17. Ist Jesus GOTT, weil er auferstanden ist?

(Is Jesus God Because of His Resurrection?)
von Servetus the Evangelical

Alle vier Evangelien des Neuen Testaments enden mit dem Bericht von der leiblichen Auferstehung Jesu und der Entdeckung seiner Jünger, dass das Grab leer gewesen ist. Alle diese Berichte erzählen davon, dass Jesus in den vierzig Tagen nach seiner Auferstehung verschiedene Male erschienen ist, wobei ihn seine Jünger wirklich gesehen, berührt, mit ihm gesprochen, gegessen und getrunken haben (s. Matth 28, 9; Luk 24, 39-43; Apg 10, 40-41; vergl. Joh 20, 27; 21, 15). Trotz der Schwierigkeiten, diese Berichte so in Übereinstimmung zu bringen, dass sie eine historisch genaue Zusammenfassung geben können, ist die Auferstehung Jesu für die Entwicklung des Christentums von großer Bedeutung gewesen. C.H. Dodd bestätigt dies: „Dies ist die den Mittelpunkt bildende Überzeugung, wegen der die Kirche gewachsen ist; ohne diese hätte es keine Kirche und keine Evangelien gegeben.“ William Lane Craig, eine Autorität in Sachen „Auferstehung Jesu“ erklärt: „Der Ursprung des Christentums hängt deshalb von dem Glauben der ersten Jünger ab, dass GOTT Jesus von den Toten auferweckt hat.“

Viele Christen und die von ihnen bevorzugten Bestsellerautoren behaupten, dass die Auferstehung Jesu darauf hinweisen würde, dass er GOTT ist. Paul Little sagt: „Der beste Beweis, mit dem Jesus seinen Gottheitsanspruch belegt, ist seine Auferstehung von den Toten.“ Lee Strobel behauptet: „Das leere Grab … ist das ultimative Symbol für den Anspruch Jesu, GOTT zu sein. … der endgültige Beweis für sein göttliches Wesen.“ Alister McGrath erklärt: „Die zentrale und ausschlaggebende christliche Lehre von der Gottheit Jesu Christi ist in seiner Auferstehung von den Toten gegründet.“ Diese Theologen, die solche Aussagen machen, machen das in der Regel recht willkürlich, unterlassen es aber, dafür vernünftige oder biblische Belege zu liefern.

Die meisten der heutigen traditionalistischen Gelehrten stimmen dieser extremen Position nicht zu. (Traditionalisten sind Menschen, die glauben, dass Jesus GOTT ist). Der führende Jesusforscher, der Neutestamentler N.T. Wright, führt an, dass es „ein häufiges Missverständnis“ ist, dass „die Auferstehung in irgendeiner Weise die Gottheit Jesu beweisen würde.“ Er sagt, dass im Judentum zur Zeit Jesu „die Auferstehung etwas gewesen ist, von dem man angenommen hat, dass sie allen Toten, oder zumindest den gerechten Toten, zuteilwerden wird; es gibt keinen Hinweis, dass man damit ein Gottsein verbunden hat.“ Er fügt hinzu: „Wenn das Neue Testament die Auferstehung all derer prophezeit, die zu Jesus gehören, dann gibt es darin keinen Hinweis, dass sie deshalb göttlich werden oder als solche gezeigt werden. Klar, deshalb kann man die Auferstehung an sich auch nicht als „Beweis“ für die „Gottheit“ Jesu anführen; wenn sie es wäre, würde sie viel zu viel beweisen. Eine allzu einfache rechtfertigende Vorgehensweise, auf die man manchmal trifft (‚Er ist von den Toten auferstanden, deshalb ist er die zweite Person der Dreieinigkeit‘), ergibt keinen Sinn.“

Die ersten jüdischen Christen haben verkündet, dass das leere Grab und das Erscheinen Jesu nach seiner Auferweckung bestätigt haben, dass GOTT ihn gerechtfertigt hat. Sie haben darin auch den Beweis gesehen, dass er der Christus, der Sohn GOTTES, gewesen ist. Sie haben daraus aber nicht geschlossen, dass er GOTT gewesen ist (Apg 2, 31, 36; Röm 1, 4). Diese eindeutigen Leitsätze sind der Kern ihrer Botschaft gewesen. Wright nennt diese Verbindung „den entscheidenden Schritt in der frühen Christologie“. James Dunn folgert: „Der Glaube, dass GOTT Jesus von den Toten auferweckt hat, ist für den christlichen Glauben womöglich von größerer fundamentaler Bedeutung gewesen, als der Glaube, dass Jesus der Sohn GOTTES ist.“

Dunn macht diese Aussage, weil sich die meisten heutigen Christen von den ersten Christen, so wie sie im Neuen Testament dargestellt sind, in dem Glauben unterscheiden, dass der Status Jesu als der Sohn GOTTES darauf hinweisen würde, dass er GOTT ist. Sie behaupten, dass Jesus von Ewigkeit her als GOTT präexistiert hat und der seinsmäßige Logos-Sohn GOTTES ist und dass er Mensch geworden ist. Sie nennen die Menschwerdung GOTTES „Inkarnation“, was wörtlich übersetzt „Fleischwerdung“ heißt.

Das Neue Testament identifiziert Jesus aber wiederholt als GOTTES Sohn, ohne zu suggerieren, dass dieser Status seine Gottheit bedeutet. Deshalb glaubt Dunn, dass die Auferweckung Jesu weit wichtiger ist als seine Inkarnation. Aus der Apostelgeschichte können wir entnehmen, dass die Apostel Jesu seine Auferstehung zum Fundament ihres Glaubens und ihrer evangelistischen Botschaft gemacht haben. Sie haben nie gepredigt, dass Jesus GOTT gewesen ist, sondern dass GOTT diesen Jesus von den Toten auferweckt hat (Apg 2, 24, 32; 3, 15, 26; 4, 10; 5, 30; 10, 40). Und trotz der Aussage Jesu in Joh 10, 15-18, dass GOTT ihm die Macht gegeben hat, sein Leben zu lassen und es wieder zu nehmen, haben die ersten Christen niemals verkündet, dass Jesus sich in Wirklichkeit selbst von den Toten auferweckt hat. Die Auferweckung Jesu ist in der Tat von seinem GOTT und Vater abhängig gewesen, wobei diese Abhängigkeit weiter darauf hinweist, dass Jesus nicht GOTT gewesen sein kann. Manchmal haben seine Apostel auch erwähnt, dass sie Augenzeugen des auferstandenen Jesus gewesen sind (z. B. Luk 1, 2; Apg 1, 8; 2, 32; 3, 15; 10, 39-41; 1. Joh 1, 1-3).

Die späteren Kirchenväter haben diese Aussagen weitgehend umgedreht. Sie haben behauptet, dass die Inkarnation das Fundament des christlichen Glaubens ist, dass GOTT der Mensch Jesus geworden ist und dass Jesus deshalb GOTT war und ist. Damit haben sie die Auferstehung Jesu zu einem nebensächlichen Element ihrer Botschaft gemacht, Sie haben argumentiert, dass das Gottsein Jesu das Wichtigste für den christlichen Glauben ist und nicht seine Auferstehung, weil sie nur sein Gottsein bestätige.

Keiner der neutestamentlichen Schreiber hat jemals angedeutet, dass die Auferstehung Jesu, seine Himmelfahrt oder sein jetziger himmlischer Aufenthalt in irgendeiner Art Vergottung oder Gottwerdung resultiert hat oder die Wiedererlangung oder Reaktivierung der Gottheit oder von Teilen der Gottheit ist, wie es das spätere kirchliche Dogma deklariert hat, dass Jesus „wahrer Gott vom wahren Gott“ ist. Es gibt auch keinen biblischen Beweis, der nahelegen würde, dass der nachösterliche, himmlische Jesus irgendein anderer als der vorösterliche Jesus ist. Der vorösterliche Jesus ist nichts anderes und nicht mehr als ein Mensch gewesen und das gleiche trifft auch für den nachösterlichen, himmlischen Jesus zu. Der einzige Unterschied ist, dass der vorösterliche Jesus einen irdischen Leib hatte, der dem Tod unterworfen gewesen ist, während der nachösterliche Jesus einen Auferstehungsleib, einen geistlichen Leib, hat, der verherrlicht, unsterblich und ewig ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Auferweckung und Auferstehung Jesu auf seine Abhängigkeit von GOTT hinweist, was immer nur bestätigt, dass er nicht GOTT ist. Denn Jesus ist nicht Herr seiner Auferstehung von den Toten gewesen. Sie konnte nur geschehen, weil der eine und einzige allmächtige GOTT Seinen Willen mittels Seines heiligen Geistes durch Seinen gehorsamen Sohn ausgeführt hat.

 
Dieser Artikel stammt von Kermit Zarley (Servetus the Evangelical). Auf seiner Webseite – servetustheevangelical.com – kann man 50 solcher Artikel in englischer Sprache lesen. Sie sind eine Zusammenfassung seines sorgfältig recherchierten, biblisch in die Tiefe gehenden, 600-seitigen Buches mit dem Titel: The Restitution of Jesus Christ (2008)

 

   

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