50. Was müssen Christen glauben?

(What Must Christians Believe?)
Von Servetus the Evangelical

Christen sind sich manchmal nicht darüber einig, was einen richtigen Christen ausmacht. Die meisten stimmen aber der Aussage zu, dass ein Mensch an Jesus glauben muss. Was bedeutet es aber, an Jesus zu glauben? Jesus ist ein Jude gewesen. Die Juden haben geglaubt, dass ihr GOTT verheißen hat, ihnen einen König zu senden, der sie von der Unterdrückung der Heiden befreien wird, der alle Juden aus der Zerstreuung in dem Land ihrer Väter wieder versammeln und Israel zu der führenden Nation in einem die Welt umfassenden Friedensreich machen wird. Sie haben diesen verheißenen König "Messias" genannt. Messias ist die Übersetzung des hebräischen Wortes mashiach und bedeutet "der Gesalbte". GOTT würde also diesen König mit Seinem Geist salben.

Christen behaupten, und das Neue Testament bestätigt es, dass ein Mensch, wenn er Christ sein will, glauben muss, dass Jesus der verheißene Messias Israels ist. "Christus" ist die Übersetzung des Wortes Messias. Die ersten (im griechischen Sprachraum lebenden) Juden, die an Jesus gläubig geworden waren, haben ihn "Jesus, den Christus" genannt. Schon kurze Zeit später haben sie den bestimmten Artikel weggelassen und so einen neuen Namen für ihn geschaffen - Jesus Christus. Weil sie ihn Christus genannt hatten, hat man sie schon bald "Christen" genannt (Apg 11,26). Dieser Name weist zuerst und vor allem darauf hin, dass diese ersten an Jesus Gläubigen in ihm den Christus gesehen haben.

Lukas berichtet in seiner Apostelgeschichte über die evangelistischen Aktivitäten dieser ersten jüdischen Christen und den Inhalt ihrer Botschaft. Und er schreibt, dass der Apostel Paulus, der nach seiner drastischen Bekehrung von einem Christenhasser zu einem der Ihren geworden ist, schon gleich danach herumgereist ist, um zu beweisen, "dass dieser der Christus ist" (Apg 9,22). Das ist seine grundlegende Botschaft gewesen. Denn Lukas teilt später mit, dass Paulus "den Juden bezeugte, dass Jesus der Christus sei" (Apg 18,5). Und er fügt hinzu, dass Apollos "die Juden öffentlich kräftig widerlegte, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist" (V. 28).

Christen bestehen auch darauf, dass man, wenn man Christ sein will, glauben muss, dass Jesus der Sohn GOTTES ist. Das ist in der Tat die zentrale Botschaft der Evangelien im Neuen Testament - Jesus ist der Christus und der Sohn GOTTES (Matth 1,1+16; Mark 1,1; Luk 1,32+35; 2,11; Joh 20,31). Lukas schreibt, dass Paulus "sogleich in den Synagogen Jesus predigte, dass dieser der Sohn GOTTES ist" (Apg 9,20).

Was bedeutet es aber, dass Jesus der Sohn GOTTES ist? Die meisten Christen haben es seit gut 1700 Jahren so verstanden, dass es bedeutet, dass Jesus GOTT ist. Sie haben geglaubt, dass er als ewiger Logos-Sohn präexistiert hat und vom Himmel auf die Erde herabgekommen ist, um Mensch zu werden; man nennt es auch "die Inkarnation". Dazu ist es gekommen, weil sogenannte Kirchenväter sich bei ihrer Interpretation der Stellung Jesu als Sohn GOTTES geirrt haben, die sie auf der Grundlage der griechischen Metaphysik vorgenommen haben. Sie haben argumentiert, dass, so wie ein Mann, der einen Sohn zeugt, der ein Mensch werden wird, auch GOTT einen Sohn gezeugt habe, der deshalb auch GOTT sein müsse.

Dementsprechend hat das Konzil von Nicäa im Jahre 325 n. Chr. erklärt, dass Jesus "wahrer Gott vom wahren Gott" ist; man spricht seit dem auch von der "Gottheit Christi".

Der bekannte amerikanische Theologe R.C. Sproul, der zur reformierten presbyterianischen Kirche gehört, behauptet: "Die Verleugnung der Gottheit Christi ist das Wesen des Unglaubens."

Das stimmt keineswegs!

Der Engel Gabriel hat der Jungfrau Maria verkündet: "Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn GOTTES genannt werden" (Luk 1,35). Jesus ist also der Sohn GOTTES, weil GOTT auf übernatürliche Weise seine Empfängnis bewerkstelligt hat, die ihn aber keineswegs zu GOTT gemacht hat.

Christen sagen auch, dass ein Mensch, der Christ sein will, glauben muss, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Der Apostel Petrus hat die Auferstehung Jesu zum Kernstück seiner Predigt gemacht (Apg 2,24+32; 3,15; 4,10). Und der Apostel Paulus hat gesagt, dass die Auferstehung Jesu von den Toten beweist, dass er der Sohn GOTTES ist (Röm 1,4). Paulus hat die christliche Botschaft genau definiert, als er geschrieben hat, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, begraben wurde und auferweckt worden ist und dass es notwendig ist, an diese Dinge zu glauben, wenn man ein echter Christ sein will (1.Kor 15,2-4).

Christen sagen auch, dass man, wenn man gerettet werden will, glauben musst, dass Jesus Herr ist. Paulus hat geschrieben

"Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass GOTT ihn aus den Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet werden" (Röm 10,9).

In der Tat, "Jesus ist Herr" ist das erste christliche Glaubensbekenntnis gewesen (1. Kor 12,3). Das bedeutet, dass Menschen wirkliche Christen sind, wenn sie Jesus den Herrn über ihr Lebens sein lassen, indem sie ihr Leben im Gehorsam ihm gegenüber, soweit es möglich ist, leben. Jesus hatte gesagt: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist" (Matth 7,21).

Die meisten Christen behaupten auch, dass Christen an Jesus als ihren Retter glauben müssen. Das heißt, wir müssen glauben, dass Jesus am Kreuz gestorben ist und unsere Sünden als Sühneopfer getragen hat. Dann will GOTT uns vergeben, uns von aller Ungerechtigkeit reinigen und zu Gliedern seiner Gemeinde machen. Ein Engel hatte bei der Geburt Jesu angekündigt: "Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt" (Luk 2,11). Dass Jesus der Retter ist, ist in seinem Namen angedeutet. Im Johannesevangelium heißt es: "So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder GOTTES zu werden, denen, die an seinen Namen glauben" (Joh 1,12).

Was bedeutet der Name Jesus? Der Name "Jesus" lautet im Aramäischen, der Muttersprache Jesu, Jeshua oder Jeshu. Je ist eine Kurzform des Namens GOTTES, JHWH, den man auch mit Jahwe übersetzt hat. Shu(a) bedeutet "retten" oder "Erlösung". Jeshua bedeutet also: "Jahwe rettet" oder "Jahwe ist die Erlösung". Das bedeutet, dass Jahwe durch Jesus retten / erlösen wird. Ein Engel hat davon gesprochen, als er zu Joseph in einem Traum gesagt hat, dass Maria, seine zukünftige Frau "einen Sohn gebären wird, und du sollst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk retten von seinen Sünden" (Matth 1,21).

Muss ein Mensch an die jungfräuliche Geburt (Empfängnis) Jesu glauben, um ein wirklicher Christ zu sein? Im Neuen Testament finden wir zwei Berichte darüber (Matth 1,18-2,12; Luk 1,25-56; 2,1-38). Sie ist für die Lehre von der Erlösung des Menschen wichtig. Aber im Neuen Testament wird sie dann kein weiteres Mal erwähnt. Da in den Predigten der Apostel und in den weiteren Erklärungen der Evangelien nicht darüber gesprochen wird, muss es wohl nicht unbedingt notwendig sein, daran zu glauben.

Zusammengefasst ist zu sagen, dass im Neuen Testament verkündet wird, dass wir, wenn wir gerettet werden und richtige Christen sein wollen, glauben müssen, dass Jesus der Christus und der Sohn GOTTES ist, dass er von den Toten auferweckt worden ist und dass er Heiland, Retter und Herr unseres Lebens ist. Aber wir werden nirgendwo in der Bibel eine Aussage finden, dass wir glauben müssen, dass Jesus GOTT ist!

Dieser Artikel stammt von Kermit Zarley (Servetus the Evangelical). Auf seiner Webseite – servetustheevangelical.com – kann man 50 solcher Artikel in englischer Sprache lesen. Sie sind eine Zusammenfassung seines sorgfältig recherchierten, biblisch in die Tiefe gehenden, 600-seitigen Buches mit dem Titel: The Restitution of Jesus Christ (2008)

 

   

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