Das Dogma
Der Wortlaut des Dogmas spielt erfahrungsgemäß im Glauben und in den Gesprächen der Christen so gut wie keine Rolle, abgesehen von einzelnen Bruchstücken, welche hin und wieder zitiert werden (Nicäa-Konstantinopolitanum; Athanasium; Dreikaiseredikt). Vielmehr baut sich jeder so sein Bild zusammen aus Fragmenten, die man irgendwann und irgendwo gehört hat. Allen gemeinsam ist die ungefähre Aussage, dass drei gleichzeitig nur einer ist (oder sind) nach der unlogischen Formel 1+1+1 ist 1, und dass das eben ein Geheimnis (= Mysterium) sei. Auch die Begriffe Trinität, Dreieinigkeit, Dreieinheit, Dreifaltigkeit und weitere werden allermeist gleichbedeutend gebraucht, nur „Experten“ nehmen hier eine Unterscheidung vor.
Im Wesentlichen sind drei Vorstellungen von der Dreieinigkeit Gottes weit verbreitet, die sich im Grunde aber gegenseitig ausschließen bzw. in vielen Punkten widersprechen:
1. Variante:
Gott zeigt sich mal als Vater, mal als Sohn, mal als Heiliger Geist, aber es ist immer derselbe Gott.
Ein gebräuchliches Bild dafür: Wasser: fest, flüssig, gasförmig (Fremdwort: Modalismus / Dreifaltigkeit)
Man redet in diesem Zusammenhang auch gern von verschiedenen Erscheinungsformen oder auch von unterschiedlichen Offenbarungsweisen Gottes.
Ein Problem: Hierbei gibt es keinen Sohn Gottes mehr im wörtlichen Sinn von Sohn.
2. Variante
Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott
Der Vater ist nicht der Sohn, der Sohn ist nicht der Heilige Geist, der heilige Geist ist nicht der Vater,
und doch sind sie zusammen nur ein Gott.
Bild: gleichseitiges Dreieck und in der Mitte Gott (Fremdwort: Trinität, Dreieinigkeit)
Ein Problem: Das ist im Grunde ein Drei-Götter-Glaube mit der unlogischen Behauptung, dass sie zusammen nur ein Gott seien.
3. Variante
Vater, Sohn und Heiliger Geist sind drei eigenständige Wesen, drei Gottheiten oder Heiligkeiten, die sich einig sind, aber unterschiedliche Aufgaben haben.
Bild: Team (Fremdwort: Tritheismus)
Ein Problem: Das ist ein purer Drei-Götter-Glaube.
Die Grenzen zwischen den einzelnen Vorstellungen sind oft nicht ohne Weiteres erkennbar, was aber die meisten nicht stört, schließlich handele es sich hierbei um ein Geheimnis. Und zudem sei es uns Menschen nicht möglich, Gott zu verstehen. So stört man sich auch mehrheitlich nicht daran, dass die Trinitätslehre in sich selbst widersprüchlich ist.
Die Bibel jedoch sagt:
5.Mo 4,39 So sollst du nun heute wissen und zu Herzen nehmen, dass JHWH Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner (Lut.84)
Jer 9,23 ... wer sich rühmt, rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu erkennen, dass ich JHWH bin, der Gnade, Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen, spricht der JHWH.
2.Mo 20,2-3 Ich bin JHWH, dein Gott ... Du sollst keine andern Götter haben neben mir.
Als Ergänzung füge ich hier gern einen Auszug aus einer Diskussion in einem Internet-Forum an:
Dreieinigkeit (Dreifaltigkeit, Trinität)
Definition: Die Zentrallehre der Kirchen der Christenheit. Gemäß dem Athanasianischen Glaubensbekenntnis gibt es drei göttliche Personen (den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist), von denen gesagt wird, jede sei ewig und allmächtig, keine sei größer oder geringer als die andere, jede sei Gott und doch seien sie zusammen nur ein Gott. Nach anderen Erklärungen dieser Lehre sind diese drei "Personen“ keine getrennten und selbständigen Individuen, sondern drei Erscheinungsformen, in denen das göttliche Wesen existiert. Daher behaupten einige Verfechter der Dreieinigkeit, dass Jesus Christus Gott sei oder dass Jesus und der Heilige Geist Jehova seien. Das alles ist jedoch keine biblische Lehre
Welchen Ursprung hat die Dreieinigkeitslehre?
Die New Encyclopædia Britannica sagt:
"Weder das Wort Trinität noch die Lehre als solche erscheint im Neuen Testament, noch beabsichtigten Jesus und seine Nachfolger, dem Schema Israel im Alten Testament zu widersprechen: ‚Höre, o Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr‘ (5.Mo. 6:4). ... Die Lehre entwickelte sich allmählich während mehrerer Jahrhunderte und löste viele Kontroversen aus. ... Gegen Ende des 4. Jahrhunderts ... nahm die Lehre von der Dreieinigkeit im Wesentlichen die Form an, die sie bis heute bewahrt hat“ (Micropædia, Bd. X, S. 126).
Die New Catholic Encyclopedia erklärt:
"Die Formulierung ,ein Gott in drei Personen‘ setzte sich erst gegen Ende des 4. Jahrhunderts richtig durch und war bis dahin noch nicht völlig in das christliche Leben und das christliche Glaubensbekenntnis aufgenommen worden. Aber erst diese Formulierung kann eigentlich Anspruch auf die Bezeichnung Dreieinigkeitsdogma erheben. Den apostolischen Vätern war eine solche Auffassung oder Vorstellung völlig fremd“ (Bd. XIV, S. 299).
In der Encyclopedia Americana lesen wir:
"Das Christentum geht auf die jüdische Religion zurück, und die jüdische Religion war streng unitarisch [vertrat den Glauben, dass Gott e i n e Person ist]. Die Straße, die von Jerusalem nach Nizäa führte, kann man wohl kaum als gerade bezeichnen. Die Dreieinigkeitslehre des 4. Jahrhunderts war keineswegs ein Spiegelbild der frühchristlichen Lehre von der Natur Gottes; sie war eher eine Abweichung davon“ (Bd. XXVII, S. 294L).
Im Nouveau Dictionnaire Universel wird gesagt:
"Die Platonische Dreiheit - an sich nur eine Neuordnung älterer Dreiheiten, die auf frühe Völker zurückgehen - scheint die rationale philosophische Dreiheit von Eigenschaften zu sein, die die von den christlichen Kirchen gelehrten drei Hypostasen oder göttlichen Personen hervorbrachte. ... Diese Vorstellung des griechischen Philosophen [Plato, 4. Jahrhundert v. u. Z.] von der göttlichen Dreiheit ... kann man in allen alten [heidnischen] Religionen finden“ (Paris, 1865 - 1870, herausgegeben von M. Lachâtre, Bd. 2, S. 1467).
John L. McKenzie, SJ, sagt in seinem Werk Dictionary of the Bible:
"Die Dreiheit der Personen in der Einheit der Natur wird mit den Ausdrücken ,Person‘ und ,Natur‘ definiert, bei denen es sich um griechische philosophische Ausdrücke handelt; diese Ausdrücke erscheinen eigentlich nicht in der Bibel. Die trinitarischen Definitionen wurden nach ausgedehnten Kontroversen festgelegt, in denen diese und andere Ausdrücke wie ,Wesen‘ und ,Substanz‘ von einigen Theologen fälschlich auf Gott angewandt wurden“ (New York, S. 899).
Lehrt die Bibel, dass alle angeblich zur Dreieinigkeit Gehörenden ewig, ohne Anfang sind?
Kol. 1:15, 16 (EÜ): "Er, Jesus Christus, ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden.“
In welchem Sinne ist Jesus Christus "der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“? Verfechter der Dreieinigkeit behaupten, "Erstgeborener“ bedeute hier Erster (nach Rang), Vorzüglichster, Vornehmster; somit sei Christus nicht als ein Teil der Schöpfung zu verstehen, sondern als der Vornehmste im Vergleich zu denen, die erschaffen wurden. Angenommen, es verhält sich so und die Dreieinigkeitslehre stimmt, warum wird dann vom Vater und vom heiligen Geist nicht ebenfalls gesagt, sie seien die Erstgeborenen aller Schöpfung? Die Bibel wendet diesen Ausdruck nur auf den Sohn an. Gemäß der üblichen Bedeutung des Begriffs "Erstgeborener“ wird dadurch angezeigt, dass Jesus der älteste in der Familie der Söhne Jehovas ist.
Lehrt die Bibel, dass keiner der angeblich zur Dreieinigkeit Gehörenden größer oder kleiner als die anderen ist, dass alle gleichrangig und allmächtig sind?
Mark. 13:32 (EÜ): "Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“
Das wäre selbstverständlich nicht der Fall, wenn Vater, Sohn und heiliger Geist gleichrangig wären und nur eine Gottheit bilden würden. Und wenn, wie einige meinen, der Sohn durch seine menschliche Natur in seinem Wissen begrenzt war, so bleibt immer noch die Frage, warum es der heilige Geist nicht wusste.
Mat. 20:20-23 (EÜ): "Die Frau des Zebedäus ... antwortete Jesus: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: ... Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.“
Wie merkwürdig, wenn Jesus doch, wie behauptet wird, Gott wäre! Antwortete Jesus hier lediglich gemäß seiner "menschlichen Natur“? Ist diese Erklärung, zu der Trinitarier Zuflucht nehmen, wirklich haltbar, wenn sie doch sagen, Jesus sei ein "Gottmensch“ gewesen, das heißt Gott und Mensch, also weder nur Gott noch nur Mensch? Zeigt Matthäus 20:23 nicht vielmehr, dass der Sohn dem Vater nicht gleich ist, dass sich der Vater gewisse Rechte vorbehalten hat?
Joh. 14:28 (EÜ): "[Jesus sagte:] Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.“
1.Kor. 15:27-28 (EÜ): "Sonst hätte er ihm [Jesus] nicht alles zu Füßen gelegt. Wenn es aber heißt, alles sei unterworfen, ist offenbar der ausgenommen, der ihm alles unterwirft. Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem.“
FAZIT: Es gibt keine Dreieinigkeit

