Weihnachten - weißt du, welches Fest du gefeiert hast?

Focus on the Kingdom, Januar 2016
http://focusonthekingdom.org/184.pdf

An Weihnachten feiern viele Christen die Geburt Jesu (obwohl er ziemlich sicher nicht in dieser Jahreszeit geboren worden ist). Was aber noch wichtiger ist, - man feiert etwas, das Inkarnation genannt wird, das heißt Fleischwerdung. Kluge Gottesdienstbesucher, die sich daran erinnern, dass wir GOTT mit ganzer Kraft und ganzem Verstand und nicht nur emotional lieben sollen, und dass wir "die Liebe zur Wahrheit zu unserer Rettung" haben müssen (2.Thess 2,10), sollten sich selbst schlau machen, was Inkarnation überhaupt bedeutet. Ist sie Inhalt einer Lehre, die die neutestamentlichen Schreiber oder Jesus selbst als Wahrheit bezeugt haben, die es beizubehalten gilt? Oder würden sie die Vorstellung ablehnen, dass ein zweites Mitglied eines ewigen dreieinigen Gottes den Himmel verlassen hat und in die Gebärmutter einer jüdischen Jungfrau eingedrungen ist, sich dort selbst in einen Fetus verwandelt und von Maria die "menschliche Natur" angenommen hat? Die offizielle Theorie besagt, dass die "zweite Gottperson", das zweite Mitglied der ewigen Dreieinigkeit, in diesem Prozess der transformativen Aktivität eine einzige Person bleibt. Die Verbindung von "Gott, dem Sohn" mit der "menschlichen Natur" resultiert in einer Person, die "wahrer Gott" mit einer hinzugefügten "menschlichen Natur" ist. Dies ergab, so sagt die offizielle Lehre, eine Person, Jesus, der zwar "Mensch" aber nicht "ein Mensch" war. Ja, das ist die offizielle christliche Lehre. Jesus war keine menschliche Persönlichkeit; er war "Mensch".

Ist das das Bild, das dir vor Augen kommt, wenn du die Evangelien liest? Oder haben uns die nachapostolischen Kirchenväter, die der griechischen Philosophie sehr zugeneigt waren, einen Bären aufgebunden und das biblische Geschehen manipuliert – und mit Hilfe von Gewalt und zu Verfolgung führenden Konzilen die Lehre von der Inkarnation endgültig festgeschrieben, die wir jetzt an Weihnachten feiern?

Es gibt viele Theologen, die sehr wohl wissen, dass die neutestamentlichen Schreiber niemals von einem "Gott, der Sohn" gesprochen und geschrieben haben. Diese Bezeichnung gibt es in der Bibel überhaupt nicht. Demgegenüber war Doktor Lukas, der brillante Arzt, Historiker und Gläubige, der vom Umfang her mehr vom Neuen Testament geschrieben hat (Lukasevangelium und Apostelgeschichte) als jeder der sieben anderen Verfasser, sorgfältig darauf bedacht, genau zu definieren und zu verdeutlichen, was wirklich geschehen ist, um Jesus, den Sohn GOTTES, in Existenz zu bringen - was natürlich auch bedeutet, dass er nicht bereits vorher schon in Existenz war.

Der krasse Unterschied zwischen Lukas und der in der späteren kirchlichen Tradition entstandenen Inkarnationslehre sollte von allen ernsthaften Gläubigen in vollem Umfange erfasst und durchdacht werden. (Gläubige, die nicht ernsthaft sind, sind in der Schrift eine Unmöglichkeit! Jemand hat einmal sehr schön gesagt: "Das Königreich GOTTES ist nicht für die, die es gut meinen, sondern für die, die verzweifeln").

Zur Untermauerung meiner Worte beziehe ich mich auf den bekannten Kommentar von Raymond Brown, The Birth of Messiah. Vers für Vers führt uns Brown durch eine faszinierende Analyse der biblischen Berichte von Matthäus und Lukas über das Geschehen, wie Jesus, der Sohn GOTTES, auf die Welt gekommen ist, wie er in Existenz kam. Du kannst sofort feststellen, dass du in den späteren kirchlichen Bekenntnissen, die du wahrscheinlich auch in deiner Kirche sprechen wirst, vor GOTT und Menschen erklärst, dass der Sohn "gezeugt, nicht geschaffen" ist.

Weißt du wirklich, was du bekennst, wenn du sagst, dass du glaubst, dass der Sohn "gezeugt, nicht geschaffen" ist? Die Kirche ist der Ort, an dem die strengsten Standards der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit vorhanden sein sollten und müssen. In dieser "Bekenntniserklärung" verpflichtest du dich zu dem Glauben, dass der Sohn GOTTES niemals einen Anfang hatte! Er ist "ewig gezeugt", so ordneten es die "Kirchenväter" an; und solltest du Schwierigkeiten mit dieser Aussage haben, so darfst du dich mit der "hilfreichen" Aussage trösten: "Der Sohn hatte einen "anfanglosen Anfang". Das ist kein Scherz! Das ist das, wozu sich die meisten Kirchen bekennen.

Vielleicht hast du dich mit diesem Thema noch nicht sehr tiefgehend befasst; aber ich will beginnen und dir sagen, dass ein führender "orthodoxer" Theologe und Bibelgelehrter folgendes eingesteht:

"Die Vorstellung von der ewigen Sohnschaft oder ewigen Zeugung spielt in den Aussagen der nicänischen Kirchenväter (Konzil von Nicäa 325 n.Chr.) und deren Nachfolger eine herausragende Rolle. Aber es ist keineswegs klar, was dieses beinhaltet, und wenn überhaupt, dann können wir dieses Konzept nur vermuten. Es ist offenbart, aber es ist als ein Geheimnis offenbart; die Schriften der Väter sind voll von unstimmigen Beteuerungen und großer Unwissenheit in dieser Sache." (Donald McCleod; The Person of Christ; 1998; S. 131 – Hervorhebungen hinzugefügt)

Beachte jetzt diese umwerfende Information:

"Während im Menschengeschlecht ein Vater immer vor seinem Sohn existiert, ist das in dem göttlichen Geschlecht nicht so. Athanasius schreibt: ‚Den Menschen ist es ja eigen, in der Zeit zu zeugen, weil ihre Natur unvollkommen ist. Die Zeugung Gottes aber ist ewig, weil seine Natur immer vollkommen ist.‘" McCleod erklärt: "Der Kern des Arguments war hier, dass Vater und Sohn sich entsprechen und dass deshalb die Zuordnung eines Anfangs des Sohnes die Zuordnung eines Anfangs des Vaters bedeuten würde." (S. 132).

Ich vertraue dir, lieber Leser, dass du dir diesen erstaunlichen Beeinflussungsversuch zu Herzen nimmst, da du diesem in deiner Kirche sehr wahrscheinlich verpflichtet bist. "GOTT", so sagten die "Väter", "kann einen Sohn nicht in der Zeit in Existenz bringen!" Diese "Väter" sagten damit GOTT aber auch, was ER tun kann und was ER nicht tun kann!

Jetzt vergleiche das bitte mit dem, was Lukas in seinem 1. Kapitel geschrieben hat. Lukas gibt uns eine offensichtlich einfache und einleuchtende Aussage bezüglich der Frage, warum, wie und wann Jesus der ausersehene Sohn GOTTES sein wird. Das ist das krasse Gegenteil von der "ewigen Zeugung". Lukas kennt ganz offensichtlich nur das eine und einmalige in Existenz kommen des Sohnes - seine durch ein Wunder bewirkte Zeugung im Leib Marias. Dieses Geschehen ist unkompliziert und großartig zugleich. Es ist ein schöpferisches, biologisches Wunder, das GOTT im Leib einer Jungfrau vollbracht hat. Sie ist nicht unfruchtbar. Aber sie lebt noch nicht mit ihrem zukünftigen Ehemann zusammen. Es ist Sache eines jeden an die Schrift Glaubenden, den Bericht über die Worte des Engels zu glauben. Wer das nicht tut, der riskiert die schreckliche Strafe, stumm zu werden, wie der Vater von Johannes dem Täufer, Zacharias, als er die durch den Engel verkündeten Worte GOTTES anzweifelte (Luk 1,20). Das ist eine höchst eindrucksvolle Warnung. Wenn GOTT durch SEINEN beauftragten Engel spricht, dann sollten wir glauben, denn sonst machen wir GOTT zu einem Lügner. Die durch ein Wunder bewirkte Zeugung des Sohnes GOTTES in einer Jungfrau ist ganz offensichtlich der Beginn der neuen Schöpfung GOTTES in Parallele zu SEINER ersten Schöpfung in 1.Mose 1,1 ff.

Raymond Brown gibt den von Lukas niedergeschrieben Grundsachverhalt klar und deutlich wieder:

"GOTTES schöpferisches Handeln bei der Erschaffung Jesu, negativ beglaubigt durch die Abwesenheit einer menschlichen Vaterschaft, zeugt Jesus als den Sohn GOTTES … Es gibt keinerlei Hinweis auf eine Inkarnation, bei der eine Gestalt, die vorher bei GOTT war, Fleisch angenommen hat … Für die Präexistenzchristologie ist die Empfängnis Jesu der Beginn seiner irdischen Kariere, aber nicht der Beginn des Sohnes GOTTES" (S. 141).
"Das ‚über dich kommen‘ des heiligen Geistes in Lukas 1,35b (womit erklärt wird, weshalb das Kind in 1,35b ‚das Heilige‘ genannt wird) und das Überschatten mit der Kraft des Höchsten in 1,35c (womit erklärt wird, warum das Kind in 1,35d Sohn GOTTES genannt wird) ist tatsächlich die Zeugung des Kindes als Sohn GOTTES – es gibt hier keine Adoption " (S. 313-314).
"Maria ist eine Jungfrau, die von keinem Mann gewusst hat, und deshalb ist das Kind alleine das Werk GOTTES – eine neue Schöpfung … Ich habe in den Anmerkungen zu Lukas 1,32 und 35 besonders hervorgehoben, dass ‚Sohn des Höchsten‘ oder ‚Sohn GOTTES‘ ‚genannt‘ zu werden, hier gleichbedeutend ist, mit Sohn GOTTES zu sein und dass Lukas hier keinesfalls an einen präexistierenden Sohn GOTTES denkt … Lukas sagt uns hier, dass es keinen Zeitpunkt auf der Erde gegeben hat, zu dem Jesus nicht Sohn GOTTES war" (S. 316).

Angesichts dieser deutlichen Beweise ist es klar, dass Lukas nichts von einer Inkarnation eines zuvor existierenden SOHNES wusste, der seine eigene Geburt in Maria auf den Weg gebracht hat! Beachte jetzt bitte, wie dieser einzigartige Bericht von Lukas auf fatale Weise verdreht worden ist:

"Aufgrund der Unkenntnis bezüglich der Regeln des Parallelismus in der biblischen Lyrik, die klargemacht haben, dass ‚die Kraft des Höchsten‘ gleichbedeutend ist mit ‚dem heiligen Geist‘, haben einige patristischen und mittelalterlichen Theologen gedacht, dass diese Bezüge in Luk 1,35 der dritten und der zweiten Person der Dreieinigkeit entsprechen würden, sodass die ‚Kraft‘ die zweite Person war, die herabgestiegen ist, um in dem Leib Marias Fleisch anzunehmen. Wie wir noch sehen werden, gibt es keinen Beweis, dass Lukas an die Inkarnation eines Präexistenten gedacht hat" (S. 290).

Mit anderen Worten: Jesus, der Sohn, hat seine eigene Empfängnis nicht selbst arrangiert! Die Inkarnation eines zuvor existierenden Sohnes würde bedeuten, dass der Sohn seine eigene Zeugung in Maria veranlasst hat.

Was war das schockierende Ergebnis dieses fatalen Missverständnisses der "Kirchenväter"? Lukas gründet das in Existenz kommen des Sohnes (Denke bitte daran, dass die Glaubensbekenntnisse leugnen, dass der Sohn jemals in Existenz gekommen ist!) auf das Wunder, das in Maria geschehen ist (Luk 1,35). Brown ist so ehrlich, einzugestehen, dass...

"...diese Stelle [Luk 1,35] viele orthodoxe Theologen in Verlegenheit gebracht hat, da in der Präexistenzchristologie eine Zeugung durch den heiligen Geist im Leib Marias nicht die Existenz des Sohnes GOTTES herbeigeführt hat" (S. 291).

Ich vertraue darauf, dass du, lieber Leser, begriffen hast, worum es geht: Die Kirchenväter haben dem Bericht von Lukas darüber, wie Jesus der Sohn GOTTES war, widersprochen. Die Kirchenväter sind auch für ihre unbiblische Geschichte von einem "ewiggezeugten" Sohn verantwortlich, die sie in die Glaubensbekenntnisse hineingeschrieben haben, die dann den Kirchenmitgliedern aufgezwungen wurden, und so ist es bis zum heutigen Tag geblieben. Ist angesichts dieser Fakten eine angemessene Warnung nicht mehr als gerechtfertigt?

Sei bitte vorsichtig, was du in der Kirche vor GOTT und Menschen sagst!

 

   

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