen Worte des Apostels Paulus zitiert, sondern sich in der folgenden trinitarisch geprägten Mythologie ergießt: „Um uns zu erlösen, legte Jesus seine göttliche Unsterblichkeit ab und nahm einen menschlichen, sterblichen Körper an. In diesem Körper, den er im Leib der Maria bekam, konnte er für uns den nötigen Dienst des stellvertretenden Sterbens übernehmen“, dann hat er sich leider weit von der „Bibeltreue“ entfernt.

Wenn Paulus schreibt: „GOTT war in Christus“, dann heißt das noch lange nicht: „Der unsterbliche GOTT legte seine Unsterblichkeit ab und wurde zum menschlichen, sterblichen Christus“!


Biblische Wahrheit in diesem Kontext ist, dass der unsterbliche GOTT „den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht hat, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor GOTT gilt.“ (2.Kor 5,21).

GOTT hat Jesus Christus für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis Seiner Gerechtigkeit, indem ER die Sünden vergibt“ (Röm 3,25)

Wir sind mit dem ewigen allein wahren GOTT versöhnt worden, nicht weil ER selbst für uns gestorben ist, sondern SEIN menschlicher Sohn, SEIN Christus (Röm 5,8 u.10), dem wir in der Auferstehung gleich sein werden (Röm 6,5).

Auch in der angegebenen Philipperstelle lehrte Paulus keine andere Theologie: Jesus Christus hatte zwar eine göttliche Gestalt [Ist er doch das Ebenbild des unsichtbaren GOTTES - Kol 1,15], aber er ist nicht GOTT gewesen und er wollte und konnte IHM auch nicht absolut gleich sein, denn dieser GOTT, dem er bis zum Tode gehorsam gewesen ist, hat ihn erhöht. Wer unseren Bruder und Mitmenschen Jesus, den Gesalbten GOTTES, als Herrn bekennt, der ehrt den ewigen GOTT, der zugleich der Vater Jesu und unser Vater ist. Dass Paulus diese Aussage im Kontext der zitierten Philipperstelle auch noch gemacht hat, sollte man nicht übersehen.

„GOTT aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch [nicht als] unsern Herrn Jesus Christus!“ (1. Kor 15,57)

Auch Petrus hat in dieser Frage einen anderen Glauben als Rainer Wagner: Christus hat einmal für die Sünden gelitten …, damit er euch zu GOTT führte“ (1.Petr 3,18).

Zu den unter 3. gemachten Ausführungen ist nicht viel zu sagen. Das ist weitgehend biblische Wahrheit und Lehre.

4. Damit Jesus der Erlöser werden konnte, durfte er keinen Vater und auch keine normale Mutter haben

Hoppla, was heißt „keine normale Mutter“? Gibt es dazu eine Aussage der Schrift?

4.1 Die Bibel bezeugt die Schwangerschaft der Maria ohne sexuellen Kontakt zu einem Mann

Wenn Rainer Wagner hier schreibt: „Jesus ist weder durch das sündige Fleisch eines Mannes noch durch das sündige Fleisch einer Frau geworden“, dann klingt der letzte Teil dieses Satzes alles andere als biblisch, sondern fast nach der unbefleckten Empfängnis und somit beinahe katholisch.

Warum vermischt er hier die biblische Wahrheit mit einer blühenden Fantasie?

Und was ist von dem dann folgenden Satz zu halten?

„Vielmehr hat ihn Gott durch seinen Geist in Maria geschaffen.“

Unter Punkt 2.1. hat Rainer Wagner gesagt, dass GOTT in Jesus Mensch geworden ist und hier müssen wir nun lesen, dass GOTT ihn geschaffen hat?

Nur eine Aussage kann der biblischen Wahrheit entsprechen! Die entscheidenden Stellen hat Rainer Wagner selbst genannt.

Warum lässt er sich aber an deren Worten nicht genügen?

Warum lässt er sich zu diesem Widerspruch hinreißen?

Warum muss der sonst recht bibeltreue Lehrer hier dieser Wahrheit eigene Worte hinzufügen, wie der folgende Punkt deutlich zeigt?


4.2 Die Bibel bezeugt, dass auch Maria nur eingeschränkt Mutter war

Wo steht etwas von der eingeschränkten Mutterschaft Marias geschrieben? Die Bibel sagt immer wieder, dass Maria „seine Mutter“ im vollumfänglichen Sinne gewesen ist. Sie ist voll und ganz „Mutter meines Herrn“ (Luk 1,43)!

Dass Jesus keine mütterlichen Gene in sich getragen haben soll, ist der Bibel nicht zu entnehmen; da sagt auch die „alte Lutherübersetzung“ nicht mehr, die Rainer Wagner bemüht.

Denn was sie „empfangen“ hat, ist gennao, auf Deutsch: gezeugt! - und nicht geklont und dann implantiert!

Oder darf jetzt plötzlich nicht mehr gelten, worauf Rainer Wagner in Punkt 1.1 hingewiesen hat, nämlich auf den zera (den Samen) der Frau (1.Mo 3,15), der Jesus jedenfalls dann nicht gewesen sein kann, wenn Maria nur eine „Surrogatmutter“ und „Gottmensch-Brutmaschine“ gewesen ist?

Und was ist mit Jesajas Immanuel gewesen, den auch eine Jungfrau empfangen und geboren hat? War auch diese Jungfrau nur „eingeschränkt“ Mutter? War auch der von ihr geborene Junge „von jeder sündigen Erbschaft frei“???


Für mich sind diese Gedanken nichts anderes als außerbiblische, irregeleitete Fantasie!

Da hilft auch der Bezug auf den „heiligen Geist“ nicht. Auch Adam ist ein Mensch gewesen, der keinen Vater und keine Mutter mit sündigem Wesen hatte und durch das Einblasen des heiligen ruach (Atem, Geist)„von jeder sündigen Erbschaft frei zur Welt gekommen ist!“

Entscheidend nach dem biblischen Zeugnis ist, dass Jesus seinen GOTT, DER ihn vom Tod erretten konnte, in Ehren gehalten hat und IHM zeitlebens gehorsam geblieben ist (Hebr 5,7 ff.)


Rainer Wagner fährt fort:

„Jesus wurde weder durch männlichen Samen noch durch ein weibliches Ei erschaffen … Maria war nur die Person, die durch den natürlichen Vorgang des Wachsens von Jesus in ihrem Leib und die danach folgende natürliche Geburt, den allein aus Gott kommenden Menschen- und Gottessohn Jesus in die Welt bringt. Sie ist das Gefäß gewesen, in dem der Gottes- und Menschensohn wurde. Nur so konnte er von jeder sündigen Erbschaft frei zur Welt kommen und die Sünden der anderen auf sich nehmen.“

Was er hier beschreibt und interpretiert, ist garantiert nicht der Bibel zu entnehmen, die keinen zytoplasmatischen Hybriden kennt, der durch Entkernung einer Eizelle und anschließenden Zellkerntransfer entstanden ist.

Dass Jesus ein richtiger Mensch aus Fleisch und Blut gewesen ist, den GOTT auf eine übernatürliche Weise durch die Kraft seines heiligen Geistes in Maria als „Frucht ihres Leibes“ (Luk 1,42) gezeugt hat, sagt die Bibel.

Dass Jesus Gott ist, der nur eine Zeitlang (ca. 30 Jahre) wie ein Mensch ausgesehen und sich so gegeben hat, sagt sie hingegen nicht.

Ich lasse mir lieber an den „einfachen Worten“ der Bibel genügen, als an den „einfachen Worten“, die Rainer Wagner hier der Bibel hinzufügt.

Und leider bemerkt er in seinem Bestreben, Jesus als Teil des dreieinigen Gottes zu präsentieren, auch in der Zusammenfassung seiner Ausführungen wieder nicht, wie er in Widerspruch gerät, wenn er sagt: „Gott gab seinen sündlosen Sohn für uns in den Tod.“ Denn der aufmerksame Leser wird sich jetzt noch einmal fragen müssen, ob GOTT nun Mensch geworden ist oder ob ER Seinen Sohn für uns in den Tod gegeben hat?

In seinem missionarischen Eifer nimmt Rainer Wagner auch nicht wahr, dass er seine Leser wieder mitten in den Polytheismus hineingeführt hat, wenn er sagt: „Gott gab seinen sündlosen Sohn für uns in den Tod … Sein Sohn war Gott und Mensch…“ Er präsentiert ihnen hier eindeutig zwei Götter, - leider!

Jürgen Laub, im Dezember 2012

   

Bücher  

Ist Jesus Christus JHWH mini
Ist Jesus Christus JHWH?
Sohn Gottes oder Gott selbst?

 

Laub Pflaum Ist Jesus Christus Gott mini


Ist Jesus Christus Gott?
Kommentare zum Buch von Jürgen Laub

 

The One
The One (Englisch)
Wird derzeit übersetzt. (ein Auszug)

 

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Das kommende Königreich des Messias
Was Jesus lehrte, aber die Kirche nicht verkündigt

 

Trinitaet Broschuere Cover
Die Trinitätslehre
göttliches Geheimnis oder menschlicher Unfug
(momentan leider vergriffen)

 

Buzzard Dreieinigkeit Cover
Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes
Die selbst zugefügte Wunde der Christenheit

 

Hemphill Gott sei cover
Gott sei die Ehre
Die biblische Sicht von Gott

 

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Ehre sei Gott in der Höhe
Der der Einfluss der griechischen Philosophie

 

Hemphill Gott u Jesus
Gott und Jesus
Die biblische Unterscheidung

 

Wer ist Jesus von Nazareth
Wer ist Jesus von Nazareth?
Was hätten Sie geantwortet

 

   
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