Dreieinigkeit - wer von den dreien weiß was?

Von Skip Moen; PhD; www.skipmoen.com
Focus on the Kingdom; Nov 2014
Übersetzt von Jürgen Laub

Mt 24,36 Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, auch nicht der Sohn, sondern der Vater allein.

Auch nicht der Sohn – Dieser Satzteil ist schon immer problematisch gewesen. Wie kann Jesus GOTT sein und zugleich nicht allwissend sein? Und wenn er, wie er sagt, es wirklich nicht weiß, wie können wir dann immer noch behaupten, dass er GOTT ist? GOTT ist allwissend.

Laut Jesus weiß niemand, einschließlich ihm, von dem Zeitpunkt seiner Wiederkunft. Die übliche theologische Antwort auf dieses offensichtlich unlösbare Dilemma ist folgende:

Was er über sich sagt, nämlich dass er Tag und Stunde seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit nicht kennt, stimmt für ihn als Mensch; es stimmt allerdings nicht für ihn als GOTT. Als der Gottmensch ist er als GOTT (zusammen mit den anderen Personen der Gottheit) allwissend und gleichzeitig als Mensch (zusammen mit anderen Personen der menschlichen Rasse) in bestimmten Dingen unwissend.
(Robert Reymond; Jesus Divine Messiah; S. 79).

Oh ja, das habe ich verstanden: Jesus kennt den Zeitpunkt seiner Wiederkunft und gleichzeitig kennt er ihn nicht. Das bedeutet, dass er die Wahrheit kennt (denn gemäß der trinitarischen Lehre ist er allwissend), und uns dann aber dennoch sagt, dass er sie nicht kennt, weil er zugleich auch Mensch ist? Er weiß also, dass er nicht weiß, was er weiß, - richtig?

Zeigt uns das nicht, dass diese Aussage völliger Unsinn ist? Was passiert, wenn wir einfach die Aussage der Worte dieses Verses akzeptieren? Was wäre, wenn Jesus wirklich meint, dass er nichts von dem Zeitpunkt seiner Wiederkunft weiß? Warum ist das so schwer zu akzeptieren? Sollte man glauben, dass irgendeiner der Jünger, die ihn gehört haben, als er das sagte, dachte: Oh ja, das bedeutet, dass er es als Mensch nicht weiß, aber als GOTT weiß er das selbstverständlich? Kein Wunder, dass die Kirche drei Jahrhunderte gebraucht hat, bis sie sich diese Antwort ausgedacht hatte.

Mir scheint, dass das Problem nichts mit dem zu tun hat, was der Vers aussagt. Das Problem liegt vielmehr darin, dass man den Text nach den Paradigmen der Dreieinigkeitslehre liest. In dem Text dieses Verses gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten. Es gibt viele Dinge, von denen Menschen nichts wissen. Es gibt viele Dinge, von denen auserwählte Boten JAHWES nichts wissen. Es gibt auch einige Dinge, von denen der Messias nichts weiß. Es ist Fakt, dass er uns das von mindestens einer Sache - nämlich dieser hier - gesagt hat. Der Text ist eindeutig und klar. Was all die vielen Verwirrungen verursacht, hat nichts mit diesem Text zu tun. Ursache ist die später entwickelte zusätzliche, vom biblischen Text nicht unterstützte Vorstellung, dass Jesus auch zugleich GOTT ist. Patrick Navas hat es sehr scharfsinnig auf den Punkt gebracht:

Mit anderen Worten: Irgendwie weiß Jesus alles und gleichzeitig weiß er doch nicht alles!?
Divine Truth or Human Tradition; S. 131)

Also, wie sollte die Theologie aussehen? Klar und in Übereinstimmung mit dem, was der Text sagt, oder mit vielen hinzugefügten "Spezialitäten", die das beinhalten, was der Text nach Maßgabe kirchlicher Entscheidungen sagen muss, um in ihr Dogma zu passen? Und was geschieht wirklich, wenn Jesus der Messias ist, Gottes auserwählter Bote / Sohn, der beauftragt ist, das Königreich aufzurichten und den letzten Feind zu besiegen? Wird der Glaube zerbrechen, wenn das dann doch nicht bedeutet, dass er JAHWE, der eine wahre GOTT ist? Ist man von diesem christlichen Dogma so indoktriniert, dass man diesen Text einfach nicht mehr mit seiner klaren Aussage lesen kann? Hat Jesus sich einfach nur geirrt oder versuchte er, uns hereinzulegen? Hat er uns angelogen, als er sagte, auch er wisse nicht von Tag und Stunde? Oder legen wir ihm nicht eher unsere Ansichten in den Mund, wenn wir versuchen, seine Verneinung der Allwissenheit in eine Bestätigung umzuwandeln?

Dies soll eine Mahnung sein, den klaren und verständlichen Worten der Heiligen Schrift zu glauben.

 

   

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